Ich bin noch relativ neu dabei, habe aber schon ein paar
Lochrasterplatinen entworfen und gelötet, alles bedrahtet.
Meine Frage wäre nun zum Einen, ob es sich überhaupt lohnt, selbst als
Hobby SMT zu löten oder ich mir nicht einfacher fertige Module kaufe
(mir geht es hauptsächlich um das Programmieren) und zum Anderen auch,
auf was man eigentlich SMT lötet. Ich sehe immer nur geätzte Platinen
(für mich eigentlich zu aufwendig) oder lese den Tipp, dass man die
Kontakte auf Lochrasterplatinen halbieren soll. Bei zweiterem weiß ich
nicht so genau, was ich davon halten soll.
Worauf kann man denn sonst SMD-Bauteile löten? Ich finde keine
Rasterplatinen mit Kontakten im 1.27mm Abstand.
Vielen Dank.
HeyHo schrieb:> ob es sich überhaupt lohnt, selbst als Hobby SMT zu löten
Ja! Das war für mein Hobby fast ein Quantensprung. Seitdem mache ich
meine Layouts selber und kann richtig interessante Projekte umsetzen.
Die Adapter sind zum testen super, aber meistens fehlt da doch
irgendwas, ist nicht dokumentiert oder schlecht verarbeitet.
Platine layouten und dann in China bestellen. Für die Sauerrei mit dem
selbst ätzen habe ich keine Lust und Vias oder gar 4 lagige Platinen
kriegt man selbst kaum hin. Vor allem 2 lagige Platinen sind
mittlerweile äußerst günstig zu kriegen, wenn es einem nichts ausmacht
ein paar Wochen zu warten.
Sebastian V. schrieb:> Platine layouten und dann in China bestellen. Für die Sauerrei mit dem> selbst ätzen habe ich keine Lust
Ja, die Sauerei sollen eher die Chinesen bei sich behalten. Ist billig
und weit weg. Da muss ich mir keine Gedanken über die Entsorgung der
Chemikalien machen.
USA ist auch günstig, hier gleich mal 10000 kleine verschiedene
Leiterplatten. Da die Richtige zu finden ist nicht ganz leicht.
https://oshpark.com/shared_projects
Lutz H. schrieb:> USA ist auch günstig, hier gleich mal 10000 kleine verschiedene> Leiterplatten. Da die Richtige zu finden ist nicht ganz leicht.> https://oshpark.com/shared_projects
OSH Park ist auch top. Für sehr kleine Platinen sogar oftmals noch
günstiger als China, da exakt die Fläche berechnet wird und nicht wie in
China üblich aus festen 5x5cm Stückelungen wählbar.
Bevor hier jeder "seinen" PCB-Hersteller anpreist, sei auf
Platinenhersteller verwiesen. Da findest du die besagten
China-Hersteller (die üblicherweise im 5er- oder 10er-Pack liefern),
aber auch alles mögliche andere.
SMT lohnt sich auf jeden Fall. Wenn du mit halbwegs aktuellen Bauteilen
arbeiten willst, kommst du kaum drumrum. Im Prinzip kannst du heute
„bastlerfreundlich“ umdefinieren von seinerzeit „gibt's als DIP“ auf
„gibt's nicht nur in QFN/BGA“. QFN oder gar BGA sind bastlermäßig
wirklich nicht so ganz einfach, der andere SMD-Kram macht dagegen Spaß,
sofern man etwas besseres als nur einen „Klempnerlötkolben“ hat. Wenn
man älter wird, kommt man auch um ein optisches Hilfsmittel nicht
drumrum. Manch einer schwört auf eine gute Kopflupe, aber auch
Stereomikroskope sind in einem Preisbereich schon zu haben, den man
als Bastler erreichen kann.
Selbst ätzen ist durchaus auch mit SMD noch machbar, industriell
gefertigte Platinen sind halt nur mit ihren Durchkontaktierungen
einfacher zu handhaben.
Jörg W. schrieb:> sofern man etwas besseres als nur einen „Klempnerlötkolben“ hat
Ich persönlich schwöre mittlerweile sehr auf meine 35 Euro ATTEN-Klon
Heißluftlötstation.
Damit spare ich mir ein Großteil des Gefummels.
Und ja, ich kann den anderen nur beipflichten: Seit ich von DIP,
Lochrasterplatine und dergleichen auf SMD und Platinen aus China
umgestiegen bin, hat sich mir eine ganz andere Qualität bei meinen
Projekten eröffnet.
Das motiviert und erhöht die "Produktivität" was wiederum zu
schnelleren/besseren Ergebnissen und mehr Erfahrungen führt.
