Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Mitschnitt einer seriellen Datenübertragung unbekannten Protokolls


von Steven T. (Gast)


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Hallo,

in unserem Projekt versuchen wir die Diagnoseschnittstelle eines alten 
Mazdas (93 Baujahr) zu nutzen.
Ein originales Auslese- und Diagnosegerät für das entsprechende 
Fahrzeugmodell steht zur Verfügung.
Da das ganze noch nicht unter OBDII bzw generell einer standardisierten 
Diagnoseschnittstelle fällt, ist dazu natürlich kein Protokoll oder 
ähnliches bekannt.
Unsere Intention ist also nun einen Mitschnitt der Datenübertragung 
dieses Protokolls zu erreichen um ggf. die wichtigsten oder sogar alle 
auslesbaren Werte und Codes zu ermöglichen.
Allerdings ist das sniffen von Datenübertragungen für mich Neuland und 
mein Versuch Tipps per Google zu finden, erntete auch nicht gerade 
hilfreiche Infos.
Prinzipiell gehe ich von einer seriellen Datenübertragung aus, da es 
hier für jedes Steuergerät hauptsächlich eine Diagnoseleitung gibt, 
abgesehen vom Motorsteuergerät, welches 3-4 besitzt, wovon jedoch eines 
für die Diagnosebrücke und eine für den Blinkcode bzw der 
Motorkontrollleuchte ist.
Wie hoch die Übertragungsgeschwindigkeit ist, ist absolut unbekannt.

Wie geht man beim Mitschnitt einer solchen Übertragung vor? Gibt es da 
ggf. sogar Software, welche einen Mitschnitt über Hardware ermöglicht 
und dadurch eine Analyse vereinfacht?

von Wolfgang (Gast)


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Steven T. schrieb:
> Wie geht man beim Mitschnitt einer solchen Übertragung vor? Gibt es da
> ggf. sogar Software, welche einen Mitschnitt über Hardware ermöglicht
> und dadurch eine Analyse vereinfacht?

https://www.saleae.com/?gclid=EAIaIQobChMIldDB2_mx1gIVLRbTCh1DGQw6EAAYASAAEgKoyvD_BwE

Die Dinger können mitschneiden, bis die PC-SSD voll ist.

von Retro N. (retronerd)


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Wolfgang schrieb:
> https://www.saleae.com/?gclid=EAIaIQobChMIldDB2_mx...

Interessant, danke für die Anregung.
Kann was und hat ein gutes Preis/Leistungsverhältnis.
Genau wegen solchen Beiträgen schätze ich dieses Forum.

Ich benutze seit Jahren den LA 1034 Intronix Logicanalyser und bin sehr 
damit zufrieden. Der ist aber deutlich teurer und ist nicht so ein 
Protokollversteher. Für eine Neuanschaffung würde ich mir den auch nicht 
mehr kaufen, weil altes Design:

http://www.pctestinstruments.com/deutsch/index.htm

: Bearbeitet durch User
von Steven T. (kampfwaffel)


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Dank des Links von Wolfgang kam ich auf den hier:

http://www.dreamsourcelab.com/

16 Kanäle bei 100MHz und open-source Software für den gleichen Preis.

Danke!

von Retro N. (retronerd)


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Steven T. schrieb:
> Dank des Links von Wolfgang kam ich auf den hier:
>
> http://www.dreamsourcelab.com/
>
Naja, aber Ausrichtung klar auf Measurement, nicht auf Protokollen.
Der versteht gerade mal 5 Protokolle. More to come.
War ein Kickstarter Projekt aus 2013.
Seitdem hat sich nicht viel getan.

von Joe F. (easylife)


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Das schöne an Saleae ist, jeder kann sich die Software (Win/Mac) 
installieren um einen Mitschnitt zu analysieren. Ist deutlich einfacher 
als anhand von Screenshots. In meinem Kollegenkreis ist der Saleae zum 
defacto Standard geworden.

: Bearbeitet durch User
von Retro N. (retronerd)


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Joe F. schrieb:
> Das schöne an Saleae ist, jeder kann sich die Software (Win/Mac)
> installieren um einen Mitschnitt zu analysieren. Ist deutlich einfacher
> als anhand von Screenshots. In meinem Kollegenkreis ist der Saleae zum
> defacto Standard geworden.

Sympathische junge Firma, vielversprechendes Produkt.

Hab mir jetzt mal den Logic8 bestellt, da ich schon länger vor hatte, 
ein CAN Protokoll bequem zu re-engineeren. (Oh gott was für ein Wort). 
Besonders genial, das Protocol SDK um proprietäre Protokolle zu decoden, 
und die Socket API zum Scripten. Auch schön, daß das Gerät 
Langzeitanalysen machen kann.

: Bearbeitet durch User
von C. W. (chefkoch)


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Retro N. schrieb:
> Naja, aber Ausrichtung klar auf Measurement, nicht auf Protokollen.
> Der versteht gerade mal 5 Protokolle. More to come. War ein Kickstarter
> Projekt aus 2013.
> Seitdem hat sich nicht viel getan.

Äh - doch! Die Software ist eigentlich die gleiche wie bei Sigrok. D.h. 
alle Dekoder lassen sich nachträglich einbinden. Notfalls kann man auch 
eigene schreiben.

von hulger (Gast)


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Schau mal ob es vielleicht eine K-Line ist:
https://de.wikipedia.org/wiki/K-Leitung

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Steven T. schrieb:
> ist dazu natürlich kein Protokoll oder
> ähnliches bekannt.

Das ist so nicht ganz richtig. Da ist schon einiges bekannt - und zwar 
sowohl für MECS-II als auch für EEC-IV:
https://mazda626.net/topic/39240-djdevon3s-guide-how-to-pull-obd-i-codes-1993-1995-i4-or-v6/
EEC-IV wird anscheinend nur bei den 2,0l Automatikwagen verwendet.

: Bearbeitet durch User
von Steven T. (kampfwaffel)


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Matthias S. schrieb:
> Das ist so nicht ganz richtig. Da ist schon einiges bekannt - und zwar
> sowohl für MECS-II als auch für EEC-IV:
> 
https://mazda626.net/topic/39240-djdevon3s-guide-how-to-pull-obd-i-codes-1993-1995-i4-or-v6/
> EEC-IV wird anscheinend nur bei den 2,0l Automatikwagen verwendet.

Da geht es um die Blink-Codes. Um die geht es mir nicht.

Mit dem originalen Diagnosegerät lassen sich nicht nur die paar Codes 
dort auslesen, sondern nach Service Manual an die 150-200 Fehlercodes 
inkl. Echtzeitdaten und Parametern. Und dazu wäre mir nichts bekannt.

hulger schrieb:
> Schau mal ob es vielleicht eine K-Line ist:
> https://de.wikipedia.org/wiki/K-Leitung

Ich gehe nicht davon aus, da meines Erachtens dann entsprechend schon 
einiges dazu bekannt wäre.
Bei einem späteren Baujahr kann man wohl mit bestimmter Software etwas 
mit einem KKL-Interface auslesen, allerdings nicht bei diesem Modell.

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