Frage zu Varistoren Vrms und Vdc

Gast #5163605
Lesenswert?

Guten Morgen,

ich habe ein paar Fragen zu Varistoren.
Bei Varistoren, besonders die von EPCOS, werden immer zwei Spannungen 
bei 85°C angegeben. Einmal die Vrms und die Vdc. Wie ist zur erklären, 
dass Vdc immer höher ist als Vrms? Hat das was mit dem Aufbau zu tun?

Die zweite Frage ist, wenn bei einem Varistor Vrms mit 320 V angegeben 
ist, dann wird er doch bei normaler Netzspannung bie 85°C schon leitend, 
richtig?
230*1,414=325 V. Das bedeutet, dass 5 V der Versorgungsspannung 
abgeschnitten werden, richtig?

Danke.
Gast #5163675
Lesenswert?

VDC = Vrms * 1.414 weil natürlich die Spitzenspannung des Sinus auch 
dauerhaft anliegen kann am VDR ohne dass er leitet.

Es gibt leider 2 unterschiedliche Nenn-Spannungsangaben bei VDR: Die 
Wechselspannung, ab der er noch nicht leitet, und die Gleichsoannung, ab 
der er beginnt zu leiten, je nach Hersteller, also aufpassen beim Kauf. 
Interessant ist noch die Spannung auf die er zuverlässig begrenzt bei 
hohem Strom.

http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.9.4.1
Gast #5163678
Lesenswert?

MaWin schrieb:
> VDC = Vrms * 1.414 weil natürlich die Spitzenspannung des Sinus auch
> dauerhaft anliegen kann am VDR ohne dass er leitet.

Danke für deine Antwort.
Zum Beispiel hat der S20K320 ein Vrms von 320 V. Vdc wird mit 420 V 
angegeben, was nicht Vrms*1,414 entspricht. Das wären nämlich 452 V.

Heißt das nun, dass der Varistor bei einem Sinus mit einem RMS von 320 V 
und einem Spitzenwert von 452 V die komplette Periode nicht leitend 
wird?
#5163724
Lesenswert?

Sheriff Silver schrieb:
> Heißt das nun, dass der Varistor bei einem Sinus mit einem RMS von 320 V
> und einem Spitzenwert von 452 V die komplette Periode nicht leitend
> wird?

Ja.

Leiten (1mA) wird er erst ab 500-520V, und schützen (100A) erst ab 840V.

Sheriff Silver schrieb:
> Zum Beispiel hat der S20K320 ein Vrms von 320 V. Vdc wird mit 420 V
> angegeben, was nicht Vrms*1,414 entspricht. Das wären nämlich 452 V.

Vermutlich bestimmt er die DC Spannung nach der (erlaubten) 
Verlustleistung, die der Sinus an einem halb-kaputten (also schon bei 
geringerer Spannung leitenden) VDR ebenfalls bringt, und weil der VDR 
nicht-linear arbeitet, kommt nicht rms bei raus.
Gast #5163760
Lesenswert?

Michael B. schrieb:
> Sheriff Silver schrieb:
>> Heißt das nun, dass der Varistor bei einem Sinus mit einem RMS von 320 V
>> und einem Spitzenwert von 452 V die komplette Periode nicht leitend
>> wird?
>
> Ja.

Das würde bedeuten, wenn der Varistor in mein Device 85°C erreicht ober 
überschreitet, wird ein kleiner Teil der Netzspannung bereits 
weggeschnitten. Also entweder einen größeren Varistor, beispielsweise 
385 nehmen oder auf eine bessere Kühlung achten.
#5163833
Lesenswert?

Sheriff Silver schrieb:

> Zum Beispiel hat der S20K320 ein Vrms von 320 V. Vdc wird mit 420 V
> angegeben, was nicht Vrms*1,414 entspricht. Das wären nämlich 452 V.

Da ein Varistor kein ohmscher Widerstand ist, kommt man mit der
Formel Vrms*1,414 nicht weiter. Man solle sich deshalb immer an die
Werte im Datenblatt halten, zumal Varistoren um so stärker altern,
je höher der durchfliessende Strom ist. Wegen der Alterung sollte
man Varistoren auch immer zusammen mit einer Temperatursicherung
einsetzen.
Gast #5163844
Lesenswert?

Harald W. schrieb:
> Da ein Varistor kein ohmscher Widerstand ist, kommt man mit der
> Formel Vrms*1,414 nicht weiter. Man solle sich deshalb immer an die
> Werte im Datenblatt halten, zumal Varistoren um so stärker altern,
> je höher der durchfliessende Strom ist. Wegen der Alterung sollte
> man Varistoren auch immer zusammen mit einer Temperatursicherung
> einsetzen.

Das ist alles klar. Es ist nur die Frage wie die Werte im Datenblatt zu 
interpretieren sind.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren