Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Trafo 220-120V Umschaltung


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von Dennis S. (Gast)


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Hallo zusammen!
Dies ist mein erster Beitrag hier und ich möchte euch vorweg bitten
etwas nachsichtig bei eventuellen Fehlern und Ungenauigkeiten zu sein.
:-)

Zum Thema:
Ich möchte mir aus ausgeschlachteten Teilen eines Röhrenradios einen 
Gitarrenverstärker basteln.

Den auf dem Bild zu sehenden Netztrafo hab ich durchgemessen und er 
scheint in Ordnung zu sein. Die Netzspannungsumschaltung will ich 
weglassen.
Wenn ich den Schaltplan richtig verstehe werden bei 220V-Stellung die
beiden Primärwicklungen in Reihe geschaltet ,wobei der Abgriff in der 
zweiten Wicklung genutzt wird.
Bei 120V-Stellung sind die beiden Wicklungen parallel geschaltet und der 
Abgriff hängt in der Luft.

Wäre es nicht sinnvoll die zweite Wicklung komplett zur ersten in Reihe 
zu schalten? Also nicht den Abgriff zu benutzen. Wäre der Trafo damit 
nicht besser auf die aktuelle 230V Netzspannung angepasst?
Oder liege ich mit meiner Vermutung hier komplett daneben?

Vielen Dank im Voraus
Dennis

von hinz (Gast)


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Dennis S. schrieb:
> Wäre der Trafo damit
> nicht besser auf die aktuelle 230V Netzspannung angepasst?

Richtig.

von Dennis S. (Gast)


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Danke für die schnelle Antwort!

von Pink Shell (Gast)


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L31 ist wohl für 120 V ausgelegt und L32' auch. Beide in Reihe wären 240 
V. Daher wird bei Reihenschaltung von L32 nur ein Teil verwendet, damit 
die Gesamtspannung 220 V ergibt.

von Dennis S. (Gast)


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Bei 230V Netzspannung wäre also auf Sekundärseite die Spannung etas 
höher als
bei der voresehenen 220V Spannung. Soweit klar.
Wenn man also beide Wicklungen komplett benutzt und mit 230V
betreibt, ist die Sekundärspannung im Umkehrschluß also etwas niedriger 
als
vorgesehen.
Macht das bei dieser kruden Technik überhaupt einen großen Unterschied?

von hinz (Gast)


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Dennis S. schrieb:
> Macht das bei dieser kruden Technik überhaupt einen großen Unterschied?

Man hatte auch früher kein Eisen und Kupfer zum Verschwenden übrig. Der 
Trafo ist also nicht anders auf Kante genäht als heute.

von Mani W. (e-doc)


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Trafowicklungen bestimmen kann man leicht mit einem Stelltrafo...

Eine Wicklung anschließen und von Null an die Spannung hochfahren,
bis sich der
Strom relativ steil und schnell erhöht...

Zieht man dann  ca. 10 % ab von der eingestellten Spannung, so ist das
dann die Nennspannung, für die der Trafo gebaut wurde...

Zumindest haben wir das oft so gemacht...


PS:

Die anderen Wicklungen dürfen nicht belastet werden, also totaler
Leerlaufstrom des Trafos, bis er rapide ansteigt...

: Bearbeitet durch User
von oldeurope O. (Gast)


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Mani W. schrieb:
> Zumindest haben wir das oft so gemacht...

Ich experimentiere auf der Primärseite mit
12VAC oder 23VAC. An die Anzeige eine 0 dranhängen.

LG
old.

von Dennis S. (Gast)


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Einen Stelltrafo habe ich leider nicht.
Mein Ansatz war auch einen Feld ,Wald und Wiesen Trafo an die 
Primärseite des
Prüflings zu hängen und zu schauen was an der Sekundärseite rauskommt.

Bei 14,8V Primärseitig sind das an der Heizwicklung 0,45V, an der 
HV-Wicklung
16V.

