Forum: HF, Funk und Felder EMV bei Smartmetern


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von EMV (Gast)


Lesenswert?

Hallo!

Mein Stromzähler wird bald gegen einen Smartmeter getauscht. Dieser wird 
im unteren Kilohertz-Bereich seine Signale zur Trafo-Station senden.

Aus diesem Anlass heraus interessiert mich als Student:

Wie sehr strahlt das innerhalb des Hauses ab? (E-Ltg. sind ja nicht für 
Hochfrequenz gemacht)

Wird im Smartmeter evtl. Richtung Haus gefiltert?

Wenn nicht, gibt es Filter dafür?

Wie stark kann man diese Strahlen sich ungefähr vorstellen?

Wie stark kommen die Signale der Nachbarn rein? (Alles 
Einfamilienhäuser)

Danke im Voraus!

von Antennol (Gast)


Lesenswert?

EMV schrieb:

> Wie sehr strahlt das innerhalb des Hauses ab? (E-Ltg. sind ja nicht für
> Hochfrequenz gemacht)


Hast du oder deine Nachbarschaft PowerLAN in Betrieb?
Dann weißt du ja wie das auf Kurzwelle strahlt.

von Wolfgang (Gast)


Lesenswert?

Du kannst IMHO davon ausgehen, das bei den flächendeckend eingebauten 
Smartmetern die EMV gegeben ist. Die EVUs würden sich dermaßen viel 
Ärger bei einem Verstoß gegen geltende Vorgaben einhandelt, dass sie 
dieses mit ziemlicher Sicherheit im Vorfeld abgeklärt haben.

von holger (Gast)


Lesenswert?

>Mein Stromzähler wird bald gegen einen Smartmeter getauscht. Dieser wird
>im unteren Kilohertz-Bereich seine Signale zur Trafo-Station senden.
>
>Aus diesem Anlass heraus interessiert mich als Student:

Fachrichtung Hauswirtschaft? Unterer Kilohertz-Bereich ist keine 
Hochfrequenz.

>Wie sehr strahlt das innerhalb des Hauses ab? (E-Ltg. sind ja nicht für
>Hochfrequenz gemacht)

So sehr dass du nur mit um den Kopf gewickelter geerdeter Aluminiumfolie 
in deiner Wohnung überleben kannst;)

von Peter (Gast)


Lesenswert?

holger schrieb:
>>Mein Stromzähler wird bald gegen einen Smartmeter getauscht. Dieser wird
>>im unteren Kilohertz-Bereich seine Signale zur Trafo-Station senden.
>>
>>Aus diesem Anlass heraus interessiert mich als Student:
>
> Fachrichtung Hauswirtschaft? Unterer Kilohertz-Bereich ist keine
> Hochfrequenz.

Aber es geht hier im Felder, siehe Titel des Unterforums.

von Karl B. (gustav)


Lesenswert?

Hi,
offenbar stören die SNTs etc. das Smartmetering, so dass das Problem 
sich im Wesentlichen auf  die Messgenauigkeit verschiebt. (+500 % ! Was 
der Kunde zu zahlen hat, weil die Smartmeter den gültigen Normen 
entsprechen.)


holger schrieb:
> Unterer Kilohertz-Bereich ist keine
> Hochfrequenz.

Es geht um die EMV in dem niederigen Bereich. Die EN-Norm blendet den 
Bereich unterhalb 150 kHz aus, da ballern nun hemmungslos alle SNTs. Und 
genau der Bereich wird nun zur Kommunikation der Smartmeter gebraucht, 
so dass - ei der daus - auf einmal wieder die Vorschrift modifiziert 
werden müsste.

http://www.bajog.de/fileadmin/downloads/Fachberichte/CELENEC/Info_neue_VorschriftII.pdf

Zitat:
"...In dieser „neuen" Vorschrift EN55011 wurde der Frequenzbereich von 
10 kHz bis 150 kHz nicht mehr berücksichtigt, sondern lediglich der 
Messbereich von 150 kHz bis 30 MHz erfasst. Deutschland hat sich zu 
diesem Zeitpunkt dem Druck aus Brüssel gebeugt, denn es war abzusehen, 
dass kein Leistungselektronikhersteller in der Lage gewesen wäre, diese 
VDE-Vorschrift zu erfüllen. Daher entstand ab 01.Januar 1996 diese
gesetzliche Grauzone von 10 kHz – 150 kHz. In den 80iger und 90iger 
Jahren wurde jede Art von Trafo–Netzteil durch getaktete Netzteile, 
Röhren und Transistoren durch IGBT’s, durch Thyristoren, 
Leistungshalbleiter, Phasenanschnittsteuerungen etc. ersetzt. Das 
bedeutete, dass jedes Gerät und jede Anlage seit 1994 im Bereich von 1 
kHz bis vorrangig 10 kHz schaltete und seine Störleistung in diesem 
Frequenzbereich an das Versorgungsnetz abgibt..." Zitat Ende

ciao
gustav

P.S.:
Interessanterweise fällt DCF77 mit seinen 77,5 kHz ebenfalls aus dem 
gesetzlichen Schutz durch diese Verschiebung der Störstrahlungsgrenze 
raus. Das Dilemma bei Störungen im Zusammenhang mit Zeitzeichenempfang 
löst die BNetzA durch sogenannte Mediation und "individuelle" 
Konfliktlösung. Diese sieht zum Beispiel bei der 
Stempelkarten-Arbeitszeiterfassung eines Betriebes, die auf genaue 
Zeitangabe angewiesen ist, vor, die Antennensituation zu verbessern und 
Störer in unmittelbarer Umgebung der Antenne unter die Lupe zu nehmen. 
Eine einklagbare, "rechtliche" Lösung gibt es also nicht.

: Bearbeitet durch User
von B e r n d W. (smiley46)


Lesenswert?

> gegen einen Smartmeter getauscht. Dieser wird im unteren
> Kilohertz-Bereich seine Signale zur Trafo-Station senden.

Hast du das schriftlich? In unserem Smartmeter gibt/gab es ein Modul mit 
einer PLC-Übertragung im KW-Bereich. Sobald es eingesteckt ist, versucht 
das Modul per PLC oder per Ethernet Kontakt aufzunehmen. Das Knattern, 
welches das PLC-Modul im KW-Bereich verursacht, ist heftig. Deshalb nehm 
ich es nur einmal im Monat in Betrieb, damit der aktuelle Zählerstand 
für die Abrechnung übertragen wird.

Inzwischen haben mindestens zwei weitere Nachbarn den selben Typ 
Smart-Meter, zumindest kann ich diese alle ca. 10 Sekunden auf Kurzwelle 
hören.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


Lesenswert?

Über KW hörbar? etwa auch so dass man Daten erkennen kann?
werden da eigentlich auch Kundennummern übertragen?

da könnte man als "Unruhestifter" erstmal den Anschluss abmelden wollen

von B e r n d W. (smiley46)


Lesenswert?

> Über KW hörbar? etwa auch so dass man Daten erkennen kann?
> werden da eigentlich auch Kundennummern übertragen?

Das Smartmeter übertrug am Anfang die Daten an eine Wandwarze, von dort 
in den Router und dann zum Stromanbieter. Über einen Online-Zugang 
konnte man sich seinen Energieverbrauch im 10-Sekunden-Takt anschauen. 
Der Monteur war offensichtlich zu faul, 3m Kabel zu legen. Ich hab mir 
keine Mühe gegeben, nachzuprüfen, ob die Daten verschlüselt oder hackbar 
sind.

Heute läuft die Übertragung über LAN, wird jedoch nur 1 mal pro Monat 
angeschlossen. Die PLC-Übertragung hört automatisch auf, falls das 
Smartmeter eine LAN-Verbindung findet (oder das Übertragungsmodul 
ausgestöpselt wird).

Die Wandwarze und das Übertragungsmodul wurden zudem im Dauerbetrieb 
ziemlich heiß (~50°C) und haben offensichtlich dauerhaft 20-30 Watt 
verbraten. Ich frage mich, wie man damit Energie sparen soll.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.