Hallo,
für ein aktuelles Projekt benötige ich ein Schneckengetriebe.
Da ich über einen 3D Drucker verfüge und diesen auch gerne dafür
verwenden würde, suche ich eine Möglichkeit ein Schneckengetriebe
(möglichst einfach) mit eine CAD Programm zu designen. Idealerweise
stelle ich mir etwas wie
http://geargenerator.com
vor, allerdings eben für Schneckengetriebe.
Meine Suche will mir jedoch nur fertig designte *.stl Dateien
vorschlagen, die weder in Übersetzung noch Größe zu meinem Projekt
passen.
Ich verwende bisher -das völlig ausreichende- 123D Design, welches für
meine Projekte absolut zufriedenstellend war.
Kann mir jemand ein (evtl. kostenloses) CAD Programm nennen mit dem das
Design eines simplen Schneckengetriebes (ohne großen Aufwand) einfach
mögich ist?
Vielen Dank für die Hinweise
Gruß Daniel
Und warum holt man sich nicht einfach von Geschäften wie Maedler.de oder
dergleichen einen ordentlichen Schneckentrieb der auch hält?
Die Strom und Materialkosten beim 3D Druck dürften im Vergleich nicht
unerheblich sein.
Gedruckte Schneckentriebe dürften nicht all zu lange den auftretenden
Kräften standhalten.
Vor allem weil in Schneckentrieben hauptsächlich Gleitreibung auftritt
im Gegensatz zu knventionellen Zahnradgetrieben die hauptsächlich
abrollen.
Vielen Dank für die schnellen Antworten, ich werde mir die
vorgeschlagenen Möglichkeiten anschauen und hoffentlich zu meinem
Getriebe kommen.
Danke
Daniel
;o) schrieb:> Und warum holt man sich nicht einfach von Geschäften wie Maedler.de oder> dergleichen einen ordentlichen Schneckentrieb der auch hält?> Die Strom und Materialkosten beim 3D Druck dürften im Vergleich nicht> unerheblich sein.>> Gedruckte Schneckentriebe dürften nicht all zu lange den auftretenden> Kräften standhalten.> Vor allem weil in Schneckentrieben hauptsächlich Gleitreibung auftritt> im Gegensatz zu knventionellen Zahnradgetrieben die hauptsächlich> abrollen.
Gerade die Kosten sprechen sicher für den 3D Druck. Es kommt natürlich
auf die Größe und Anzahl der Versuche bis zum finalen Design an, aber
viel mehr als 0,50€ würde ich für sowas nicht erwarten.
Über die Belastung wurde nichts gesagt, da könntest du recht haben. Aus
Nylon gedruckt können die Teile schon auch einiges ab, wenn dann auch
nicht mehr für 0,50€.
Ich denke aber mal der Hauptgrund, sowas selbst zu machen, ist vor allem
Spaß am Hobby und die maßgeschneiderte Lösung. Es ist sehr befriedigend,
wenn dein speziell angepasstes Getriebe vor dir steht und dein was auch
immer antreibt :+)
Alexander v. G. schrieb:>> Gedruckte Schneckentriebe dürften nicht all zu lange den auftretenden>> Kräften standhalten.>> Vor allem weil in Schneckentrieben hauptsächlich Gleitreibung auftritt>> Ich denke aber mal der Hauptgrund, sowas selbst zu machen, ist vor allem> Spaß am Hobby und die maßgeschneiderte Lösung.
was nutzt die "maßgeschneiderte lösung" wenn sie nicht funktioniert? ich
hab mit schneckentrieben null erfahrung, aber das erste was mir dazu
einfällt im zusammenhang ist die unvermeidliche "restrilligkeit", die
ein gleiten weiter erschwert.
wenn schnecken dann welche aus messing - kupfer schmiert, plastik
dagegen reibt.
Habe nach längerer Zeit den Thread wieder ausgegraben,
um die Frage bzgl. haltbarkeit zu beantworten, das Getriebe wird täglich
für ca. 3 Minuten mit einer Drehzahl von 3 U/min betrieben, damit wird
sich der Verscheiß in Grenzen halten...
Klar man kann alles kaufen, aber würde man das so machen wäre dieses
Forum bis auf die Stellenanzeigen tot und nutzlos. Bei Basteleien spielt
der Preis ja meist eine untergeordnete Rolle. Wer glaubt mit diesem
Hobby Geld zu spraren wird in der Regel sein blaues Wunder erleben
Ich glaube auch nicht das die gedruckte Schnecke viel aushält. Wenn man
die Spiralförmig aufrecht stehend druckt entsteht bei Belastung Zug auf
die Schichten, und da sind die Drucke empfindlich.
