Hallo, ich habe eine Frage an die Schiffselektriker. Ich habe auf einer Motoryacht gearbeitet, die über drei Wege mit 230V versorgt werden kann. Der Landanschluss ist mit einem 2 poligen C16 Automat und 300mA Brandschutz RCD abgesichert. Auf See werden die 230V aus den Batterien mit einem Wechselrichter erzeugt. Der Ausgang des Wechselrichters ist Geräteintern mit einem Thermischen Überlastschalter (25A) abgesichert. Für große Lasten steht noch ein 230V / 11KVA Wechselstromgenerator zur Verfügung. Sein Ausgang ist mit einem 2 poligen 50A Automat und 300mA Brandschutz RCD abgesichert. Zwischen den Spannungsquellen wird automatisch umgeschaltet. Hinter der Umschalteinrichtung befindet sich die eigentliche E-Verteilung. Dort sind drei 30mA RCD verbaut. Als Leitungsschutzschalter werden 8A und 15A Automaten der Firma Carling Technologies verwendet. Die Automaten haben die Bezeichnung „MD1-B-34-480-3-A15-B-C“, das Datenblatt habe ich angefügt. Ich habe nun Zweifel, ob die Automaten als Leitungsschutzschalter geeignet sind. Über eure Einschätzung würde ich mich freuen. Gruß Gero
Prinzipiell sollten die 230V Kreise an Bord immer 2-polig abgeschaltet werden, denn es ist ja von vorneherein nicht klar, was nun L und was N ist, vor allem bei Speisung vom Landstrom. Es kann also sein, das der LS zwar eine Leitung abschaltet, aber auf der nicht abgeschalteten Leitung trotzdem L liegt. So haben wirs gerade im Kurs oben am Priwall nochmal vertieft. Ich verwende zu diesem Zweck also kombinierte RCD-LS, die 2-polig abschalten. Z.B. sowas hier: http://www.ebay.de/itm/FI-LS-Schalter-Leitungsschutzschalter-Fi-Schalter-Kombination-RCBO-10-25A-30mA/282272299504 Anders sieht es aus, wenn die gesamte Landstrom Versorgung zuerst über einen Trenntrafo geht, was es ja auch gibt. Dadurch ist hinter dem Trenntrafo praktisch ein eigenes Netz und damit die Verwendung auch der o.a. 'Circuit Breaker' von Carling kein Problem. Glücklicherweise hat sich nun auch endlich die prüfende Instanz dazu durchgerungen, 'Earth Breakers' zu erlauben, das sind die Teile, die in die Erdleitung eingefügt werden, um Galvanik an Metallteilen durch Erdströme zu vermeiden. Lange Jahre waren sie bei uns nicht erlaubt und haben damit die Erdproblematik schwierig lösbar gemacht.
Ein Trenntrafo für den Landanschluss ist vorhanden. Somit erübrigen sich die zweipoligen Automaten. Gero
Gero B. schrieb: > Somit erübrigen sich > die zweipoligen Automaten. Gut. Dann klappt das doch mit den Carling, wenn du die für 230V AC spezifizierten Teile verbaut hast.
Wir trennen grundsätzlich alles an Bord 2P. Auch wegen etwaiger Kriechströme und vagabundierende Ströme. Da "Schiff" kein eindeutiger Begriff ist: Wie ist der Kutter kategorisiert? (Freizeitkutter, Berufsschiffahrt, Küstenschiffahrt, Hochsee...): Was sagt die Klassifikation und die Versicherung?
Gero B. schrieb: > Ein Trenntrafo für den Landanschluss ist vorhanden. Wenn Du damit auch wärmeerzeugende Geräte betreiben willst, wird der aber schon ganz schön gross.
Harald W. schrieb: > Wenn Du damit auch wärmeerzeugende Geräte betreiben willst, > wird der aber schon ganz schön gross. 2-3kW ist so der Normalfall. Ich habe schon Yachten gesehen, die aus den US kamen und deswegen immer erstmal über einen dicken 230V/115V Trafo angekoppelt werden. Praktischerwei Harald W. schrieb: > Wenn Du damit auch wärmeerzeugende Geräte betreiben willst, > wird der aber schon ganz schön gross. Gewicht spielt hier meistens eine geringe Rolle. Wichtig ist die Vorbeugung gegen Elektrolyse.
Matthias S. schrieb: > Harald W. schrieb: >> Wenn Du damit auch wärmeerzeugende Geräte betreiben willst, >> wird der aber schon ganz schön gross. > > 2-3kW ist so der Normalfall. Ich habe schon Yachten gesehen, die aus den > US kamen und deswegen immer erstmal über einen dicken 230V/115V Trafo > angekoppelt werden. Praktischerwei > > Harald W. schrieb: >> Wenn Du damit auch wärmeerzeugende Geräte betreiben willst, >> wird der aber schon ganz schön gross. > > Gewicht spielt hier meistens eine geringe Rolle. Wichtig ist die > Vorbeugung gegen Elektrolyse. Das ist ein elektronischer Trafo mit 2600W, der wiegt nicht viel. Meine Frage bezog sich auch nur auf die Leitungsschutzschalter. Die scheinen ja in Ordnung zu sein. Sie wurden auch von der Klassifizierungsgesellschaft nicht beanstandet. Mir kamen die nur komisch vor, weil ich sowas für 230V noch nicht gesehen habe. Danke für die Antworten
Matthias S. schrieb: >> Wenn Du damit auch wärmeerzeugende Geräte betreiben willst, >> wird der aber schon ganz schön gross. > > 2-3kW ist so der Normalfall. Das reicht dann gerade mal für einen einfachen Wasserkocher.
Harald W. schrieb: > Matthias S. schrieb: > >>> Wenn Du damit auch wärmeerzeugende Geräte betreiben willst, >>> wird der aber schon ganz schön gross. >> >> 2-3kW ist so der Normalfall. > > Das reicht dann gerade mal für einen einfachen Wasserkocher. Wird mehr Leistung gebraucht, gibts den Generator mit 11KVA. Das ist dann schon ein Durchlauferhitzer...
Harald W. schrieb: > Das reicht dann gerade mal für einen einfachen Wasserkocher. Ja und? Ich weiss gar nicht, warum du hier postest und dann so auf wärmeerzeugendem Krams an Bord bestehst. Die Frage ist längst geklärt und wie der TE oder der Eigner an Bord seinen Tee kocht, kann uns doch wurscht sein.
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