Also 230V / 14,8V = 15,54

15,54 x 0,45V = ~7V Heizung

15,54 x 16V = 248,64V HV

Das scheinen mir halbwegs realistische Werte zu sein.

von Joachim B. (jar)


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ich würde ja beide 120V~ ohne einen Abgriff in Reihe schalten, denn 
heute sind ja Nennspannung 230V bis +-10% zulässig -> 253V~ somit ist 2x 
120V~ = 240V~ bei Nennspannung sicherer.

Es kommt zwar dann auf der Sekundärseite etwas weniger raus, aber im 
Falle von Überspannung steigt die Sekundärseite nicht zu hoch.

Die Schaltung sollte auch mit -5% (230V/240V) zurechtkommen weil das in 
der normalen Bandbreite liegt.

Bei weiterem Betreiben in Stellung 220V Nennspannung sind eh alle 
Sekundeärspannungen schon höher und könnten bei +10% Bauteile gefärden.

Bei mir an meinen Aktivboxen waren die Kondensatoren (63V Typen) kurz 
vor dem Platzen weil die Spannung durch 230V~ in schon auf 61V= gingen, 
bei max 253V~ in wären die 63V= überschritten worden.

von Harald W. (wilhelms)


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Joachim B. schrieb:

> Es kommt zwar dann auf der Sekundärseite etwas weniger raus, aber im
> Falle von Überspannung steigt die Sekundärseite nicht zu hoch.

Wenn es sich um eine Röhrenschaltung handelt, würde ich am fertigen
Gerät (Gitarrenverstärker?) die Heizspannung nachmessen. Röhren
nehmen Unterheizung eher übel als Überheizung.

von Joachim B. (jar)


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Harald W. schrieb:
> Wenn es sich um eine Röhrenschaltung handelt, würde ich am fertigen
> Gerät (Gitarrenverstärker?) die Heizspannung nachmessen. Röhren
> nehmen Unterheizung eher übel als Überheizung.

stimmt zwar aber das war schon das Schicksal aller Röhren als die 
Spannungen eh +-10% auch bei 220V waren!

Nun heute sind (gute) Röhren noch schwerer zu bekommen und auch 
Überheizung nehmen sie übel.

Wer es an dieser Stelle perfekt haben will baut eine geregelte DC 
Heizung auf mit Softanlauf.

von Peter R. (Gast)


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Denk auch dran, ein sehr wichtiger Teil bei der Röhrentechnik ist der 
Trafo an der EL84. Netztrafos unterscheiden sich voneinander garnicht so 
sehr, Ausgangstrafos sind meist speziell an die Röhre und ihre Schaltung 
angepasst, an der sie betrieben werden sollen.

von Dennis S. (Gast)


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Joachim B. schrieb:
> ich würde ja beide 120V~ ohne einen Abgriff in Reihe schalten

Ja werde ich so machen. Scheint sinnvoll zu sein.

Harald W. schrieb:
> Röhren
> nehmen Unterheizung eher übel als Überheizung

Da mache ich mir eigentlich keine großen Sorgen.
Der Trafo ist ja dafür gedacht 6 Röhren zu heizen und 3
Lämpchen zu versorgen.
Ich plane den Gitarrenamp mit einer EL84 als Endröhre,
einer 12AX7 als Preamp und evtl. der EM84 als Hingucker.
Die 12AX7 haben ja quasi zwei Heizungen.
Da sollten noch reserven sein.

von Dennis S. (Gast)


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Peter R. schrieb:
> Ausgangstrafos sind meist speziell an die Röhre und ihre Schaltung
> angepasst, an der sie betrieben werden sollen

Den Ausgangsübertrager hab ich ja auch aus dem Radio.
Der sollte also zur EL84 passen. Gleichrichtung und Siebung möchte ich 
auch
so übernehmen wie oben im Schaltplan zu sehen.
 Was die Ausgangsimpedanz des AÜ`s angeht bin ich mir noch nicht ganz 
sicher. Ich wollte einen 12" 4Ohm Lautsprecher nehmen. Die Lautsprecher 
aus dem Radio haben 5Ohm.
Damit hab ich mich aber noch nicht richtig befasst.

von Hannes (Gast)


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Hallo,

warum hast du das Teil zerpflückt und nicht so gelassen, wie es war.
Was willst du mit deinem 3-Watt Spielzeug beschallen.
Mit solch einem kleinen Quäker erzeugst du keinen Druck.
Außerdem benötigst du noch einen Vorverstärker, in deiner Schaltung
noch einzuplanen.