Jörg W. schrieb:> Manch einer schwört auf eine gute Kopflupe, aber auch> Stereomikroskope sind in einem Preisbereich schon zu haben
Mit etwas Löterfahrung/Übung reicht eigentlich Lesebrille, 1€ 10x
Pollin-Lupe zur Kontrolle und ausreichend Licht.
Ein Dutzend Fine-Pitch ICs löten, mag damit aber weniger Spaßig sein,
gehen tut's problemlos.
Gute Löte, Flussmittel, Endlötlitze is da (erstmal) wichtig. Mit 0815
Zeug... vergiss es. (GUT nicht unbedingt Teuer)
Teo
Ein AlterSack, der mittlerweile mehr nach Gehör lötet. ;)
Stefan S. schrieb:> Ich persönlich schwöre mittlerweile sehr auf meine 35 Euro ATTEN-Klon> Heißluftlötstation.
PS: Wird meine nächste Spielerei :)
Teo D. schrieb:> Mit etwas Löterfahrung/Übung reicht eigentlich Lesebrille
Kann sein, ich habe den Kauf des Stereomikroskops jedenfalls nie
bedauert.
(Vermutlich ähnlich alter Sack wie du. :-)
Wer Platinen selbst fertigt ist erstmal daran interessiert, es einseitig
zu machen.
Da sollte man möglichst SMD verwenden.
Löcher bohren ist doof!
Aber um Brücken zu vermeiden, sollte man sowieso benötigte Bauteile in
bedrahteter Ausführung nehmen.
Die Mischung macht es.
Jörg W. schrieb:> Kann sein, ich habe den Kauf des Stereomikroskops jedenfalls nie> bedauert.
Glaubst du ich, wenn ich hätte. :)
(is schon genug Gerümpel)
> (Vermutlich ähnlich alter Sack wie du. :-)
Nee, da kann ich nich ganz mithalten. :)
michael_ schrieb:> Wer Platinen selbst fertigt ist erstmal daran interessiert,...
Da gibst kein Buchstaben dran zu ändern, hinzuzufügen.... :)
U. M. schrieb:>> Ich finde keine Rasterplatinen mit Kontakten im 1.27mm Abstand.> Doch, gibt es auch, so wie hier zu sehen:
Wobei "SMD" ja keineswegs "1,27 mm" bedeutet. Das war vielleicht
vor 20 Jahren mal so. Inzwischen ist die Idee, dass man auch nur
irgendein einheitliches Raster benutzen könnte für seine Bauteile,
komplett gestorben. Bei SMD gibt's zwischen 0,4 und 1,27 mm so
ziemlich alles, was man sich vorstellen kann: 0,4 mm, 0,5 mm, 0,65 mm,
0,8 mm, 1,0 mm, 1,27 mm.
Jörg W. schrieb:> QFN oder gar BGA sind bastlermäßig> wirklich nicht so ganz einfach, der andere SMD-Kram macht dagegen Spaß,> sofern man etwas besseres als nur einen „Klempnerlötkolben“ hat.
QFN und manche BGAs geht noch, richtig übel sind die besonders kleinen
Bauteile.
Alles was deutlich unter 0,5mm Pin-Abstand liegt, ist manuell nur noch
mit Hilfsmitteln machbar.
Empfehle für den Anfang übrigens Lötpaste und Heißluftkolben. Dazu
billige Bauteile zum üben
Hallo
bin ich eigentlich alleine hier der sich fragt ob mit Adapterplatinen
nicht einer der Hauptvorteile von SMT aufgegeben wird:
Sehr kleiner Aufbau möglich und doppelseitige Bestückung deutlich
einfacher als bei THT?
Neben den Platzvorteil wird mit Adapterplatinen auch die elektrischen
Vorteile aufgegeben die ein engster Aufbau bieten.
Man holt sich eigentlich doch "nur" die Möglichkeiten von modernen ICs
in Haus, welche es halt nur noch im SMT Bauformen gibt, aber verzichtet
zum Großteil auf die weiteren, Zentralen Vorteile der SMT Technologie
wie verzicht auf Bohrungen und deutlich geringerer Platzbedarf.
Eigentlich bleibt für ein Projekt das alle Eigenschaften von SMT
ausnutzen soll doch nur der Weg über eine selbst Layoutete und von
extern gefertigte Platine übrig.
Und auch in China ist solch eine Platinenproduktion immer deutlich
sauberer als zuhaue bei sich selbst, und frei von "Sauereien" da auch
die Chinesen nicht doof sind und natürlich einen geschlossenen Kreislauf
anwenden und die irgendwann doch in geringe Mengen entstehende
Abfallstoffe vernünftig aufbereitet bzw. entsorgt werden.
