Ich habe mich mit einem Freund über den Wechsel in die Position als
Arbeitnehmer vom Arbeitgeber unterhalten. Er hat ein kleines gut
laufendes Unternehmen mit 5 Angestellten unter ihm. Er meinte, dass er
eventuell nicht ewig Lust hat und in einem Konzern anfangen will. Das
sei wohl kein Problem irgendwo in führender Position einzusteigen.
Wie seht ihr das? Ist das so einfach eventuell bei seinen eigenen Kunden
anzufangen? Man muss dazu sagen, dass außer dem Betrieb keine
nennenswerte andere Berufserfahrung vorhanden ist.
Jens G. schrieb:> Wie seht ihr das? Ist das so einfach eventuell bei seinen eigenen Kunden> anzufangen? Man muss dazu sagen, dass außer dem Betrieb keine> nennenswerte andere Berufserfahrung vorhanden ist.
Zum Wechsel gehören immer zwei: einen der eingestellt werden will und
einer der Einstellt!
Bei der Erfahrung kommt es immer auch auf die "Art" der Erfahrung an,
von 08/15-Entwicklung bis hin zu weltweit einmaligem Know-How gibts da
eine enorme Bandbreite.
Problem wird sein, dass es komplett unterschiedliche Sozialstrukturen
sind, im einen Fall Alleininhaber und Geschäftsführer, im anderen Fall
Manager mit Vorgesetzten.
Ersterer ist für "alles" selbst verantwortlich, zweiter bekommt von
weiter oben Vorschriften. Das kann gut gehen, muss aber nicht. Diese
Probleme sind auch der Personalabteilung bekannt...
Ich habe schon häufiger - teilweise auch sehr interessante - Angebote
von Kunden erhalten, meinen Laden zuzumachen und bei dem jeweiligen
Kunden als Angestellter anzufangen. Das wäre finanziell auch durchaus
sehr interessant. Allerdings müsste ich mich dann mit genau den
Problemen, wegen derer solche Kunden mit externen Entwicklungspartnern
zusammenarbeiten, selbst herumschlagen und könnte sie nicht mehr mit der
erforderlichen Distanz betrachten.
> Er meinte, dass er> eventuell nicht ewig Lust hat und in einem Konzern anfangen will. Das> sei wohl kein Problem irgendwo in führender Position einzusteigen.
Oh. Selbständigkeit ist normalerweise sehr schwer umkehrbar, wenn
nachher eine gewisse Zufriedenheit mit den Umständen erhalten bleiben
soll. Wenn die Selbständigkeit nicht eine komplette Katastrophe mit
albtraumhaften Zuständen war, fühlst du dich danach in
Angestelltenposition als letzter Arsch.
Deine Selbständigkeitsallüren werden deinen Chefs dann schwer auf den
Senkel gehen.
Habe ich durch, als ich krankheitsbedingt aus meiner ersten Firma
aussteigen musste und weil mein damaliger Partner keinen Drive mehr
hatte. Ich habe es genau zwei Jahre als Angestellter ausgehalten. Obwohl
der Chef eine gute Seele war, ist mir alles (insbesondere die
Unterordnung) maßlos auf den Zeiger gegangen.
Ich bin jetzt seit 14 Jahren wieder selbständig.
> Problem wird sein, dass es komplett unterschiedliche Sozialstrukturen> sind,
Genau das ist der Knackpunkt, ehemalige Selbständige, die als solche
nicht komplette Versager waren, sind nicht mehr zum Mitarbeiter
resozialisierbar.
Bürovorsteher schrieb:>> Problem wird sein, dass es komplett unterschiedliche Sozialstrukturen>> sind,>> Genau das ist der Knackpunkt, ehemalige Selbständige, die als solche> nicht komplette Versager waren, sind nicht mehr zum Mitarbeiter> resozialisierbar.
Wahre Worte, denn die Entwicklung in einem Menschen lässt sich nicht
wieder rückgängig machen oder umkehren.
Da macht der Kopf meistens nicht mit.
Bürovorsteher schrieb:> Genau das ist der Knackpunkt, ehemalige Selbständige, die als solche> nicht komplette Versager waren, sind nicht mehr zum Mitarbeiter> resozialisierbar.
Ich glaube, du meinst eher "Desozialisierbar". Die Duckmäuserart vieler
Kollegen geht mir auf den Senkel! Immer mehr Grinsebacke gegenüber den
Vorgesetzten und hintenrum hetzen, was das Zeug hält. Es ist kaum noch
auszuhalten, wie sehr heute intrigiert wird, um in gut bezahlte
Ausruhpositionen zu gelangen.
Eine eigene Frage?
Dieser Thread ist über 8 Jahre alt.
Stell sie in einem eigenen Thread – dort lesen mehr Leute mit, und sie wird öfter und schneller beantwortet.