Best Cost, Lean, Agile, Machine Learning, Hei, Ner, Battlefield
Leadership und Dev Ops - das war gestern, so kann man meinen. Der
Arbeitsmarkt verlangt zunehmend nach Experten im Systems Engineering, es
vergeht keine Woche, in der nicht ein Recruiter eine entsprechende
XING-Anfrage an mich stellt, obwohl ich niemanden kenne, der einen
Abschluss als Master/Diplomer in Systems Engineering hat.
Arbeitet jemand von euch im Systems Engineering und kann aus erster Hand
berichten?
Ist das ein buzz word? System Ingenieure gibt es schon seit Dekaden. Das
neues ist natürlich, dass man das studieren kann. Mein Kommentar dazu:
Oberflächlicher geht es nicht!
Was soll man da lernen ausser BWL?
Systemingenieure sind nach meinem Verständnis Menschen mit sehr viel
technischem background, also Erfahrung in Mechanik, Elektronik und
Software und haben Projektkenntnisse, also Normen, Anforderungen,
Vertragswesen. Das heisst:
Der Systemingenieur mit Inhalt ist >40 und hat 15 Jahre Berufserfahrung
aufwärts.
Systemingenieure von der FH mit 23 Jahren und bachelor sind ungefähr so
sinnvoll wie Chefärzte mit 25 als Klinikleiter. Wahrscsheinlich gibt es
aber auch schon das Chefarztstudium.
Maschbauer schrieb:> Arbeitet jemand von euch im Systems Engineering und kann aus erster Hand> berichten?
Das gibt's schon lange (19xx?) und wurde von Systemtheoretikern
erforscht, wie Bertalanffy etc.
Hatte auf der Uni das Fach. Im Prinzip geht es darum, ein Systemdenken
zu lernen, dass kleine Einwirkungen grosse Auswirkungen auf ein
komplexes Gebilde, ein System, ein Projekt, soziotechnische Systeme,
auch in der Biologie usw. also überall haben können.
Der berühmte Satz "ein System ist mehr als die Summe seiner Teile" kommt
von dort.
Da geht's um Komplexitätstheorie wie nichtlineare Schwingungen, Feedback
Loops, Chaostheorie, Bullwhip Effekte usw.
Es gibt diesen Studiengang an der FH München. Finde ich sehr spannend,
doch die Inhalte scheinen einfach eine Mischung aus allem möglichen zu
sein, wonach man alles und doch wieder nichts kann...
Maschbauer schrieb:> Arbeitet jemand von euch im Systems Engineering und kann aus erster Hand> berichten?
System engineering ist keine Branche sondern eher eine Managment Ebene.
Wernher von Braum hat bei Apollo des system engineer gemacht, andere
deutsche die diesen meistergrad im Engineering erreicht haben wollem mir
grad nicht einfallen. Vielleicht noch Albert Speer als einer der ganze
Industriezweige managte. Im Amerikanischen gibt es mehr Vorbilder bspw
Bradford W. Parkinson oder Vannevar Bush.
quebec schrieb:> Es gibt diesen Studiengang an der FH München. Finde ich sehr spannend,> doch die Inhalte scheinen einfach eine Mischung aus allem möglichen zu> sein, wonach man alles und doch wieder nichts kann...
So meinte Ich das. Alles und nichts. Das Problem damit ist, dass die
Jungens ihre Grenzen nicht kennen und aufgrund fehlender Erfahrungen
Komplexität unterschätzen und alles als einfach einstufen. So meine
Erfahrung!
Berufsrevolutionär schrieb:> Wernher von Braum> Vielleicht noch Albert Speer
Das sind ja ganz hervorragende Beispiele für "System Ingenieure". Wenn
DAS das Ergebnis deren Denken sein soll und exemplarisch für den
Hintergrund des Studiengangs, dann Mahrzeit!
Wernher von Braun hat eine ganze Menge Leute für sich arbeiten lassen,
um sein Raketenzeugs zu entwickeln. Hätte er das nicht mit den
Zeitarbeitern aus dem Mittelbau Dora getan, hätte er sich bezahlen
müssen und das wäre ihm nie genehmigt worden. Der hatte so ja schon
Probleme, seine Ideen den Nazis unter die Nase zu reiben und fast keine
Kohle dafür bekommen. Später haben die Amis das aufwändig und
verlustreich erworbene Wissen einfach abgestaubt.
Albert Speer, war das nicht derjenige, der das gigantische Germania
geplant hatte? Ich meine das, wo in Berlin eine Art Superstadt der
Deutschen werden sollte. Die Reste heissen heute glaube Ich BER. Dieses
Projekt und Stuttgart 21 haben wohl auch solche "system engineers"
geplant.
Gugel mal nach "Nasa Systems Engineering Handbook". Da kann sich das
V-Modell XT noch ne Scheibe von abschneiden.
Ist ein Unterschied, ob eine Nation zum Mond fliegt, oder Blech biegt.
Die tun was! schrieb:> Gugel mal nach "Nasa Systems Engineering Handbook". Da kann sich das> V-Modell XT noch ne Scheibe von abschneiden.> Ist ein Unterschied, ob eine Nation zum Mond fliegt, oder Blech biegt.
Wobei die Idee vom Flug zum Mond und das Talent eine Raketenindustrie
von 0 auf hochzuziehen ein Deutscher nach Amerika gebracht hat...
Berufsrevolutionär schrieb:> Die tun was! schrieb:> Gugel mal nach "Nasa Systems Engineering Handbook". Da kann sich das> V-Modell XT noch ne Scheibe von abschneiden.> Ist ein Unterschied, ob eine Nation zum Mond fliegt, oder Blech biegt.>> Wobei die Idee vom Flug zum Mond und das Talent eine Raketenindustrie> von 0 auf hochzuziehen ein Deutscher nach Amerika gebracht hat...
War beim Auto ja auch so. Und beim Computer (Zuse).
Aber die machen's zu Ende.
Die tun was! schrieb:> Berufsrevolutionär schrieb:>> Die tun was! schrieb:>> Gugel mal nach "Nasa Systems Engineering Handbook". Da kann sich das>> V-Modell XT noch ne Scheibe von abschneiden.>> Ist ein Unterschied, ob eine Nation zum Mond fliegt, oder Blech biegt.>>>> Wobei die Idee vom Flug zum Mond und das Talent eine Raketenindustrie>> von 0 auf hochzuziehen ein Deutscher nach Amerika gebracht hat...>> War beim Auto ja auch so. Und beim Computer (Zuse).> Aber die machen's zu Ende.
Nicht wirklich. von Braun wollte immer zum Mars. Der Mond war stets nur
Zwischenstation.
Das eigentliche Vermächtnis von Peenemünde war (neben einer flugfähigen
Großrakete), dass man gelernt hat, solch ein hochkomplexes Großprojekt
zu koordinieren. In Grundzügen ist das in "Raketentechnik in
Deutschland" von Reisig gut beschrieben.
Und da war von Braun herausragend, wie man später auch in den USA
gesehen hat. Ohne ihn und seine Peenemünder Truppe hätten die Amis es
nicht zum Mond geschafft (was die beteiligten Leute auch unumwunden
zugaben/-geben).
Und im Moment kriegen sie aus eigener Kraft überhaupt "keinen hoch" ...
Chris D. schrieb:> Das eigentliche Vermächtnis von Peenemünde war (neben einer flugfähigen> Großrakete), dass man gelernt hat, solch ein hochkomplexes Großprojekt> zu koordinieren. In Grundzügen ist das in "Raketentechnik in> Deutschland" von Reisig gut beschrieben.
Inzwischen ist das aber wieder verlorengegangen, siehe Flughafen BER,
Elbphilharmonie, Stuttgart 21....
Die tun was! schrieb:> Gugel mal nach "Nasa Systems Engineering Handbook". Da kann sich> das V-Modell XT noch ne Scheibe von abschneiden.> Ist ein Unterschied, ob eine Nation zum Mond fliegt, oder Blech biegt.
Die Unterschiede sind riesig. Das eine beschreibt einen ganzheitlichen
Blick (UML lässt grüßen) auf eine wahnsinnig komplexe Herausforderung,
das andere beschreibt Klein-Klein-Checklisten.
Die objektorientierte Programmierung kommt auch aus dem Militär. Daher
auch die Begriffe... Kapselung, Information Hiding, single
Responsibility Principle... Usw.
OO schrieb:> Die objektorientierte Programmierung kommt auch aus dem Militär.
Ne, ne. 60er Jahre, Universität Oslo, Ole-Johan Dahl und Kristen
Nygaard.
Die tun was! schrieb:> Da kann sich das> V-Modell XT noch ne Scheibe von abschneiden.
Ohoh, demnächst erfinden sie noch die GT-Version vom V-Modell, so eine
Art Golf 1990 in neuem Gewand. Man sollte sich mal davon verabschieden,
dass Arbeits- und Methodenmodelle die Lösung aller Probleme sind.
Von denen sind genug erfunden. Die jungen müssen erst mal lernen,
sauber, korrekt und nachhaltig zu arbeiten, also mal eine Pflanze
hochziehen, einen Kuchen zu backen, was Praktisches zu modellieren und
eine Figur zu feilen, bevor sie alles virtuell lösen wollen und sogar
noch nach Sonderprozessen arbeiten wollen.
Wer unten einfach gestrickt ist und oben eine einfache Prozesslandschaft
übergestülpt bekommt, der braucht einen guten Mittelbau und den haben
die Jungen nicht.
Da wollen viele zu früh zu viel.
Systems Engineering gab es schon zu Zeiten des Baus von römischen
Wasserleitung oder im Festungsbau im Mittelalter. Nix neues. Wenn du
über 100 km ein System zum Transport von Wasser durch die Botanik baust,
dann bist du halt ein Systemingenieur, auch wenn dein offizieller Titel
Curator Aquarum ist.
Auch Leute die in heutiger Zeit Systems Engineer / Systemingenieur
genannt werden oder sich so nennen gibt es schon lange. Das ist unter
anderem in manchen Firmen ein normaler Jobtitel.
Als Sau wurde das Ende der 90er von Hasso Plattner mit seinem mit
SAP-$$$ gegründeten Institut durchs Dorf getrieben. Der züchtet sich
seither mit dem Studiengang IT-Systems Engineering die Nachwuchs-Clowns
für SAP ran.
