Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Disco-Blitzröhre (Xenon) als mobilen Fotoblitz einsetzen!?


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von Pfotograph (Gast)


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Moin Moin,

Für (nächtliche) Fotografieprojekte suche ich eine Möglichkeit, mobil 
(also z.B. (Auto-)Batteriebetrieben) möglichst helle Einzelblitze zu 
erzeugen.

Obwohl alle Welt nur noch von LEDs spricht, gibt es ja immernoch die 
guten alten Xenon-Blitzgeräte, und solange es um Einzelblitze geht, sind 
die Blitzröhren in Sachen Lichtleistung immer noch ungeschlagen.

Ich finde bei Conrad ohne Probleme Blitzröhren, die mit bis zu 230Ws 
(10€) angegeben sind, die Ersatzröhren für 1500W Disco-Stroboskope sind 
für 30€ zu haben.

Allerdings finde ich kaum Schaltungen (und ich meine keine 230V 
Inverter), mit denen sich solch leistungsstarken Blitzlampen ohne 
Netzspannung betreiben lassen.

Wie kommt das? Ist das wirklich so schwierig? Oder ist das einfach eine 
Technik aus dem "PreInternet"-Zeitalter!?

Gibt es hier evtl. noch alte Hasen, die mich in die richtige Richtung 
bringen können, wenn auch nur mit den richtigen Suchbegriffen!?

Es muss ja nicht gleich die 1500W Version sein, aber wie betreibt man 
wohl solch eine Röhre wie diese mobil!? 
https://www.conrad.de/de/xenon-ring-blitzroehre-inhalt-1-st-540982.html

Und ja, Hochspannung ist kein Spaß, ich weiß...

: Verschoben durch Moderator
von Harry L. (mysth)


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von Starenkasten (Gast)


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Vor einigen Jahren hab ich mal mit Blitzroehren experimentiert. Die 
Schaltung war aus dem Internet. Der Uebertrager zur Erzeugung der ~300V 
war recht schwach, sodass der Kondensator einige Zeit gebraucht hat zum 
Laden. Fuer einen Fotoblitz ist das vermutlich nicht sehr kritisch.

Die Spannung birgt eine gewisse Gefahr, ich hab die Schaltung immer aus 
Batterien versorgt, um eine Potentialtrennung gegen Erde zu haben.

von dolf (Gast)


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Pfotograph schrieb:
> Allerdings finde ich kaum Schaltungen (und ich meine keine 230V
> Inverter), mit denen sich solch leistungsstarken Blitzlampen ohne
> Netzspannung betreiben lassen.

file:///C:/Users/EGONOL~1/AppData/Local/Temp/BLITZ.pdf

eigenbau gewitter
ist als tochterblitz ausgeführt.
mfg

von Falk B. (falk)


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@dolf (Gast)

>file:///C:/Users/EGONOL~1/AppData/Local/Temp/BLITZ.pdf

Toll! Dumm nur, daß WIR keinen Zugriff auf dein Laufwerk C: haben.

von Falk B. (falk)


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@Pfotograph (Gast)

>Obwohl alle Welt nur noch von LEDs spricht, gibt es ja immernoch die
>guten alten Xenon-Blitzgeräte, und solange es um Einzelblitze geht, sind
>die Blitzröhren in Sachen Lichtleistung immer noch ungeschlagen.

Eben.

>Allerdings finde ich kaum Schaltungen (und ich meine keine 230V
>Inverter), mit denen sich solch leistungsstarken Blitzlampen ohne
>Netzspannung betreiben lassen.

>Wie kommt das? Ist das wirklich so schwierig? Oder ist das einfach eine
>Technik aus dem "PreInternet"-Zeitalter!?

Du hast schlecht gesucht. Einen Inverter von 12V auf 300-400V gibt es an 
jeder Ecke.

>Es muss ja nicht gleich die 1500W Version sein, aber wie betreibt man
>wohl solch eine Röhre wie diese mobil!?
>https://www.conrad.de/de/xenon-ring-blitzroehre-in...

