Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik µC - Abschätzen von Speicher und Taktgeschwindigkeit


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von Teddy (Gast)


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Hallo Jungs,

wenn ihr bei einem Projekt X einen µC einsetzen wollt/müsst, wie schätzt 
ihr die benötigten Flash, Ram und EEPROM Speicher und 
Taktgeschwindigkeit im vorraus ein?

Für mich ist diese Überlegung wie eine Katze im Sack zu kaufen, da das 
Projekt X ziemlich groß sein kann und dadurch der Code umfangreich wird, 
oder auch nicht.
Umsonst Geld zu zahlen für oversized Speicher und Takt will ja auch 
niemand.

Den EEPROM könnte man noch ungefähr Pi*Daumen errechnen, je nach, welche 
Daten gespeichert werden sollen.

Ram zu kalkulieren könnte ebenfalls machbar sein, wenn man mit dem 
Ramspeicher behutsam und sparsam umgeht und regelmäßig den Speicher im 
Ram wieder freigeben kann.
Jedoch bei regelmäßiger 32bit Berechnungen der Ram bei kleiner Kapazität 
sofort eng werden kann.

Wie siehts aber mit dem Programmspeicher und Taktgeschwindigkeit aus?

Habt ihr da Tipps, Tricks?

von Andreas K. (andreasmc)


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Fürs private Basteln in kleinen Stückzahlen? Den größten uC der Serie 
mit der du dich am besten auskennst. Für einen beruftstätigen 
Hobbybastler sind die 10€ die der größte uC mehr als der kleinste kostet 
keine x Stunden an Speicheroptimierungen wert, vom fehlenden Platz für 
nachträgliche Erweiterungswünsche ganz abgesehen.

Für größere Stückzahlen? Einen sicher zu großen uC für den Prototyp, und 
wenn das Programm steht den kleinsten uC in den es noch reinpassst.

von Jim M. (turboj)


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Teddy schrieb:
> wie schätzt
> ihr die benötigten Flash, Ram und EEPROM Speicher und
> Taktgeschwindigkeit im vorraus ein?

Ganz Einfach: Die Machbarkeisstudie oder der 0. Prototyp wird auf dem 
STK des µC Herstellers implementiert - dort ist normalerweise der 
dickste Prozessor der Serie drauf.

Wenn man halbwegs die Funktion (eventuell mit häßlichem Kabelverhau) 
hinbekommen hat, dann hat man auch eine Idee vieviel RAM und Flash man 
ungefähr im fertigen Projekt braucht.

Oftmals ähneln sich die Demoboards stark, so dass man relativ einfach 
die Serie wechseln kann wenn sich herausstellt das der µC ein, zwei 
Nummern zu klein war.

von Teddy (Gast)


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Andreas K. schrieb:
> Fürs private Basteln in kleinen Stückzahlen? Den größten uC der
> Serie
> mit der du dich am besten auskennst. Für einen beruftstätigen
> Hobbybastler sind die 10€ die der größte uC mehr als der kleinste kostet
> keine x Stunden an Speicheroptimierungen wert, vom fehlenden Platz für
> nachträgliche Erweiterungswünsche ganz abgesehen.
>
> Für größere Stückzahlen? Einen sicher zu großen uC für den Prototyp, und
> wenn das Programm steht den kleinsten uC in den es noch reinpassst.

Es geht um große Stückzahlen in der Industrie.
Der Ansatz ist interessant.

von Peter D. (peda)


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Teddy schrieb:
> Wie siehts aber mit dem Programmspeicher und Taktgeschwindigkeit aus?

Das kann man eigentlich nur Aufgrund vorheriger eigener Projekte 
abschätzen, denn jeder Programmierer hat einen anderen Stil, an Aufgaben 
heranzugehen.
So kann der eine Programmierer für die gleiche Aufgabe 100 mal mehr 
Speicher und CPU-Takt benötigen als der andere.

von Adapter (Gast)


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Peter D. schrieb:
> Teddy schrieb:
>> Wie siehts aber mit dem Programmspeicher und Taktgeschwindigkeit aus?
>
> Das kann man eigentlich nur Aufgrund vorheriger eigener Projekte
> abschätzen, denn jeder Programmierer hat einen anderen Stil, an Aufgaben
> heranzugehen.
> So kann der eine Programmierer für die gleiche Aufgabe 100 mal mehr
> Speicher und CPU-Takt benötigen als der andere.

Naja, die Aussage halte ich doch für etwas gewagt. Erfahrung spielt 
natürlich eine Rolle, aber diese Grössenordnungen würden bei erfahrenen 
Profis doch eher bedeuten sowas wie eine Glaskugel bedeuten.

Bei so hohen Stückzahlen wie angedeutet zählt jeder Cent, da wird man 
zusehen, den billigsten verfügbaren Controller mit dem billigsten 
Peripherieausbau zu kriegen, der den Zweck erfüllt. Das muss nicht der 
kleinste sein: Um 2000 war der 68332 wesentlich günstiger zu haben als 
so mancher 8Bitter - weil er in Automotive durch die ETPU Stand der 
Dinge war und deswegen in so hohen Stückzahlen produziert wurde, dass er 
sehr günstig zu kriegen war.

Die Wahl der Soft- und Middleware spielt natürlich auch eine wichtige 
Rolle. Das ist reine Mathematik: Footprintdaten der Hersteller 
studieren, alles zusammen addieren und herausfinden, ob es reicht.

RAM- und Flashbedarf - naja, wer unbedingt meint, ohne Linux nicht 
auszukommen, muss natürlich mindestens 2 MB RAM und mindestens 16MB 
Flash einplanen, selbst wenn die Aufgabe mit einem RTOS auch mit 2M 
Flash und 128k RAM zu bewältigen wäre. Aber für Profis ist ein Werkzeug 
eben genau das - ein Werkzeug, und wenn man mit dem Einen die Schraube 
nicht in die Wand kriegt, sucht man sich halt das Passende. Ausser 
natürlich wenn eine von-der-Stange-Hardware mit Android drauf durch eine 
hohe Marktpentetration so billig zu haben wäre, dass man sie billiger 
kriegt als eine Custom Minimalhardware.

von Manfred (Gast)


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Adapter schrieb:
> Erfahrung spielt
> natürlich eine Rolle, aber diese Grössenordnungen würden bei erfahrenen
> Profis doch eher bedeuten sowas wie eine Glaskugel bedeuten.

Die Glaskugel hat "bei erfahrenen Profis" eine sehr hohe Trefferrate!

> Bei so hohen Stückzahlen wie angedeutet zählt jeder Cent, da wird man
> zusehen, den billigsten verfügbaren Controller mit dem billigsten
> Peripherieausbau zu kriegen, der den Zweck erfüllt.

Wenn man einen bestimmten Typ bereits in Menge verbaut und am Lager hat, 
kann auch eine Regel "Vorzugsbauelemente" greifen, weil die Logistik- 
und Rüstkosten einen Mehrpreis kompensieren. Hat man mehrere Entwickler, 
die diesen Vorzugstyp kennen, sowieso.

Also: Egal, wie Ihr es dreht, es gibt keine allgemeingültig starre 
Regel.

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