Guten Tag!
Ich bin 20 Jahre alt und ich erhalte voraussichtlich in diesem Schuljahr
mein Abitur.
Seit mehreren Jahren interessiere ich mich für Hardware und
Digitaltechnik und es wäre mein Traumjob in einem Unternehmen wie Intel,
nVidia, IBM, usw. als Prozessor-Architekt zu arbeiten und Mikrochips zu
entwickeln.
Ich möchte sehr gerne an Mikrochips arbeiten, welche an den Verbraucher
gelangen oder zumindest einen realen Einsatzzweck haben.
Ich habe bis jetzt herausgefunden, dass Elektrotechnik als Studiengang
in Frage käme, doch habe ich Angst, dass ich mich durch ein
Elektrotechnik Studium quäle, nur um am Ende herauszufinden, dass der
Digitaltechnik- bzw. Chipdesign-Teil des Studiums (womöglich) zu kurz
kommt, als dass wirklich fundierte Kenntnisse über Mikrochips vermittelt
werden konnten.
Was meiner Meinung nach außerdem in Frage käme, wäre ein Studium der
technischen Informatik, doch da habe ich die Bedenken, dass technische
Informatik eventuell zu Software-lastig ist, oder dass nicht zu tief in
Themen, wie Chip-Design, eingedrungen wird.
Was wäre Eurer Meinung nach der beste Studiengang, um später ein mal in
einem Unternehmen wie Intel, nVidia, IBM, usw. als Prozessor-Architekt
an Mikrochips zu arbeiten?
Dankesehr!
Jan schrieb:> Was wäre Eurer Meinung nach der beste Studiengang, um später ein mal in> einem Unternehmen wie Intel, nVidia, IBM, usw. als Prozessor-Architekt> an Mikrochips zu arbeiten?
Promotion in Physik.
Starte mal hier.
https://www.quora.com/What-are-the-top-universities-for-doing-a-masters-in-VLSI
In D kannst Du das vergessen. Ein paar US Unis machen viel in VLSI. Evt
noch Cambridge in UK. Eines der Probleme wird sein, die horrenden
Studiengebühren in US/UK basierenden Unis aufzubringen.
Dann wûrde ich mich Fragen, ob ich das wirklich will. Intel, NVIDIA sind
nicht unbedingt als Top Arbeitgeber bekannt. Da bist Du bei einem
kleineren Laden meist viel besser dran.
Jan schrieb:> Was wäre Eurer Meinung nach der beste Studiengang, um später ein mal in> einem Unternehmen wie Intel, nVidia, IBM, usw. als Prozessor-Architekt> an Mikrochips zu arbeiten?
Elektrotechnik ist der richtige Studiengang. Du musst dir nur eine
Hochschule aussuchen, wo Mikroelektronik als Schwerpunkt wählbar ist.
Ich war z.B. an der TU-Berlin. Da konnte man das zu Diplomzeiten wählen.
Technische Informatik ist der falsche Studiengang.
Meiner Meinung nach reicht ein Bachelor für deine Ziele nicht aus. Die
Firmen wollen mindestens einen Master haben.
bitwurschtler schrieb:> Jan schrieb:>> Was wäre Eurer Meinung nach der beste Studiengang, um später ein mal in>> einem Unternehmen wie Intel, nVidia, IBM, usw. als Prozessor-Architekt>> an Mikrochips zu arbeiten?>> Promotion in Physik.
Das wäre völlig falsch.
Eine Physik-Promotion wäre eventuell sinnvoll, wenn man im Bereich
Halbleiterherstellungsprozess arbeiten will. Für Jans Ziele ist es nicht
angebracht.
Als ich 20 war, habe ich genauso gedacht wie du.
Mit steigender Lebenserfahrung merkst du den Unterschied zwischen
US-Firmen und deutsche Firmen.
Lieber in einem kollegialen, deutschen Umfeld mit IGM, als in einer
kapitalistischem US-Firma, die nicht mal Gewinnbeteiligungen für ihre
deutsche Tochterfirmen anbietet.
Markus schrieb:> Als ich 20 war, habe ich genauso gedacht wie du.>> Mit steigender Lebenserfahrung merkst du den Unterschied zwischen> US-Firmen und deutsche Firmen.>> Lieber in einem kollegialen, deutschen Umfeld mit IGM, als in einer> kapitalistischem US-Firma, die nicht mal Gewinnbeteiligungen für ihre> deutsche Tochterfirmen anbietet.