Die Englische Seite von Wikipedia bringt es auf den Punkt:
"Systems Engineering ist ein interdisziplinärer Bereich aus Engineering
und Engineering Management, der sich auf das Design und Management
Komplexer Systeme über den gesamten Life Cycles erstreckt.
https://en.wikipedia.org/wiki/Systems_engineering
Systems Engineering ist in der Industrie keine präzise Bezeichnung und
wird in jeder Branche unterschiedlich gehandhabt (z.B. Automation,
Automotive, Aviation, Telecommunication ...)
Allgemein ist allen Branchen gemeinsam, dass nicht jede einzelne
Komponente eine Produktes selbst entwickelt, sondern von entsprechenden
Herstellern eingekauft wird, um daraus etwas Größeres zu entwickeln. Die
Aufgabe des System Engineers ist die Spezifikation, Planung und
Systemintegration der einzelnen Komponenten.
Beispiel: Für ein Flugzeug werden die Triebwerke, Elektronik, Hydraulik,
Toiletten usw. von externen Herstellern entwickelt und produziert, nicht
vom Flugzeughersteller selbst. Seine Systems Engineers beschreiben aber
die Anforderung und sind für das Gesamtdesign und die Integration
verantwortlich.
Beim Auto betrifft das die Reifen, Bremsen, Elektronik, Fahrwerk,
Getriebe, Sitze, Fenster usw.
Telecomprovider setzen Router, PBX, Server, Switche, Firewalls usw. von
entsprechenden Herstellern ein. Hier übernimmt der System Engineer
Planung, Aufbau und Betrieb der Rechenzentren und Netze.
Die Tätigkeit ist mindestens so alt wie die Industrialisierung selbst
Systems Engineering klingt halt cool und trifft den Zeitgeist.
Im Studiengang dazu werden eher Methoden, als technische Inhalte
vermittelt. Vergleichbar mit Projektmanagement.
Wieder eine neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird.
https://de.wikipedia.org/wiki/Systems_Engineering
Mit einem echten MINT-Fach hast Du immer noch die besseren Chancen.
Weil: Ein guter Systemingenieur braucht Berufserfahrung und breites
Wissen aus der Branche. Das lernst Du nicht an der Uni, sondern erst
nach Jahren aktiver Tätigkeit in vielen grossen Projekten.
Headhunter lieben nunmal die jeweils aktuellen Buzzwords weil sie meist
wenig technischen Hintergrund haben und damit Kompetenz beweisen wollen.
Lass Dich davon nicht irritieren und erläuter denen Deine Stärken und
Fähigkeiten. Das zählt am Ende viel mehr als irgendwelche Phrasen, Hypes
und Buzzwords.
Retro N. schrieb:> Die Aufgabe des System Engineers ist die Spezifikation, Planung und> Systemintegration der einzelnen Komponenten.
Jep, Integration von vielen Komponenten in ein komplexes Gesamtsystem.
System = mehr als die Summe seiner Teile (aufgrund Nichtlinearität, was
es erst komplex macht)
Ich hab hier noch ein altes (2011) "System Engineering for Dummys" Buch
von IBM. Wenn ich mal Zeit habe lese ich das und dann bin ich auch ein
System Engineer.
Ich verstehe das ganze Rumgejammer nicht. Ob Application Engineer,
Design Engineer, Systems Engineer, Junior Engineer, Senior Engineer,
Chief Engineer, Compliance Engineer, Test Engineer, Lead Engineer, Staff
Engineer, R&D Engineer, nicht zu vergessen den geliebten Quality
Engineer und noch hunderte andere solcher Bezeichnungen, ob in Englisch
oder auf Deutsch, alles Tätigkeitsbezeichnungen eines Ingenieurs.
Es ist ja nicht mal neu, dass der Systems Engineer als freilaufende Sau
durchs Dorf getrieben wird. Wie ich schon schrieb, Hasso Plattner hat
das schon in den 90ern für seine Zuchtanstalt für SAP-Nachwuchs gemacht.
NochkeinSystemsEngineer schrieb:> Ich hab hier noch ein altes (2011) "System Engineering for Dummys" Buch> von IBM. Wenn ich mal Zeit habe lese ich das und dann bin ich auch ein> System Engineer.
Ob du so ein Buch gelesen hast ist in Deutschland egal. Es macht einen
Nicht-Ingenieur nicht zum Ingenieur. Zumindest steht das Lesen von
"System Engineering for Dummys" nicht als anerkannte Qualifikation in
den Ingenieurgesetzen der Länder.
Bist du ein Ingenieur musst du das Buch auch nicht lesen um Systems
Engineer zu werden. Das ist eine Tätigkeitsbezeichnung die du dir
notfalls selber auf die Visitenkarte drucken darfst.
Weil damit einige überfordert zu sein scheinen, hier ein Entwurf für die
Visitenkarte, wenn der Dipl.-Ing. echt ist:
[Logo wie ein Stempelabdruck aus der Kinderpost]
Dipl.-Ing. Max Mustermann
Systems Engineer
Hidden Champion KMU GmbH
Technologiepark 42
99999 Süddeutsches-Provinzkaff
Tel: 017-WENN-WIR-IM-KAFF-MAL-NETZ-HABEN
Fax.: 08-WIR-SIND-PROVINZ
kontakt@example.de
Retro N. schrieb:> Beispiel: Für ein Flugzeug werden die Triebwerke, Elektronik, Hydraulik,> Toiletten usw. von externen Herstellern entwickelt und produziert, nicht> vom Flugzeughersteller selbst. Seine Systems Engineers beschreiben aber> die Anforderung und sind für das Gesamtdesign und die Integration> verantwortlich.
Soweit die schöne Theorie, die in der Paxis allerindgs voraussetzt, dass
diese engineers eine Ahnung haben von dem, was sie beschreiben.
Und: Es hat mit solchen Auftraggeberthemen eigentlich wenig zu tun, weil
komplette OEMS, also Firmen, die alles machen, ganz genau so arbeiten
müssen, nur eben ihre eigenen Leute beauftragen.
In beiden Versionen hapert es heute generell an Qualität. Projektleiter
sind nur noch Terminschieber und haben wenig technisches Knowhow. Zu
wenig, um Entscheidungen zu fällen. Da muss erst ein meeting her. Und in
dem hat jeder eine andere Meinung und das Mittelmässige setzt sich
durch. Das, was eben von den meisten noch überschaut wird.
Inwiefern kann Systems Engineering dann so viele neue Stellen
generieren? Müsste ja bedeuten, dass es schlagartig auf einmal sehr viel
mehr Systeme gibt, als bisher vorhanden.
Anyway, ich geh mir noch schnell eine Möhre holen.
Retro N. schrieb:> Beispiel: Für ein Flugzeug werden die Triebwerke, Elektronik, Hydraulik,> Toiletten usw. von externen Herstellern entwickelt und produziert, nicht> vom Flugzeughersteller selbst. Seine Systems Engineers beschreiben aber> die Anforderung und sind für das Gesamtdesign und die Integration> verantwortlich.
Nee das ist nich system engineering sonder das klassische requirement
engineering und system integration
https://de.wikipedia.org/wiki/Anforderungsmanagementhttps://de.wikipedia.org/wiki/Integration_(Software)> Telecomprovider setzen Router, PBX, Server, Switche, Firewalls usw. von> entsprechenden Herstellern ein. Hier übernimmt der System Engineer> Planung, Aufbau und Betrieb der Rechenzentren und Netze.
Nee das macht der IT'ler
> Die Tätigkeit ist mindestens so alt wie die Industrialisierung selbst
Nee, der Krupp mar kein System engineer sondern ein Stahlkocher, System
engineering beginnt dem Manhatten Projekt, vielleicht noch mit der
V2-Entwicklung. Selbst das Strippenziehen von Thomas Alva Edison hat
nicht wirklich mit der Komplexität des System engineerings zu tun.
Berufsrevolutionär schrieb:> Nee> Nee> Nee
Aha.
Weisst Du was -
dann schlage ich vor, du läßt uns an deinem Wissen teilhaben und
erklärst uns mal, was die Aufgaben eines Systems Engineer sind, und
worin die sich von den gezeigten Beispielen unterscheiden, und
warum Anforderungsmanagement und Systems Integration nicht zu seinen
Aufgaben gehören, und
warum Telecom-Provider nur IT'ler beschäftigen, aber auf keinen Fall
z.B. Nachrichtentechniker, die als Systemingenieure arbeiten.
Vielleicht kann ja die Industrie noch was von dir lernen.
Retro N. schrieb:> Weisst Du was -> dann schlage ich vor, du läßt uns an deinem Wissen teilhaben und> erklärst uns mal, was die Aufgaben eines Systems Engineer sind, und> worin die sich von den gezeigten Beispielen unterscheiden, und
Kapier es doch einfach, es lief wunderbar ohne des System-engineer in
den genannten Branchen, also ist System engineering Etikettenschwindel
oder Unnötig in diesem Bereichen. Das im NASA-Handbuch alle Gewerke als
extra Kapitel aufgelistet sind, heisst nicht, das der SE die Jobs in
diesem Bereich tut.Sondern das er sie koordiniert. Das aber einer der
Koordniierung gelernt aber nix versteht von dem was er koordinieren soll
das Projekt in den Abgrund führt ist doch wohl auch klar. So wie einer
der bei der Marine das Führen von Flotten im Verbund mit anderen
Streitkräften gelernt hat und dann den Proviant/Vergnügen auf einer
Helgolandfähre organisieren soll. Kommißbrot statt Lachshäppchen - und
die Kundenzahlen schmieren ab.
> neue Stellen
Es wird sicher auf dem Gebiet kaum mehr neue Stellen geben, auch wenn
immer mehr ausgelagert wird, was da ja mitspielt. Es geht auch nicht
darum, dass eine neue Postion geschaffen wurde, die jetzt ein Studium
braucht.
Es geht darum, dass etwas, was es schon immer gab, was gfs jetzt einen
neuen Namen bekommt, plötzlich direkt studiert werden können soll, was
nach meiner Auffasssung hinten und vorne keinen Sinn macht.
Dann könnte Ich auch Abteilungsleiter studieren, weil Ich irgendwann man
einer werden will.
Nach meiner Auffassung macht das keinen Sinn!
Studiert werden die basics dei alle gebrauchen können, also rechnen,
schreiben,lesen, Grundlagen der Matheamtik, der Physik, der Elektronik
und der Hochfrequenztechnik, Nachrichtentechnik.
Darauf aufbauend braucht man erst mal 10 Jahre Erfahrung in der
Industrie, die man schon zweitlich nicht studieren könnte, um zu wissen,
was los ist.
