Hallo,
als Absolvent trifft man auf viele Stellenanzeige in den Karriereportal
der Unternehmen die als Anforderung 'mehrjährige Berufserfahrung in
[XXX]' fordern.
Das kann man natürlich schlecht mit dem Studium + Praktika nachweisen.
Denn soweit es mir bekannt ist, kann man Praktika nicht als
Berufserfahrung zuordnen.
Sind also solche Stellenanzeige für frische Absolventen ein No-Go?
Wenn ich mich darauf bewerben würde, würd das doch letzendlich im
Vorstellungsgespräch daran scheitern, dass ich nur Theorie vorweisen
könnte, so meine Einschätzung.
Ich hoffe auf einige ehrliche Antworten zur Einschätzung. Danke
>Ähh, wie wär`s mal die Einschätzung einfach nur mal benennen!
Bitte nochmal so formulieren, dass ich verstehe was du meinst. Meine
Einschätzung steht doch da was ich glaube wird passieren.
farad schrieb:> Wenn ich mich darauf bewerben würde, würd das doch letzendlich im> Vorstellungsgespräch daran scheitern, dass ich nur Theorie vorweisen> könnte, so meine Einschätzung.
Anscheinend bis du nicht theoretisch genug, sonst würdest du ja
erkennen, dass man dich dann schon gar nicht einladen würde, wenn BE
wirklich für den AG notwendig ist. Außerdem ist BE nur ein
Vorselektionskriterium, du wirst schnell merken, dass du selbst mit BE
fachlich nicht besser bist als direkt von der Hochschule. Du bist danach
nur in einem kleinen Gebiet besser und sicherer, der Rest verkümmert
kläglich, sozusagen ein Fachidiot, außerdem kennst du typisch deutschen
Firmenstrukturen und das Abrechnungswesen. Berufserfahrung ist das
dümmste Buzzword schlechthin.
Also bewerben, cool bleiben, abwarten und sein Ding durchziehen.
Ich habe bei solchen Stellenanzeigen immer folgenden Gedankengang:
-Die beworbene Stelle ist frei, weil jemand gekündigt hat/gewechselt ist
-Es wird eine neue Besetzung gesucht
-Für die neue Stelle wird jemand gleichqualifiziertes gesucht
-In der Stellenanzeige wird mehrjährige Berufserfahrung gefordert
Was ich damit sagen möchte: Ich denke nicht, dass alle Unternehmen
dieses Wort nur benutzen weil es angesagt ist, sondern auch um auf die
notwendige Qualifikation hinzuweisen. Natürlich ist es die Aufgabe der
HR die Bewerber direkt auszusortieren, die diese Stelle nicht ausfüllen
können.
Aber ja, was ich aktuell im Forum gelesen habe ist, dass die
Anforderungen allgemein immer sehr hochgehalten werden und die
Unternehmen dann denjenigen auswählen, der am billigsten ist.
Hallo farad.
farad schrieb:> Sind also solche Stellenanzeige für frische Absolventen ein No-Go?
Nicht wirklich. In Ermangelung geeigneter Stellen bist Du letztlich
gezwungen, Dich auf allen möglichen Kram zu Bewerben, aber natürlich
sind die Chancen fast Null, dass Du auch genommen wirst.
>> Wenn ich mich darauf bewerben würde, würd das doch letzendlich im> Vorstellungsgespräch daran scheitern, dass ich nur Theorie vorweisen> könnte, so meine Einschätzung.
Nein. Wenn Du denn tatsächlich eingeladen würdest, hätte man sich dort
schon mit dem Gedanken angefreundet, einen Anfänger einzustellen, und
dazu passend seine Anforderungen heruntergeschraubt.
Natürlich passieren auch im Personalwesen Fehler, aber doch eher selten.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
> -Die beworbene Stelle ist frei, weil jemand gekündigt hat/gewechselt ist
Ach was, die machen nur Reklame.