Als deutsche AG bleibt da aber nur Infineon übrig, wenn er seine Ziele
erreichen will. Es mag andere kleinere deutsche Halbleiterfirmen geben
wie z.B. Elmos, aber ich bezweifel, ob er dort seine Ziele erreichen
kann.
Es gibt in Deutschland aber genug internationale Halbleiterfirmen mit
Niederlassungen und Entwicklungsabteilungen.
Rolf R. schrieb:> Eine Physik-Promotion wäre eventuell sinnvoll, wenn man im Bereich> Halbleiterherstellungsprozess arbeiten will. Für Jans Ziele ist es nicht> angebracht.
Eigentlich doch da die genanntne Intel und IBM m.E. ihre Prozessoren
als Full Custom Entwurf (bis zu Dotierungsprofilen) selbst fertigen. Bei
fabless buden wie ARM, Xilinx und Co die auf StandardCell und Gate-Array
Methologien setzen wohl eher nicht.
Aber auch da ist es m.E. sinnvoll sich von den Massen Absolventen mit
Grundkenntnissen Prozessorentwurf von der Hochschule abzusetzen und zum
Beispiel ein paar PhysikTricks zu kennen um bspw. Crosstalk im deep Sub
mircron Bereich zu vermeiden. Mit Kenntnissen zu Logicentwurf allein
schafft man es nicht zum Weltmarktführer. Und bei Physiker-Buden wie
Intel und IBM macht allein schon der richtige Stallgeruch die halbe
Karriere.
bitwurschtler schrieb:> Rolf R. schrieb:>> Eine Physik-Promotion wäre eventuell sinnvoll, wenn man im Bereich>> Halbleiterherstellungsprozess arbeiten will. Für Jans Ziele ist es nicht>> angebracht.>> Eigentlich doch da die genanntne Intel und IBM m.E. ihre Prozessoren> als Full Custom Entwurf (bis zu Dotierungsprofilen) selbst fertigen. Bei> fabless buden wie ARM, Xilinx und Co die auf StandardCell und Gate-Array> Methologien setzen wohl eher nicht.
Du hast keine Ahnung von der Arbeitsteilung in der Chipentwicklung.
Diese ist oft dreigeteilt: Systemdesign und Spec schreiben, dann
Frontend und dann Backend (Layout). Man muss sich später im Job
spezialisieren. Und die Ziele von Jan kann man nur im Systemdesign oder
Frontend erreichen. Um das Layout und damit physiknähere Dinge kümmert
man sich dann nicht. Dafür gibt es Spezialisten.
Ich habe auch noch nicht davon gehört, dass man digitale Chips als Full
Custom Entwurf entwickelt. Full Custom entwickelt man die Standardzellen
eines Prozesses, die dann wiederum bei digitalen Chips bei einem
Place-and-Route-Programm verwendet werden.
Rolf R. schrieb:> Eine Physik-Promotion wäre eventuell sinnvoll
allerhöchstens ergänzend, aber dann Halbleiterphysik neben E-Technik,
sowie Nanotechnologie.
Rolf R. schrieb:> Elektrotechnik ist der richtige Studiengang. Du musst dir nur eine> Hochschule aussuchen, wo Mikroelektronik als Schwerpunkt wählbar
das schon
Rolf R. schrieb:> Ich habe auch noch nicht davon gehört, dass man digitale Chips als Full> Custom Entwurf entwickelt. Full Custom entwickelt man die Standardzellen> eines Prozesses, die dann wiederum bei digitalen Chips bei einem> Place-and-Route-Programm verwendet werden.
Womit du bewiesen hättest das du keine Ahnung hast. Intel macht seine
CPU's in full Costum; Speicher und ähnlich streng regelmäßige Strukturen
wie FPGA dagegen wird in Standard Cell gemacht. Deshalb ist ja die
Taktrate bei Intel-CPU's deutlich höher als bei FPGA's weil man den
kritischen Pfad quasi handrouten kann. Von der Integrationsdichte ganz
zu schweigen.
