Thomas schrieb:> Hält das auch auf Dauer (über Jahre hinweg) ohne irgendwann> Kontaktprobleme zu bekommen?
Vergiss es. Lies mal, welchen Widerstand die Paste schon initial hat...
Das ist hübsch, um mit Kindern mal kurz eine Schaltung "aufzumalen".
Aber für eine ernsthaft betriebene Schaltung solltest du auf normales
Lötzinn ausweichen.
> Gibt es andere Produkte, welche zu empfehlen sind?
Alles, was ich kenne ist bestenfalls "zur Not", "zum Basteln" oder "bis
zum nächsten Service" geeignet.
Lothar M. schrieb:> Alles, was ich kenne ist bestenfalls "zur Not", "zum Basteln" oder "bis> zum nächsten Service" geeignet.
Ok danke, dann werde ich löten
Andere Frage noch, weil ich gerade am einkaufen bin.
Welchen Leitungsdurchmesser vom Draht nehme ich am besten für
Lötverbindungen im Bereich bis zu 12V Bereich (mit einigen mA)? Ich habe
einige Stellen an meiner Lochrasterplatine, wo sich die Leitungen
kreuzen, daher nehme ich isolierten Draht (oder gibts bessere ideen)?
Wenn ich bei reichelt schaue finde ich zwar Draht zum löten, aber alles
nicht isoliert. :(
Thomas schrieb:> daher nehme ich isolierten Draht (oder gibts bessere ideen)?
Wie wärs denn einfach mit Kupferlackdraht? der tut i.d.R. für deine
Ansprüche seinen Dienst. Findest du auch beim großen R
(https://secure.reichelt.de/?ACTION=446;SEARCH=kupferlackdraht). Ich
denke 0,2 mm im Durchmesser dürfte reichen für deine paar mA.
Gruß
Thomas schrieb:> (oder gibts bessere ideen)?
Kommt auf die Bestückungsdichte an. Mit ein wenig "Glück" (gern auch
gesteuert durch Mitdenken) kannst du die Brücken auch auf der
Bauteilseite machen. So wie bei einer normalen einseitigen Leiterplatte
auch...
Noch einer schrieb:> 0,2 mm isolierten Draht findet man im Baumarkt - Telefonkabel zerlegen.
Welches Telefonkabel hat 0,2mm? Ich kenne die nur in 0,8 , 0,6 und als
Schaltdraht auch in 0,5mm.
Den 0,5er benutze ich immer für Lochraster, abisoliert als Leiterbahn,
isoliert für Brücken. Wenn ich viele Brücken brauche auch gerne
Fädeldraht.
Thomas schrieb:> hat jemand Erfahrungen mit leitende Tinte, so wie diese hier
Na zumindest brauchst du dann keine Widerstände mehr,
schon ein enfacher Strich damit hat 1kOhm.
Das ist die Graphitfarbe, die manchmal in Silikongummitastaturen als
Kontaktmaterial verwendet wird und dort auch als zweite Lage
Leiterbahnen eingesetzt wird - weil kein nennenswerter Strom über sie
fliesst.
> Gibt es andere Produkte, welche zu empfehlen sind?
"Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig
schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die
Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute
solcher Menschen. "
Graphitfarbe ist halt der billige Ersatz für Silbeleitlack.
http://www.ferro.com/NR/rdonlyres/CB512F5E-5D7E-4E4A-B678-6DF5D5A38047/0/automotive_products_conductivePastesSilverPastesProd_2006.pdf
Denn den haben gierige Verkäufer schon so weit mit Verdünnung gestreckt,
daß er nicht mehr leitet.
https://www.reichelt.de/?ARTICLE=10256&PROVID=2788&gclid=EAIaIQobChMIx7O86s6q1wIV04eyCh1qLwQ6EAQYASABEgK-8_D_BwE
Thomas schrieb:> daher nehme ich isolierten Draht (oder gibts bessere ideen)?
Ich nehme seit Jahrzehnten gerne Teflon-Wrapdraht. Abschneiden, das Ende
mit dem Lötkolben und Lötzinn zwei, drei Sekunden behandeln, dabei
schrumpft das Teflon um ca. 1 mm und der Draht wird verzinnt, das reicht
zum Anlöten. Andere Seite auf Länge schneiden, ebenso behandeln, anlöten
fertig. Es lässt sich ordentlich und orthogonal verlegen; man kann damit
aber auch totale „Vogelnester“ auf Lochrasterplatinen herstellen. Auch
ein abgerutschter Lötkolben richtet dank Teflon keinen Schaden an. Wenn
man es perfekt machen möchte, sind mehrere Farben für unterschiedliche
Signalgruppen ein Traum. Meine damaligen ECB-Baugruppen zur
Studentenzeit waren allerdings durchgängig rot, weil ich im Institut
eine Riesenrolle vor der Tonne retten konnte, die beim Wrappen mehr riss
als sich abzuisolieren.
Teflon ist nicht ganz unbedenklich. Wenn man es mit einem heißen
Lötkolben schafft, das Zeug anzukokeln, hat man auch gleich ein kleines
Wölkchen Fluorwasserstoff. Und falls man beim Herumbasteln o.ä. einen
Draht zum Glühen bringen sollte, wird das Wölkchen auch etwas größer.
Im Vergleich zu Fluorwasserstoff sind die Zersetzungsprodukte anderer
Kunststoffe wirklich harmlos.