Bei Fischertechnik gab es ein Schneckengetriebe, das habe ich früher
gerne benutzt.
Zum selber konstruieren wurde hier schon Fusion 360 genannt, da gibt es
ein schönes YT Video zu: https://www.youtube.com/watch?v=inwZeQBjAA4
(englisch)
c.m. schrieb:> das erste was mir dazu einfällt im zusammenhang ist die> unvermeidliche "restrilligkeit", die ein gleiten weiter erschwert.
Interessant in diesem Zusammenhang wäre mal das Messen des Motor-
stroms mit und ohne Schneckenrad. Ich nehme an, das der ohnehin
schlechte Wirkungsgrad von Schneckenantrieben (typisch 50%) durch
die rauhe Oberfläche weiter in den Keller geht.
Nach meiner Meinung sind 3D-gedruckte Getriebe (Verschleißteile) nichts
als Hingucker. Sehen - je nach Druckqualität - gut aus, sind aber fast
so schnell hinüber, wie gedruckt.
Also gar nicht mal so schlecht, wenn man sie in die Vitrine stellt, aber
sonst: "Selbst dran schuld".
c.m. schrieb:> die> ein gleiten weiter erschwert.
Das Schneckengetriebe wird überhaupt nur brauchbar funktionieren, wenn
es aus einem Kunststoff gefertigt wird, der gute Gleiteigenschaften
besitzt, ich habe für so etwas Polyethylen benutzt. PVC dagegen dürfte
ganz schlecht sein, Nylon könnte halbwegs gehen. Für den 3D-Druck ist
das ein Problem, normalerweise werden andere Materialien benutzt.
Georg
Nylon kann man schon drucken (Taulman Filament), habe ich aber noch
nicht und ich weiss nicht wie da die Layerhaftung und die Oberfläche
ist.
Igus hat so weit ich weiss auch einen Druckdienst für Iglidur, aber das
wird wohl alles andere alles billig.
Ich druck immer wieder mal Nylon, am liebsten Taulman Alloy 910 oder
Bridge. das ist schon sehr robustes Zeug und die Layer haften sehr gut.
Glaub in irgend nem test war das ergebnis, dass es bei der Festigkeit
keinen Unterschied macht ob die die belastung senkrecht oder parallel zu
den layern wirkt.
Ich verstehe nicht, warum das Getriebe pauschal nicht funktionieren
sollte. Wenn sich die Last in Grenzen hält, sehe ich da keine Probleme.
Irgendjemand hier hat sogar ein Zahnrad für seinen Rasenmäher als
Ersatzteil gedruckt und erfolgreich im Einsatz. Und der TO schreibt,
dass es bei ihm 1x pro Tag für 3 Minuten läuft. Und Oft setzt man doch
ein Schneckengetriebe nicht wegen dem Drehmoment ein, sondern zB weil
man eine sehr langsame Bewegung mit wenig stufen will. Find so
Pauschalaussagen ehrlich gesagt ein wenig nervig.
Achso, wegen iglidur: das gibts auch als ganz normales filament zu
kaufen. hab noch ein Sample pf180 daheim aber leider immer noch nicht
getestet. spätestens da gibts dann noch nichtmal argumente wegen der
Gleiteigenschaften.
Johannes S. schrieb:> Nylon kann man schon drucken (Taulman Filament), habe ich aber noch> nicht und ich weiss nicht wie da die Layerhaftung und die Oberfläche> ist.> Igus hat so weit ich weiss auch einen Druckdienst für Iglidur, aber das> wird wohl alles andere alles billig.
Eben Qualität kostet halt und die meisten der billig billig Sachen
halten eben nur dementsprechend kurz. Wobei billig am Ende doch recht
teuer kommen kann.
Alexander v. G. schrieb:> Ich druck immer wieder mal Nylon, am liebsten Taulman Alloy 910 oder> Bridge. das ist schon sehr robustes Zeug und die Layer haften sehr gut.
Ruf doch mal bei den Firmen an die Prototypen herstellen.
Die sollten eventuell mehr Informationen haben über die besten
Materialien die man so nutzen kann.
Z.B. bei http://www.tobatec.net werden Prototypen in Vakuum und Sinter
Druckverfahren hergestellt. Und fragen kostet nichts.
Hallo
"Ich denke aber mal der Hauptgrund, sowas selbst zu machen, ist vor
allem
Spaß am Hobby und die maßgeschneiderte Lösung. Es ist sehr befriedigend,
wenn dein speziell angepasstes Getriebe vor dir steht und dein was auch
immer antreibt :+)"
Das ist es wohl - man schaue sich mal die verschiedensten Zahnräder und
Getriebe bei thingiverse an:
Fast alle sehr groß (weil es nicht anders geht) und als Selbstzweck bzw.