> -Es wird eine neue Besetzung gesucht
Nicht unbedingt.
> -Für die neue Stelle wird jemand gleich qualifiziertes gesucht
Schon möglich, aber unwahrscheinlich. Hauptsache es entsteht der
Eindruck das die Firma expandiert, in Wirklichkeit sind sie am
abnippeln.
-In der Stellenanzeige wird mehrjährige Berufserfahrung gefordert
30 Jahre Berufserfahrung, jedoch nicht älter als 28 Jahre.
Mehrere Fremdsprachen in Wort und Schrift sind selbstverständlich.
Am besten noch Geld mitbringen.
farad schrieb:> Sind also solche Stellenanzeige für frische Absolventen ein No-Go?
No.
Was der Unternehmer sich wünscht und nachher kriegt, war schon immer
zweierlei :-)
Einfach bewerben.
Absoluter Confirm hier.
Berufserfahrung ist in der Tat ein Buzzword. Fragt euch, was bedeutet
"Berufserfahrung" eigentlich? Ist man nach Jahren Berufserfahrung
wirklich besser? Wie sieht es mit dem Rest an Kenntnissen aus, die man
auf der Uni lernte?
ich bemerkte eher, dass ich einige andere Sachen lernte, wie mit Leuten
in Stresssituationen umgehen, oder Leuten, die keine Akademiker sind.
Gepflogenheiten in Büros, mit Sekretärinnen etc.
Aber: irgendwie verblödete ich auch. Ein Bsp.: Hatte einen Teamleiter,
der war 10 Jahre länger in der Firma als ich. Machte auch SW
Entwicklung. Der hatte aber kein Studium. Nach einem halben Jahr war ich
aber technisch fitter als er. Alle Bugs und ein paar Feinheiten die er
sich aufgebaut hatte kannte ich nicht, aber ich war technisch fitter.
Denn ich konnte Zusammenhänge erkennen, kannte Dinge wie Systemtheorie
etc., half mir auch Hintergründe zu erkennen.
Ich sage, Berufserfahrung ist das over-gehypteste Buzzword ever.
Hallo klausi.
klausi schrieb:> ich bemerkte eher, dass ich einige andere Sachen lernte, wie mit Leuten> in Stresssituationen umgehen,
Das hast Du nicht gelernt, das konntest Du vorher schon. Es war Dir nur
nicht Bewusst.
Stressbewältigung kann man nur zu einem sehr kleinen Teil lernen. Das
meiste ist Begabung.
Am Stressfestesten sind übrigens Psychopathen. Darum sind die ja für
viele Jobs so begehrt.
> Ich sage, Berufserfahrung ist das over-gehypteste Buzzword ever.
Mag sein. Aber mit dem im Studium gelernten konnte ich fast nichts
anfangen. Ich habe meine Diplomarbeit über Hochspannungsleitungen
geschrieben....der Job, mit dem ich am dichtesten daran war, war in
einer Kabelfabrik die Leitungen von den Trommeln auf denen sie bei der
Produktion aufgespult wurden umzuwickeln auf die Trommeln, mit denen sie
verwendet wurden. ;O)
Das Problem ist eher, das Berufserfahrung extrem schnell veraltet.
Wissenshalbwertszeit unter 3-5 Jahre....da wird ja schon Urlaub zum
Problem. ;O)
Darum haben viele Leute, die sich mit Berufserfahrung bewerben, in
Wirklichkeit keine mehr, und dann wird es eben schnell dünn, wenn Leute
mit Berufserfahrung gesucht werden. So haben dann eventuell auch
Anfänger gegen diese eine Chance, wenn es sonst passt.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
klausi schrieb:> Berufserfahrung ist in der Tat ein Buzzword. Fragt euch, was bedeutet> "Berufserfahrung" eigentlich? Ist man nach Jahren Berufserfahrung> wirklich besser? Wie sieht es mit dem Rest an Kenntnissen aus, die man> auf der Uni lernte?
