Das ist doch nicht nur bei Web so. Opensource-Entwickler haben ganz
allgemein kein Bewußtsein für die Problematik von Dependencies. Sieh Dir
eine Linux-Distri an, was da jeder Furz für Dependencies hat, und damit
meine ich nicht, daß z.B. Gnome-Anwendungen natürlich von Gnome
abhängen.
Die Frickler denken, daß das Paketmanagement die Probleme löst, aber
tatsächlich macht es sie nur einigermaßen handhabbar. Der Testaufwand
explodiert aber, die Robustheit sinkt, und die Sicherheit natürlich
auch.
Niemand macht Codereviews, wie man selbst bei einem sehr wichtigen
Projekt wie OpenSSL gesehen hat, und das wird bei weniger entscheidenden
Projekten noch schlimmer sein.
> Sieh Dir eine Linux-Distri an
Irgendwas ist da total schief gelaufen.
Stallman begann mit der Freien Software, weil er einen Bug in einem
Druckertreiber fixen wollte, aber nicht durfte.
Heutzutage ist alles frei, aber hoffnungslos aufgeblasen. Wir könnten
alles fixen, finden aber nicht mal das Paket, in dem sich der Bug fixen
lässt.
Das meiste davon wollen wir doch gar nicht haben. 100 verschiedene
Protokolle im SSL. Mir genügt eines. 1000 verschiedene Videokodierungen
-- nur weil der eine Patentgebühren kassieren will, die der andere aber
nicht bezahlen will.
Lesen hier Mozilla Entwickler mit? Ich will euer Pocket nicht! Lesen
hier Webseiten-Gestalter mit? Ich will Seiten, die auch ohne Javascript
die Inhalte anzeigen.
P.S.
>wie man selbst bei einem sehr wichtigen Projekt wie OpenSSL gesehen hat
Die Lücke wurde gefunden! Schon alleine das beweist doch - zumindest
Einer macht Codereviews.
Abradolf L. schrieb:> Es wird ja durchaus (auch manchmal zurecht) über Frontendschubser> hergezogen, dazu hier was schönes:>> https://hackernoon.com/im-harvesting-credit-card-numbers-and-passwords-from-your-site-here-s-how-9a8cb347c5b5
Wobei man der Fairness halber dazu sagen sollte, dass der Autor ganz am
Ende seines Artikel freimütig zugibt, dass das Alles gar nicht der
Wahrheit entspricht, und er lediglich zeigen wollte, wie extrem simpel
es wäre, so etwas umzusetzen.
Das ist letztlich ein Clickbait-Artikel, der mit einer fiktiven
Geschichte ein reales (und durchaus bekanntes) Problem beschreibt.
Oliver S. schrieb:> Na ja, clickbait..
Wie würdest Du es sonst bezeichnen?
Statt eine reisserische, falsche Tatsachen vortäuschende Überschrift wie
"Ich stehle Kreditkartennummern und Passwörter von Deiner Webseite,
und zwar so:" zu benutzen, dann eine fiktive Horror-Story aufzutischen
und dies erst ganz am Ende aufzuklären, hätte der Autor seinen Artikel
ja auch "Wie man vglw. leicht Kreditkartennummern und Passwörter von
fremden Webseiten stehlen könnte" nennen können, und das
zugrundeliegende Angriffsszenario dann nüchtern und sachlich beschreiben
können.
Dann hätte der Artikel allerdings viel weniger Aufmerksamkeit erzeugt,
und Fefe & Co. hätten vermutlich nie darauf verlinkt.
> Website ohne Javascript :)))
mikrocontroller.net beweist: Es geht, ist schnell, kein nervtötender
Flackerkram und keine Tracker.
Die Marketingfuzzis haben uns nur eingeredet, JS sei Hip, damit wir
deren Tracker nicht mehr lahmlegen können.
ja sicher geht es, das war auch ironisch gemeint .... hab erst die Tage
mal Sites vom Wettbewerb durchgecheckt ... Ergebnis:
99% erstellt von Agentur, teilweise vor Äonen, optisch ansprechend
gemacht aber inhaltsleer UND technisch ne Katastrophe.