In China hat sich bezüglich der Umweltgesetzgebung in den letzten Jahren
sehr viel geändert und insbesondere dort wo Elektronik produziert wird
werden die Gesetze auch angewendet und auch von der Obrigkeit streng
überwacht - der einzige noch zu Kritisierende Punkt im Elektronikbereich
ist leider die immer noch schlechte Bezahlung (zumindest für unsere
Verhältnisse) insbesondere bei den Menschen welche "wirklich" in der
Produktion vor Ort beschäftigt sind - aber auch da ist der Chinesische
Arbeiter langsam an aufwachen und kämpft relativ erfolgreich um seine
Rechte.
Daher sehen sich die Großen Produzenten auch immer mehr in Indien und
ähnlichen "Preiswerten" Staaten um wo der einfache Produktionsarbeiter
auch in Zukunft ausgenutzt werden kann.
Jemand
Dank SMD brauche ich für mein Hobby kaum Platz. Für ein recht
umfangreiches Bauteilsortiment reicht bequem eine Schublade.
Platinen liefert entweder der Chinese, oder man macht sie per
Tonertransfer. Bei geschicktem Routing geht das alles auf einer Lage.
Bohren überflüssig.
Einfach darauf achten, große SMD-Bauteile zu verwenden, schon hat man
keine Probleme mit dem Löten mehr.
Viele moderne Bauteile sind sogar nur in SMD verfügbar. Wer halbwegs
moderne Bauteile verwenden will, hat gar keine andere Wahl als SMD zu
verwenden.
Zusatznutzen:
Mit SMD, selbst wenn man das grobe 1206 verwendet, wird die Elektronik
sehr viel kompakter. Auf der Fläche der freien Version von Eagle lassen
sich mit SMD recht komplexe Platinen hinbekommen.
Folgende Gehäuse sind leicht zu löten:
- 1206 oder 0805 für Kondensatoren und Widerstände
- SOT-23 für Transistoren und Dioden
- SO-8 oder SO-20 für kleine IC
- TSOP-44 für große IC und Microcontroller
...je nach Geschick gehen auch QFN, LQFP, aber das sollte man als
Anfänger eher vermeiden.
Hallo,
> Jörg W. schrieb:> Bei SMD gibt's zwischen 0,4 und 1,27 mm so> ziemlich alles, was man sich vorstellen kann: 0,4 mm, 0,5 mm, 0,65 mm,> 0,8 mm, 1,0 mm, 1,27 mm.
das ist ja alles richtig und ja, BE im DIL-Raster werden immer seltener.
Aber zumindest Standardlogik und viele Standard-OPV kann man immer noch
im DIL-Gehäuse kaufen.
Bei anderen Bauelemente, die es nur als SMD gibt, hat man oft noch die
Auswahl zwischen mehreren Gehäusetypen.
Ein Gehäuse im 100mil-Raster (1,27mm) ist schon noch oft dabei. Als
Bastler sollte man also bevorzugt auf diese Gehäusetypen setzen (z.B.
SOx statt TSSOPx oder QFN und schon gar nicht BGA).
Auch hat man oft die Möglichkeit, ein alternatives BE zu wählen, das es
eher in einer genehmeren Bauform gibt.
Wer da aber unsicher ist, der kann ja hier fragen.
Gerade was die BE-Auswahl betrifft, ist so ein Forum manchmal Gold wert.
Und wenn es gar nicht anders geht, dann kann man auch mal improvisieren.
http://uwiatwerweisswas.schmusekaters.net/Uwi/ELEKTRONIK/Opto_Laser/Lasersteuer_2_kl.jpg
Das kostet wenig Geld, nur Zeit.
Gruß Öletronika
U. M. schrieb:> Aber zumindest Standardlogik
… wird immer seltener benötigt.
Wenn ich sie benötige, dann tendiere ich zu Einzelgattern. Die Zeiten,
wo man Kuchenbretter voller 4x2-NAND etc. hatte, dürften der
Vergangenheit angehören.
> Als Bastler sollte man also bevorzugt> auf diese Gehäusetypen setzen (z.B. SOx statt TSSOPx oder QFN und schon> gar nicht BGA).
Warum sollte „man“? Kann doch jeder für sich entscheiden, auch als
Bastler.
Wenn ich mich zwischen SOIC und TSSOP entscheiden kann, tendiere ich
zu letzterem. Spart Platz. Meiner 0805er Bauteile habe ich im Laufe
der Jahre langsam auslaufen lassen, Standard zu Hause ist 0603. Für
UHF-Schaltungen greif' ich schon auch mal zu 0402, aber das nur, wo es
wirklich nötig ist.
QFN nehme ich aber in der Tat auch nicht so gern.