Ich habe mir letzhin eine Navilock BT-821G "GPS"-Maus zugelegt. Darin werkelt ein MT3339 Chip, der GPS und GLONASS auswertet. Interessant ist, dass die Positionen bisher fast immer von GLONASS bezogen wurden. GPS hatte ich nur ein paar wenige male, als ich die Maus unter sehr schlechten Empfangsbedinungen am Fenster testete. Ist GLONASS besser als GPS? Oder hat gar der pöhse Putin seine Finger im Spiel? Fragen über Fragen...
Sender und Empfänger gibts immer im Paar. Ob der Sender besser ist, oder der Empfänger, ist mit einem Gerät schwer feststellbar. Meine Samsungs fangen immer mit GPS an. GLONASS suchen sie offenbar erst, wenn GPS abgegrast ist. Und jetzt grad ist GPS auf dem einen Gerät leicht besser, auf dem anderen Gerät praktisch gleich.
A. K. schrieb: > GLONASS suchen sie offenbar erst, wenn GPS abgegrast ist. In einem im Freien aufgenommenen 800 kb NMEA-Track habe ich 0 GPS-Positionen.
@Uhu Uhuhu (uhu) >> GLONASS suchen sie offenbar erst, wenn GPS abgegrast ist. >In einem im Freien aufgenommenen 800 kb NMEA-Track habe ich 0 >GPS-Positionen. Ich würde mal vermuten, daß da ein GLONASSphiler Softwerker seine Hände im Spiel hat. Ob der Putin-Fan ist, sei dahingestellt . . . ;-)
Kann man sich bei so einer Maus die einzelnen Sats anzeigen lassen? Bei Android ist das kein Problem. Zum Anhang: In der Wohnung ermittelt, nicht draussen.
Das GPS ja künstlich verschlechtert wurde ist ja bekannt. In wie weit trifft dies auf Glonass zu? Gibt es da Unterschiede?
A. K. schrieb: > Kann man sich bei so einer Maus die einzelnen Sats anzeigen lassen? Bei > Android ist das kein Problem. Die Maus zeigt garnix an. Die sendet nur über BT die NMEA-Daten. Aus denen geht jedoch hervor, von welchem GNSS die jeweiligen Daten stammen (neben den Positions- auch Satellitendaten aller sichtbaren Satelliten). Von welchem System die aktuell gesendete Position stammt, entscheidet der MT3339 selbst. Es gibt jeweils nur einen einzigen.
Michael M. schrieb: > Das GPS ja künstlich verschlechtert wurde ist ja bekannt. Das war mal. Die Daten werden schon lange ohne künstliche Verschlechterung gesendet. (Mit Positionsdaten, mit 100 m Ungenauigkeit kann man meistens nicht sehr viel anfangen.)
Michael M. schrieb: > Das GPS ja künstlich verschlechtert wurde ist ja bekannt. Es gibt im GPS verschiedene Übertragungen. Der öffentliche frei verwendbare Code ist weniger genau, wird aber schon lange nicht mehr künstlich verschlechtert.
Uhu U. schrieb: > Von welchem System die aktuell gesendete Position stammt, entscheidet > der MT3339 selbst. Es gibt jeweils nur einen einzigen. Es kann natürlich sein, dass die Maus nur entweder GPS oder GLONASS nutzt, nicht aber beides. Das ist dann aber eine Einschränkung dieser Maus, nicht eine des Verfahrens.
A. K. schrieb: > GPS/GLONASS mit einem einzigen Satellitensignal gibts prinzipbedingt > nicht. Sie überträgt aber in jedem Datensatz die Positionsdaten aller sichtbaren Satelliten aus beiden Systemen. Sie überwacht also beide und zwischen zwei Positionsermittlungen das System umzuschalten, sollte möglich sein. Zudem hat der MT3339 Chip weit mehr parallel arbeitende Kanäle, als es sichtbare Satelliten von einem System gibt. Das macht nur Sinn bei unabhängiger Parallelauswertung beider Systeme.
Das Problem ist Putin ;-) Er muss nur plötzlich alle Positionen nach westen verschieben, dann fliegen ihm die gebratenen Tauben aus Europa ins Maul ;-)
Uhu U. schrieb: > Ist GLONASS besser als GPS? Möglicherweise ist die Satellitendichte von Glonass in Europa höher und die von GPS in Amerika?
Uhu U. schrieb: > Ist GLONASS besser als GPS? Es gibt inzwischen mehrere unverschlüsselte GPS "Verfahren" (L1C/A, L1C, L2C, L5(A)), bei GLONASS könnte das ähnlich sein. Billige Empfänger nutzen aber bei GPS oft nur das alte C/A, welches theoretisch (Modulation, Länge des Pseudorandomcodes) dem Ursprungs-GLONASS ganz leicht überlegen ist.
