Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Passlab Clone Aleph M(J) Störungen am Ausgang


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von Spannungsteiler (Gast)


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Guten Abend an das Forum!

Aus Neugier und Liebe zum klaren Sound, habe ich bei eBay
erhältlichen Passlab Class-A Eintaktverstärker, den Aleph J
(mit 1 Paar Ausgangstransistoren heißt es Aleph M) nachgebaut.

Der Amp funktioniert auch problemlos, der Sound ist hochauflösend
sehr angenehm und verzerrungsfrei. Aber nur Fast verzerrungsfrei.

Ich messe am Lautsprecherausgang sehr interessante Burststörungen
im Megahertzbereich.

Die Störungen sind nur am Ausgang vorhanden, aber NICHT auf der
Versorgungsleitungen (zumindest dort nicht messbar)

Es ist ein Restbrumm 100Hz, 5mV Eff. AC  vorhanden, und auf diesem
Brumm reiten die Störungsburts die etwa 2,5 MHz und 2-3 µS lang sind,
mit 50Hz Wiederholungen.

Meine Frage betrifft diese gemessene Störungen. Was sind es überhaupt,
woher könnten sie kommen?
Bin kein Experte und daher etwas Ratlos, wie ich sie eliminieren
könnte, und überhaupt, wie sie entstehen können ???

Bin sehr Dankbar für euere Meinungen und Lösungsvorschläge!
Auch würde ich mich über Beiträge freuen, von Leuten die Passlabs-Clones
nachgebaut und/oder Erfahrungen mit diesen Amps gesammelt haben !

Habe die relevanten elektrischen Infos Angehängt.....

Vielen Dank!

von Spannungsteiler (Gast)


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Apropos;
Ich benutze den RCA, also Mono Cincheingang.
Bei der Messung liegt dieser Eingang auf Masse.
Die Messung ist immer gleich bei;
- Offenem Ausgang oder
- Lautsprecherbox mit 8 Ohm angeschlossen oder
- Messwiderstand von 8,2 Ohm 50W angeschlossen.

Gruß!

von U. M. (oeletronika)


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Hallo,
> Ich messe am Lautsprecherausgang sehr interessante Burststörungen
> im Megahertzbereich.
> Die Störungen sind nur am Ausgang vorhanden, aber NICHT auf der
> Versorgungsleitungen (zumindest dort nicht messbar)
Welche Spannungsverstärkung hat das Teil denn?

> Es ist ein Restbrumm 100Hz, 5mV Eff. AC  vorhanden, und auf diesem
> Brumm reiten die Störungsburts die etwa 2,5 MHz und 2-3 µS lang sind,
> mit 50Hz Wiederholungen.
Was ist mit der Stromversorgung? Wie sieht die aus.

Kann auch irgend eine Elektronik in der Nähe sein.
Mache mal eine Leiterschleife von der Oszi-Tastspitze gegen Masse mit 
einem Durchmesser von ca. 10cm und scanne damit mal alles elektronische 
Gerät in der Umgebung ab (Spannung auf Minimum und Tastspitze am besten 
auf 1:1).
Synchronisiere am besten auf die Störung.

> Bin kein Experte und daher etwas Ratlos, wie ich sie eliminieren
> könnte, und überhaupt, wie sie entstehen können ???
In der heutigen Zeit gibt es lange keine EM-störfreie Umgebung mehr.
Wenn man nur genug verstärkt, bekommt man immer irgend welchen Dreck zu 
sehen.
Gruß Öletronika

von Spannungsteiler (Gast)


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Hallo, und Danke!
Das ist dieses Teil :
Ebay-Artikel Nr. 281868398857

BZW dies hier ;
http://www.kk-pcb.com/a3serv.pdf

Es hat eine 10 fache Verstärkung, siehe R111/R10

Die Stromversorgung ist "sauber", siehe Schaltplan oben.
Wobei ich nur 1x Gleichrichter benutze, vielleicht ist der überlastet?
Komischerweise reiten die Störbursts in 100Hz Takt dann wo eine
halbe Ladeperiode abgeschlossen ist.

Ausser Oszi neben der Schaltung habe ich kein anderes Gerät in der nähe.

Kann es sein, dass die Bursts doch über die Versorgungsleitungen
eingeschleusst werden, die ich aber nicht messen kann, aber nach der
10 facher Verstärkung am Ausgang messbar werden.??