Ersatzteil für Grobzwecke mit wenig Belastung gedacht.
Das auch hochwertige Zahnräder, Schnecken und Getriebe mit 3D Druck
herstellbar ist wohl Tatsache - aber eben nicht mit FDM und und ohne oft
umfangreiche Nachbearbeitung - da sind die althergebrachten
Fertigungsmethoden wohl immer noch wesentlich Praxisnäher und
Preiswerter auch wenn Mädler und Co. diese ganzen Sachen nicht gerade
verschenkt bzw. diese oft in Hobbyprojekten bei weiten nicht ausgereizt
werden, weil eigentlich hoffnungslos überdimensioniert was sich
natürlich auch im Preis niederschlägt.
3D Druck wie Bastler ihn zu Hause hat ist letztendlich immer nur als
Hobby zu werten - Einsparungen bzw. vollwertiger Ersatzteilerzeugung für
belastete Einzelteile (im Produktiven Einsatz, beim PKW, der Heizanlage,
hochwertige Küchengeräte, Elektromechanik...) oder die Produktion von
wirklich ansehnlichen Gehäusen Gehäusen (Achtung vor Selbstbetrug) geht
einfach nicht - dafür ist 3D Druck in ganz anderen Preisregionen
notwendig und selbst dort geht es meist nicht ohne umfangreiche
Nachbearbeitung mit Hochwertigen Maschinen und einiges an soliden
Fachwissen (Drehen, Zerspanen, Fräsen...).
Jemand
Zahnreder sind auch echt ein blödes Beispiel. Bzw. generell Teile die
man genau so gut mit einem Schneidewerkzeug (laser, oder Wasserstrahl)
aus einer fabrikgefertigten Platte produzieren kann.
3D Druck hat dann Vorteile wenn es um Objekte geht die sehr
ungewöhnliche Formen haben.
Ein Schneckengetriebe hat eine sehr 3D maessige Form beim grossen Rad
wenn man's richtig macht. Falls Zahnraeder wegen der gerippten Konturen
etwas unrund laufen, kann man's etwas feinem Sand und Wasser
einschleifen lassen
Naja wenn sie nicht sonderlich lange halten sollen, dann kann man sie
schon mit Sand beschädigen.
Zum Lasern kann man machen, wenn es nix halten muss.
Wasserstrahlen ist schon brauchbar.
Nur wenn sie wirklich was halten sollen und nicht nur ein paar Stunden
leben sollen, kommt man um die klassische Fertigung nicht rum.
Also Fräsen, Härten und Schleifen.
Alex G. schrieb:> Das kommt schon stark auf die Grösse an. Du meinst doch nicht dass die> Zahnräder z.B. in Metallservos gefräst sind, oder?
na was denn sonst??? Gedruckt bestimmt nicht!
Zwölf M. schrieb:> kann man's etwas feinem Sand und Wasser> einschleifen lassen
Muß bei so etwas immer an meinen Vater - seelig - denken, der vor langer
Zeit mal die geniale Idee hatte, seine Modelldieselmotoren so einlaufen
zu lassen, dass er Schleifpaste ins Gemisch gemixt hat. Hat ca. 3
Minuten hervorragend funktioniert. Danach war der Motor perfekt
eingelaufen, aber leider Schrott.
Nichts gegen meinen Vater, der Zeit seines Lebens voll von genialen
Ideen steckte und von dem ich trotzdem allerhand gelernt habe.
Gruß Rainer
> > Das kommt schon stark auf die Grösse an. Du meinst doch nicht dass die> Zahnräder z.B. in Metallservos gefräst sind, oder?>na was denn sonst??? Gedruckt bestimmt nicht!
Die sind gestanzt. Darf ja auch nichts kosten.
Schlucker schrieb:>> > Das kommt schon stark auf die Grösse an. Du meinst doch nicht dass die>> Zahnräder z.B. in Metallservos gefräst sind, oder?>>>na was denn sonst??? Gedruckt bestimmt nicht!>> Die sind gestanzt. Darf ja auch nichts kosten.
Exakt, die Methode hattte ich vergessen.
Oder eben mit erwähnten Methoden zugeschnitten, wenn es etwas dickeres
Material ist, oder kleine Stückzahlen.
Als CAD könnte ich auch noch freecad empfehlen.
Zum Getriebe: Die Haltbarkeit ist natürlich von der Belastung und Grösse
des Getriebes abhängig. Aber prinzipiell ist solch ein Schneckengetriebe
locker mit 3D-Druck herstellbar. Als Material würde ich sogar das
günstige PLA empfehlen. Das ist sehr hart und gleitet relativ gut.
Aufpassen solte man da höchstens wegen der Einsatz-Temperatur...