90% aus der Uni braucht man im echten Leben nicht. Umgekehrt muss man
aber 90% neu lernen. Von daher bringt Berufserfahrung schon etwas. Die
ersten ca. 5 Jahre (je nach Stelle und persönlicher Lernfähigkeit kann
das zwischen 2 und 10 Jahren schwanken) sind normalerweise entscheidend.
Danach nimmt der positive Effekt stark ab und es wird immer schwieriger,
altersbedingte Erscheinungen durch Erfahrung zu kompensieren. Wobei das
sehr individuell unterschiedlich ist.
Es gibt natürlich auch die Leute, die in 20 Jahren Berufserfahrung
nichts lernen. Solche Leute werden auf dem Arbeitsmarkt aber natürlich
auch nicht gesucht und werden extreme Schwierigkeiten haben, wenn sie
mal den Job verlieren. Wobei es auch diejenigen gibt, deren einzige
Fähigkeit es ist, Kompetenz vorzutäuschen - das ist mitunter die einzige
Fähigkeit, die sie mit ihrer "Berufserfahrung" perfektioniert haben. Die
finden auch wieder einen Job.
farad schrieb:> Bitte nochmal so formulieren, dass ich verstehe was du meinst.
Passt, Eigentor, eine Bewerbung mit Deinem Schreibstil würde ich direkt
zur Seite legen.
Bernd W. schrieb:> Hallo klausi.> klausi schrieb:>>> ich bemerkte eher, dass ich einige andere Sachen lernte, wie mit Leuten>> in Stresssituationen umgehen,> Das hast Du nicht gelernt, das konntest Du vorher schon. Es war Dir nur> nicht Bewusst.> Stressbewältigung kann man nur zu einem sehr kleinen Teil lernen. Das> meiste ist Begabung.
So deine Erfahrung? Dann hast du wirklich ein Wahrnehmungs- oder
Selbststeuerungsproblem?
Allein durch Beobachten von anderen Kollegen und MA in komischen
Situationen (Streß ?) und der Reaktion der Übergeordneten darauf lernt
man sehr viel mehr als mit Begabung. Jede Situation und jedes Umfeld ist
etwas anders.
> Am Stressfestesten sind übrigens Psychopathen. Darum sind die ja für> viele Jobs so begehrt.
Kannst du das mal näher erklären? Psychopathen sortiert doch schon die
HR vorsorglich aus? Oder was sind bei dir Psychopathen?
>> Ich sage, Berufserfahrung ist das over-gehypteste Buzzword ever.> Mag sein. Aber mit dem im Studium gelernten konnte ich fast nichts> anfangen. Ich habe meine Diplomarbeit über Hochspannungsleitungen> geschrieben....
Gelernte Theorie muß man auch verkaufen können! BE ist aber was anderes
als das Fachwissen der Ausbildung oder des Studiums - Theorie vrs.
Praxis.
> Das Problem ist eher, das Berufserfahrung extrem schnell veraltet.> Wissenshalbwertszeit unter 3-5 Jahre....da wird ja schon Urlaub zum> Problem. ;O)
Verlernst du auch das Schwimmen und Radfahren so schnell? BE ist das was
man nicht genau beschreiben kann, wie soll man das dann schnell
verlernen oder verlieren können?
> Darum haben viele Leute, die sich mit Berufserfahrung bewerben, in> Wirklichkeit keine mehr, und dann wird es eben schnell dünn, wenn Leute> mit Berufserfahrung gesucht werden. So haben dann eventuell auch> Anfänger gegen diese eine Chance, wenn es sonst passt.
Anfänger haben eigentlich nur eine Chance, als Handlanger oder
Billigkräfte oder für extrem bescheidene Anforderungen!
Denen fehlt nämlich das Gespür, den Streß oder die Umstände aus einer
Tätigkeit, mangels Erfahrung damit, einschätzen zu können.