Gruß

von Dennis S. (dennis_sy)


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Hallo Hannes!

Ich kann dir gerne Bilder des Radios zukommen lassen.
Es war ein Geschenk meiner Schwiegermutter.
Sie hat das Ding von nem Flohmarkt. Der Zustand war katastrophal.
Bis auf die EM84 haben sämtliche Röhren gefehlt, das Holzgehäuse ist
Gebrochen, Bespannstoffe fehlten z.T.
Eigentlich wollte ich es so wie es ist wegwerfen.
Restaurieren wäre sinnlos gewesen.
Beim Aufräumen hab die Kiste wieder vorgekramt und wollte halt mal 
schauen
ob die Trafos noch was taugen.

So kam es zu dem Plan einen kleinen Gitarrenamp zu bauen.
Der Aufwand ist überschaubar. Die meisten Teile hab ich zur Hand und
Spaß daran sowieso.
Ich hab nicht vor damit groß was zu beschallen. :-)
Für angenehme Zimmerlautstärke im Wohnzimmer sollten die ca. 3 
Röhrenwatt
aber ausreichen.
Der große Bruder steht halt im Proberaum.

von Mani W. (e-doc)


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Aus der W. schrieb:
> Ich experimentiere auf der Primärseite mit
> 12VAC oder 23VAC. An die Anzeige eine 0 dranhängen.

Erklär das bitte mal...

von Patrick J. (ho-bit-hun-ter)


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Hi

Er wird das Gerät mit einem 10.tel der eigentlich angedachten Spannung 
betreiben.
Dadurch kommt am anderen Ende auch nur ein 10.tel der Spannung raus, Die 
raus kommt, wenn man den Stecker direkt ans Netz anschließt.
So ist zumindest sicher gestellt, daß der Spannungswahlschalter keine 
Probleme macht, bevor man den Stecker mit 230V beaufschlagt.

... man muß natürlich die Sekundär-Spannung auch deuten und erkennen, 
wenn dort nicht Das raus kommt, was erwartet würde.

MfG

: Bearbeitet durch User
von Mani W. (e-doc)


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Patrick J. schrieb:
> Er wird das Gerät mit einem 10.tel der eigentlich angedachten Spannung
> betreiben.

Das ergäbe Sinn...


Aber damit lässt sich ein unbekannter Trafo mit vielen Wicklungen
nicht bestimmen, mit
Trenntrafo und Amperemeter findet man das relativ leicht und genau...

Über die Leistung der einzelnen Wicklungen sagt das allerdings
nichts aus, die kann man später unter Belastung testen...

: Bearbeitet durch User
von 216516561 (Gast)


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Mani W. schrieb:
> Aber damit lässt sich ein unbekannter Trafo mit vielen Wicklungen
> nicht bestimmen, mit
> Trenntrafo und Amperemeter findet man das relativ leicht und genau...

Echt? Da würde mich mal interessieren welche Nennspannung man mit dieser 
Methode bei einem Mikrowellenofentrafo diagnostiziert... :-)

von Mani W. (e-doc)


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216516561 schrieb:
> Mikrowellenofentrafo diagnostiziert.

Bei diesem Typus geht das sicher nicht, denn direkt an 230 Volt
zieht der gut 1-2 Ampere...

E-I und M-Kerne, auch Ringkerne wären zu den "normalen Trafos" zu 
zählen,
und die
besagte Messmethode gilt nur für Eisenblechkerne...

: Bearbeitet durch User

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