Frühestens dann wird man Systemingenieur.
Alles andere ist totaler Quark.
Edi. M. A. schrieb:> Darauf aufbauend braucht man erst mal 10 Jahre Erfahrung in der> Industrie, die man schon zweitlich nicht studieren könnte, um zu wissen,> was los ist.>> Frühestens dann wird man Systemingenieur.
Ganz meiner Meinung, der Studiengang macht postgradual, also
berufsbegleitend Sinn, aber nicht als grundlegenede Ausbildung für den
Karrierestart.
Das scheint mir aber ein grundlegendes Problem in .de zu sein, bis auf
MBA sind die Studienfächer so ausgelegt das man diese vor dem
Berufsleben absolviert, aber nicht als Aufbaustudium nach einigen Jahren
Berufserfahrung.
Muuhahahaha, habe gerade ein Zertifikat von Microsoft für den System
Engineer gefunden:
http://www.it-administrator.de/job-weiterbildung/zertifizierungen/63316.html
Also nix mit NASA-Abteilungsleiter wenn in Stellenanzeigen nach einem
system engineer gefragt wird, damit kann auch gut ein Microsoft IT'ler
von der Stange gemeint sein.
In Wien gibt es auch die Mischung aus System Engineer und Dev Ops:
http://www.karriere.at/jobs/4919302
Perfekt ist natürlich ein Best Cost Agile Dynamic Young System Engineer
Dev Ops.
System Engineer ist mmn. die Verallgemeinerung der technischen
Regelungstechnik, Stichwort "Kybernetisches Management". Das bedeutet in
der praktischen Umsetzung nicht mehr, als dass Manager zuhören statt
Befehle unidirektional zu erteilen.
So gesehen, sind manche Abteilungen Totzeitglieder andere neigen zum
Überschwingen oder einer bleibenden Regelabweichung. Und nicht jeder
Regler passt zu jeder Regelstrecke...
So wirklich wird anscheinend aber keiner Schlau aus dem Begriff...
Berufsrevolutionär schrieb:> Kapier es doch einfach, es lief wunderbar ohne des System-engineer
Kapier du mal was: Es lief noch nie ohne Systems Engineering in den
genannten Branchen. Es wurde und wird nur häufig nicht so genannt.
> System engineering Etikettenschwindel
Wenn das was heute Systems Engineering genannt wird Systems Engineering
ist, dann ist das keine Etikettenschwindel.
> oder Unnötig in diesem Bereichen.
Es wäre nur unnötig wenn es ohne Systems Engineering laufen würde. Läuft
es aber nicht.
> Das im NASA-Handbuch alle Gewerke als> extra Kapitel aufgelistet sind, heisst nicht, das der SE die Jobs in> diesem Bereich tut.Sondern das er sie koordiniert. Das aber einer der> Koordniierung gelernt aber nix versteht von dem was er koordinieren soll> das Projekt in den Abgrund führt ist doch wohl auch klar.
Nein, da ist gar nix klar. Erstens, man muss kein Sternekoch sein um zu
erkennen dass das Essen angebrannt ist. Zweitens, wo in der Definition
von Systems Engineering steht, dass der Systems Engineer nichts von dem
verstehen darf was er koordiniert? Also, dass ein Systems Engineer per
Definition doof und unfähig ist?
> So wie einer> der bei der Marine das Führen von Flotten im Verbund mit anderen> Streitkräften gelernt hat
Bla, bla, bla. Das es Leute gibt, die den Job den sie machen sollen
nicht können, gibt es in allen Bereichen, aber warum soll das der
Normalfall bei Systems Engineers sein? Genau wie in allen anderen
Bereichen (unter Nichtbetrachtung der inhärenten Dummheit von großen
Firmen und Behörden) fliegt ein unfähiger Systems Engineer früher oder
später.
Hannes J. schrieb:> Berufsrevolutionär schrieb:>> Kapier es doch einfach, es lief wunderbar ohne des System-engineer>> Kapier du mal was: Es lief noch nie ohne Systems Engineering in den> genannten Branchen. Es wurde und wird nur häufig nicht so genannt.
Schau dein Problem ist, das für dich bereits ein System ist was in einem
kleinen Kasten steckt und zwei Drähte rausschauen. Der Unterschied
zwischen System und Software/Kleinkram- engineering ist dagegen
a) die Komplexität
b) die hohen Sicherheitsanforderungen wegen der extrem niedrigen
Ausfallrate
c) die hohe Anzahl von (externen) Beteiligten und damit verbundenen
Schnittstellen
Als 4. Kriterium könnte man noch, aber nicht zwingend
d) multinationale Beteiligung
hinzunehmen, wenn nicht nur ein Normon/Gestzeswust zu beachten ist
sondern mehrer, oft sich gegenseitig widersprechend wirds richtig
knifflig
Diese Kriterien treffen m.E. nur Konzernübergreifende Projekte zu, wie
-Entwicklung von Waffensystem
-Raumfahrt
-kommerzieller Flugzeugbau
-nationale Infrastrukturprojekte wie bspw Nuklearindustrie
Wenn du mal in einem solchen Projekt mitgearbeitet hast, wirst du
verstehen das es da sehr wohl qualitative Unterschiede zu Pillepalle wie
Ausrüstung eines Rechenzentrums gibt die eine spezielle Ausbildung
notwendig machen.
PS:
Dieser berufsbegleitende Studiengang an der Universität der Bundeswehr
in München deckt m.E. die Anforderungen an die Ausbildung zum System
Engineer ab: https://www.unibw.de/casc/studiengaenge/se
Und die Verbindung zur Bundeswehr ist sicher nicht von ungefähr.
Hannes J. schrieb:> Genau wie in allen anderen Bereichen (unter Nichtbetrachtung der> inhärenten Dummheit von großen Firmen und Behörden) fliegt ein unfähiger> Systems Engineer früher oder später.
In der Bibel aller System Engineers "The Systems Bible" von John Gall
ist auch erklärt, warum das so ist. Das Büchlein ersetzt jeden MBA. MBA
- the fast lane to CEO. Macht man das heute noch?
Laut der WiWo befindet sich die BWL momentan sowieso in einer Sinnkrise.
Jetzt erst mal ne Runde Dr. Internett bei Jürgen Domain gucken.
Nimmt Bildung noch ernst schrieb:> Hannes J. schrieb:>> Genau wie in allen anderen Bereichen (unter Nichtbetrachtung der>> inhärenten Dummheit von großen Firmen und Behörden) fliegt ein unfähiger>> Systems Engineer früher oder später.>> In der Bibel aller System Engineers "The Systems Bible" von John Gall> ist auch erklärt, warum das so ist. Das Büchlein ersetzt jeden MBA. MBA> - the fast lane to CEO. Macht man das heute noch?
Interesant der John Gall , der Buchtitel " General systemantics: an
essay on how systems work, and especially how they fail..." lässt mich
an eines meiner Leib und Magenbücher denken: "Die Logik des Mißlingens.
Strategisches Denken in komplexen Situationen" von Dietrich Dörner.
Behandelt die individuen-psychologischen Aspekte der handelnden Personen
und passt IMHO als Sekunärliteratur. Behandelt eher das Agieren in
kleinen Teams und Projekte, aber schon daran scheitern manche
Zeitgenossen.
Berufsrevolutionär schrieb:> : "Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen> Situationen" von Dietrich Dörner.
Das ist das Geheimnis funktionierender Organisationen: Sie haben keine
Angst vor'm Scheitern. Sie scheitern por_n_ös und lernen davon -
dokumentieren aber die Fehler: "Lessons Learned". Man muss sie ja nicht
wiederholen.
Die berühmte Angstkultur (German Angst) ist katastrophal. Wo sich die
eingeschlichen hat, da entsteht korrosive Energie mit den bekannten
Folgen.
Nimmt Bildung noch ernst schrieb:> Die berühmte Angstkultur (German Angst) ist katastrophal. Wo sich die> eingeschlichen hat, da entsteht korrosive Energie mit den bekannten> Folgen.
Stimmt, der deutschen Wirtschaft geht es ja auch so schlecht, der DAX
liegt nur bei 13.000 Punkten.
(Für Doofe: das war Ironie!)
Hi, Maschbauer,
> Best Cost, Lean, Agile, Machine Learning, Hei, Ner, Battlefield> Leadership und Dev Ops - das war gestern, so kann man meinen.
„Alles, was schief gehen kann, wird schief gehen.“ („Murphys Law“)
Wer das nicht versteht, der schreibt den Erfolg dann gern einer solchen
Methode zu und wundert sich, wenn der mal ausbleibt, gerät in Panik und
wechselt zu nächsten Methode. (Das war jetzt Systems Engineering,
angewendet auf ein Problem der BWL.)
Jede von diesen Methoden hat ihre gute Seite, kann aber die Erfolge gar
nicht bewirken, die ihr zugeschrieben werden.
> Arbeitet jemand von euch im Systems Engineering und kann aus erster Hand> berichten?
Systemdenken ist eine Grundkompetenz der Ingenieure. Die
Personalvermittler sind in der Regel keine, deshalb verstehen die das
nicht. Auch viele Personalsachbearbeiter müssen auf die Note achten,
weil sie kein eigenes Urteil haben, den sehr guten Ingenieur von einem
guten zu unterscheiden.
Folgerung: Willst Du Ingenieur Gerechtigkeit in der Personalauswahl,
dann wirf sofort alle Anfragen von Nicht-Ingenieuren weg.
Notfalls beachte auch Anfragen von Ingenieurunternehmen oder von
Vermittlern miut langjähriger Erfahrung mit Ingenieurunternehmen.
Ciao
Wolfgang Horn
Wolfgang H. schrieb:> Systemdenken ist eine Grundkompetenz der Ingenieure. Die> Personalvermittler sind in der Regel keine, deshalb verstehen die das> nicht.
Hängt wiederum auch von der zu besetzenden Stelle ab. Bei manchen
Stellen will man gar keinen "Systemdenker", sondern eher ein form - und
führbares Arbeitsbienchen. Auch "weniger attraktive Aufgaben" müssen
schließlich erledigt werden. Ein Sysineer kommt dabei am Ende noch auf
die Idee, die "weniger attraktiven Aufgaben" (Vorsicht: Bei Akzeptanz
produziert man "Blindleistung") wegzudiskutieren, weswegen der Regler
("Cheffe") im geschlossenen Regelkreis nicht mehr genug negatives
Feedback bekommt.