Teilweise noch Flash, bei neueren jQuery, praktisch komplett darauf
basierend ... CMS von der Stange und optisch aufgeblasen.
Responsive ja, aber datenoverhead ohne Ende. Da sind Grafiker am Werk,
die sich nicht die Bohne um Bits & Bytes scheren.
Noch einer schrieb:>> Website ohne Javascript :)))>> mikrocontroller.net beweist: Es geht, ist schnell, kein nervtötender> Flackerkram und keine Tracker.
Ein echtes Positivbeispiel, und die einzige Seite bei mir, die sowohl
Skripte als auch Werbung darf. Skripte aber nur von microcontroller.net.
Daher mal ein Lob dafür!
Die Javascript-Pest hat ausmaße angenommen, die sämtlichen Rahmen
sprengen. Einige Seiten nutze ich inzwischen nicht mehr. Bei FAZ oder
Süddeutsche beispielsweise bekomme ich nur noch leeren Bildschirm.
Ich bin schlich zu faul, für die Seiten die Einstellungen zu finden, die
sowohl das ungestörte Betrachten der Seite als auch die Darstellung von
Text erlauben.
Das Web in der gewohnten Form ist so gut wie tot...
Noch einer schrieb:>> Website ohne Javascript :)))>> mikrocontroller.net beweist: Es geht, ist schnell, kein nervtötender> Flackerkram und keine Tracker.
µc.net benutzt doch google-analytics - fungiert das nicht u.A. auch als
Tracker?
Joachim S. schrieb:> Noch einer schrieb:>>> Website ohne Javascript :)))>>>> mikrocontroller.net beweist: Es geht, ist schnell, kein nervtötender>> Flackerkram und keine Tracker.>> µc.net benutzt doch google-analytics - fungiert das nicht u.A. auch als> Tracker?
Überall wo Google drauf steht wird geschnüffelt. Google - immer
blockieren.
Weingut P. schrieb:> Aber hast Recht, schon der Overhead an jQuery der immer mit geladen> wird.
Pfft, das sind minified 100kB, und bei gescheiter Server-Config werden
.js-Dateien mit gzip komprimiert, und dann landet man bei 30kB.
Problematisch ist allerdings, daß JS für quasi-statische Dinge genutzt
wird, die man genausogut mit CSS3 und HTML5 machen kann, was erheblich
performanter ist.
Orman schrieb:> Joachim S. schrieb:>> Noch einer schrieb:>>>> Website ohne Javascript :)))>>>>>> mikrocontroller.net beweist: Es geht, ist schnell, kein nervtötender>>> Flackerkram und keine Tracker.>>>> µc.net benutzt doch google-analytics - fungiert das nicht u.A. auch als>> Tracker?
Und googletagservices.
> Überall wo Google drauf steht wird geschnüffelt. Google - immer> blockieren.
Wenn man das bei µC.net tut, tun aber auch mache Sachen nicht mehr.
Generell verstehe ich nicht so ganz, warum man die halbe
Webseitenfunktionalität auf irgendwelche anderen Webserver auslagert.
Das ist bei µC.net ja noch sehr moderat. Bei manchen Seiten ist das echt
schlimm, da werden dann Javascripte von 15 verschiedenen Domains
geladen, und ohne die funktioniert praktisch nix mehr. Ich will aber
nicht, dass neben dem Anbieter der Seite noch 14 andere bescheid wissen,
wo ich überall hingesurft und draufgeklickt habe. Die 14 anderen machen
das ja auch nur, um diese Informationen zu Profilen zu verarbeiten, die
sie dann gewinnbringend verkaufen können.
In einer der letzten c'ts wurde auch erklärt, wie Seitenbetreiber in
Echteit jede meiner Bedienaktionen im Browser verfolgen können, z.B.
auch wenn ich in ein Textfeld etwas eingegeben und dann wieder gelöscht
habe, wie lange ich zur Eingabe gebraucht habe, wie viele Fehler ich
dabei gemacht habe u.s.w.