Es gab Zeiten, da konnte man nicht mal Speicher und Logistrukturen im
selben CMOS Prozess auf einen Die bringen und hat deshalb die CPU-Caches
als extra dies in ein CPU-Gehäuse zusammen mit CPU-Dies "geklebt"
https://de.wikipedia.org/wiki/Intel_Pentium_Pro. Aber wahrscheinlich
bist du zu jung um auch nur Anährungsweise das Riesengebiet
VLSI-Entwicklung überblicken zu können. Tipp: mach dich mal zu Row
hammer schlau, https://en.wikipedia.org/wiki/Row_hammer dann beginnst du
vielleicht zu ahnen warum regelmäßige Strukturen wie gate-arrays bei
höheren Integrationsdichten "Probleme" haben , die irreguläre Strukturen
vermeiden können und welchen Anteil der erwähnte crosstalk daran hat.
bitwurschtler schrieb:> Womit du bewiesen hättest das du keine Ahnung hast. Intel macht seine> CPU's in full Costum; Speicher und ähnlich streng regelmäßige Strukturen> wie FPGA dagegen wird in Standard Cell gemacht.
Und was ist z.B. mit einem ARM-SOC, was ein eigenes Layout bekommt, also
kein FPGA? Das Layout dieser wird ganz klasssisch mit
Place-and-Route-Software gemacht. Das sind aber keine streng
regelmäßigen Strukturen.
Du bist sicher, dass Du hier die Ahnung hast und nicht ich?
bitwurschtler schrieb:> Womit du bewiesen hättest das du keine Ahnung hast. Intel macht seine> CPU's in full Costum;
Und der Prozessor-Architekt ist dann auch gleichzeitig der
Layoutexperte? Wie lächerlich ist das denn?
Rolf R. schrieb:> Du bist sicher, dass Du hier die Ahnung hast und nicht ich?
Ja zu 100%; meine 30 Jahre Berufsleben im Chipdesign lass mich dessen
ganz sicher ein.
Bei uns sind die Systemarchitekten aus verschiedenen Studiengängen
entsprungen, aber ich würde sagen mit Elektrotechnik triffst Du es ganz
gut.
Schau dir mal die aktuellen Stellenausschreibungen Deiner
Lieblingsunternehmen an und les dir das Anforderungsprofil durch. Dann
frag dich, ob Dresden, Hamburg oder München Orte sind an denen du leben
willst :-)
Rolf R. schrieb:> Als deutsche AG bleibt da aber nur Infineon übrig, wenn er seine Ziele> erreichen will. Es mag andere kleinere deutsche Halbleiterfirmen geben> wie z.B. Elmos, aber ich bezweifel, ob er dort seine Ziele erreichen> kann.
Nicht nur Infineon, auch Bosch!
Jan schrieb:> Seit mehreren Jahren interessiere ich mich für Hardware und> Digitaltechnik und es wäre mein Traumjob in einem Unternehmen wie Intel,> nVidia, IBM, usw. als Prozessor-Architekt>> Ich habe bis jetzt herausgefunden, dass Elektrotechnik als Studiengang> in Frage käme, doch habe ich Angst, dass ich mich durch ein> Elektrotechnik Studium quäle,>> Was meiner Meinung nach außerdem in Frage käme, wäre ein Studium der> technischen Informatik, doch da habe ich die Bedenken, dass technische> Informatik eventuell zu Software-lastig ist,>> Was wäre Eurer Meinung nach der beste Studiengang,
Das klingt für mich nach "Schmalspurstudium Gesucht".
Willst du Entwickler/Designer oder Architekt werden? Architekt klingt
jetzt eher nach Fachbereichübergreifend für strategische
Produktentwicklung tätig sein, so ne Art technischer Abteilungsleiter.
Da ist ein Schmalspurstudium wie du es dir wünschst eher der falsche
Ansatz. Der Bedarf der hiesigen Chipbuden liegt auch eher im
Technologischen/Produktiven Bereich, also wie lässt man die Maschinen
laufen, das möglichst billig viele Chips hinten rauspurzeln, mit
Architekturbetrachtungen haben die wenigstens zu tun.
Und deren Bedarf ist durch die Absolventen der
Mikroelektronikstudiengänge gut abgedeckt, promovieren tun da auch
genügend - der Dr.-titel ist oft Voraussetzung für ne Führungskarriere.