Ob ein Ingenieur "gut" ist, das hängt immer auch davon aber, ob er das
"perfect Match" für die Stelle ist.
Hi, "Die tun was!",
>> Systemdenken ist eine Grundkompetenz der Ingenieure. Die>> Personalvermittler sind in der Regel keine, deshalb verstehen die das>> nicht.>> Hängt wiederum auch von der zu besetzenden Stelle ab.
Sicher entscheidet ein Personalvermittler treffender, wenn eine Stelle
in einer Personalvermittlung zu besetzen ist.
> ... will man gar keinen "Systemdenker",
Klar, wer immer recht behalten muss, der empfindet Mitarbeiter dieser
Art als seine Feinde:
"Die Kunst des Managements besteht ohnehin darin, mit weniger Wissen,
als es die Mitarbeiter haben, diese zu führen." (Bernd Pischets-rieder,
Ex-BMW)
> Ein Sysineer kommt dabei am Ende noch auf die Idee, die "weniger> attraktiven Aufgaben" wegzudiskutieren,
Die Attraktivität einer Aufgabe hat keine Rolle zu spielen. Lediglich,
ob sie dem Überleben von Unternehmenseinheit und ihren Arbeitsplätzen
gegen die Konkurrenz dient oder nicht.
Wo sie dem dienlich ist, da gilt die Nordsee-Weisheit "Watt mutt, dat
mutt!"
> Ob ein Ingenieur "gut" ist, das hängt immer auch davon aber, ob er das> "perfect Match" für die Stelle ist.
"Hängt auch davon ab" ist o.k.
"Erfolgreich ist der Mensch, wenn er bei 100 Entscheidungen 51mal das
Richtige trifft." (John Pierpont Morgan, Banker.)
Aber wo diese Weisheit auch für Unternehmen wahr ist, da ist die
Jasagerei so gefährlich, wie sie Fehlentscheidungen begünstigt.
Einer Führungskraft, die ihre Eitelkeit wichtiger nimmt als die
Wahrheit, der ist die Gelbe Karte zu zeigen. Denn von Eitelkeit stand im
Arbeitsvertrag bestgimmt nichts drin.
Ciao
Wolfgang Horn
Wolfgang H. schrieb:>> Arbeitet jemand von euch im Systems Engineering und kann aus erster Hand>> berichten?> Systemdenken ist eine Grundkompetenz der Ingenieure. Die> Personalvermittler sind in der Regel keine, deshalb verstehen die das> nicht.
Diese Argumentation klingt für mich ausserordentlich dämlich, jedenfalls
verstehe ich dass so dass jeder Ingenieur system engineering mit Erhalt
des Diploms zwangsläufig beherrscht da systemdenken Grundkompetenz sei?!
Wer "system engineering" ohne Recherche nach Tätigkeitsbeschreibung mit
"System - deneken" übersetzt handelt IMHO nicht wie ein Ingenieur der
sich erst schlau macht bevor er zur Tat schreitet.
"Engineerung" wird m.E. viel zu voreilig mit (ET/Maschbau)-Ingenieur
übersetzt; Entwicklung/Konstruktion trifft es da besser weil
allgemeiner.Und system bedeutet in diesem zusammenhang nicht irgendweine
kleinräumige Abgrenzung zur Aussenwelt wie ein (Prozessor, ein OS, ein
Rack-einschub, ein Vierpol etc.) sondern eher interdisziplinäres
Grossprojekt/-anlage.
Berufsrevolutionär schrieb:> Und system bedeutet in diesem zusammenhang nicht irgendweine> kleinräumige Abgrenzung zur Aussenwelt wie ein (Prozessor, ein OS, ein> Rack-einschub, ein Vierpol etc.) sondern eher interdisziplinäres> Grossprojekt/-anlage.
Sagt wer?
Deine Falschvorstellung bzgl. "Systen Engineerung", der du seit Freitag
hier auferliegst rührt wohl daher weil du dir nicht vorstellen kannst
dass man den Begriff "System" durchaus skalieren kann.
Ein Space Shuttle + dazugehörige Infrastruktur ist ein System.
Eine Fahrzeug-ECU mit zwei angeschlossenen intelligenten Sensoren und 2
weiteren ECUs ist aber auch ein System.
Le X. schrieb:> Berufsrevolutionär schrieb:>> Und system bedeutet in diesem zusammenhang nicht irgendweine>> kleinräumige Abgrenzung zur Aussenwelt wie ein (Prozessor, ein OS, ein>> Rack-einschub, ein Vierpol etc.) sondern eher interdisziplinäres>> Grossprojekt/-anlage.>> Sagt wer?
Ich drängle mich mal hier in die Diskussion:
Beispielwweise der User retroinerd in diesem thread sagt das indem er
aus der Wikipedia zitiert:
Beitrag "Re: Systems Engineering - die neue Sau durchs Dorf?"
Stichworte interdisziplinär und komplex hast du gesehen?! Interessant
ist auch diese Aussage "Der extreme Aufwand für die Verifikation, der
die Kosten bei Raumfahrtprogrammen in die Höhe treibt, wird bei
kommerziellen Unternehmen nur reduziert implementiert."
Es ist eben keine plumpe Skalierung, die Verifikation fällt in der Regel
bei kommerziellen Projekten komplett weg da man meint das Softwaretest
genügen würden.
>Ein Space Shuttle + dazugehörige Infrastruktur ist ein System.>Eine Fahrzeug-ECU mit zwei angeschlossenen intelligenten Sensoren und 2>weiteren ECUs ist aber auch ein System.
Nein, beide werden System genannt sind aber wegen der Komplexität
nicht dasselbe, bestenfalls so vergleichbar wie Birne und Apfel.
Ein Atomreaktor ist auch ein System, trotz wird man einen Atomreaktor
nicht von einer Automobilfirma entwickeln lassen. Eine Automobilfirma
kann Updates nachliefern und sich Rückrufe erlauben, bei Reaktoren und
Raumfahrt kann man sich das nicht leisten.
Ordner schrieb:> Nein, beide werden System genannt
Yep.
> sind aber wegen der Komplexität nicht dasselbe
Natürlich sind sie nicht das selbe.
> Ein Atomreaktor ist auch ein System, trotz wird man einen Atomreaktor> nicht von einer Automobilfirma entwickeln lassen.
Natürlich wird man das nicht. Wer hat das denn behauptet?
Ordner schrieb:> Stichworte interdisziplinär und komplex hast du gesehen?! Interessant> ist auch diese Aussage "Der extreme Aufwand für die Verifikation, der> die Kosten bei Raumfahrtprogrammen in die Höhe treibt, wird bei> kommerziellen Unternehmen nur reduziert implementiert."
Lassen wir mal das Geschwurbel.
Mit anderen Worten:
Du behauptest also ein Verbund von KFZ-ECUs sei kein System und bedürfe
deswegen auch kein "System Engineerung".
Versteh ich das so richtig?
Wolfgang H. schrieb:> Einer Führungskraft, die ihre Eitelkeit wichtiger nimmt als die> Wahrheit, der ist die Gelbe Karte zu zeigen.
Und WER soll das tun? Deren Vorgesetzter? Der hat noch weniger Einblick
in die technische Realität und wird außerdem doch genau von dem eitlen
Fatzke mit Infos versorgt.
Also ein Untergebener? Dem wird der Faktzke dann sehr schnell die rote
Karte zeigen, und sei es, indem er gegenüber seinem eigenen Vorgesetzten
den Untergebenen als notorischen Querulanten darstellt.
Le X. schrieb:> Lassen wir mal das Geschwurbel.> Mit anderen Worten:> Du behauptest also ein Verbund von KFZ-ECUs sei kein System und bedürfe> deswegen auch kein "System Engineerung".> Versteh ich das so richtig?
Ganz ohne Geschwurbel, Nein!
Danke für den Artikel, "Die tun was!",
diese Weisheit gilt nicht nur für Personen:
"Es ist unmöglich, einen Mann, dem durch seine Art zu verfahren, viel
geglückt ist, zu überzeugen, er könne gut daran tun, anders zu
verfahren. Daher kommt es, dass das Glück eines Mannes wechselt: denn
die Zeiten wechseln, er aber wechselt nicht sein Verfahren."
(Machia-velli, vom Staate, 3,9)
Deshalb verkalkt alles und jeder, es ist nur eine Frage der Zeit.
Und wenn sich ein Verkalkter bewegt, dann ist das Rieseln des Putzes
unvermeidbar - und gut.
(Noch besser wäre, wenn jeder einzelne Fort-Schritt in die richtige
Richtung führt. Noch etwas Selbst-Beweihräucherung: Besonders gut war
die BWL, als sie noch "Scientific Management" hieß und Frederic W.
Taylor über sie wachte - ein Ingenieur! Einer, der eben nicht nur
Karteikarten auswendig lernt, sondern verstehen will, wie seine Meschine
funktioniert, wie noch besser - auch auch, wie sein Unternehmen
funktioniert.)
Ciao
Wolfgang Horn
Hi, "Berufsrevolutionär",
>> Systemdenken ist eine Grundkompetenz der Ingenieure.>> Diese Argumentation klingt für mich ausserordentlich dämlich, jedenfalls> verstehe ich dass so dass jeder Ingenieur system engineering mit Erhalt> des Diploms zwangsläufig beherrscht da systemdenken Grundkompetenz sei?!
So kühn habe ich nicht gedacht. Sondern simpler: Schon Kleinkinder
können Zweirad fahren, ohne das studiert haben zu müssen. Denn der
Gleichgewichtssinn ist angeboren. Der des Airbus-Piloten ist nur sehr
viel kundiger. (Hoffentlich.)
> Wer "system engineering" ohne Recherche nach Tätigkeitsbeschreibung mit> "System - deneken" übersetzt handelt IMHO nicht wie ein Ingenieur der> sich erst schlau macht bevor er zur Tat schreitet.>> "Engineerung" wird m.E. viel zu voreilig mit (ET/Maschbau)-Ingenieur> übersetzt;
Was ich beobachte, das ist noch schlimmer: Sportkommentatoren bezeichnen
die Kfz-Mechaniker eines Formel-1-Rennfahrers auch "Engineer".
> Entwicklung/Konstruktion trifft es da besser weil ... nicht irgendweine> kleinräumige Abgrenzung zur Aussenwelt
Manche faseln von "ganzheitlichem Denken" und wissen gar nicht, was das
ist.