Rolf M. schrieb:> Ich will aber> nicht, dass neben dem Anbieter der Seite noch 14 andere bescheid wissen,> wo ich überall hingesurft und draufgeklickt habe.
Ganz einfach: Nicht mehr im Internet surfen. Klingt blöd, ist aber so.
Das einzige positive bei der Sache ist, daß bei 3-4 Milliarden surfenden
Menschen im Netz der einzelne dann doch nur ein Rauschen in der
Statistik ist.
Oliver
Oliver S. schrieb:> Das einzige positive bei der Sache ist, daß bei 3-4 Milliarden surfenden> Menschen im Netz der einzelne dann doch nur ein Rauschen in der> Statistik ist.
Du verkennst dabei, dass diese überbordende Datensammelei dazu dient,
eben nicht lediglich Statistiken zu führen, sondern eine möglichst
individualisierte/personalisierbare Zuordnung vornehmen zu können.
Mal schauen, wie wir das in Zukunft handhaben wollen und werden.
Blockchain-Technik bietet da feine Ansätze...
Honkomator schrieb:> Mal schauen, wie wir das in Zukunft handhaben wollen und werden.> Blockchain-Technik bietet da feine Ansätze...
Du verkennst, daß Werbung das bisher und auch zukünftig einzige
funktionierende Geschäftsmodell im Internet ist. Auch die ganze
Datensammelei dient nur diesem einen Zweck.
Da ist es nicht allzu schwierig, sich vorzustellen, wie das in Zukunft
gehandhabt wird.
Oliver
Oliver S. schrieb:> Du verkennst, daß Werbung das bisher und auch zukünftig einzige> funktionierende Geschäftsmodell im Internet ist. Auch die ganze> Datensammelei dient nur diesem einen Zweck.
Ganz schön naiv ;-)
Werbung ist doch harmlos. Social/Health Scoring ist das neue Ding.
Oliver S. schrieb:> Du verkennst, daß Werbung das bisher und auch zukünftig einzige> funktionierende Geschäftsmodell im Internet ist.
Ich schätze, daß z.B. Reichelt nicht von der Werbung lebt, sondern vom
Verkauf der Produkte, und Ebay von der Vermittlung von Käufen.
Es betrifft vorwiegend die Medienbranche, die ihr altes Geschäftsmodell
versucht hat, in wesentlich aufdringlicher Form online zu übertragen.
Sie hat außerdem noch das Problem, daß kaum jemand bereit ist, für die
Inhalte zu bezahlen, weil sie kein Geld wert sind - das ist aber ein
hausgemachtes Problem.
Woran es außerdem noch fehlt, ist die Möglichkeit zu anonymem
Micropayment. Aber mit zunehmender Verbreitung von Adblockern jetzt auch
seitens der Hersteller Apple und Google wird sich da schon was ändern.
Wenn als Kollateralschaden die Werbebranche zusammenbricht, ist das nur
begrüßenswert.
Nop schrieb:> Ich schätze, daß z.B. Reichelt nicht von der Werbung lebt, sondern vom> Verkauf der Produkte, und Ebay von der Vermittlung von Käufen.
Natürlich. Das „Netz“ aber, inklusive Providern, und allem, was
dazugehört, lebt von Werbung. Auch die Datensammler, die die Daten dafür
sammeln, mir punktgenauere Werbung zuzustellen. Und all die Reichelts
oder eBays bezahlen google oder facebook am Ende dafür, und auch noch
dafür, die Werbung auszuliefern.
Das bisschen Social oder Health scoring ist dagegen Krümelkacke.
Oliver
Oliver S. schrieb:> Natürlich. Das „Netz“ aber, inklusive Providern, und allem, was> dazugehört, lebt von Werbung.
Provider haben ein reales Produkt, was sie verkaufen können, und wofür
es auch Nachfrage gibt. Ich zahle jedenfalls für meinen Netzzugang. Oder
meinest Du Hosting-Provider mit Gratis-Webspace? Das ist doch schon
längst wieder im Auslaufen begriffen.
> Und all die Reichelts> oder eBays bezahlen google oder facebook am Ende dafür, und auch noch> dafür, die Werbung auszuliefern.
