Eisenbahnschinen, wie "weich" sind sie?

OP #5164552
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Ich dachte bisher, Eisenbahnschienen haben ja doch eine gewisse 
"Festigkeit". Ok, als I-Träger können sie offensichtlich die Wagons und 
Loks ohne weiteres tragen, dass sie sich aber so "einfach" verschieben 
lassen, hätte ich nicht gedacht.
https://youtu.be/pRDVxS66sM8?t=549
#5164715
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Lutz H. schrieb:
> Ja, die Schienen sind sehr weich, damit diese nicht brechen.

Kann mich schwer erinnern ,Schienenhärten in Dessau vor ca. 45 Jahren
Mit Induktion2400/8000 Hz
der Kopf der Schiene mit 8000 Hz Oberflächen gehärtet.
Der Kern mit 2400 Hz durchgehärtet und dann Angelassen so das der Kern 
Hart blieb.
So Ähnlich war es, war kein Härtespezialist musste nur überwachen.
#5164775
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Schaut mal den Start des Videos, die Baggerschaufel ist Messerscharf 
obwohl die unmittelbare Umgebung relativ unscharf ist.
Bei der Rückwärtbewegung der Schaufel bewegt sich die Schiene 
gleichmäßig mit.
Auch sieht man später wie die Schwellen sich unnatürlich bewegen und 
geknickt sind!
Fest steht das Schienen sehr biegsam sind, das kenne ich aus 
Betriebserfahrung, ist aber lange her!

Hauptsächlich erkennt man es an der Baggerbildschärfe und unmittelbarer 
Umgebung
Moderator #5164827
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Ich habe mal den Gleisverlauf im Bild um 9:08 in die Vogelperspektive
transformiert. Dabei bin ich von der russischen Spurbreite von 1,52 m
und einem Schwellenabstand von 0,6 m (wie bei den Betonschwellen in
Deutschland) ausgegangen. Danach sieht die Biegung überhaupt nicht mehr
spektakulär aus. Ähnlich weit würden sich die Schienen vermutlich schon
durch ihr eigenes Gewicht durchbiegen.

Wirklichen Halt bekommen die Schienen erst durch die Einbettung der
Schwellen in den Schotter.
Angehängte Dateien:
Gast #5164836
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Yalu X. schrieb:
> Danach sieht die Biegung überhaupt nicht mehr
> spektakulär aus.

Das ist ja cool! Danke. Alles eine Frage der Perspektive, die hier ja 
mit einer seehr langen Brennweite (siehe 9:56) und extrem niedriger 
Position extrem verzerrt wird.

An der Echtheit habe ich auch keine Zweifel. Nur die ersten paar 
Sekunden schienen (durch einzelne herabfallende Schottersteine) 
irgendwie "unnatürlich".
#5164864
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Weiss nicht, was du mit der Schärfe hast. Ist eigentlich alles gleich 
scharf (bzw. aus professionellen Massstäben unscharf...), typisch 
Smartphone oder vermutlich Low-Cost-HD-Cam. Und bei 11:00 sieht man 
schön, wie die Gleise wieder heftig zurückspringen inkl. Ruck der 
Baggerschaufel und des Typen der draufsteht, wenn sie "rausrutschen".

Gibt auch anderes Material, wo man sieht, wie einfach sich die Schienen 
selbst in der Höhe verbiegen lassen:

https://www.youtube.com/watch?v=HwfOyRlatEY&t=315
#5164886
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Frag mal die Jungs die alle paar Jahre die Castorbahnstrecke nach 
Gorleben bearbeitet haben....und die brauchen nicht einmal einen Bagger 
dafür.50 Leute mit 3m Hölzern vom nächst gelegenen Polter und schwups 
sieht die Schiene schlimmer aus als vom Video bevor der Bagger dran war. 
Geht dann plötzlich auch in Z Richtung.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #5164887
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seid Ihr auch so kritisch, wenn man zurechtgebasteltes Videomaterial
in Nachrichten-Beiträgen deutscher Fernsehsender hingerotzt bekommt?
Auch ein ARD ist davor nicht befreit.

Schienen lassen sich über nicht allzugrosse Strecken
auch gegeneinander verdrehen, quasi verseilen.

So werden ganz normal alte gegen neue ausgetauscht.
Beitrag #5164983 wurde von einem Moderator gelöscht.
#5165043
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Es gibt keine gebogenen Eisenbahnschienen. Nur im Bereich von Weichen 
werden sie gebogen, da dort engere Radien benötigt werden. Bis zu einer 
Länge von 120m werden sie, über mehrere Waggons, transportiert.
Früher hat man Schienen im Verbundguss hergestellt. Den Kopf aus hartem 
Material wegen höherer Verschleißfestigkeit und den Fuß aus weichem 
Material (kostengünstiger).
Später jedoch komplett aus hartem Stahl. Die Schienen waren so hart, 
dass sie manchmal in der Richtmaschine zerbrachen. Das knallt ganz 
schön.

Gruß debe
Moderator Persönliche Seite #5165105
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Harald W. schrieb:
> Dieter B. schrieb:
>
>> Es gibt keine gebogenen Eisenbahnschienen.
>
> Ja, und deshalb gibt es bei Eisenbahnen auch keinerlei Kurven. :-(

Er wollte damit ausdrücken: für die bei Eisenbahnen üblichen
Kurvenradien fertigt man nicht extra gebogene Schienenstücke an,
sondern man montiert ganz normale Schienen mit dem entsprechenden
Radius vor Ort.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #5165114
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eine gewisse Flexibilität MÜSSEN die Werkstoffe halt haben.
Sonst gibts vorschnellen Bruch.

Wolkenkratzer und ähnliches schwanken ja auch im Wind.

Das konnte ich mal gut bei der Kokerei Zollverein sehen.
Es war gut windig und die Schornsteine waren deutlich am schwanken.
Sieht man wenn man ganz dicht dran steht und daran hinauf blickt.

Oder ein langer Gang in einem Schiff.
bei gutem Seegang arbeiten sich da auch "Kurven" rein.
#5165138
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Jörg W. schrieb:
> Harald W. schrieb:
>> Dieter B. schrieb:
>>
>>> Es gibt keine gebogenen Eisenbahnschienen.
>>
>> Ja, und deshalb gibt es bei Eisenbahnen auch keinerlei Kurven. :-(
>
> Er wollte damit ausdrücken: für die bei Eisenbahnen üblichen
> Kurvenradien fertigt man nicht extra gebogene Schienenstücke an,
> sondern man montiert ganz normale Schienen mit dem entsprechenden
> Radius vor Ort.

Nein, es gibt tatsächlich keine Kurven bei der Eisenbahn. Kurven sind 
was für Frauen und den Asphalt.

Bei der Eisenbahn heißt das "Bogen".

Schöne Grüße!
Moderator #5165225
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Dieter B. schrieb:
> Es gibt keine gebogenen Eisenbahnschienen.

Harald W. schrieb:
> Ja, und deshalb gibt es bei Eisenbahnen auch keinerlei Kurven. :-(

Simon B. schrieb:
> Nein, es gibt tatsächlich keine Kurven bei der Eisenbahn. Kurven sind
> was für Frauen und den Asphalt.
>
> Bei der Eisenbahn heißt das "Bogen".

Damit gibt es also sehr wohl gebogene Schienen, nur keine gekurvten :)
#5165226
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Arno R. schrieb:
> Dieter B. schrieb:
>> Es gibt keine gebogenen Eisenbahnschienen.
>
> Doch, es gibt:
> 
http://www.spiegel.de/video/us-amateurvideo-schwerer-gueterzug-auf-verbogenen-gleisen-video-1782733.html

Die Schienen sind nicht ge- sondern verbogen.
Aber wie ich schon oben schrieb, beim Weichenbau wird schon gebogen.
Angehängte Dateien:
#5165473
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● J-A V. schrieb:

> eine gewisse Flexibilität MÜSSEN die Werkstoffe halt haben.
> Sonst gibts vorschnellen Bruch.