Nicht viel anders als an Netzspannung, nur daß hier die Gleichspannung 
nicht per Gleichrichter sondern Step Up Converter bereitgestellt wird.

von Magnus M. (magnetus) Benutzerseite


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dolf schrieb:
file:///C:/Users/EGONOL~1/AppData/Local/Temp/BLITZ.pdf

Du hast vergessen das Image deiner Systempartition anzuhängen.

von Georg G. (df2au)


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Ein Xenon Blitz ist eine einfache Schaltung und unkritisch.

Welche Leistung soll dein Blitz haben? 250Ws sind ein guter Anfang. Bei 
1000Ws räumt dir ein Kurzschluß den Arbeitstisch auf. 5000Ws kann man am 
passenden Standort etliche Kilometer weit sehen. Potentiell tödlich sind 
aber schon 30Ws. Die Blitzröhre kann es bei den Versuchen zerlegen. Also 
immer eine Brille tragen. Aus eigener Erfahrung kann ich dir versichern, 
dass das Entfernen von Glassplittern aus dem Auge sehr unangenehm ist.

Sieh in das Datenblatt der Blitzröhre, welche maximale Spannung sie 
verträgt.  Meist sind 1000V noch zulässig. Wichtig ist auch, welche 
minimale Spannung sie braucht (für die Entladung, nicht Zündspannung). 
300V sind üblich.

Du brauchst "Blitzelkos". Die sind speziell für Hochstromentladungen 
gewickelt. Meist sind sie für 350V ausgelegt,ab und an findet man auch 
welche für 450V. Nimm nicht einen großen Eimer, schalte lieber 2 oder 
mehr parallel. Sie danken es dir durch Lebensdauer. Wenn du 2 Gruppen in 
Serie schalten willst, musst du mit Widerständen für etwas Querstrom 
sorgen, damit sich die Spannung gleichmässig verteilt. Egal, was dir der 
Lieferant erzählt, die Elkos solltest du einige Tage formieren, also 
über einen Vorwiderstand an Spannung legen (50% Unenn) und die Spannung 
nach und nach erhöhen bis auf Unenn. Dabei den Leckstrom beobachten. 
Nicht anfassen, um die Temperatur zu prüfen. Am besten alles gut 
abdecken. Es kann schon mal passieren, dass ein Elko alles mißversteht 
und sich zerlegt. Das gibt einen Knall und eine Riesen Sauerei.

Nun brauchst du nur noch einen Wandler von Batterie auf deine gewünschte 
Nennspannung. Schaltungen dafür gibt es im Netz zu Hauf. Du kannst die 
Blitzintensität über die Spannung am Elko regeln. Du muss nur auf die 
minimale Spannung laut Datenblatt achten.

von Harald (Gast)


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Hier kann man den grundsätzlichen Aufbau eines Blitzes mit der XOP1500 
studieren.
http://www.lighting-gallery.net/gallery/displayimage.php?album=2488&pos=33&pid=100184

Die Röhre bekommt sozusagen die Netzspannung (hier einwellig) angelegt. 
Durch Verschiebung des Zündzeitpunktes kann man die Hellgkeit variieren.

Leider ist man bei diesem Aufbau an die Netzfrequenz gebunden. Wenn man 
davon unabhängig sein will, müsste man die Blitzenergie eben in einem 
Kondensator vorhalten.

von praktika (Gast)


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Harald schrieb:
> Wenn man
> davon unabhängig sein will, müsste man die Blitzenergie eben in einem
> Kondensator vorhalten.

Kenne ich eigentlich nur so, alles andere ist schon merkwürdig.

Harald schrieb:
> Die Röhre bekommt sozusagen die Netzspannung (hier einwellig) angelegt.

Hohoho... Das gibt aber fette Impulsströme. Da warten wir doch mal ab 
was die hier anwesenden PFC-Fetischisten und "TAB der Energieversorger" 
Spezies da dazu zu sagen haben:-))

von Harald (Gast)


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Die Impulsströme sind/waren in der Tat recht heftig.