Und genau das hat dann ein Ende, was auch gut so ist, weil Werbung
sowieso kaum was bringt, außer die Produkte unnötig zu verteuern.
Nop schrieb:> Und genau das hat dann ein Ende, was auch gut so ist, weil Werbung> sowieso kaum was bringt, außer die Produkte unnötig zu verteuern.
Jetzt bist du aber naiv...
Oliver
Nop schrieb:> Woran es außerdem noch fehlt, ist die Möglichkeit zu anonymem> Micropayment. Aber mit zunehmender Verbreitung von Adblockern jetzt auch> seitens der Hersteller Apple und Google wird sich da schon was ändern.> Wenn als Kollateralschaden die Werbebranche zusammenbricht, ist das nur> begrüßenswert.
Wovon lebt Google nochmal. Achso, Werbung, na dann wird sich aber
bestimmt viel ändern :-)
Das Netz mit Werbung bezahlen?
Vom Werbeetat der Unternehmen kommt nur ein kleiner Teil bei den
Betreibern der Internetdienste an. Und der Werbeetat ist nur ein
Bruchteil des Umsatzes.
Damit so etwas funktioniert, müssen wir 100 mal so viel überflüssiges
Graffel kaufen, wie das Internet kostet.
Die punktgenaue Werbung bewirkt: Wir schliessen Kreditverträge für jede
Menge überflüssiges Graffel ab. Und arbeiten den Rest unseres Lebens für
die Banken.
Dann noch ein anderer Aspekt. Die Datensammler bekommen so ganz langsam
eine Macht, wie die mittelalterliche katholische Kirche. Wie verhindern
wir, dass diese Leute ihre Macht missbrauchen? eine Art Feudalstaat
aufbauen. Die Finanzinstitute halten uns arm und die Datensammler halten
uns dumm. Und unser Parlament stimmt nur mehr über Diätenerhöhungen ab.
Oliver S. schrieb:> Jetzt bist du aber naiv...
Kaum jemand klickt Onlinewerbung bewußt an, höchstens aus Versehen. Wenn
nicht direkt Adblocker im Browser verwendet werden, dann sorgt
Banner-Blindheit für Adblocking auf Layer 8. Das ist durchaus erforscht.
Hmm schrieb:> Wovon lebt Google nochmal. Achso, Werbung, na dann wird sich aber> bestimmt viel ändern :-)
Google hat genug Know-how, um auch anderweitig Geschäfte machen zu
können. Das tun sie aber natürlich nicht, solange sie auch so guten
Gewinn machen können. Ansonsten würden sie halt eingehen - na und, viele
ehemalige große Firmen gibt's nicht mehr, das ist normal.
Wozu es führt, wenn man Änderungen im Geschäftsmodell zu lange
verweigert, das erlebt die Journalistik-Branche gerade.
Nop schrieb:> Google hat genug Know-how, um auch anderweitig Geschäfte machen zu> können. Das tun sie aber natürlich nicht, solange sie auch so guten> Gewinn machen können. Ansonsten würden sie halt eingehen - na und, viele> ehemalige große Firmen gibt's nicht mehr, das ist normal.
Bei Google geht es nur darum, das Leben der Menschen zu verbessern. Jede
Sekunde heilt Google Krebs, hilft Kindern, und rettet ein Einhorn. Heute
hat Google den Impfstoff gegen Aids entwickelt, morgen ist der
Warp-Antrieb dran.
Selbstverständlich macht Google das alles nur, um das Leben der
Menschen zu verbessern, und ist würde niemals Geld für die Leistungen
verlangen.
Zufrieden?
Im Ernst:
Wer soviel Geld wie Google in Forschung steckt, muss irgenwelche
Resultate erzielen. Ich bin nicht beeindruckt - wenn man bedenkt, was
diverse Startups mit winzigen Bruchteilen der Summen auf die Beine
stellen, kommt bei Google vergleichseweise wenig heraus.
Dazu kommt: Die haben nur eine einzige relevante Geldquelle: Werbung,
und alles was dazugehört. 90% macht das aus, habe ich gelesen.