Man kann denen praktisch alles erzählen, und sie müssen es glauben, bis
sie dann das Chaos / den Streß oder Unsinn pur erleben!
BE ist und bleibt das Unwort in jeder Stellenanforderung, denn die
meisten AG und HR-Fuzzis wissen selbst überhaupt nicht was sie damit
eigentlich meinen.
Genau solche Anforderungen wie absolute Teamfähigkeit, das ist der
nächste Begriff den man unendlich zerlegen könnte!
Weiter ginge es mit selbstsändiger und eigenverantwortlicher AW, mit
kundenorienteirtem unternhemerischem Denken und Handeln.
Flexibilität im Arbeitsort und der Arbeitszeit nach Kundenanforderungen.
Mit der nötigen BE kann man das alles in einen Sack stecken, und sagt
dem Personaler oder HR-Heini voraus, dass die entweder keinen solchen
Typen finden werden oder das Gehalt dafür viel zu wenig ist!
Das wäre dann das Problem mit der BE, wenn man im VG merkt, dass man
damit geködert, aber wiederum veräppelt werden soll.
Der TO sollte vllt. vorher mal dort anrufen, wenn er es telefonisch
hinbekommt, macht es vllt. Sinn eine Bewerbung zu schreiben?
farad schrieb:> als Absolvent trifft man auf viele Stellenanzeige in den Karriereportal> der Unternehmen die als Anforderung 'mehrjährige Berufserfahrung in> [XXX]' fordern.
Ja, das hätten die Unternehmen gern in der Hoffnung, daß der Proband
durch die mitgebrachte Erfahrung weniger Einarbeitungszeit braucht.
Letzten Endes ist das, was in so einer Stellenanzeige steht, aber nur
der Wunschzettel des Unternehmens -- und in der Regel wird sich ohnehin
kein Bewerber finden, der diese Wünsche zu einhundert Prozent erfüllt.
> Wenn ich mich darauf bewerben würde, würd das doch letzendlich im> Vorstellungsgespräch daran scheitern,
Deine Berufserfahrung oder deren Fehlen sollten üblicherweise aus Deinem
Lebenslauf ersichtlich sein. Wenn Du trotzdem nicht aussortiert und
dennoch zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, war die
Berufserfahrung wohl doch nicht so wichtig und Du hast gute Chancen, die
Stelle zu bekommen.
Also tu' Dir selbst einen Gefallen und bewirb' Dich einfach. Das
Schlimmste, was Dir passieren kann, ist, daß Du die Stelle nicht
bekommst.
Sheeva P. schrieb:> Also tu' Dir selbst einen Gefallen und bewirb' Dich einfach. Das> Schlimmste, was Dir passieren kann, ist, daß Du die Stelle nicht> bekommst.
...und Zeit verplemperst. Firmen die Fachpersonal suchen, sollten
aufhören solche dummen Spiele zu spielen, denn das endet dann
tatsächlich im Fachkräftemangel und später in der Katastrophe.
Hier wäre Verantwortung besser, nur haben die Personaler so viel
Schiss vorm AGG, dass Bewerbungen grundlos im Nirvana verschwinden.
Da gibts dann auch kein Feedback oder das Feedback ist das Papier
nicht wert, worauf es geschrieben wurde.
Solche Firmen sollte man meiden, oder mit denen anders kommunizieren.
Es wird ja oft von Vitamin B gesprochen und das sollte man dann auch
nutzen. Ohne wird man von der Wirtschaft nur aufgerieben und verbrannt.
Kürzlich wurde über die Arbeitsmarktsituation in einer TV-Talkshow
gesprochen und wenn da von einem "kaputten Arbeitsmarkt" die Rede
ist, dann sicher nicht grundlos. Da würde ich die Selbsthudelei
der Regierung (die ja wiedergewählt werden will) als äußerst
skeptisch betrachten, denn mit den Mitteln, die Zahlen zu manipulieren,
ist schon so manche Wahl gewonnen worden. Das Volk lässt sich da
leicht täuschen.