Ich tappe noch im Dunkeln......

von U. M. (oeletronika)


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Hallo,
> Spannungsteiler schrieb:
> Wobei ich nur 1x Gleichrichter benutze, vielleicht ist der überlastet?
> Komischerweise reiten die Störbursts in 100Hz Takt dann wo eine
> halbe Ladeperiode abgeschlossen ist.
Kann sein, dass die Stromflanken beim Durchsteuern der 
Gleichrichterdioden übersprechen. Das kann über Leitung aber auch per 
Luftstrecke passieren.
Hier zu sehen (die Stromspitzen unten = grün).
https://www.mikrocontroller.net/attachment/199555/11.png

> Ausser Oszi neben der Schaltung habe ich kein anderes Gerät in der nähe.
> Kann es sein, dass die Bursts doch über die Versorgungsleitungen
> eingeschleusst werden, die ich aber nicht messen kann, aber nach der
> 10 facher Verstärkung am Ausgang messbar werden.?

Schau mal, ob die Störunge immer genau im Bereich der ansteigenden 
Spannungsflanke sind, ziemlich weit oben, wo der Elko nachgeladen wird.
Gruß Öletronika

: Bearbeitet durch User
von PSRR (Gast)


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...oder am Ende der Nachladephase. Dort nämlich, wo die
Gleichrichter-Dioden in den Sperrzustand übergehen (Reverse Recovery).

Häufig ist das Problem mangelnde PSRR - vor allem Einkopplung von der 
negativen Rail, bzw. auf darauf referenzierte Schaltungsteile.

Versuche doch mal, den DiffAmp gefiltert zu versorgen. Die Endstufe 
selbst ist bei den meisten Designs praktisch immun gegenüber Störungen 
auf der Versorgung, bei DiffAmps und anderen Teilen der Vorstufe kann 
das anders aussehen.

Ideal wäre eine zweite symmetrische Versorgung, die selbst nahezu völlig 
störfrei ist. Zumindest aber mittels CRC (R vielleicht um 1k), + einem 
Ferrite Bead seriell zum R, von dieser entkoppelt.

Sollte das nichts bringen, wäre ich überrascht - dann kämen aber noch 
gewisse andere Ansätze (zusätzlich zu gerade genannter Filterung 
natürlich besser als für sich), denen ich aber nicht ganz so viel 
zutraue, in Frage:

Welche Brücke genau wurde verwendet? Standardbrücke, oder irgendwas 
besonderes - Schottky, schnelle Dioden? Sind die 47n Kondensatoren über 
den Dioden vorhanden? Welcher Art sind diese? Niederinduktiv angebunden/ 
angelötet?

Wenn ja, und trotzdem Probleme: Wäre eine Modifikation möglich, seriell 
zu den 47n Widerstände zu setzen, und 10n ohne Widerstände zusätzlich 
parallel? (Wirksamer bei höherer Frequenz, gleichzeitig Erhaltung einer 
hohen Snubberwirkung, und dazu noch Schwingdämpfung.

Ist aber alles ein wenig "dumm gefragt" (wirst es schon gescheit 
aufgebaut haben), und irgendwo ein wenig viel "Herumgedoktere", jedoch 
könnte es schon was bringen.

Viel Erfolg!

von PSRR (Gast)


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Mist. Ich sehe gerade, daß die Versorgung recht niedrig ist, und/ aber 
der DiffAmp recht viel Strom zieht. Da ist 1kOhm nicht wirklich gut zum 
Filtern...
wirst vermutlich selbst bemerken, ich wollte nur nicht als Vollidiot 
dastehen. ;-)

von MaWin (Gast)


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Spannungsteiler schrieb:
> auf diesem
> Brumm reiten die Störungsburts die etwa 2,5 MHz und 2-3 µS lang sind,
> mit 50Hz Wiederholungen.
>
> Meine Frage betrifft diese gemessene Störungen. Was sind es überhaupt,
> woher könnten sie kommen?

Siehe

http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm

und stecke eine Ferripeerle über den Gate-Anschluss und 
Source-Anschluss.

von Spannungsteiler (Gast)


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Hallo Jungs,
vielen Dank für so viel Unterstützung!
Ich werde demnächst einige euere Vorschläge ausprobieren und
berichte dann über diese Schritte!

Ich habe noch kein Gehäuse für das Projekt, die Platinen sind
alle auf ein Holzbrett geschraubt. Problematisch ist die
Veränderungen an den Endstufenplatinen, da diese auf ein
großes Kühlkörper geschraubt sind.

Nicht desto trotz bleibe ich dran und werde mit euere Hilfe
den Störenfried entlarven....

Gruß!

von Spannungsteiler (Gast)


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soooo,
melde mich zurück.

Vielen vielen Dank noch einmal für euere Bemühungen.

PSRR schrieb:
> Wenn ja, und trotzdem Probleme: Wäre eine Modifikation möglich, seriell
> zu den 47n Widerstände zu setzen, und 10n ohne Widerstände zusätzlich
> parallel? (Wirksamer bei höherer Frequenz, gleichzeitig Erhaltung einer
> hohen Snubberwirkung, und dazu noch Schwingdämpfung.

Dein Vorschlag führte mich durch Websuche zu dieser Seite;
http://www.diyaudio.com/forums/power-supplies/243100-simple-math-transformer-snubber-using-quasimodo-test-jig.html

Habe den Snubber auf die Sekundärseite (2 mal) draufgesetzt und mit 
einem
150R Trimmer auf 35 Ohm eingestellt. Die Messung zeigte dann
eine veränderte Welligkeit( Brummen), aber die Megahertz-Bursts sind
nicht verschwunden.

*+%(!!!)§%%~µ'##??!! und dann.......
dann habe ich mehr oder weniger durch Zufall((!!!))) wiedermal
eine Messung an den Lautsprecherausgängen gemacht, wobei
alle, also ALLE Elektrische Verbraucher im Zimmer ausgeschaltet wurden,
bis auf den Amp, der weiterhin an die Steckdose angeschlossen war, aber
AUSGESCHALTET wurde!
Nun, diese Megahertz-störschwingungen waren immer noch unverändert da!??

Also kurzerhand mehrere Arten Netzfilter ausprobiert, und habe die
Störungen nicht mehr messen können! BINGO!

Erklärbar für mich ist nicht ganz möglich, aber scheinbar ist bei mir
im Haus das Netz mit diesen Störschwingungen verseucht!

ANDERES:

PSRR schrieb:
> Versuche doch mal, den DiffAmp gefiltert zu versorgen. Die Endstufe
> selbst ist bei den meisten Designs praktisch immun gegenüber Störungen
> auf der Versorgung, bei DiffAmps und anderen Teilen der Vorstufe kann
> das anders aussehen.

Nun habe ich in den Amp statt der Zenerdiode eine LED-LT431-Transistor 
Konstantstromquelle eingebaut und die Versorgungsleitung mit einem RC
Tiefpass noch von der Stromversorgung entkoppelt.
Dadurch eliminierte ich die Brummeinstreuung auf "fast Nichthörbarkeit 
im LS".

Der Amp lauft jetzt zur meine Zufriedenheit einwandfrei und sauber!

Ich würde aber noch gerne Leute kennenlernen, die diesen Amp nachgebaut
haben, und die Erfahrungen hier mitteilen würden.
Deshalb möchte ich irgendwie dieses Thread nicht schließen.

Viele liebe Grüße!

von Spannungsteiler (Gast)


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Ein weiterführender Link noch zu meinem ursprünglichen Problem:

http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/lnpowsup.htm

Siehe ganz unten ; Hochfrequente Störprobleme

Wobei ich zur Vermutung neige, daß die gemessene Störungen aus dem
Digitaloszi selber (Schaltnetzteil) stammen könnten....(!??)

von U. M. (oeletronika)


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Hallo,
> Spannungsteiler schrieb:
> Wobei ich zur Vermutung neige, daß die gemessene Störungen aus dem
> Digitaloszi selber (Schaltnetzteil) stammen könnten....(!??)
um das zu testen, habe ich dir oben eine Anleitung gegeben.

Beitrag "Re: Passlab Clone Aleph M(J) Störungen am Ausgang"
Gruß Öletronika

von Spannungsteiler (Gast)


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U. M. schrieb:
> Kann auch irgend eine Elektronik in der Nähe sein.
> Mache mal eine Leiterschleife von der Oszi-Tastspitze gegen Masse mit
> einem Durchmesser von ca. 10cm und scanne damit mal alles elektronische
> Gerät in der Umgebung ab (Spannung auf Minimum und Tastspitze am besten
> auf 1:1).
> Synchronisiere am besten auf die Störung.

Habe auch drüber nachgedacht, aber bin nicht weitergekommen, da ich
alles an den Geräten ausgeschaltet habe, bis auf dem OSZI, womit ich
weiterhin messen wollte ;-((
Doch da beißt die Katze in den eigenen Schwanz, oder ?

Wie ist es denn genau zu erklären?
Ich konnte ja den Burst genau messen, auch die Frequenz und Amplitude.
Oder ist in diesem Fall kein verlass mehr auf das Digi-oszi (75MHz)?
siehe Bild oben (Meine urspr.Frage).

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