Google verdient sein Geld also ausschließlich mit der Ausspähung der
Weltbevölkerung zwecks maximaler Ausbeutung. Dazu wird gerne auch mit
Diktaturen zusammengearbeitet.
Dont be evil, my ass...
Also für meine Adwords bucht mir Google monatlich ab ... ja, ich zahle
für Werbung, eben Adwords. Wenn man n substituierbares Produkt hat muss
man eben Aufmerksamkeit erkaufen.
Ob der potentielle Kunde kauft ist wieder ne andere Geschichte, aber
insgesamt rentiert es sich schon.
Man muss sich aber schon durch dicke Bretter bohren ...
Google Adwords, Google Maps, Google Shopping ... unterschätzt nicht was
da an Technik ins HTML rein gezimmert sein will, ist ziemlich biestig.
Krawuttke schrieb:> Werbung ist doch harmlos. Social/Health Scoring ist das neue Ding.
Allerdings erstmal nur in China.
Nop schrieb:> Oliver S. schrieb:>>> Jetzt bist du aber naiv...>> Kaum jemand klickt Onlinewerbung bewußt an, höchstens aus Versehen. Wenn> nicht direkt Adblocker im Browser verwendet werden, dann sorgt> Banner-Blindheit für Adblocking auf Layer 8. Das ist durchaus erforscht.
Deshalb gibt's ja Clickbait.
> Google hat genug Know-how, um auch anderweitig Geschäfte machen zu> können. Das tun sie aber natürlich nicht, solange sie auch so guten> Gewinn machen können.
Auf mich wirkt Google nicht wie eine Firma, die nach dem Motto vorgeht:
"Wir könnten noch viel mehr einnehmen, aber das, was wir aktuell haben,
reicht uns".
Nop schrieb:> Die Frickler denken, daß das Paketmanagement die Probleme löst, aber> tatsächlich macht es sie nur einigermaßen handhabbar. Der Testaufwand> explodiert aber, die Robustheit sinkt, und die Sicherheit natürlich> auch.
Weisst Du, ich mache seit ~10 Jahren freiwillig Linux-Support im IRC und
nutze es aktiv seit >15 Jahren als Server und mittlerweile auch Desktop.
99% der Installationsprobleme kommen daher, daß ein User mit
Computerbild-Fachwissen auf Biegen und Brechen irgendein src.gz zieht
und make && make install laufen lässt was ungefragt irgendeine Library
überbügelt. Wenn man dem Paketmanager nicht dazwischenpfuscht, dann ist
das auch stabil.
Oder für die Autofahrer: Solange man in seinem Mercedes nur Teile
einbaut, die auch von Mercedes dafür freigegeben sind, ist man auch der
sicheren Seite. Wenn ich allerdings mit Flex und Schweißgerät einen
Lada-Vergaser einbaue, muß ich mich über Probleme nicht wundern (und mir
bewußt sein daß das Bashing von Mercedes mich dann wie einen Idioten
aussehen lässt).
Noch einer schrieb:> Das meiste davon wollen wir doch gar nicht haben. 100 verschiedene> Protokolle im SSL. Mir genügt eines. 1000 verschiedene Videokodierungen> -- nur weil der eine Patentgebühren kassieren will, die der andere aber> nicht bezahlen will.
Mir genügt ein Auto, was soll ich mit 100 Herstellern? Mir genügt ein
Kohlewiderstand, was soll ich mit Metallfilm? Mir genügt ein
Aldi-Schnitzel, was soll ich mit Bio-Schnitzeln? Anderen genügte ein
Führer, was will man mit einem Parlament? Bloß weil es Dir nicht paßt,
darf's auch kein anderer haben?
Bist bestimmt einer von denen, die an der 10m Käsetheke sich über die
mangelnde Auswahl beschweren :)
> Mir genügt ein Auto, was soll ich mit 100 Herstellern?
Da ist ein grosser Unterschied: Ein Fehler, den einer der anderen 99
Hersteller macht, ist nicht dein Problem. Wenn aber in Ssh, Browser,
oder Videoplayer 100 verschiedene Protokolle eingebaut sind, braucht nur
ein einziges eine Schwachstelle. Und die Ganoven kommen auf deinen
Rechner.