Unsereins entwirft nicht nur die Schaltung eines Empfängers, sondern
berücksichtigt beispielsweise auch die Ableitung der Wärme.
Wir sind nicht annähernd so dumm, wie wir uns machen - und auch nicht,
wie wir gemacht werden.
Ciao
Wolfgang Horn
Hi, "Nop",
>>> Einer Führungskraft, die ihre Eitelkeit wichtiger nimmt als die>> Wahrheit, der ist die Gelbe Karte zu zeigen.>> Und WER soll das tun?
Deswegen habe ich seinerzeit bei einer Firma angeheuert, deren
Geschäftsführer ein Ingenieur war.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats einer Bank darf nur ein Banker sein,
meinetwegen auch der einer Bank mit angeschlossener Elektroabteilung.
Aber schon eine Elektrowerkstatt mit angeschlossener Bank muß von einem
Meister des Elektrohandwerks geführt werden. Denn sonst tanzen ihm die
Meister auf seiner Nase rum.
Ciao
Wolfgang Horn
Maschbauer schrieb:> Best Cost, Lean, Agile, Machine Learning, Hei, Ner, Battlefield> Leadership und Dev Ops...
Ich würde Sport an der frischen Luft empfehlen: ist gesünder anstatt
einen Magnetten für Blödsinn zu spielen.
Maschbauer schrieb:> Best Cost, Lean, Agile, Machine Learning, Hei, Ner, Battlefield> Leadership und Dev Ops
Wenn ich den Mist sehe, kriege ich das Kotzen und dabei bin ich noch
jung und vielen Sachen gegenüber offen.
♪Geist schrieb:> Maschbauer schrieb:>> Best Cost, Lean, Agile, Machine Learning, Hei, Ner, Battlefield>> Leadership und Dev Ops>> Wenn ich den Mist sehe, kriege ich das Kotzen und dabei bin ich noch> jung und vielen Sachen gegenüber offen.
Also Battlefield zock ich oft, kann man empfehlen. Die anderen Titel
kenn ich nicht.
> Re: Systems Engineering - die neue Sau durchs Dorf?
System Engineering, was ist das für eine neue Wortschöpfung ? Ist die
von der Bild-Zeitung erfunden worden wie Schummi, Ossi und Wessi ?
Was soll das sein ?
Le X. schrieb:> Berufsrevolutionär schrieb:>> Und system bedeutet in diesem zusammenhang nicht irgendweine>> kleinräumige Abgrenzung zur Aussenwelt wie ein (Prozessor, ein OS, ein>> Rack-einschub, ein Vierpol etc.) sondern eher interdisziplinäres>> Grossprojekt/-anlage.>> Sagt wer?>> Deine Falschvorstellung bzgl. "Systen Engineerung", der du seit Freitag> hier auferliegst rührt wohl daher weil du dir nicht vorstellen kannst> dass man den Begriff "System" durchaus skalieren kann.
Mein Aussagen bzgl System engineering beruhen nicht auf Vorstellungen
sondern auf eigene Erfahrungen. Ich kenne die Entwicklung im
Automobilbau und in internationalen Grossprojekten und Avionic.
"System Engineering" ist tatsächlich als definiert als die besonderen
Managment- und Prozessschritte bei sagen wir mal "NASA-projekten" im
Unterschied zu Entwicklungsprozessen in der "nicht-NASA-Industrie".
Die NASA-Industrie ist gekennzeichnet von erheblicher externer
Auftragsvergabe, quasi alles wird erst in Requirements in der
NASA-sprache verfasst als Aufträge an unterschiedlichste Gewerke
(Maschinenbau, Telekom, Unis, Elektronik) vergeben die die Requirements
in ihre Sprache überstzen müssen, dann realisierund und schlussendlich
der NASA beweisen müsse, das die Implementierung auch den Requirements
entspricht. Darüber hinaus muss die NASA auch sicherstellen das das
Zusammenspiel der Realisierungen der einzelnen Gewerke funktioniert,
also beispielsweise das die Software auch funktioniert wenn von einigen
Sensoren "unpassende" Daten kommen. Leider kann man dieses Zusammenspiel
nicht immer unter Echtbedingung durchtesten. Erst wenn die Sonde
tatsächlich auf dem Abstieg in der Marsatmosphäre ist zeigt sich ob
alles spezifiziert und richtig implementiert wurde.
Diese extreme Auftragsvergabe in unterschiedlichste Teildisziplinen
findet sich nicht nur bei der NASA, sondern auch im Flugzeugbau,
Militärtechnik, Medizintechnik. Im Automobilbereich ist nach meiner
Erfahrung das Zusammenspiel der einzelnen externen entwickelten
Komponenten nicht so stark ausgeprägt und überlebenswichtig wie im
Flugzeugbau. Ein Auto stürzt nicht ab, wenn der Tacho falsche Werte
zeigt, oder der Scheibenwischer streikt, beim Flieger verlaufen aber
solche Teilausfälle oft fatal. Es mag sein das mit der Entwicklung in
richtung autonomes Fahren, das Zusammenspiel der Teilkomponenten im
Gesamtsystem ähnlich komplex und sicherheitskritisch wird, wie es
bereits im Flugzeugbau heute ist.
> Ein Space Shuttle + dazugehörige Infrastruktur ist ein System.> Eine Fahrzeug-ECU mit zwei angeschlossenen intelligenten Sensoren und 2> weiteren ECUs ist aber auch ein System.
Ja, aber der Knackpunkt beim System-Engineering ist nicht das technische
System an sich sondern das Zusammenspiel mehrerer "Systeme" aus
unterschiedlichen Disziplinen (Elektronik/Maschinenbau/..) die völlig
getrennt (anderes personal, anderes Ort, andere Firmenkultur, andere
Ausbildung) entwickelt werden und trotzdem fehlefrei zusammen
funktionieren müssen. Was du meinst ist nicht System engineering sondern
Architecture/ Design.
Es wäre eine reine Skalierung wenn die "Teilsysteme" der gleichen Art
wären, also statt einem prozessor 3 prozessoren, die teilsysteme sind
aber unterschiedlichster Natur, also statt einem oder drei
Softwareteams; ein Team für Software/Steuermodelle; ein Team für
Steuerrechner/Datenübertragung und ein drittes Team für
Sensorik/Ruderhydraulik.
BTW: warum hälst du meine Ausagen ab freitag für falsch, am donnerstag
hab ich schon dasselbe geschrieben?!
Wolfgang H. schrieb:> Besonders gut war> die BWL, als sie noch "Scientific Management" hieß und Frederic W.> Taylor über sie wachte - ein Ingenieur!
Das tayloristische Menschenbild ist allerdings nicht ganz
unproblematisch. Demnach ist der Arbeiter faul und nur durch Geld
überhaupt zur Arbeit zu bewegen. Wie eine Maschine, in die man nur etwas
Energie reinpumpen muss, damit sie weiterläuft.
Dennoch eine schöne Erkenntnis: Die moderne BWL ist sozusagen aus den
Rippen des Ingenieurwesen geschnitzt. Das Ansetzen der Säge am
Ingenieurswesen bedeutet für die BWL damit denn Angriff auf die eigene
Wurzeln.
Hi, "Softwaremanufaktur",
> Wolfgang H. schrieb:>> Besonders gut war>> die BWL, als sie noch "Scientific Management" hieß und Frederic W.>> Taylor über sie wachte - ein Ingenieur!>> Das tayloristische Menschenbild ist allerdings nicht ganz> unproblematisch.
Klar. Aber unter den Umständen seiner Zeit hat es gut funktioniert:
Taylor hatte kundige Fachkräfte zu Managern befördert und sie
angewiesen, Arbeitsanweisungen zu schreiben und die Arbeit zu
kontrollieren.
Die verwaisten Werkbänke besetzte er mit ungelernten oder fehlgebildeten
Arbeitern, wie die Auswandererschiffe sie in Massen in Ellis Island in
New York an Land setzte.
Aus purer Not waren die arbeitswillig, genügsam und duldsam. Unter
diesen Umständen senkte das "Scientific Management" die Kosten in der
Serienfertigung.
Dilberts PHB muß in der Zeit ausgebildet worden sein, leider sind seine
Mitarbeiter nicht mehr das, wsa sie damals waren, und sowohl Catbert,
der Personalchef, als auch Dilberts CEO haben die Änderung der Umstände
nicht erkannt oder falsch gedeutet.
Noch mal zum Systems Engineer. Der Unternehmensgründer ist alles, er muß
jedes Problem lösen, das auftritt. Er muss das Universalgenie sein.
Aber sobald er Leute einstellt und die eine Arbeitsplatzbeschreibung
wollen, kann er keinen mehr wie sich gebrauchen, sondern besser
Spezialisten, die in allen Aufgaben Deppen sind außer einer.
Wie man die dann nennt, das ist aus der Sicht des Unternehmers völlig
nebensächlich. Hauptsache, sie fühlen sich so gebauchpinselt, dass sie
auch für weniger Gehalt engagierter arbeiten.
> Dennoch eine schöne Erkenntnis: Die moderne BWL ist sozusagen aus den> Rippen des Ingenieurwesen geschnitzt. Das Ansetzen der Säge am> Ingenieurswesen bedeutet für die BWL damit denn Angriff auf die eigene> Wurzeln.
Wer vom Boden der Tatsachen abgehoben hat auf Wolkenhöhe 17, der fühlt
sich dort oben unangreifbar.
Noch mal zum Unternehmer: Der braucht Problemlöser. Welche
Berufsbezeichnung auf ihrer Visitenkarte steht, das ist ihm völlig
nebensächlich.
Das ist wie der Fußballtrainer - der braucht Spieler, die Tore schießen
die Tore anderer verhindern. Aber sobald er einen Rechtsaußen braucht,
meint sein Mittelstürmer, er könne das nicht mehr. Im Vorteil ist dann
derjenige Verein, der sich einen großen Kader leisten kann.
Ciao
Wolfgang Horn
Berufsrevolutionär schrieb:> Le X. schrieb:>> Berufsrevolutionär schrieb:>>> Und system bedeutet in diesem zusammenhang nicht irgendweine>>> kleinräumige Abgrenzung zur Aussenwelt wie ein (Prozessor, ein OS, ein>>> Rack-einschub, ein Vierpol etc.) sondern eher interdisziplinäres>>> Grossprojekt/-anlage.>>>> Sagt wer?>>> [...]> "System Engineering" ist tatsächlich als definiert als die besonderen> Managment- und Prozessschritte bei sagen wir mal "NASA-projekten" im> Unterschied zu Entwicklungsprozessen in der "nicht-NASA-Industrie".