Schon mal überlegt, beides zu machen, also Informatik zu studieren und
ET zu promovieren? Oder umgekehrt? Und geschaut wie man sich seinen
Studienplan selbst organisieren kann, beispielsweise in einem
Diplomstudiengang (gibbets noch in DD und M) die Wahlobligatorischen
Fächer so aussuchen und belegen, das man aus Informatik , Mathematik,
Physik,
Ingenieurwissenschaften(Elektrotechnik,Verfahrenstechnik,Maschinenbau) ,
Chemie das raussucht was man im Job gebrauchen könnte und
Schmalspurstudenten nicht als Kenntnisse/Fächer vorweisen können? Ich
hatte als ET-Student keine Probleme mich interessierende Fächer bei
Informatik und Mathematik zu belegen und erfolgreich abzuschliessen.
Viele Fächer werden explizit für Nebenfachstudenten aus anderen
Fakultäten/Fachbereichen angeboten.
Bspw TUD:
https://tu-dresden.de/ing/elektrotechnik/studium/studieren-an-der-fakultaet/diplom-et
Ein guter Indikator dafür das für Prozessorarchitektur brauchbares
gelehrt wird, ist das die Bücher von Hennesey und Patterson komplett
durchgearbeitet werden also im jeweiligen Lehrbuchkanon zu finden sind.
Beispielsweise das:
https://www.elsevier.com/books/computer-architecture/hennessy/978-0-12-383872-8
Jan schrieb:> Guten Tag!>> Ich bin 20 Jahre alt und ich erhalte voraussichtlich in diesem Schuljahr> mein Abitur.>> Seit mehreren Jahren interessiere ich mich für Hardware und> Digitaltechnik und es wäre mein Traumjob in einem Unternehmen wie Intel,> nVidia, IBM, usw. als Prozessor-Architekt zu arbeiten und Mikrochips zu> entwickeln.> Ich möchte sehr gerne an Mikrochips arbeiten, welche an den Verbraucher> gelangen oder zumindest einen realen Einsatzzweck haben.
Elektrotechnik mit Schwerpunkt Mikrosystemtechnik.
Mfg aus dem Rhen-Ruhr Gebiet
Du könntest Hardware-Software-Design an der FH OÖ (Campus Hagenberg)
studieren und dann zu DMCE (Intel, Linz) gehen. Die rekrutieren ihre
VHDLer bevorzugt von da.
mfg
Warum um Gottes Willen willst du die Auswahl potentieller Arbeitgeber
von vielen Tausend in Deutschland gleich auf eine Handvoll Weltweit
einschränken?
Und was machst du dann wenn keiner der 2 oder 3 Firmen dich will oder
braucht?
Hier im Forum anfragen was du jetzt mit deinem "Traumberuf" machen
sollst?
Jan schrieb:> Ich möchte sehr gerne an Mikrochips arbeiten, welche an den Verbraucher> gelangen oder zumindest einen realen Einsatzzweck haben.
Nur als Info, bin selbst kein Chipdesigner, kenne aber persönlich zwei
davon.
a) Du wirst vielleicht nur einen Teil dazu beitragen, meist sitzen an
solchen Projekten mehrere Personen dran.
b) Es kann richtig langweilig und anstrengend werden.
c) Du überstehst ein Studium mit theoretischer Elektrotechnik und hast
Interesse an analogen Elektronik.
d) Du bist sehr gut in Mathe.
e) Praktikum, Werkstudententätigkeit oder UNI-Hiwi Arbeit ist notwendig
um nach dem Studium einigermaßen markttauglich zu werden.
f) Du müsstest für den Job Verilog beherrschen, in DE wird aber meist
VHDL angeboten.
Die heutigen Tools haben einiges an IP's zu bieten, für Highendsachen,
muss man aber oft selbst die Hand anlegen, denken, rechnen, simulieren.
Es mag für manche ein wirklich erfüllender und interessanter Job sein.
Aber der Weg dahin ist nicht so leicht.
Am Ende wirst du mit einer überdurchschnittlich guten Bezahlung belohnt
und bist quasi eine Rarität auf dem Markt. Entsprechend gibt es aber
solche Jobst auch nicht an jeder Ecke.
Studieren kannst du an der TU Berlin, TU Darmstadt, Ulm Uni...
Es wurde ja schon gesagt, die passenden Studiengänge wären
Elektrotechnik, Technische Informatik, eventuell Physik. Außerdem gibt
es noch einen Studiengang, der sich auf die Herstellung von
Elektronikchips spezialisiert. Halbleiter- und Mikroelektronik oder so
ähnlich. Da geht es aber anscheinend eher darum, die Strukturen auf das
Silizium zu bringen.
Die Frage ist aber, warum du das machen willst. Hast du irgendeine
Ahnung, wie das funktioniert? Hast du zumindest grundlegend Ahnung, wie
VHDL funktioniert?
Ich habe das Gefühl, dass es dir eher um das Ansehen geht in Richtung
'ich habe deinen neuen 5,6 GHz Tetrakaihexekonta-Prozessor gebaut', als
um Interesse an dem Fach.
Das ist meiner Meinung nach der falsche Ansatz.
Welche Vorkenntnisse in Digitaltechnik hast du denn?
Außerdem sind die Studiengänge relativ schwer. Wenn du in Zeiten von G8
erst mit 20 Abitur machst, solltest du für dich überlegen, ob das was
für dich ist, vor Allem der Matheanteil.
Das heißt nicht, dass du ein schlechter Schüler sein musst, du solltest
da nur ehrlich zu dir selber sein.
>> Ich möchte sehr gerne an Mikrochips arbeiten, welche an den Verbraucher> gelangen oder zumindest einen realen Einsatzzweck haben.
Vergiss das. Hab ich mir auch mal angeschaut. Ist nicht wirklich
attraktiv. Das laeuft zB als Nachdiplom studium. Man hat seine Tools und
simuliert die formale Definition bis es nichts mehr zu simulieren gibt.
Die Tools, zB TINA sind von den Herstellern parametriert. Dann laesst
man den Fitter drueber, der bricht die Hochsprachen Simulation, auch
genannt formale Definition, auf OpAmps und Gatter herunter, die in
fertigen Chips existieren. Der Fitter sucht den kleinst moeglichen
fertigen Chip, auf den die Anforderungen passen. Dann werden
schliesslich Bruecken auf dem Chip weggebrannt.
Das System geht fuer 100'000er Stueckzahlen. Falls man mehr chips
benoetigt, beginnt man mit dem oberen, und wenn dann alle Fehler
draussen sind macht man einen ASIC. Dort rechnet man Lagen, also Lage
Aufdampfen, Dotieren, Photolack, Belichten, Aetzen, - repeat - plus
Metalllagen zum Verbinden. Jeder Prozess benoetigt eine Maske, mit
Maskenkosten ab 100kEuro. Bedeutet es geht um sehr viel Geld, und um
extrem hohe Stueckzahlen. Ab 1Million, pro Jahr.
Und dann gibt es noch die wenigen verbleibenden Standardhersteller, wie
Analog Devices, Texas Instruments, Microchip, .. mit deren Zugekauften.
Jobs in Massen (..) gibt es beim obersten Prozess. Gegen Unten in der
Aufzaehlung werden's immer weniger.
> Ich möchte sehr gerne an Mikrochips arbeiten, welche an den Verbraucher> gelangen oder zumindest einen realen Einsatzzweck haben.
Welcher Mikrochip hat denn keinen realen Einsatzzweck?
bitwurschtler schrieb:> Rolf R. schrieb:>> Ich habe auch noch nicht davon gehört, dass man digitale Chips als Full>> Custom Entwurf entwickelt. Full Custom entwickelt man die Standardzellen>> eines Prozesses, die dann wiederum bei digitalen Chips bei einem>> Place-and-Route-Programm verwendet werden.>> Womit du bewiesen hättest das du keine Ahnung hast. Intel macht seine> CPU's in full Costum; Speicher und ähnlich streng regelmäßige Strukturen> wie FPGA dagegen wird in Standard Cell gemacht. Deshalb ist ja die> Taktrate bei Intel-CPU's deutlich höher als bei FPGA's weil man den> kritischen Pfad quasi handrouten kann. Von der Integrationsdichte ganz> zu schweigen.
Dreissig Jahre im Geschäft und nicht mal Full Custom richtig schreiben
können ?
Und nein, gerade Speicher werden maximal optimiert (also eben nicht
Standardzelle), weil die heutzutage die Masse der Fläche ausmachen und
vor allem die Masse der Leckströme. Wie FPGAs entwickelt werden, weiss
ich nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass man die einzelnen
Logikelemente als Full Custom macht.