Harald W. schrieb: > Möglicherweise ist die Satellitendichte von Glonass in Europa > höher und die von GPS in Amerika? Du meinst, die machen über dem Atlantik kehrt und fliegen dann wieder zurück?
A. K. schrieb: > Du meinst, die machen über dem Atlantik kehrt und fliegen dann wieder > zurück? Nun, zumindest beim letzten Krieg der Amerikaner hat man mehr Satelliten über Nahost fliegen lassen.
Harald W. schrieb: > Nun, zumindest beim letzten Krieg der Amerikaner hat man mehr > Satelliten über Nahost fliegen lassen. Spionagesatelliten. Die sind dafür gebaut, bedarfsgesteuert navigiert zu werden. Das ist aber nicht ganz billig, weil die dafür entsprechenden Treibstoff vorrätig haben müssen (*). Und einfach umkehren tun die dafür auch nicht. Die fliegen aber recht tief, mit dementsprechend geringer Umlaufzeit. Schon kleine Bahnkorrekturen wirken sich ein paar Umkreisungen später recht deutlich aus. Beim GPS sind es ca 20000km, also gut halber Weg zur Geostationären. Da ersetzt man das durch eine entsprechende Anzahl, so dass überall Abdeckung herrscht. Da könnte man allenfalls das Signal in bestimmten Bereichen stillegen. Häufige ad hoc durchgeführte Bahnkorrekturen würden zudem dem Sinn diametral entgegen stehen, denn anschliessend müsste man die erst einmal kreiseln lassen bis die Bahndaten genau genug bestimmt sind, um wieder für Positionierung verwendet werden zu können. *: Der KH-12 ist laut Wikipedia ein Koloss mit 18t Gesamtgewicht, davon 5t Treibstoff. Vom KH-11 kriegte man für zwei Satelliten einen Flugzeugträger.
Uhu U. schrieb: > Sie überträgt aber in jedem Datensatz die Positionsdaten aller > sichtbaren Satelliten aus beiden Systemen. Sie überwacht also beide und > zwischen zwei Positionsermittlungen das System umzuschalten, sollte > möglich sein. Die Position wird wahrscheinlich nicht unabhaengig einmal fuer GPS und einmal fuer Glonass berechnet, sondern immer unter Verwendung aller verfuegbaren Satelliten beider Systeme. Dass du meistens nur "Glonass" als verwendetes System angezeigt bekommst liegt vielleicht einfach an einem Stueck Code wie diesem:
1 | if (glonass_available) { |
2 | print("using Glonass); |
3 | } else if (gps_available) {
|
4 | print("using GPS"); |
5 | } ...
|
Andreas S. schrieb: > Dass du meistens nur "Glonass" > als verwendetes System angezeigt bekommst liegt vielleicht einfach an > einem Stueck Code wie diesem: Das NMEA-Format zeigt Daten, die von GPS gewonnen wurden, mit dem Präfix $GP an und solche von GLONASS mit $GN Als ich das Gerät zum Testempfang ans Fenster Fenster gelegt hatte, kamen zunächst ein paar GPS-Positionen, allerdings nur mit 2D-Fix und nach einiger Zeit wurde auf Glonass umgeschaltet und dabei blieb es dann. Der im Freien aufgenommene Track enthält überhaupt keine GPS-Positionen.
Schlechte Maus oder schlechte Gegend, scheint mir. Am Hirschsprung liefert das GPS seltsamerweise nie Daten, selbst wenn draussen. ;-)
Harald W. schrieb: > Möglicherweise ist die Satellitendichte von Glonass in Europa > höher und die von GPS in Amerika? Überleg mal scharf: was sollte die auf Polarbahnen kreisenden Navigationssatelliten dazu bewiegen, der Erddrehung zu folgen? Die Erde dreht sich unter den Satellitenbahnen und damit wandern Lücken durch fehlende Satelliten scheinbar am Himmel in Richtung west.
A. K. schrieb: > Schlechte Maus oder schlechte Gegend, scheint mir. Am Hirschsprung > liefert das GPS seltsamerweise nie Daten, selbst wenn draussen. ;-) Freie Sicht zu einem ausreichend großen Bereich des Himmels ist notwendig, um genügend Satelliten zu "sehen".
Uhu U. schrieb: > Überleg mal scharf: was sollte die auf Polarbahnen kreisenden > Navigationssatelliten dazu bewiegen, der Erddrehung zu folgen? Keines der heutigen Systeme verwendet Polarbahnen.