Wo soll das definiert sein? Das ist meiner Ansicht nach eine völlig
willkürliche Einteilung.
Selbstredend ist es natürlich so, dass System engineering komplizierter
wird, je größer das System wird. Und das wahrscheinlich sogar
überproportional, wenn nicht sogar quadratisch.
Dennoch ergibt eine Einteilung wie von Berufsrevolutionär keinerlei
Sinn.
Berufsrevolutionär schrieb:> Die NASA-Industrie ist gekennzeichnet von erheblicher externer> Auftragsvergabe, quasi alles wird erst in Requirements in der> NASA-sprache verfasst als Aufträge an unterschiedlichste Gewerke> (Maschinenbau, Telekom, Unis, Elektronik) vergeben die die Requirements> in ihre Sprache überstzen müssen, dann realisierund und schlussendlich> der NASA beweisen müsse, das die Implementierung auch den Requirements> entspricht. Darüber hinaus muss die NASA auch sicherstellen das das> Zusammenspiel der Realisierungen der einzelnen Gewerke funktioniert,> also beispielsweise das die Software auch funktioniert wenn von einigen> Sensoren "unpassende" Daten kommen.
Aha, und auf die Automobilbranche trifft dies nicht zu?
Die machen also kein "System Engineering"?
Ersetze "NASA" durch "VW" und der Satz ist immer noch genauso richtig.
Berufsrevolutionär schrieb:> warum hälst du meine Ausagen ab freitag für falsch, am donnerstag> hab ich schon dasselbe geschrieben?!
Mein Fehler. Ich verfolge das Thema erst seit Freitag. Dann liegst du
eben seit Donnerstag schon falsch.
knallbär schrieb:> Wo soll das definiert sein? Das ist meiner Ansicht nach eine völlig> willkürliche Einteilung.
Ack.
Wolfgang H. schrieb:> Aber unter den Umständen seiner Zeit hat es gut funktioniert:> Taylor hatte kundige Fachkräfte zu Managern befördert und sie> angewiesen, Arbeitsanweisungen zu schreiben und die Arbeit zu> kontrollieren.
Gehts bei dir auch mal ohne deine deplazierten arbeitsphilosophischen
Grundsatzdebatten und, vor allem, ohne deinen Dilbert?
knallbär schrieb:>> [...]>> "System Engineering" ist tatsächlich als definiert als die besonderen>> Managment- und Prozessschritte bei sagen wir mal "NASA-projekten" im>> Unterschied zu Entwicklungsprozessen in der "nicht-NASA-Industrie".>> Wo soll das definiert sein? Das ist meiner Ansicht nach eine völlig> willkürliche Einteilung.
Jeden Tag das selbe Spiel,
Beitrag "Re: Systems Engineering - die neue Sau durchs Dorf?"
vielleicht hilft es ja beim Verständnis zu wissen das System Engineering
in Deutschland erst Ende der Sechsziger eingeführt wurde durch
staatliche Stellen und nicht durch die deutsche Automobilindustrie.
https://de.wikipedia.org/wiki/Azur_(Satellit)
Eben um vom Staat (bundesforschungsministerium) initiierte
millionenschwere Projekte (damals 80 Mio DM) mehr oder weniger komplett
von externen Auftragnehmern (Messerschmitt-Bölkow-Blohm, AEG, Siemens,
SEL, div. Institute/Unis) entwickeln und durchführen zu lassen.
Ordner schrieb:> knallbär schrieb:>>> [...]>>> "System Engineering" ist tatsächlich als definiert als die besonderen>>> Managment- und Prozessschritte bei sagen wir mal "NASA-projekten" im>>> Unterschied zu Entwicklungsprozessen in der "nicht-NASA-Industrie".>>>> Wo soll das definiert sein? Das ist meiner Ansicht nach eine völlig>> willkürliche Einteilung.>> Jeden Tag das selbe Spiel,> Beitrag "Re: Systems Engineering - die neue Sau durchs Dorf?"
Ich zitiere Wikipedia:
"Systems engineering is an interdisciplinary field of engineering and
engineering management that focuses on how to design and manage complex
systems over their life cycles."
Ich bin mit der Definition einverstanden. Ich sehe nur nicht wie das das
gleiche sein soll, wie die offenbar von Berufsrevolutionär postulierte
Definition:
>>> "System Engineering" ist tatsächlich als definiert als die besonderen>>> Managment- und Prozessschritte bei sagen wir mal "NASA-projekten" im>>> Unterschied zu Entwicklungsprozessen in der "nicht-NASA-Industrie".
Ab welchem Komplexitätsgrad ein System als System gilt ist nirgendwo
definiert.
Übrigens wirst du eine solche Definition in z.B. "The Systems Bible"
nicht finden. Die Dinge die dort beschrieben sind sind anwendbar auf
alle Systeme. John Gall hat in dem Buch sogar die Abfallentsorgung einer
Stadt als Beispiel für ein System bemüht, die ohne Zweifel einen weit
geringeren Komplexitätsgrad hat als ein kleines NASA Projekt.
> Autor: Ordner (Gast)> Datum: 16.10.2017 14:59> Zocker_52 schrieb:> > Was soll das sein ?> Zu doof zum googeln:
Mir ist googeln einfach zu Doof, ist was für Gehirn-Prothesen-Träger !
Ordner schrieb:> Stichworte interdisziplinär und komplex hast du gesehen?! Interessant> ist auch diese Aussage "Der extreme Aufwand für die Verifikation, der> die Kosten bei Raumfahrtprogrammen in die Höhe treibt, wird bei> kommerziellen Unternehmen nur reduziert implementiert."> Es ist eben keine plumpe Skalierung, die Verifikation fällt in der Regel> bei kommerziellen Projekten komplett weg da man meint das Softwaretest> genügen würden.> Nein, beide werden System genannt sind aber wegen der Komplexität> nicht dasselbe, bestenfalls so vergleichbar wie Birne und Apfel.
Auswetung durch Blablameter:
Bullshit-Index 3,0
Ihr Text zeigt schon erste Anzeichen heißer Luft. Für Werbe oder
PR-Sprache ist das noch ein guter Wert, bei höheren Ansprüchen sollten
Sie vielleicht noch ein wenig daran feilen.
Hi "Berufsrevolutionär"
> Ein System engineer macht aber eher kein System engineering,> Beitrag "Re: Systems Engineering - die neue Sau durchs Dorf?"
Tja, das alte Spiel - wem nichts eigenes Neues mehr einfällt, der
kopiert es und bringt es unter eigenem Namen neu heraus.
„Die Managementliteratur ist in so hohem Maße wertlos, dass es sich, von
wenigen Ausnahmen abgesehen, praktisch nicht lohnt, sie
durchzu-arbeiten.“ (Prof. Fredmund Malik, Managementzentrum St. Gallen)
Berufsrevolutionär, wer dies Desaster zu verantworten hat, der muss erst
mal beweisen, mit der "neuen Sau" "Systems Engineering" mache er nun
alles besser als vorher.
Verständlich, dass unausgelastete Prof. Dr. Ings einen Studiengang für
Nicht-Ings anbieten.
Ich würde mich auch freuen, wenn sie denen Ingenieurdenken beibringen.
Aber ich fürchte, das werden sie nur in einer sehr abstrakten und
minderwertigen Form tun können, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass
sich Dilberts CEO herabläßt, im Industriepraktikum einen Blaumann
anzuziehen und im Schweiße seines Angesichts einen Schwalbenschwanz zu
schruppen und zu feilen.
Was ein Desaster, wenn das klöternde Stück dann noch die Runde macht!
("Klötern" wegen der Fehler beim Anreißen und Feilen - da passt dann
alles nur noch mit ein paar Millimetern Luft.)
Ich vermute, schon ein Kleinkind lernt die wesentlichen Grundlagen des
Systemdenkens, wenn es mit LEGO spielt, eine Spielzeug-Eisenbahn plant,
zusammenbaut, verkabelt, den Trafo anschließt und die Züge dann rollen.
Ich fürchte, das kann men keinem mehr beibringen, der seit Jahrzehnten
seine Leute dafür hat.
Ciao
Wolfgang Horn
Nun muss der Markt im selben Maße mit Innovationen aufgewirbelt werden,
wie das Forum hier.
In der momentanen Stimmung ist alles möglich - die Marktführer von heute
können die Verlierer von morgen sein und übermorgen eine Randnotiz im
Geschichtsbuch.
Jetzt gilt es sich das zu holen, was man sich durch gute Arbeit und
Qualität trotz härtester Bedingungen verdient hat. Die Kunden warten
darauf.
Hi, Berufsrevolutionär,
> System engineering ist geeignet um Fehler in Software/Systeme unter das> durch dumpfes "Raustesten" erzielbare hinaus zu minimieren.
Hast Du für die Bilanz der positiven und negativen Einflüsse eine
zitierfähige Quelle?
„Alles, was schief gehen kann, wird schief gehen.“ („Murphys Law“)
Ich habe nämlich den Eindruck,
1. Ein Mehr an Spezialisten liefert auch ein Mehr an Mißverständnissen
und damit an Ansatzpunkten für den Dämon, der Murphys Weisheit wahr
macht.
2. Trump-Syndrom: Mangel an Können verführt zum Blenden, die
Charakterlosen greifen auch zu diesem Strohhalm. Wer eine Sache nicht
verstanden hat, das vor Selbstüberschätzung aber nicht zugeben will, der
ist verführt, über sie wenigstens dummschlau zu schwätzen, bis die
wahrhaft klugen Zuhörer verwirrt sind und die dummen begeistert
zustimmen.
Irgendein kluger Kopf hatte hier doch die NASA ins Spiel gebracht. Wie
konnten die Mondlandungen funktionieren, obwohl Systems Engineering erst
später zum Hype wurde? Wie hat Werner von Braun Fehler vermieden, die
nach ihm die NASA zum bürokratischen Monster aufblähte? Zu einem
Monster, das über Musk staunt?
Mein Vorurteil, zu dessen Widerlegung ich um zitierfähige Quellen bitte:
Wenn die Blender die Macher rausgeekelt haben, dann steht der Konkurs
vor der Tür. Es sei denn, Subventionen verlängern den Schrecken.