Zwei Blitzer an einer gewöhnlichen 16A Phase gingen definitiv nicht, 
manchmal reichte auch schon ein Blitzer zum Auslösen eines B-Automaten.

Google mal nach XOP1500 circuit (Bildersuche), da sieht man die 
typischen Platinen ohne Kondensator - höchstens mal so ein paar nF...

von Falk B. (falk)


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@Harald (Gast)

>Die Impulsströme sind/waren in der Tat recht heftig.

Das Konzept ist ja auch ausgewachsener Schwachsinn!
Warum wohl hat eine gescheite Blitzröhrenschaltung einen 
Blitzkondensator und einen Ladewiderstand bzw. Ladeelektronik? Eben 
damit die Energie in einem kurzen Puls zur Verfügung steht, das Netz 
nicht pulsartig belastet wird und außerdem die Röhre nicht sinnlos und 
"endlos" brennt. Denn der Witz eines BLITZlichtes ist u.a. die kurze 
Brenndauer von Pi mal Daumen 1ms, nicht 10ms Sinushalbwelle aus dem 
Netz.

>Google mal nach XOP1500 circuit (Bildersuche), da sieht man die
>typischen Platinen ohne Kondensator - höchstens mal so ein paar nF...

Anleitung zu groben Unfug? Darwin-Awards? Jackass reloaded? OMG!

von Harald (Gast)


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@Falk:
Was läuft denn hier?
Die Schaltung schlage ich nicht vor, es geht um die ANALYSE (!!!) der 
Schaltung, die nahezu unverändert seit 30 Jahren so in jedem XOP-Blitzer 
eingesetzt wird.
Sind also Millionen von Geräten mit „ausgewachsenen Schwachsinn“ 
draußen, hättest die Hersteller ja mal vor 30 Jahren beraten können.

von Gerald B. (gerald_b)


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Ich würde es mit der Modifikation eines 12 auf 230V Spannungswandlers 
versuchen. 150W bekommt man günstig nachgeworfen, oder man hat bereits 
einen fürs Campen und will was Kräftigeres :-)
Die "ganz dicken" Röhren wollen auch mehr Betriebsspannung. Bekommt man 
mit einem Spannungsverdoppler hin. Als Blitzkondensator sind auch gut 
dicke Metallpapier oder Folienkondensatoren geeignet. Die haben den 
Vorteil, das sie einen geringeren ESR haben und kürzere, knackigere 
Blitze geben.
Als Fotoblitz sollte man auch ins Datenbaltt schauen, ob die Blitzröhre 
auch UV-Strahlung ungefiltert raushaut, oder ob der Quarzglaskolben 
dotiert ist und die UV-Strahlung ausfiltert, was für Fotoblitzer 
wünschenswert ist.

von Pfotograph (Gast)


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So, dank den Hinweisen und Links hier bin ich fündig geworden:
http://www.xenonflashtubes.com/12v-photo-flash.html
http://www.xenonflashtubes.com/schematics/

Denke da werde ich mir mal was bestellen.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Wenn du mal über den Flohmarkt streifst, findest du praktisch an jedem 
Stand, der alte Fotoapparate anbietet, auch Blitzgeräte, die genau das 
machen, was du möchtest. Sie erzeugen aus z.B. 3 oder 4 Mono-, Baby- 
oder Mignonzellen per Spannungswandler die Spannung zum Aufladen des 
o.a. Blitzelkos und haben auch gleich den kleinen Zündtrafo, der die 
Röhre triggert.

Bessere Blitzgeräte haben auch noch eine trickige Thyristorschaltung, um 
den Blitz schwächer/kürzer zu machen oder um ihn lichtabhängig zu 
steuern. Das ist jahrzehnte lang bewährte Technik - erst neulich konnte 
ich mal den berühmten Mecablitz 60 mit 2 Blitzröhren demontieren:
https://www.ebay.com/p/Metz-Mecablitz-60-CT-4-Handle-Mount-Flash/218364559

Gibts mit Handeln für ein paar Euro fuffzig.

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