A. K. schrieb: > Keines der heutigen Systeme verwendet Polarbahnen. OK, das waren die ganz alten Satelliten - an der Argumentation i.S. Satellitendichte ändert sich dadurch aber nichts, zumindest bei Bahnen unterhalb der geostationären/geosynchronen Bahnhöhe. Wikipedia schreibt dazu:
1 | Das heutige Global Positioning System verwendet 25–30 Satelliten in |
2 | 20200 km Höhe und Bahnen mit 55° Neigung gegenüber dem Äquator. Eine |
3 | sehr ähnliche Konfiguration verwenden auch GLONASS (mit leicht höherer |
4 | Inklination, um höhere Breiten besser abzudecken) und das europäische |
5 | System Galileo, wohingegen BeiDou eine ähnliche Zahl Satelliten auf |
6 | 22000 km hohe, geosynchrone und geostationäre Bahnen verteilt. |
Wie es aber BeiDou fertig bringt, auf 22000 km Bahnhöhe geostationäre Satelliten zu plazieren, leuchtet mir nicht so ganz ein. Sollte da ein Machtwort des Großen Vorsitzenden nachwirken?
Beitrag #5247197 wurde von einem Moderator gelöscht.
Uhu U. schrieb: > Wie es aber BeiDou fertig bringt, auf 22000 km Bahnhöhe geostationäre > Satelliten zu plazieren, leuchtet mir nicht so ganz ein. Tun sie nicht. Das ist nur blöd formuliert. Die haben einfach überall welche. Sowohl auf 22000km als auch geosynchron als auch geostationär. Sowas kommt raus, wenn man eben nicht den grossen Vorsitzenden entscheiden lässt, sondern ein Komitee. ;-)
A. K. schrieb: > Sowas kommt raus, wenn man eben nicht den grossen Vorsitzenden > entscheiden lässt, sondern ein Komitee. ;-) Wenns ein runder Tisch gewesen wäre, wäre mein Weltbild ensthaft in Unordnung geraten...
Uhu U. schrieb: > Das NMEA-Format zeigt Daten, die von GPS gewonnen wurden, mit dem Präfix > $GP an und solche von GLONASS mit $GN > > Als ich das Gerät zum Testempfang ans Fenster Fenster gelegt hatte, > kamen zunächst ein paar GPS-Positionen, allerdings nur mit 2D-Fix und > nach einiger Zeit wurde auf Glonass umgeschaltet und dabei blieb es > dann. Anhand der Daten, die dir deine Maus über BT ausspuckt kannst du keine Aussage aber Qualitätsunterschiede von GPS und Glonass treffen. Es sei dann du kennst die internen Entscheidungskriterien, anhand derer die Maus bestimmt ob sie GPS- oder Glonass-Daten nach außen gibt. Dein Szenario kann man sich auch so erklären: GPS war eher verfügbar, deswegen kamen zunächst GPS-Positionen. Dann war irgendwann Glonass verfügbar, weil Glonass aber von der Software bevorzugt wird wurden dir dann dessen Daten übermittelt (siehe Codeschnippsel von Andreas). Du müsstest die Rohdaten gegenüberstellen, so wie in A.K.s Screenshot vom Smartphone. Am Besten mit unterschiedlicher Hardware an unterschiedlichen Orten.
Uhu U. schrieb: > alle Positionen nach > westen verschieben, dann fliegen ihm die gebratenen Tauben aus Europa Machen die schon: https://www.berliner-zeitung.de/digital/gps-die-signale-sind-manipulationsanfaellig-28220606 http://www.buffed.de/Pokemon-GO-Spiel-56108/News/Cyberwaffe-GPS-Spoofing-1239536/
Oliver S. schrieb: > Machen die schon: aus dem ersten Link:
1 | ...sowie der GPS-basierte Hochfrequenzhandel an US-Terminbörsen in Betracht. |
Wie das? Wozu GPS beim Hochfrequenzhandel? Dass die GNSS in der Umgebung von wichtigen Bauwerken/Anlagen gestört werden, ist sicher keine Besonderheit Russlands.
Uhu U. schrieb: > Wie das? Wozu GPS beim Hochfrequenzhandel? Vielleicht kann man das Auf und Ab der Börsen damit schneller feststellen.
Le X. schrieb: > Du müsstest die Rohdaten gegenüberstellen, so wie in A.K.s Screenshot > vom Smartphone. Dazu habe ich im Moment keine Software, nur die Rohdaten, aus denen die Graphik erzeugt wird.
A. K. schrieb: > Vielleicht kann man das Auf und Ab der Börsen damit schneller > feststellen. Na, die Höhenmessungen per GNSS sind viel ungenauer, als die geographischen Koordinaten - das wird wohl nix...
Ich hatte mal eine ältere GPS-Maus von Navilock, bei der konnte man mit der entsprechenden Software vom Hersteller div. Einstellungen ändern. Evtl. gibts das für die deinige auch und du kannst das bevorzuzugende Satellitensystem einstellen. Oder weit mehr Details abfragen, als mit den normalen NEMA-Daten möglich ist.
Matthias S. schrieb: > Evtl. gibts das für die deinige auch und du kannst das bevorzuzugende > Satellitensystem einstellen. Es gibt keinen Befehl dafür, zumindest keinen dokumentierten, das habe ich schon überprüft.
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