Ciao
Wolfgang Horn
P.S.:
> http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13501897.html
"„Die Unzuverlässigkeit von Computern“, resümieren Experten, „wird eine
der größten gesellschaftlichen Schwachstellen.“ Quatsch. Software irrt
sich nicht. Der volksverdummende Satz ist dem Redakteur um die Ohren zu
schlagen, denn alles Irren ist menschlich.
> https://www.welt.de/wirtschaft/article157436653/So...
"Eine KIT-Studie zeigt, dass immer häufiger Fahrzeuge wegen Fehlern in
der Software zurückgerufen werden." Derselbe Quatsch. Ob das KIT damit
sein Renommier anknabbert oder wieder ein Redakteur, das lässt sich erst
nach Untersuchung der Quelle beantworten.
> Alle Ingenieure haben bis zu ihrem geistigen Horizont korrekt> gearbeitet, trotzdem knallt es - was tun?
"Errare humanum est" wußte schon das Römische Imperium.
Diese Irrtümer kann keiner vermeiden.
Aber deren Folgen minimierte schon dieser:
„Haben sie als Mitarbeiter Fehler gemacht, so lassen sie es unverzüglich
jeden Betroffenen wissen. Sie werden weder Kritik noch Strafe ausgesetzt
sein, solange sie guten Willens sind.“ (Wernher von Braun)
Wirksam ist die Androhung von Bestrafung derjenigen Opportunisten, die
meinen, vom Bekenntnis des reuigen Sünders profitieren zu können.
W.H.
Wolfgang H. schrieb:> Irgendein kluger Kopf hatte hier doch die NASA ins Spiel gebracht. Wie> konnten die Mondlandungen funktionieren, obwohl Systems Engineering erst> später zum Hype wurde?
Übrigens: Der Kopf hinter dem LOR Houbolt überging, um sein Konzept
durchzubringen (und die Menschen auf den Mond), eine ganze Hand voll an
NASA-Hierarchiebenen und riskierte damit seine gesamte Karriere.
Wadd mudd dadd mudd manchmal.
Hi, "Die tun was!"
> Übrigens: Der Kopf hinter dem LOR Houbolt überging, um sein Konzept> durchzubringen (und die Menschen auf den Mond), eine ganze Hand voll an> NASA-Hierarchiebenen und riskierte damit seine gesamte Karriere.> Wadd mudd dadd mudd manchmal.
1. Wer oder was ist "LOR Houbolt"?
2. Bitte eine zitierfähige Quelle.
Natürlich muß ich als Bauleiter auch mal selbst anpacken, wenn sonst
Schaden entstehen würde. Würde ich das aber so oft machen, dass ich
meine Leitungsfunktion vernachlässige, dann muß ich die an einen Bessren
abgeben.
Ciao
Wolfgang Horn
> Re: Systems Engineering - die neue Sau durchs Dorf?
System Engineer für operative Dynamik.
Da fliegt dir das Blech weg.
Unglaublich wie weit es manche Leute im Leben bringen.
Zocker_52 schrieb:> Re: Systems Engineering - die neue Sau durchs Dorf?>> System Engineer für operative Dynamik.>> Da fliegt dir das Blech weg.>> Unglaublich wie weit es manche Leute im Leben bringen.
Danke danke.
Die tun was! schrieb:> Wolfgang H. schrieb:>> Irgendein kluger Kopf hatte hier doch die NASA ins Spiel gebracht. Wie>> konnten die Mondlandungen funktionieren, obwohl Systems Engineering erst>> später zum Hype wurde?
Tja. Hätten die früher schon ALDI (Süd!!) gehabt, dann wäre das ein
Klacks gewesen:
https://youtu.be/tzoAKhSY2UU
Weiss nicht, was ihr habt. Das Gebiet ist riesig, ziemlich krass ;-) und
noch interessant zu lernen und fast auf jedes Fachthema anzuwenden..
Meiner Meinung nach für einen Projektleiter in einem grösseren Projekt
ein Muss, egal in welchem Gebiet.
zB dazu eine Vorlesung an der ETH Zürich:
https://www.sg.ethz.ch/teaching/systems-dynamics-and-complexity/
Da lernt man zB mit Gleichungen bestimmte Systemverhalten zu
beschreiben. Lernt zB dass kleine, äussere Einwirkungen auf ein System
(von Makroebene) grosse Auswirkungen auf das "innere" System
(Mikrolevel) haben können..
Zocker_52 schrieb:> Re: Systems Engineering - die neue Sau durchs Dorf?>> System Engineer für operative Dynamik.>> Da fliegt dir das Blech weg.>> Unglaublich wie weit es manche Leute im Leben bringen.
Richtig, "klausi",
> Das Gebiet ist riesig ... noch interessant zu lernen und fast auf jedes
Fachthema anzuwenden..
Gewiß. Ähnlich wie die noch nicht erfundene "Aequilibrial-Kompetenz". Da
lernt man dann im Hörsaal von "Ductus semicirculares", von "Streck-" und
"Beugemuskeln", "Bewegungsdynamik", "Koordinaten", "Gravitation",
"Multisensorik", "Matritzenrechnung zur Koordination von Sinnen und
Bewergungsapparat" - und die Promotion ist die Erlaubnis, sich von vier
auf zwei Beinen zu erheben und auf denen vorsichtig zu schreiten, ohne
umzufallen.
[Spaßmodus aus]
Freude am Management großer Vorhaben machen glückliche Gesichter. Das
Gefühl, ein unlösbares Problem doch gelost und den Sisiphos-Felsblock
wieder mal ein Stück voran gestemmt zu haben.
Das darübr reden ist hingegen ähnlich öde wie Diskussionen über die
Speisekarte oder über gedruckte Playmates. Danke nein, das ist was für
promovierte Klugsch***er.
"Klausi", die Kunst eines Könners wird nicht geringer, weil Klugsch***er
nicht anpacken, sondern in klugen Worten über sie und an ihr vorbei
schwätzen.
Denn in der Marktwirtschaft zählen Wettbewerbsfähigkeit und Ergebnisse.
Wissenschaftler in ihren abgehobenen Elfenbeintürmen haben andere Ziele.
Ciao
Wolfgang Horn
Volker S. schrieb:> Inzwischen ist das aber wieder verlorengegangen, siehe Flughafen BER,> Elbphilharmonie, Stuttgart 21....
Irgendwo hier habe Ich mal geschrieben, dass Stuttgart 21 locker 5 Jahre
später fertig werden wird und mindestens 50% mehr verschlingen wird.
Nun haben wir es schriftlich:
Stuttgart 21 noch teurer und später - Bis zu 8,2 Milliarden Euro
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 verschlingt immer mehr Geld. Nach jüngster
Kalkulation steigen die Kosten auf bis zu 8,2 Milliarden Euro. Einen
entsprechenden Kostenrahmen beschloss der Aufsichtsrat des bundeseigenen
Unternehmens in Berlin. Die Bahn geht nun von 7,7 Milliarden Euro Kosten
aus. Zusätzlich ist ein Finanzpuffer von 495 Millionen Euro für
«unvorhergesehene Ereignisse» eingeplant. Außerdem wurde der Zeitplan
nochmals korrigiert: Der neue unterirdische Durchgangsbahnhof soll nun
bis zum Jahr 2025 betriebsbereit sein und nicht Ende 2021.
https://www.arcor.de/content/aktuell/newsticker/6700164,1,Stuttgart-21-noch-teurer-und-sp%C3%A4ter---Bis-zu-82-Milliarden-Euro,content.html
Wolfgang H. schrieb:> "Klausi", die Kunst eines Könners wird nicht geringer, weil Klugsch***er> nicht anpacken, sondern in klugen Worten über sie und an ihr vorbei> schwätzen.> Denn in der Marktwirtschaft zählen Wettbewerbsfähigkeit und Ergebnisse.> Wissenschaftler in ihren abgehobenen Elfenbeintürmen haben andere Ziele.
Hey Wolfgang,
das klingt gut. genau.
Aber wie mal einer meiner Professoren mal gesagt hat:
"Oft ist der Elfenturm besser."
Stimmt, schon dass bei einem Fach wie "Systemdynamik" dir das Blech
wegfliegt (C) Zocker_52:
klausi schrieb:> Zocker_52 schrieb:>> Re: Systems Engineering - die neue Sau durchs Dorf?>>>> System Engineer für operative Dynamik.>>>> Da fliegt dir das Blech weg
Den Firmen geht es um Absolventen vom HPI in Potsdam, dass schon seit
Jahren der Hype! Und viele von denen, sogar vorm Abschluss, krallen sich
die Firmen, weil es alles High Performer sind.
Hmmm es gibt ja Systemtheorie welche sich zum Beispiel mit Regelungen im
Zustandsraum, Filtern und linearen Netzwerken befasst. Sehr
interessantes Thema.
Und dann gibt es noch so Dinge wie SysMl welche das ganze Dingens was
man engineert beschreibt. Ich meine aber hauptsächlich statisch. Sollte
man aus meiner Sicht bei der Einarbeitung immer machen. Nur jemanden
dafür einzustellen ist komisch. Man stellt doch keinen ein, nur damit er
weiß aus welchen Teilen das System besteht und wie sie miteinander
agieren. Wobei bei sehr großen komplexen Systemen könnte das schon Sinn
machen. Ist dann aber eher eine Management Aufgabe. Jemand welcher das
Produkt und sein Gesamtwirken über das Detailwissen stellt. Grobes
Systemwissen ist sicher interessant, aber eine Anstellung als
Systemengineer wäre für mich der Horror.
Sams schrieb:> Grobes> Systemwissen ist sicher interessant, aber eine Anstellung als> Systemengineer wäre für mich der Horror.
Heiße Luft verkauft sich halt gut. Es muss nur neu und möglichst
abgespaced klingen - und am besten Assoziationen mit dem Valley wecken.
Dann gehen alle ab wie die öligen Zäpfchen.
In der Praxis ist das nichts anderes als technisch orientiertes
Projektmanagement: Telefonieren und mailen.
Die Kunden von Dienstleistern kaufen in erster Linie ein gutes Gefühl.
Man muss ihnen das Apple-Feeling verkaufen. Geheimnisvoll, besonders,
elitär und ein kleines bisschen verrucht. Was sie bereits haben, muss
man ihnen nochmal neu verkaufen. Sozusagen Konsumismus übertragen auf
B2B.
Bisschen zu wenig Mathematik... Modellierung könnte UML oder
Modellbildung sein. Hardware ??? Systemtheorie??? Regelungstechnik ???
Weiß nicht ob das so ellitär ist :)
Bb O. schrieb:> Das einfach nur Eliten-Bildung. Wurde so eingerichtet und funktioniert.> Den Leuten werden die Füsse geküsst und bekommen sogar exorbitante> Gehälter.
Exakt. Der Studiengang im speziellen klingt nach technischer Informatik
mit UML. Da es sich langsam am Horizont abzeichnet, dass sich die BWL
als Elitenausbildung nicht mehr lange halten wird, kommen wieder die
Ingenieure an die Reihe, wie damals zu Taylors Zeiten, diesmal aber als
Softwareingenieure.
Fairerweise muss man erwähnen, dass es an der Kommunikation technischer
Sachverhalte (Architekturen...) und der Fähigkeit zum Aufsetzen
sinnvoller! Prozesse oftmals tatsächlich krankt. Diese Fähigkeiten
können zum Erkennungsmerkmal der neuen Elite werden. Bis WALL-E und Co.
übernehmen.
:) ich finde es besonders wichtig dass innerhalb der Abschlüsse noch
unterschieden werden muss. Ich bin kein Mathematiker sondern ein super
Uni Elite Mathematiker... Wollte man das nicht irgendwann mal
vermeiden?? Außerdem gehörten alle etechniker kastriert :)
Sag das mal den alten Hasso Plattner, der ja ach so gütig dieses HPI da
in die Welt gesetzt hat, als großer Spender für die Menschheit. (Der hat
anscheinend total vergessen, das er sich mal von IBM getrennt hat, weil
ihm dieser Konzern nur ausgebeutet hat) Damit prahlen die Professoren
auch noch in den regulären Vorlesungen in der Hauptuni. Als erstes wird
einem da schon mal gezeigt, was Elitenbildung bedeutet. Die kriegen zum
Semesterstart auch alle ein Apple Macbook geschenkt und sone Scherze.
Eintritt nur mit Codecard etc. Neuste Hardware, Intel Prototypen etc.
Total witzig. Stellenausschreibungen von allen Topkonzernen an der
Tagesordnung. Lange Rede aus dieser Brutstätte kommt das IT Systems
Engineering und der ganze fake Hype. (Neue Sau durchs Dorf) Sollte es
jemanden interessieren....
Sams schrieb:> Bisschen zu wenig Mathematik... Modellierung könnte UML oder> Modellbildung sein. Hardware ??? Systemtheorie??? Regelungstechnik ???> Weiß nicht ob das so ellitär ist :)
Bei uns waren das die Grundlagen und Bestnadteil des Studiums als
Dipl.-Ing.
Dass es eine Präzisierung dieser Art geben muss, führe Ich darauf
zurück, dass durch die Verknappung, die durch die batchelor-Studiengänge
entstanden ist, die Breite fehlt, um sowas abzudecken.
Hi, Edi,
> Dass es eine Präzisierung dieser Art geben muss,
Bist Du etwa auch einer der vergreisenden Typen, die mit 18 Jahren nur
einen Führerschein Klasse 3 gemacht haben? (Vielleicht auch einen Klasse
1 für einen Bock?)
Das ist völlig antiqiert! Statt einer Lizenz für Klasse 3 brauchst Du
heute mehrere Lizenzen:
1. Lesekompetenz Bedienungshandbuch.
2. Kompetenz "Bremsen".
3. Kompetenz "Gas geben".
4. Kompetenz "nach links lenken".
5. Kompetenz "nach rechts lenken"
...
N. Kompetenz "Notruf absetzen".
Ich gehöre zu den vergreisenden Typen, die etwas gegen Verzettelung
haben:
„Die Gefahren der Verzettelung und Zersplitterung der Kräfte sind
nirgends so instituti-onalisiert wie im Management.“ (Prof. Fredmund
Malik)
Dies gilt auch für das Lenkmanagement.
Ich meine auch, in ein Büro passen nicht doppelt so viele Mitarbeiter
hinein, indem man die Anzahl der Trennwände verdoppelt.
Allerdings sehe ich die Notwendigkeit des Fortschritts. In Mexiko war
ich mal überrascht, wie wenig die Zahnärzte für "1 Zahnbrücke"
verlangen. Hier baucht der Zahnarzt schon ein Vielfaches für den
Aufwand, Dutzende Posten zu einer Rechnung zusammen zu stellen.
Um das Unerträgliche noch einmal zu steigern: Mir bangt vor dem Tag, an
dem mein Friseur nicht "1 Haarschnitt" in Rechnung stellt, sondern eine
Rechnung mit einem Posten je einzelnem Haar.
Zurück zur Vernunft: Arbeitsteilung ist gut. Aber ich zweifele am Nutzen
der Aufteilung einer Fertigkeit wie "Tretroller fahren" in viele
Kompetenzen und deren getrennte Lehre.
Ciao
Wolfgang Horn
Was haben wir denn wieder zu uns genommen, Herr Horn?
So etwas Zerstückeltes ist nicht nur schwer zu lesen, sondern auch nicht
dem Tenor der vorangegangenen Beiträge zuzuordnen.
Was hat denn der Führerschein mit dem Friseur zu tun?
Und was hat das mit meinen Beitrag zu tun?
Ich erkläre am Besten nochmals meine Aussage:
Früher haben Vollingenieure nominell 9 Semester studiert, real waren es
12 im Schnitt. Ergebnis: 6 Jahre lernen und neben Tiefe auch mehr
Breite.
Heute stürmen die Bachelors den Markt, die gerade halb so lang auf der
Hochschule waren. Was also leidet? Richtig, Tiefe und Breite. Wir haben
früher noch BWL und Personalführung gehabt, von Bits über Bytes alles
Erdenkliche auch an Physik gelernt, Projektabwicklung, Planungen gab es
oben drauf. Daraus werden heute drei Studiengänge gemacht.
Herr Edi,
> Was haben wir denn wieder zu uns genommen, Herr Horn?
Die frühe Vorverurteilung als Kiffer erspart die Mühe, gute Argumente
finden zu müssen. Besonders lustig wird es, wenn der andere denselben
Fehler macht.
> So etwas Zerstückeltes
Die gemeinsame Linie ist gerade die Zerstückelung
1. Einer Fachrichtung in viele "Kompetenzen".
2. Des "ganzheitlichen" Vorgangs der Kfz-Lenkung.
3. Der Büros durch Einziehen von Zwischenwänden.
4. Die wunderliche Honorarerhöhung, indem eine Zahnarztrechnung nicht
nur einen Posten hat, sondern dieser unterteilt ist in viele
Unterposten.
Was könnte daran schwer zu verstehen sein?
Nun zum Konkreten von Dir:
> Bachelors .. die gerade halb so lang auf der Hochschule waren. Was also> leidet? Richtig, Tiefe und Breite.
Das ähnelt meinem "Ganzheitlichen" in der Lenkung eines Kfz. Das
Schreckensbeispiel lässt sich noch ausbauen - nicht mehr ein Fahrer,
sondern ein "Lenkungsteam", dessen Mitglieder für jeweils einen Vorgang
der Lenkung zuständig sind, plus Koordinator und Berater.
> Wir haben früher noch BWL und Personalführung gehabt ... Physik,> Projektabwicklung, Planungen
Ja, und noch früher hieß es "Feil mir mal einen Schwalbenschwanz!" - und
der Lehrling, der damals noch so hieß, musste sich selbst um alles
kümmern, was für die Passgenauigkeit der beiden Teile notwendig war.
In unserem Gegeneinander ist mir das Konstruktive untergegangen. In
Vorschlägen zur inneren Distanz gegen die verordenete Zerstückelung:
1. Schmunzeln über diesen Vorgang der Zerstückelung und verstehen, wozu
deren Fans diese betreiben. Der Vorteil für die Zahnärzte ist klar - der
geht aber auf Kosten der Beitragszahler in die Krankenkassen.
2. Bei der Einstellung weniger auf Zertifikate irgendwelcher Kompetenzen
achten, sondern sich das Werkstück "Schwalbenschwanz" zeigen lassen, das
Gesellen- oder Meisterstück.
Ciao
Wolfgang Horn
Hi, Edi,
schrieb im Beitrag #5384975:
> Ich bleibe dabei: du rauchst irgendwas. Deine Beiträge sind> unverständlich und unlesbar.
Wir mißverstehen einander. Das ist Fakt.
Deswegen wirfst Du mir vor, mein Geist müsse benebelt sein. ("Ich, ein
Geisterfahrer? Natürlich nicht, sondern die Tausende, die mir wie eine
Büffelherde entgegenkommen!")
Diese Blitz-Diagnose (blitzschnell, und doch falsch) halte ich für eine
Nebenwirkung, wenn man nicht von Angesicht zu Angesicht und mit Stimme,
Hände und Füssen streitet, sondern über die Tastatur und über ein
kleines Guckloch auf dem Bildschirm.
Ich will mit Dir ja gar nicht streiten. Denn erstens weiß ich, das ich
ein Genie bin und Du nicht. Zweitens weiß ich, dass ich recht habe,
deswegen interessiert mich Dein Gequatsche nicht, und das reicht mir
;-).
In der Trump-Ära reicht das ja auch zur Bestimmung der richtigen Höhe
für Strafzölle - und wohl auch für den gerechten Start der ersten
Wasserstoffbombe. So geht nun mal vor, wer im Leben von allen guten
Beratern verlassen ist, brüllt, zuschlägt und draufhaut, weil sonst
keiner tut, was das Genie will.
Ich hoffe, im Rest meines Tages passiert noch was Erfreuliches. Wie
endlich die Verleihung des Nobelpreises oder so.
Ciao
Ein lachender Wolfgang Horn
Wolfgang H. schrieb:> Ich hoffe, im Rest meines Tages passiert noch was Erfreuliches. Wie> endlich die Verleihung des Nobelpreises oder so.>> Ciao> Ein lachender Wolfgang Horn
Ja, den hast du dir nach deinen Beiträgen auch verdient :-D
Graf Moltke schrieb:> Irgendwo hier habe Ich mal geschrieben, dass Stuttgart 21 locker 5 Jahre> später fertig werden wird und mindestens 50% mehr verschlingen wird.
Wobei man auch noch bedenken sollte dass die Grundlagenplanung für
dieses "Verkehrsprojekt" aus der Mitte der 90´ziger des letzten
Jahrhundert`s stammen.
U.U. bei Fertigtellung die Anforderungen total überholt sind, weil die
Mobilität und Verkehrströme sich schon längst anders entwickelt haben.