Hi, auf der Suche nach einem STM32, welcher meine Anforderungen genügt und zusätzlich noch einigermaßen günstig ist, bin ich auf den STM32F413VGT6 gestoßen. Dieser scheint aber erst seit ein paar Monaten auf dem Markt (wird z.B. bei Mouser noch als neues Produkt gekennzeichnet). Inwiefern kann ich dem vertrauen, dass dieser wenig Errata vorliegt/vorliegen wird? Natürlich kann hier keine Glaskugel was vorhersehen, aber was wäre eurer Bauchgefühl? Danke für eine Einschätzung!
Jürgen schrieb: > Inwiefern kann ich dem vertrauen, dass dieser wenig Errata > vorliegt/vorliegen wird? Natürlich kann hier keine Glaskugel was > vorhersehen, aber was wäre eurer Bauchgefühl? Versuch macht klug. Entweder es gibt Probleme oder nicht. Nach den ersten 1-2 Jahren sollten aber die gröbsten Fehler gefunden sein. Warten bis (und schauen wann) das erste Errata verfügbar ist, dann weiterplanen
Die F4er-Überfamilie ist schon etwas älter, das allermeiste was dort an Komponenten gemeinsam verwendet wird dürfte ausgreift sein und die Erratas bekannt. Die F41x-Familie gibt es auch schon seit letztem Jahr, die F413er waren glaube ich die letzten die rauskamen. Die landen jetzt langsam in den ersten verfügbaren Endprodukten. Wenn da noch was unbekannt ist und ST sich entschließt das öffentlich zuzugeben, dann dürfte das das demnächst rauskommen. Aber die Errata-Sheets sind in der 2. Revision, das ist schon gar nicht so schlecht. Das ist also was ganz anderes als wenn Du z.B. nächstes Jahr die ersten Cortex-M33-µCs ausprobierst.
Auch die neuesten Prozessoren sind nicht neu. In vielen Fällen werden die verfügbaren Module in einen Würfelbecher geworfen und neu gemischt. Der Kern bleibt in den meisten Fällen unverändert. Ist tatsächlich was neu, so ist es nur der eine Teil, der sozusagen ans System geklebt wurde. Vornehm ausgedrückt: Neu integriert wurde. Natürlich kann dann sowohl bei der Anbindung, als auch in dem Modul ein Fehler auftreten. Die Art, wie heute "Neue" Prozessoren gebaut werden schließt im Voraus schon viele Fehler aus. Anders sieht es natürlich aus, wenn Kern, Peripherie und Technologie umgeworfen wurden. Das ist aber bereits ein Sonderfall. Dann sollte sich aber, schon aus Selbstschutz, die Literatur vermehren;-)
Es kommt ganz darauf an welche Peripherie man nutzen möchte. Bei Dingen wie UART oder SPI oder TIMER hätte ich da eher weniger Bauchschmerzen, das hat ST bereits seit Jahrzehnten im Griff. Hingegen bei völlig neuen Peripherie Einheiten (oder bei Erweiterungen einer Peripherie) kann da schon der ein oder andere Bug drin sein. Schaue bei den Erratas von verwandten Chips der Linie nach dem Errata, das ist ein guter Anhaltspunkt - jedoch keine Garantie. ST macht meist ein Layout für den großen Chip und schaltet einzelne Funktionen für die kleinere (billigere) nur nicht frei. Daher ziehen sich zum Teil Erratas durch die Bank durch, dafür weiß man was man hat und ist bei den Derivaten gleich.
Ok, das klingt so, als ob ich relativ gelassen an die Sache rangehen kann. Danke für eure Einschätzungen!
Und die meisten bugs betreffen einen nicht wirklich, oft recht speziell. Klar, es sind Fehler, aber wenn sie nicht stören?
H.Joachim S. schrieb: > Und die meisten bugs betreffen einen nicht wirklich, oft recht speziell. > Klar, es sind Fehler, aber wenn sie nicht stören? Speziell? Meist ja, aber wenn man auf einen stößt, dann sucht man sich einen Wolf und kann die gesamte Terminplanung in die Tonne hauen. Fazit: Nur erprobte Bauteile verwenden. Schont die Nerven...
Richtig, kann passieren. Aber wenn alle nur erprobte Teile verwenden würden, wären wir immer noch beim Z80. Letzten Endes bleibt auch den Chipherstellern nichts anderes übrig, als die Dinger von fremden Leuten (=Kunden) testen zu lassen im Sinne von Fehler finden. Keiner baut freiwillig Fehler ein. Und manchmal sind neue Teile einfach alternativlos (wie ich das Wort hasse :-), dann muss man Risiken eingehen. edit: hast du schon mal einen gefunden, der noch nicht dokumentiert war?
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