Flexibilität bzw.Elastizität hat aber nichts mit dem vom TE
gewählten Wort "weich" zu tun. Gerade bei Stahl ist es üblich,
das dieser zwar hart, aber trotzdem elastisch ist. Deshalb
kann man Schienen auch problemlos "biegen". Diese Antwort
ist weniger an Dich, J-A V. gerichtet, sondern eher an die
Allgemeinheit.
Persönliche Seite #5166041
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Aber die Verlege-"Technik" per Bagger und Augenmaß ist schon 
sensationell.

In Deutschland braucht es Herrscharen von Vermessern die vor und hinter 
dem Zug rumwuseln, da wird per Laser auf den mm genau verlegt. Am besten 
noch mit einem "Gut"achten vom TüV Süd pro km Strecke.

Da in Russland geht's per Augenmaß, und? Geht auch!
Gut, die Züge fahren nich so schnell, aber dafür gibts im Zug ja immer 
genug WWWWoooodga... :D
Moderator #5168789
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Aaron B. schrieb:
> Yalu X. schrieb:
>> einem Schwellenabstand von 0,6 m (wie bei den Betonschwellen in
>> Deutschland) ausgegangen.
>
> Nie im Leben sind das 0,6m Schwellenabstand

Du hast recht, es sind tatsächlich weniger. Da der Schwellenabstand im
Video schwer abzuschätzen ist, habe ich als groben Anhaltspunkt den Wert
für ähnlich aufgebaute Schwellen der Deutschen Bahn genommen.

> Das würde die Schaufel ca 2,4m - 3m breit machen.
> Und der Schuh reicht gut über eine Schwelle mit Lücke hinweg.

Durch die starke Stauchung im Bild ist schwer zu erkennen, wieviele
Schwellen- bzw. Schraubenabstände die Baggerschaufel abdeckt. Du bist
von 4 bis 5 ausgegangen, für mich sieht es eher nach 3,5 aus. Beim
linken Schuh sieht man zwar, dass er etwa mittig auf einer Schwelle
steht, man kann aber schwer einschätzen, wie weit die Zehen und die
Ferse über sie hinausragen.

> Schwellenabstand ca. 20cm Schätze ich.

Als Abstand von Mitte zu Mitte? Das ist definitiv zu wenig.

Ich habe mal zwei weitere Bilder aus dem Video herauskopiert und darin
verschiedene bekannte und unbekannte Längen zueinander in Relation
gesetzt. In jedem der Bilder liegen die durch rote Linien dargestellten
Längen grob in einer Ebene orthogonal zur Blickrichtung der Kamera, so
dass ihre Verhältnisse ungefähr den tatsächlichen Längenverhältnissen
entsprechen.

Betrachten wir zunächst bagger.jpg. Wo ich schon einmal dabei war, habe
ich aus dem Bild auch die Spurweite bestimmt und als einzig bekannte
Größe die Breite des Baggerfahrwerks (nach der Maßzeichnung¹ beträgt sie
2,5m) als Basis genommen. Auf dieser Grundlage erhält man als Spurweite
tatsächlich die in Estland übliche Spurweite von 1,52m, was auch zeigt,
dass die angewandte Schätzmethode gar nicht so ungenau ist.

Der am Baggerarm montierte Greifer hat somit eine Länge von 1,77m.
Denselben Greifer sieht man in greifer.jpg in etwa mittig über dem
Gleis schweben. Die Schwellenabstände liegen damit bei knapp 50cm.

Das von mir am 05.10.2017, 00:57 gepostete Diagramm muss als um etwa 20%
in seiner Länge gestaucht werden. Aber selbst dann sieht die Biegung der
Schienen noch plausibel aus.

Falls jemand zufälligerweise nach Tallinn kommt oder vielleicht sogar
dort wohnt, kann er ja mal nachmessen. Mich würde schon interessieren,
wie weit ich mit obigem Ergebnis danebenliege :)

—————————————
¹) Quelle: 
https://www.werktuigen.de/maschinenspezifikationen/new-holland/mobilbagger/mh-6-6.html
Angehängte Dateien:

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