>Deine Berufserfahrung oder deren Fehlen sollten üblicherweise aus Deinem>Lebenslauf ersichtlich sein. Wenn Du trotzdem nicht aussortiert und>dennoch zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, war die>Berufserfahrung wohl doch nicht so wichtig und Du hast gute Chancen, die>Stelle zu bekommen.
Danke für die Antwort, ist einleuchtend.
>Aber mit dem im Studium gelernten konnte ich fast nichts
anfangen.
Im Studium werden allgemeine Grundlagen gelehrt. Aber das Problem ist,
dass später beim Berufseinstieg spezielle Kenntnisse für bestimmte
Branchen gefordert sind. Und da sind diese Grundlagen einfach nicht
ausreichend.
Ganz einfaches Beispiel: Themengebiet Serielle/Parallele Busse.
Wenn ich mich dem Wissen aus dem Studium bei einem Automobilzulieferer
bewerbe, kann ich ihm höchstens etwas Wikipedia-Wissen über CAN
runterrattern, aber niemals das richtige Verständnis über CAN bzw.
praktisches Wissen, weil einfach im Studium für sowas ganz spezielles
nicht die Zeit da war.
Berufserfahrung ist kein Buzzword, sondern durchaus eine Qualifikation.
PCB Files eines Layouters mit 10 Jahren Erfahrung können i.d.R. direkt
in die Produktion, die des Anfängers zum Review oder direkt in die
Tonne. Das ist keine Kritik, sondern ein Erfahrungswert. Und wenn eine
Firma Gründe hat (Zeitdruck, Anforderungen z.B. Medizintechnik, Avionic
etc.) Erfahrung die notwendige vorauszusetzen, macht es keinen Sinn sich
auf eine solche Stelle zu bewerben. Wenn es ein kleinerer Laden mit eher
überschaubarer Komplexität der Produkte handelt, kann man die
Anforderung ruhig hinterfragen.
Hallo Niemand.
Niemand schrieb:>> Das hast Du nicht gelernt, das konntest Du vorher schon. Es war Dir nur>> nicht Bewusst.>> Stressbewältigung kann man nur zu einem sehr kleinen Teil lernen. Das>> meiste ist Begabung.> Allein durch Beobachten von anderen Kollegen und MA in komischen> Situationen (Streß ?) und der Reaktion der Übergeordneten darauf lernt> man sehr viel mehr als mit Begabung. Jede Situation und jedes Umfeld ist> etwas anders.
Mag sein, aber die Zeitverzögerung ist derartig, das ich es nur im
Nachhinein bemerke, wenn eh alles zu spät ist, und kognitive
Erkenntnisse haben nur sehr schwachen Einfluss auf meine Emotionen.
Außerdem reduziert Stress das Beobachtungsvermögen, weil ich mich ja auf
meine Hauptaufgabe konzentrieren muss, was ja schwer genug ist.
>> Am Stressfestesten sind übrigens Psychopathen. Darum sind die ja für>> viele Jobs so begehrt.> Kannst du das mal näher erklären? Psychopathen sortiert doch schon die> HR vorsorglich aus? Oder was sind bei dir Psychopathen?
Ich beziehe mich dazu einfach mal auf die Wikipedia, um eine gemeinsame
Grundlage zu haben.
Beispiel:
„Ein normaler Mensch würde […] kotzen, wenn er gerade eine Milliarde
versemmelt hätte. Der Psychopath geht unverdrossen nach Hause und denkt
nicht mehr daran.“ – Kevin Dutton (Psychopathieforscher)
Zitat aus zweiter Hand aus
https://de.wikipedia.org/wiki/Psychopathie#Psychopathie_in_Wirtschaft_und_Unternehmen
Meine Interpretation dazu:
Für Führungsaufgaben braucht man Killerqualitäten. Die "Bereitschaft,
Verantwortung zu übernehmen" bedeutet aus dem Führungssprech übersetzt
kein Problem damit zu haben, Köpfe rollen zu lassen und problematische
Entscheidungen zu fällen.
Man will solche ephatielosen Killer, die auch keine Probleme haben,
Entscheidungen zu fällen, weil ihnen die Konsequenzen doch letztlich
irgendwie egal sind, und sie anschliessend beruhigt Feierabend machen
können. Man will sie für darum für wichtige Aufgaben, auch wenn man
berechtigte Angst davor hat, das sie letztlich Ihr eigenes Spiel spielen
und schwer unter Kontrolle zu halten sind. Aber letztlich stossen sie in
diesen Kreisen eh oft genug auf ihresgleichen, die wissen wohl gut
genug, wie man miteinander umgeht.
>> Das Problem ist eher, das Berufserfahrung extrem schnell veraltet.>> Wissenshalbwertszeit unter 3-5 Jahre....da wird ja schon Urlaub zum>> Problem. ;O)> Verlernst du auch das Schwimmen und Radfahren so schnell?
Beim Schwimmen komme ich lediglich aus dem Training, aber beim
Fahradfahren habe ich sehr schnell gemerkt, dass da wirklich was
wegbricht und neu gelernt werden muss. Der Unterschied für mich:
Schwimmen habe ich mit 6 gelernt, Radfahren mit 16. Das mag den
Unterschied machen, irgendein Lernfenster war wohl schon zu.
> BE ist das was man nicht genau beschreiben kann, wie soll man das dann> schnell verlernen oder verlieren können?
Wenn man es nicht genau beschreiben kann, wie kann man dann jemandem
Vorhalten, es nicht zu haben? ;O)
Die Leute, die danach Fragen, wissen selber aber wohl genau, was sie
darunter verstehen, wollen es aber nicht offen aussprechen oder kennen
es eben nur in diesem Jargon.
> Denen fehlt nämlich das Gespür, den Streß oder die Umstände aus einer> Tätigkeit, mangels Erfahrung damit, einschätzen zu können.> Man kann denen praktisch alles erzählen, und sie müssen es glauben, bis> sie dann das Chaos / den Streß oder Unsinn pur erleben!
Tja, dann lerne mal was, und anschliessend wird dann die Nomenklatur
geändert, und Du kannst keinem Fachgespräch mehr folgen.
Ich habe mal Elektriker gelernt. Irgendwann hörte ich die dann mal was
von einem "RCD" erzählen, und konnte mir nichts darunter vorstellen, bis
mir die Abkürzung als "Residual current device" übersetzt wurde. Achja,
der altbekannte FI-Schutzschalter. ;O)
Ich habe das mal bei einem Geologen gesehen, der lange im Ausland war,
und als er zurück kam, waren die ursprünglich überhaupt nicht
"genormten" Fachbegriffe in der Hydrogeologie geändert und entsprachen
irgendeiner DIN Norm die aber wenig mit den Fachbegriffen zu tun hatte,
die er mal für die gleichen Dinge gelernt hatte.
Auch ein 50 Jähriger kann sich natürlich hinsetzten und Vokabeln lernen,
aber an der Stelle wird das bei den meisten nie mehr so glatt klappen
wie ohne diese Änderung. Und damit ist er meistens raus.
> Mit der nötigen BE kann man das alles in einen Sack stecken, und sagt> dem Personaler oder HR-Heini voraus,
In ca. 80% meiner Vorstellungsgespräche gab es keine "Personaler oder
HR-Heinis" weil das so kleine Klitschen waren, dass es der Chef selbst
gemacht hat. Aber da war kein Unterschied, obwohl die selber wohl genau
wussten, was sie an Erfahrung erwarten. Und das waren ja alles
leistungsfähigere und Eefolgreichere Typen als ich. So schwer daneben
liegen die "Personaler oder HR-Heinis" wohl doch nicht.
