Welche Rolle spielt die Frequenz bei einer PWM Steuerung ?

Gast #5238032
Lesenswert?

Da ich grade eine simple Pulsweitenmodulation "bastle" um damit über 
einen Mikrocontroller und ein MOSFET Modul ein Heizelement ansteuere, 
stellt sich mir die Frage ob sich unterschiedliche Frequenzen besonders 
günstig oder ungünstig auswirken .


Bei meinem Endverbraucher ist es ein simples Heizmodul (gewickelter 
Draht)
der mit  ~ 12 V / 0,2 - 0,8 A betrieben wird.

D.h. man kann die gleiche Leistung über PWM bei 10000 Hz oder auch mit 
100 Hz realisieren, welche ist besser geeignet oder spielt das keine 
Rolle ?
Gast #5238044
Lesenswert?

Joachim B. schrieb:
> hohe Frequenz, hohe Schaltverluste, ggffs. hörbare Störungen oder
> gar
> Sendeanlage
>
> Heizungen sind eh träge 100 Hz reicht allemal

PWM ist doch eher bei niedriger Frequenz hörbar. Darum macht man eine 
PWM so hoch, dass die Frequenzen nicht mehr hörbar sind.

Bezüglich EMV: Auch eine PWM mit 100Hz kann Störungen im Radio 
verursachen. Die Probleme stecken in den steilen Flanken, denn da 
stecken die hohen Frequenzen drinn.

Korrigiert mich wenn ich falsch liege...
Gast #5238048
Lesenswert?

flups schrieb:
> PWM ist doch eher bei niedriger Frequenz hörbar. Darum macht man eine
> PWM so hoch, dass die Frequenzen nicht mehr hörbar sind.

Na eben, runter mit der Frequenz. Genau so, wie Teo es schrieb: 
Heizungen sind träge, also steuert man die sinnvoll unter einem Hertz!

Rechne mal, was (m)ein Mikrowellenherd macht - PWM mit 30 Sekunden 
Laufzeit, also z.B. 10s Ein / 20s Aus.
Gast #5238092
Lesenswert?

flups schrieb:
> Bezüglich EMV: Auch eine PWM mit 100Hz kann Störungen im Radio
> verursachen. Die Probleme stecken in den steilen Flanken, denn da
> stecken die hohen Frequenzen drinn.

Die unvermeidlichen Kapazitäten im Aufbau zusammen mit dem Widerstand 
des Heizdrahtes machen die Flanken von alleine flacher. Und seitdem die 
Mittelwelle im Radio abgeschaltet ist, kann man sie kaum noch stören.

MfG Klaus
Gast #5238137
Lesenswert?

Meine Gasheizung schaltet höchstens alle drei Minuten ein, und dann 
jeweils so lange wie nötig.

Langfristig betrachtet könnte man das auch als PWM bezeichnen.

Gestern habe ich ausprobiert, wie viel Pulse man pro Sekunde braucht, 
damit LED's nicht fimmern. 80Hz war definitiv zu wenig. 160Hz 
grenzwertig, weil man das Flimmern bei sehen kann, wenn man sich bewegt. 
Ich denke, ein paar hundert Hz sollten dort für den Hausgebrauch 
genügen.

Mein Modellauto pulst mit etwa 3kHz. ich glaube dort kommt es darauf an, 
dass die Induktivität der Motorwicklung mit einbezogen wird und bei zu 
niedriger Frequenz nicht genug bewirkt. Aber bei hohen Frequenzen hat 
man wie gesagt mehr Schaltverluste.

Also würde ich dazu tendieren, die Frequenz immer so niedrig zu wählen, 
wie es der jeweilige Anwendungsfall erlaubt.
Gast #5238148
Lesenswert?

Manfred schrieb:
> Rechne mal, was (m)ein Mikrowellenherd macht - PWM mit 30 Sekunden
> Laufzeit, also z.B. 10s Ein / 20s Aus.

So etwas bescheuertes ist mir bisher auch nur beim Mikrowellenherd 
begegnet.

Bei wenig Inhalt liegt die Zeitkonstante des Aufwärmgutes erheblich 
unter der Periode der Heizung, so dass z.B. Suppen, die eine Weile 
leicht köcheln sollen, selbst bei 1/10 Auftauzyklus in der Heizphase 
überkochen.
Gast #5238154
Lesenswert?

W.A. schrieb:
> So etwas bescheuertes ist mir bisher auch nur beim Mikrowellenherd
> begegnet.

Ceranfeld Leistungsregler: https://de.wikipedia.org/wiki/Energieregler
Machen es ähnlich.

Jede Zweipunktregelung zeigt ein ähnliches Verhalten.
Nur dass sich da Frequenz und PulsPausenVerhältnis aus der mechanischen 
Konstruktion ergibt.
Und bei den µC müssen wir das sicherstellen.

Heizungen sind lahmarschig!
Da beißt keine Maus einen Faden ab.

