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Forum: HF, Funk und Felder POCSAG Decoding


Autor: Alex Lie (lieale)
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Guten Tag,
Ich brauche Hilfe, da ich momentan komplett auf dem Schlauch stehe.

Erstmal kurz zu meinem Projekt:
Ich besuche in Südtirol eine Oberschule Fachrichtung Elektronik und 
mache als Abschlussarbeit ein POCSAG-Empfänger, für die freiwilligen 
Feuerwehren, welcher die empfangenen & unverschlüsselten Meldungen über 
einen Server als SMS weiterleitet.
Momentan komme ich nicht gut voran, die Idee ist mit einem Empfänger, 
welchen ich gekauft habe das Signal zu empfangen, zu demodulieren und 
anschließend mit einem µC zu dekodieren.
Als Empfänger habe ich ein fertiges Modem, welches mir als POCSAG Modem 
direkt aus China verkauft wurde, aber auf Nachfrage nach erfolglosen 
Tests nach dem Kauf, trotzdem kein POCSAG decodieren kann sondern nur 
mit anderen baugleichen Modems kommunizieren kann.
Der Hersteller lehnt eine Rücknahme ab, aber hat mir ein Teil des 
Schaltplanes zur Verfügung gestellt (im Anhang). Auf dem Schaltplan ist 
der TA31136 zu sehen, bei welchem auf der Seite 
(http://www.discriminator.nl/mvt-7100/index-en.html) beschrieben steht, 
dass PIN 9 als diskiminator Ausgang benutzt werden kann.

Was für ein Signal sollte ich nun bei diesem PIN abgreifen können? Ein 
demoduliertes FM Signal welches ich noch mit einem Schmitt-Trigger 
aufbereiten sollte und dann direkt auslesen kann?

Vielen Dank bereits für das Lesen und ich hoffe jemand kann mir helfen.

Grüße
Alex

Autor: Georg G. (df2au)
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Sieh dir mal diese Seite an
https://www.sigidwiki.com/wiki/POCSAG
Dort findest du viele Grundlagen.

Dein Schaltbild Auszug sieht so verkehrt nicht aus. Nur mit einem 
Schmitt-Trigger kannst du aus dem Basisband nur bei idealen Bedingungen 
das Signal extrahieren. Etwas Filterung brauchst du bestimmt. Dann ein 
Modem für die von dir gesuchte Baudrate und als Abschluss dann der 
Decoder (der ganz trivial auch nicht ist, aber es gibt wenigstens viel 
Infos im Netz).

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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Es gibt das Programm multimon für die Soundkarte, das u.a. POCSAG 
decodiert:
http://www.markus-gerber.ch/2015/07/pocsag-und-fms...

Der Pin 9 ist der normale FM-Diskriminatorausgang, da kommt 
Niederfrequenz heraus, hier das Datensignal als Rechteckschwingungen, 
laut Datenblatt etwa 100mV effektiv bei 1,5 kHz Frequenzhub. Das kann 
man unmittelbar in die Soundkarte einspeisen.

An pin 12 gubt es auch noch einen Feldstärkeausgang, damit könnte man 
auch einen einfachen Squelch bauen, oder z.B. zur Antennenausrichtung 
ein Anzeigeinstrument anschließen, das 80 dB Dynamikbereich umfasst.

Autor: Alex Lie (lieale)
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Vielen Dank für die Antworten.


Christoph K. schrieb:
> Der Pin 9 ist der normale FM-Diskriminatorausgang, da kommt
> Niederfrequenz heraus, hier das Datensignal als Rechteckschwingungen,
> laut Datenblatt etwa 100mV effektiv bei 1,5 kHz Frequenzhub. Das kann
> man unmittelbar in die Soundkarte einspeisen.

Das bedeutet das Signal sollte bei einem Frequenzhub von +4,5kHz (was 
bei Pocsag eine 0 bedeutet) um 300mV hoch gehen und um 300mV absinken 
wenn ein Frequenzhub von -4,5kHz besteht? Also sollte sich das gemessene 
Sinal zwischen -300mV und +300mV liegen?

Heute habe ich mir das Signal mal mit einem Oszilloskop nach dem 1. 
Filter (PIN 1 vom OPV) und nach dem 2. Filter (PIN 7) angeschaut, meinen 
Erinnerungen nach konnte ich ein Signal mit einer Amplitude von ca. 1V 
sehen welches ich aber nicht verwerten konnte, da ich einen Denkfehler 
hatte. Das Signal hatte auch einen Offset von 2V.

Autor: Martin (Gast)
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RTL sdr Stick + raspberry + multimonng geht super

Autor: Georg G. (df2au)
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Alex L. schrieb:
> Das Signal hatte auch einen Offset von 2V.

Das Signal am Basisband Ausgang hat einen Offset, der vom Wetter, der 
Tageszeit und dem Gesichtsausdruck des Nutzers abhängt. Der Offset ist 
die Abweichung der Mittenfrequenz des Senders von der Ratio-Mitte. Mit 
festen Werten kannst du da nur auf die Nase fallen. Zur Auswertung musst 
du den gleitenden Mittelwert mit dem Istwert vergleichen und auch eine 
Hysterese einbauen. Hier 
https://www.maximintegrated.com/en/app-notes/index... findest 
du eine Beispielschaltung (Bild 5).

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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Spätestens auf der Soundkarte sitzt sowieso ein Koppelkondensator, der 
den DC-Anteil abtrennt. Das Datensignal sollte gleichspannungsfrei sein, 
dazu wird oft verscrambled. Ich habe mit dem Vorgänger von multimon, dem 
soundmodem mal Packet-Radio decodiert.

Autor: Alex Lie (lieale)
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Martin schrieb:
> RTL sdr Stick + raspberry + multimonng geht super

Ich muss das Projekt mit einem µC realisieren und nicht mit Arduino, 
Rasperry usw.

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Georg G. schrieb:
> Alex L. schrieb:
>> Das Signal hatte auch einen Offset von 2V.
>
> Das Signal am Basisband Ausgang hat einen Offset, der vom Wetter, der
> Tageszeit und dem Gesichtsausdruck des Nutzers abhängt. Der Offset ist
> die Abweichung der Mittenfrequenz des Senders von der Ratio-Mitte. Mit
> festen Werten kannst du da nur auf die Nase fallen. Zur Auswertung musst
> du den gleitenden Mittelwert mit dem Istwert vergleichen und auch eine
> Hysterese einbauen. Hier
> https://www.maximintegrated.com/en/app-notes/index... findest
> du eine Beispielschaltung (Bild 5).

Vielen Dank für diese Antwort, sie hat mir wieder weiter geholfen. Wäre 
es theoretisch nicht möglich einen Kondensator vor einen Schmitt-Trigger 
zu schalten und so das DC zu filtern?

----------------------

Christoph K. schrieb:
> Spätestens auf der Soundkarte sitzt sowieso ein Koppelkondensator, der
> den DC-Anteil abtrennt. Das Datensignal sollte gleichspannungsfrei sein,
> dazu wird oft verscrambled. Ich habe mit dem Vorgänger von multimon, dem
> soundmodem mal Packet-Radio decodiert.

Soundkarte ist keine vorhanden, da das Projekt ohne PC mit einem µC 
realisiert werden soll.

----------------------

Im Labor habe ich mit dem Oszy nochmal den PIN 9 nachgemessen und hab 
nun das richtige Signal empfangen, zusätzlich hab ich noch ein PIN 
gefunden, welches auf HIGH geht, sobald was Sinnvolles empfangen wird.
In den Bildern kann man das auf CH2 sehen. Auf CH1 befindet sich PIN 9 
und wenn man anzoomt kann man auch genau das gesuchte Signal finden.

Autor: Georg G. (df2au)
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Alex L. schrieb:
> Kondensator vor einen Schmitt-Trigger
> zu schalten und so das DC zu filtern?

Kann man machen. Das Problem sind die Zeitkonstanten. Wenn der Sender 
oder Empfänger etwas in der Frequenz daneben liegen (wenige kHz reichen 
aus), bekommst du einen recht grossen Sprung im DC-Mittelwert, sobald 
der Sender hochtastet. Den musst du schnell genug verdauen, ehe die 
Präambel vorbei ist. Andererseits ist das Pocsag Signal nicht 
gleichspannungsfrei und du möchtest eine große Zeitkonstante haben. Das 
beisst sich dann etwas.

Kennst du den RPC? Da ist eine erprobte Schaltung drin.

Autor: Alex Lie (lieale)
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Georg G. schrieb:
> Kann man machen. Das Problem sind die Zeitkonstanten. Wenn der Sender
> oder Empfänger etwas in der Frequenz daneben liegen (wenige kHz reichen
> aus), bekommst du einen recht grossen Sprung im DC-Mittelwert, sobald
> der Sender hochtastet. Den musst du schnell genug verdauen, ehe die
> Präambel vorbei ist. Andererseits ist das Pocsag Signal nicht
> gleichspannungsfrei und du möchtest eine große Zeitkonstante haben. Das
> beisst sich dann etwas.

Danke für den Hinweis, also sollte ich eine Data-Slicer-Schaltung 
einbauen? Wenn ich richtig verstanden habe erkennt die den DC-Mittelwert 
und der Schmitt-Trigger arbeitet dann anhand der Werte ober und 
unterhalb des Mittelwertes?

Georg G. schrieb:
> Kennst du den RPC? Da ist eine erprobte Schaltung drin.

RPC sagt mir leider nichts.

Autor: Georg G. (df2au)
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Alex L. schrieb:
> RPC sagt mir leider nichts

Radio Paging Controller von DL3KHB

Eine Eurokarte mit einem 80C552 und viel Drumherum. Wurde (wird) als 
Interface zwischen Pocsag Sender und einem PC mit "Funkruf Master" 
Programm genutzt.

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