Gruss
Axel
♪Geist schrieb:> Jan schrieb:>> Ich möchte sehr gerne an Mikrochips arbeiten, welche an den Verbraucher>> gelangen oder zumindest einen realen Einsatzzweck haben.>> Nur als Info, bin selbst kein Chipdesigner, kenne aber persönlich zwei> davon.>> a) Du wirst vielleicht nur einen Teil dazu beitragen, meist sitzen an> solchen Projekten mehrere Personen dran.>
Mehrere ist gut. ASICs in aktuellen Strukturen (so kleiner 28nm) sind
zwangsweise riesige Gattergräber, an denen eher hunderte Ings sitzen als
"mehrere". Dabei geht der Trend aber stark dazu, den ganzen hässlichen
Kram outzusourcen, Verifikation, Testlogik etc. wird zunehmend in
Osteuropa oder Indien gemacht, in Deutschland bleibt Spezifikation etc.
Beim Coding ist der Trend uneinheitlich.
> b) Es kann richtig langweilig und anstrengend werden.
Ja, der grösste Arbeitsaufwand ist nun mal das Verifizieren und das ist
nichts für Helden. Auch Testspezifikationen zu schreiben ist alles
andere als berauschend.
Und das unter erheblichem Druck, ein Fehler im Design kostet Millionen.
>> c) Du überstehst ein Studium mit theoretischer Elektrotechnik und hast> Interesse an analogen Elektronik.>
"Analoge Elektronik ? Wozu sollte man das brauchen ?
> d) Du bist sehr gut in Mathe.>
Hm. Wozu ?
>> f) Du müsstest für den Job Verilog beherrschen, in DE wird aber meist> VHDL angeboten.
Naja, das hat das Niveau von: Du solltest Java beherrschen, hier macht
keiner was mit Python.
>> Die heutigen Tools haben einiges an IP's zu bieten, für Highendsachen,> muss man aber oft selbst die Hand anlegen, denken, rechnen, simulieren.
Es gibt nur noch Highendsachen. Alles andere macht man mit FPGAs. Aber
bei einem 10 Mio Gatter Chip ist die Masse zwangsweise das
Zusammenstöpseln von IP.
>> Am Ende wirst du mit einer überdurchschnittlich guten Bezahlung belohnt> und bist quasi eine Rarität auf dem Markt. Entsprechend gibt es aber> solche Jobst auch nicht an jeder Ecke.
Wohl wahr.
>>> Studieren kannst du an der TU Berlin, TU Darmstadt, Ulm Uni...
Gruss
Axel
An der TU Berlin wäre Technische Informatik mMn deutlich passender als
E-Technik. Die für Mikroelektronik relevanten Module hörst du als TI'ler
sowieso zusammen mit den E-Technikern, bekommst aber wesentlich mehr
Kontakt mit VHDL, FPGAs (v.a. die Kurse Rechnerorganisation und
Hardwarepraktikum) und Hardware-Grundlagen. Das einzige, was du dafür
nicht lernst ist, wie man einen 100kV-Transformator auf eine grüne Wiese
stellt.
Wenn du dich möglichst früh in Richtung VLSI/Hardware-Design
spezialisierst, schlägst du dich auch nicht allzu lange mit Software
herum.
Tim schrieb:> TU Dresden - Elektrotechnik
Und vertiefen im Hauptstudium auf Mikroelektronik.
Infineon und viele weitere sitzen dann direkt vor der Tür.
TU_Student schrieb:> An der TU Berlin wäre Technische Informatik mMn deutlich passender als> E-Technik. Die für Mikroelektronik relevanten Module hörst du als TI'ler> sowieso zusammen mit den E-Technikern, bekommst aber wesentlich mehr> Kontakt mit VHDL, FPGAs (v.a. die Kurse Rechnerorganisation und> Hardwarepraktikum) und Hardware-Grundlagen. Das einzige, was du dafür> nicht lernst ist, wie man einen 100kV-Transformator auf eine grüne Wiese> stellt.>> Wenn du dich möglichst früh in Richtung VLSI/Hardware-Design> spezialisierst, schlägst du dich auch nicht allzu lange mit Software> herum.
Genau die Softwarelastigkeit bei TI wäre meine Sorge gewesen. Ich
dachte, E-Technik wäre deshalb besser geeignet. Du scheinst aber neuere
Infos zu haben als ich sie noch habe.
Gehört denn analoge Mikroelektronik auch zu TI? In der analogen
Mikroelektronik werden wichtige Grundlagen behandelt, die man auch im
Digitalen brauchen kann.
Ist es immer noch so, dass man bei TI nur Theoretische Elektrotechnik I
machen muss und nicht auch noch II?
Rolf R. schrieb:> TU_Student schrieb:>> Wenn du dich möglichst früh in Richtung VLSI/Hardware-Design>> spezialisierst, schlägst du dich auch nicht allzu lange mit Software>> herum.
Mindestens 50% deiner Zeit wird man sich im der Chip-Entwicklung mit
Software rumschlagen:
-Scripte für den Tester schreiben
-reports automatisch parsen
-Simulationsmodelle schreiben
-mit Labview Test automatisieren
-Berichte in Word schreiben
-Diagramme aus Excel generieren
-Revision Control systeme bedienen
-Configurations managment software bedienen etc
Was ist konkret das Problem zwischen Dir und der "Softwarelast"?
> Genau die Softwarelastigkeit bei TI wäre meine Sorge gewesen.
Digitale Chips sind ja nun auch nichts anderes als in Silizum gegossenen
Programme. Da macht es sich gut wenn man die Grundlagen wie
Algorithmenentwicklung etc. draufhat.
>> dachte, E-Technik wäre deshalb besser geeignet. Du scheinst aber neuere> Infos zu haben als ich sie noch habe.
Hast Du überhaupt Info's? Warum glaubst du einem anonym hingerotzten
Beitrag mehr als eigener Recherche?!
> Gehört denn analoge Mikroelektronik auch zu TI?> Ist es immer noch so, dass man bei TI nur Theoretische Elektrotechnik I> machen muss und nicht auch noch II?
Beantwortet Dir die Frage selbst in dem Du Dir die relevanten
Studienpläne selber im Internet ausschaust.
An der TU Wien gibt es einen Elektrotechnik Master der sich mit dem
Entwickeln von Chips auseinandersetzt. Hier [1] ist das Curriculum dazu.
Einen dezidierten Bachelor dazu gibt es nicht. Aber die Grundlegenden
Konzepte, wie Prozessorarchitekturen und Co werden im Bachelor sowieso
behandelt. Und die theoretischen Gebilde der Elektrotechnik sind sowieso
für alle gleich.
Die technische Informatik hat in Wien mit sowas genau gar nix zu tun.
Hier lernt man Algorithmik und wie man das ganze in VHDL Programmiert
oder verifiziert, aber hat wenig Ahnung sobald ein Logikpegel mehr als
true oder false ist.
[1]
https://www.tuwien.ac.at/fileadmin/t/studabt/downloads/Studienplaene/Aktuelle_Curricula_2013/Mas_Mikroelektronik_und_Photonik_01.pdf
vn n. schrieb:>>> Ich möchte sehr gerne an Mikrochips arbeiten, welche an den>> Verbraucher>>> gelangen oder zumindest einen realen Einsatzzweck haben.>>>> Welcher Mikrochip hat denn keinen realen Einsatzzweck?>> http://repeater-builder.com/molotora/gontor/25120-bw.pdf
<Grinse-Modus>
Och, die nehme ich gern in Prüfaufbauten als Standard-Busabschluß wo es
auf konkrete Funktion/Application nicht ankommt aber elektrisch schon
"was abgehen" muß.
Ist sozusagen eine integrierte und hochskalierte Weiterentwicklung des
Z80 NOP Generators aka NOP-Sockel mit denen man sonst nicht bestückte
PROM/RAM Sockets abschließen kann und die Addressgenerierung am scope
überprüfen.
Da ne aufgepimpte Variante als Steckbrettaufbau:
https://z80project.wordpress.com/2014/02/09/z80-test-circuit/
Sowas gelangt zwar nicht zum Verbraucher, hat aber trotzdem einen realen
Einsatzzweck.