Bisher habe ich immer zugesehen, dass ich die PWM Frequenz deutlich 
höher habe, als die Totzeit, also die Zeit, von Heizbeginn, bis die 
Wärme am Ziel ankommt. Das vermeidet ein pulsieren der Temperatur, am 
Ziel.
Bei meinen Anwendungen sind Totzeiten von über 30min keine Seltenheit.
1/2 Dutzend Heizimpulse pro Stunde sind dann voll ausreichend.


Aber hier kenne ich die Totzeiten nicht.
Also keine Empfehlung möglich.
Gast #5238155
Lesenswert?

> So etwas bescheuertes ist mir bisher auch nur beim Mikrowellenherd
> begegnet.

Das ist nicht bescheuert. Es ist eine einfache und vernünftige Lösung, 
die sich seit ca 40 Jahren bewährt hat.

> Bei wenig Inhalt liegt die Zeitkonstante des Aufwärmgutes
> erheblich unter der Periode der Heizung

Dann stell hat eine Tasse Wasser mit rein. Frag' mal deine Oma, die 
weiss wie man kocht.

Aber sicher wirst du uns nun detailliert erklären, wie man die Leistung 
eines Magnetrons mit vertretbarem Aufwand eleganter regelt. Ich warte...
Gast #5238182
Lesenswert?

Wolfgang schrieb:
> Ich meinte so ein Ding
Mache dir keine Sorgen!
Ich habe dich schon verstanden.

Stefan U. schrieb:
> Aber sicher wirst du uns nun detailliert erklären, wie man die Leistung
> eines Magnetrons mit vertretbarem Aufwand eleganter regelt. Ich warte...

Ich warte auch .....

---------------

60s sind bei Heizungen schon eine übliche Zyklusdauer.
Über die Masse, aller Heizungen Weltweit gesehen, vielleicht schon eine 
eher kurze Dauer.

Und in deinem Bedienerhandbuch für deinen Mikrowellenherd steht 
sicherlich eine Mindestbefüllmenge drin.
Und wenn nicht, dann schreib sie da rein.
Gast #5238185
Lesenswert?

Arduino F. schrieb:
>
> Stefan U. schrieb:
>> Aber sicher wirst du uns nun detailliert erklären, wie man die Leistung
>> eines Magnetrons mit vertretbarem Aufwand eleganter regelt. Ich warte...
>
> Ich warte auch .....

Meine Güte! Ich dachte, das ist ein Forum für Ingenieure oder zumindest 
technisch Interessierte.

Die langsame Taktung bei traditioneller Leistungseinstellung bei 
Mikrowellenherden begründet sich mit Aufheizzeit der Kathode.

Modernere Geräte erlauben aber einen kontinuierlichen Betrieb 
(üblicherweise als "Inverter" beworben). Die Magie dahinter: die 
Hochspannung wird mittels Schaltnetzteil erzeugt und daher ist der 
Anodenstrom einstellbar.
Gast #5238192
Lesenswert?

Arduino F. schrieb:
> Ich habe dich schon verstanden.

Und was fängst du dann von Regelung an?

> Und in deinem Bedienerhandbuch für deinen Mikrowellenherd steht
> sicherlich eine Mindestbefüllmenge drin.

Eine anständig volle Tasse mit 400ml Flüssigkeit wird die wohl kaum 
unterschreiten.

Arduino F. schrieb:
> 60s sind bei Heizungen schon eine übliche Zyklusdauer.
> Über die Masse, aller Heizungen Weltweit gesehen, vielleicht schon eine
> eher kurze Dauer.

Auch weltweit macht es einen Unterschied, welche Heizleistung pro 
aufzuheizendem Volumen verwendet wird. Die Mikrowellenstrahlung dringt 
nun mal nur einige Millimeter ein, d.h. je nach Kompaktheit wird nur 
eine äußere Schicht direkt erwärmt - und dass ist relevant für die 
Temperaturripple bei langsamer PWM-Taktung. Ein Heizungsbrenner mit 
Zirkulationspumpe bekommt die Wärme deutlich besser auf das Volumen des 
Medium verteilt - auch bei deutlich langsamerer Taktung. Und ein 
"Heatball" geht einfach nur an und aus. Da liegt die Zeitkonstante des 
zu heizenden Mediums im Millisekundenbereich - da ändert auch der 
schönste weltweite Mittelwert nichts dran.

btT
Beitrag #5238203 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #5238272
Lesenswert?

> Eine anständig volle Tasse mit 400ml

Das wäre dann aber schon eher ein sehr großer Pott.

>> Dann stell hat eine Tasse Wasser mit rein.

> Das ist energetisch genauso sinnvoll, wie eine Stromversorgung
> mit einem Shuntregler.

Yes sir. Doch in der Küche kommt es nicht nur auf energetische Effizienz 
an, sondern auch darauf, dass das Essen schmeckt.

Mikrowellen-Pommes sind zum Beispiel energetisch super, aber schmeckt 
bääh.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren