Nano schrieb:
> Mich würde mal interessieren, ob Kondensatoren im
> pF Bereich bei THT Platinen und THT Bauteilen
> überhaupt Sinn machen?
Ja.
> pF ist ja immerhin schon so klein, dass ich mal vermute,
> dass man schon bei zwei Drähten, die sich gegenüber
> stehen, wie es bei der THT Technik durchaus vorkommen
> kann, ja schon Kapazitäten haben kann, die sich in
> diesen pF Größen bewegen.
Nicht vermuten, sondern rechnen.
Übliches Koax-Kabel hat grob 100pF/m. Ein 1cm langer
Abschnitt hat also gerade 1pF. Beachte die Größe der
beteiligten Flächen.
Ein Plattenkondensator mit 1cm*1cm großen Platten muss
(in Luft) einen Plattenabstand von 1mm aufweisen, damit
er auf 1pF kommt. Auch hier: Beachte den geringen Abstand
und die vergleichsweise riesigen Flächen.
Zwei parallele dünne Drähte mit 1cm Abstand kommen (in
Luft) auf weit unter 1pF (Größenordnung 0.1pF).
> Könnte man so gesehen als Pi mal Daumen Regel
> schlussfolgern, dass man besser gleich zur SMD Technik
> greift, wenn man pF Größen in der Schaltung benötigt?
Nein.
Die Leiterzüge auf der Platine haben auch Kapazitäten
gegeneinander; da hilft das eps_r des Trägermaterials
auch noch kräftig mit.
Richtig ist: Die parasitären INDUKTIVITÄTEN durch die
Bauelementeanschlüsse sind bei SMD deutlich kleiner und
besser definiert als bei THT. Da man i.d.R. auch enger
bauen kann, ist es bei hohen Frequenzen sinnvoll, auf
SMD zu gehen.
100MHz beherrscht man aber noch problemlos mit THT, wenn
man weiss, was man tut.