</Grinse-Modus>
Bernhard K. schrieb:>> Nö, ich denke auch in BRD werden noch viele "kleinere" analog+digital> chips> entwickelt:>> Auf den ersten Blick "dicke" digital Chps:> https://www.hyperstone.com/en/U9-Flash-Memory-Controller-USB-31-380,344.html> Konstanz>>> Axel L. schrieb:>>>>>> c) Du überstehst ein Studium mit theoretischer Elektrotechnik und hast>>> Interesse an analogen Elektronik.>>>>> "Analoge Elektronik ? Wozu sollte man das brauchen ?>> In vielen "digitalen" Chips stecken nicht wenige "analog" Teile:> z.B.> DSL übertragung schimpft sich "digital" sorry aber die Analog Teile> diese Chips sind vom feinsten> Ebenso "Digital"-Funk: Bluetooth, Wlan, Mobilfunk(GSM bis LTE)> Die Daten werden von Analog-teilen auf die Funkstecke geschickt und> empfangen! Erst davor und danach kommt der digitalteil ins Spiel.>> Automotive: was meinst du was dort alles gemessen wird:> Messen ist immer noch "analog" nur die Datenverarbeitung danach ist> digital.> RFID, wie soll das ohne Analog Chip Entwicklung funktionieren?
Ja, wenn man Analog oder gar HF mit rein nimmt, stimmt das, was du
schreibst. Aber der TE hatte ausdrücklich von Digitaltechnik gesprochen.
Analog-/HF-Entwicklung ist aber eine andere Baustelle. Da müsste man
eine völlig andere Richtung einschlagen als beim Digitaldesign. Wenn ich
mich heute entscheiden müsste, wäre das eher meine Wahl.
Gruss
Axel
hyperstone hat schon vor 10 Jahren USB controller gemacht,
und sie machs anscheinend immer noch. Das ist ne minibude,
da will man nicht wirklich arbeiten.
Generell rate ich vom Mikroelektronik Studium ab,
all die interessanten Sachen ( Prozessoren, Signalproz,
analoge Elektronik) werden im Ausland entwickelt,
in Deutschland gibts noch Spannungsregler (dialog) oder
Sensoren (Bosch Sensortec). Okay, Infineon: Autoelektronik.
Langweilig
Wenn dich das Ausland nicht stört, wäre die TU Graz zum empfehlen. Die
haben im ET Studium einen Mikroelektronik Schwerpunkt. Auch viele
namhafte Unternehmen haben in Graz Entwicklungsstandorte. Infineon, NXP,
AMS, ... . Schau es dir mal an.
Hier noch den Flyer:
https://www.tec.reutlingen-university.de/fileadmin/user_upload/Fakultaet_TEC/6529_aus_HSRT_Flyer_TEC_LuM_01.pdf
Großer Vorteil ist, dass der Studiengang an einer FH ist. Da können m.M.
nach viele Unis einpacken die maximal 1-2 Vorlesung Mikroelektronik in
ihrem Schwerpunkt hören. Des weiteren wird der Praxisbezug sehr groß
geschrieben.
Du entwirfst während dem Studium (2. u 3. Semester) deinen eignen Chip
mit anschließendem Labor-Test usw.
Um das noch mal zu betonen, der Entwurf von digitalen integrierten
Schaltkreisen unterscheidet sich fundamental von dem Entwurf analoger
Schaltkreise! Die Überschneidungen sind wirklich sehr gering.
Digitales Chip design funktioniert eher wie beim fpga (zB mit synopsys
workflow). Analoger Entwurf ist eher wie Platinen Layouten (Cadence
virtuoso bspw.).
Natürlich muss irgendwann mal jemand die standardzellen entworfen haben,
die bei der digitalen schaltungssynthese benutzt werden. Dad wird
natürlich vergleichbar mit dem analogentwurf gemacht.
Wie gesagt, die Überschneidungen sind klein. Chipdesign ist nicht gleich
Chipdesign.
Joachim B. schrieb:> Rolf R. schrieb:>> Eine Physik-Promotion wäre eventuell sinnvoll>> allerhöchstens ergänzend, aber dann Halbleiterphysik neben E-Technik,> sowie Nanotechnologie.>> Rolf R. schrieb:>> Elektrotechnik ist der richtige Studiengang. Du musst dir nur eine>> Hochschule aussuchen, wo Mikroelektronik als Schwerpunkt wählbar>> das schon
Microelektronik wäre mMn der geeigneterere Studiengang...