> dass die entweder keinen solchen> Typen finden werden oder das Gehalt dafür viel zu wenig ist!
Auch das mag stimmen, aber die Erkenntnis darüber löst das Problem
nicht. Irgendwann zum Ende der 80er Jahre, als darüber noch "naiver und
offener" gesprochen wurde, hat mir mal jemand erzähl, dass sie Probleme
hätten, Leute auszubilden, weil sie sich keine Fehler mehr erlauben
könnten, und es extrem schwer geworden ist, Leute zu finden, die keine
machen. Und bevor man Abstriche an dieser Forderung macht, würde man das
Unternehmen eher schliessen (Es ist mittlerweile geschlossen)
Die Verhältnisse durch den Druck der Globalisierung sind wohl eher
stärker geworden, so dass ich davon ausgehe, das gleiches immer noch
gilt. Und auch hier haben Psychopathen Vorteile: Sie können problemlos
solche Aufgaben übernehmen, wo ich z.b. dann Nachts Schlafprobleme
hätte, und am nächsten Morgen dann unkonzentriert bin und garantiert
mehr Fehler mache als ohne den Druck. Alles schon selber erlebt. ;O)
> Das wäre dann das Problem mit der BE, wenn man im VG merkt, dass man> damit geködert, aber wiederum veräppelt werden soll.
Egal. Man muss die Jobs nehmen, die man kriegen kann. Sind eh wenige.
> Der TO sollte vllt. vorher mal dort anrufen, wenn er es telefonisch> hinbekommt, macht es vllt. Sinn eine Bewerbung zu schreiben?
Am Telephon werde ich nur abgewimmelt, weil erfahrungsgemäß haben die
schon 20 Bewerbungen und aus ihrem eigenen Empfinden eigentlich genug,
und bis zum Vorstellungsgespräch werden auch 50 bis mehrere hundert
zusammengekommen sein. Darum besser einfach eine Bewerbung schreiben, so
schnell wie möglich.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Joe F. schrieb:> Berufserfahrung ist kein Buzzword, sondern durchaus eine Qualifikation.> PCB Files eines Layouters mit 10 Jahren Erfahrung können i.d.R. direkt> in die Produktion, die des Anfängers zum Review oder direkt in die> Tonne.
Verwechselst du hier nicht etwas, Qualifikation und Erfahrung im Beruf?
Das Bsp. hinkt weil es keinen Beruf mit der Bezeichnung geben dürfte.
Möchte mal behaupten, dass dieser spez. Fall nicht so oft vorkommen
sollte!
> Das ist keine Kritik, sondern ein Erfahrungswert. Und wenn eine> Firma Gründe hat (Zeitdruck, Anforderungen z.B. Medizintechnik, Avionic> etc.) Erfahrung die notwendige vorauszusetzen, macht es keinen Sinn sich> auf eine solche Stelle zu bewerben.
Wenn die Firmen so viel Arsch i.d. Hose hätten, das auch öffentl.
deutlich klar zu machen, wäre vielen Bewerbern schon geholfen.
> Wenn es ein kleinerer Laden mit eher überschaubarer Komplexität der> Produkte handelt, kann man die Anforderung ruhig hinterfragen.
Und wird trotzdem nicht unbedingt sinnvolle Antworten bekommen.
Niemand schrieb:> Verwechselst du hier nicht etwas, Qualifikation und Erfahrung im Beruf?> Das Bsp. hinkt weil es keinen Beruf mit der Bezeichnung geben dürfte.> Möchte mal behaupten, dass dieser spez. Fall nicht so oft vorkommen> sollte!
Manche (fast jede?) Qualifikation erwirkt man nur und ausschließlich
durch Erfahrung im Beruf.