> auf Biegen und Brechen irgendein src.gz zieht
Zumindest da ist Land in Sicht. Ein konsistenter Satz Shared-Libraries
kommt aus der Mode. Jeder Docker- oder Snappy-Container bekommt seine
eigenen Libraries. Nur leider ergibt das 100 Sicherheitslücken
multipliziert mit 100 alten Versionsständen. Dagegen sind ja sogar die
2000 Abhängigkeiten, die du dir mit dem npm einhandelst, vollkommen
harmlos.
Noch einer schrieb:>> Mir genügt ein Auto, was soll ich mit 100 Herstellern?>> Da ist ein grosser Unterschied: Ein Fehler, den einer der anderen 99> Hersteller macht, ist nicht dein Problem. Wenn aber in Ssh, Browser,> oder Videoplayer 100 verschiedene Protokolle eingebaut sind, braucht nur> ein einziges eine Schwachstelle. Und die Ganoven kommen auf deinen> Rechner.
Mir war nicht klar, daß jeder Hersteller auch wirklich alles selber
macht; vielleicht sollte mal einer über sowas wie eine Zulieferindustrie
nachdenken.
Und die Geschichte, daß Open Source per default unsicherer ist weil's so
viele Forks und Protokolle etc gibt, erzählt man heute nicht mal mehr
kleinen Kindern.
>>> auf Biegen und Brechen irgendein src.gz zieht>> Zumindest da ist Land in Sicht. Ein konsistenter Satz Shared-Libraries> kommt aus der Mode. Jeder Docker- oder Snappy-Container bekommt seine> eigenen Libraries. Nur leider ergibt das 100 Sicherheitslücken> multipliziert mit 100 alten Versionsständen. Dagegen sind ja sogar die> 2000 Abhängigkeiten, die du dir mit dem npm einhandelst, vollkommen> harmlos.
Hah, NPM. Die Erfindung cooler Hipster die mal sowas von keinen Plan
davon haben wie man ein Repo aufbaut. Genausowenig wie die Nutzer, die
noch nicht mal ein left-pad selber gebacken bekommen. Da paßt wirklich
der Arsch auf den Eimer.
> vielleicht sollte mal einer über sowas wie eine Zulieferindustrie nachdenken.
Da dürfte sich bald einiges ändern.
In den OEMs sitzen mehr Bürokraten, als die Zulieferer Entwickler haben.
Als Zulieferer musst du jeden Prozess und jeden Test der AEC oder des
SPICE dokumentieren. Damit haben die eine Qualität erreicht - davon
können alle Open-Source-Projekte und alle Softwarefirmen nur träumen.
Nur leider wurde dadurch die Weiterentwicklung immer träger. Jetzt ist
den Managern aufgefallen, sie wurden vom Silicon Valley, von Tesla und
von Alibaba abgehängt.
> weil's so viele Forks und Protokolle etc gibt
Umgekehrt. Nicht mal Open-Source bekommt die Probleme in den Griff, die
wir uns mit den überflüssigen Protokollen einhandeln.
Das Sendmail Desaster. Damals, als es noch 100 E-Mail Protokolle gab,
konnte das Sendmail zwischen allen Protokollen übersetzen. Die Unmassen
an Sicherheitslücken wurden niemals gefixt. Durch SMTP wurde das
Sendmail Überflüssig.
Da liegt der Grund für die Sicherheit. Open-Source hat sich auf die RFCs
geeinigt und alle anderen Protokolle ignoriert. Nur leider ist die
Sendmail Generation inzwischen verstorben. Und die Open-Source Leute
bauen wieder 100 überflüssige Protokolle ein. Die Hardblead-Erweiterung
hat niemand gebraucht. Die wurde nur von Ganoven benutzt.
> die mal sowas von keinen Plan davon haben
Lass mal gut sein. Jede Generation glaubt, die alten Penner hätten keine
Ahnung. Die neuste Hype Technologie sei besser. Das war schon immer so.
Soweit wir die Geschichte zurück verfolgen können.