In der Norm 61547 gibt es eine Prüfung der
Spannungskurzzeitunterbrechung. Das heißt, dass eine Halbwelle
ausgelassen und geschaut wird, ob das Gerät noch richtig arbeitet.
Die Halbwelle fehlt in der Norm, natürlich, genau in der Nullstelle des
Sinuses. Jetzt frage ich mich "Warum könnte denn so eine Halbwelle
fehlen?" Dreht sich da plötzlich der Generator im Kraftwerk nicht mehr?
Danke für eure Hilfe
Remo Rectifier schrieb:> Bernd Stromberg schrieb:>> Jetzt frage ich mich "Warum könnte denn so eine Halbwelle>> fehlen?">> Defekte Graetzschaltung; Einweggleichrichtung.
Und die Defekte sind in der folgenden Halbwelle bereits wieder
repariert? ;-)
Es ging hier um das Auslassen EINER Halbwelle, nicht um eine
Gleichrichtung. Grund ist, die Reaktion des Geräte auf eine KURZZEITIGE
Spannungsunterbrechung während EINER Halbwelle (10ms) zu testen...
Bernd Stromberg schrieb:> Die Halbwelle fehlt in der Norm, natürlich, genau in der Nullstelle des> Sinuses.
Klingt für mich logisch - denn Schaltvorgänge im Nulldurchgang sind wohl
am ungefährlichsten.
HildeK schrieb:> Ich tippe mal: - ein Umschaltvorgang von einer Hauptquelle auf eine> Ersatzquelle?
Es geht nur um die Definition einer Spannungskurzzeitunterbrechung, so
dass man auf der Basis dieser Definition das Verhalten verschiedener
Geräte vergleichen und beurteilen kann. Eine Halbwelle auszulassen ist
m. E. eine leicht zu beschreibende und für die Praxis sinnvolle
Definition. Natürlich hätte man sich das Leben auch viel schwerer machen
können und den Mittelwert des Spannungsverläufe von 1000 als
Spannungskurzzeitunterbrechung eingestuften Events zur Definition
heranziehen können...
@Bernd Stromberg (Gast)
>Sinuses. Jetzt frage ich mich "Warum könnte denn so eine Halbwelle>fehlen?" Dreht sich da plötzlich der Generator im Kraftwerk nicht mehr?
Sicher nicht, es ist einfach eine labormäßige Definition einer kurzen
Netzunterbrechung, welche gut reproduziert werden kann. Man kann ja
nicht schreiben, "mach einfach mal nen Wackelkontakt ins Netzkabel"
Falk B. schrieb:> Sicher nicht, es ist einfach eine labormäßige Definition einer kurzen> Netzunterbrechung, welche gut reproduziert werden kann. Man kann ja> nicht schreiben, "mach einfach mal nen Wackelkontakt ins Netzkabel"
Also gibt es dafür gar keinen technischen Hintergrund?
@ Bernd Stromberg (Gast)
>> nicht schreiben, "mach einfach mal nen Wackelkontakt ins Netzkabel">Also gibt es dafür gar keinen technischen Hintergrund?
Keine Ahnung!
Bernd Stromberg schrieb:> Also gibt es dafür gar keinen technischen Hintergrund?
und:
> einer kurzen> Netzunterbrechung, welche gut reproduziert werden kann.
ist der Hintergrund.
Bernd Stromberg schrieb:> Also gibt es dafür gar keinen technischen Hintergrund?
Warum nicht? Hattest du noch nie irgendwo einen Wackelkontakt?
Man kann damit einfach testen, ob das Gerät so was ohne Betriebsstörung
oder ohne abzufackeln aushält.
Ich nehme mal an, die Drops werden in der Norm periodisch auftreten und
so könnte man z.B. auch bei einem konventionellen Netzteil den
Gleichrichter überlasten oder auch den Ladeelko stärker stressen.
Oder, wenn es z.B. schon eine Störung abbekommt, diese auch verkraftet
wird, also z.B. ein µC führt einen sauberen Restart durch anstatt danach
in der Pampa zu sein.
Bernd Stromberg schrieb:> Also gibt es dafür gar keinen technischen Hintergrund?
Solche Kurzzeitunterbrechungen entstehen bei Halbleiterrelais mit
Nullspannungsschalter, wenn im Steuerkreis kurze
Störungen auftreten. Dann fehlt immer gleich mindestens eine Halbwelle.
> Eine Halbwelle fehlt...
Es gibt nun mal dämliche Konstruktionen, die einfach nicht
mit dem Umstand klarkommen, dass eine Halbwelle fehlt.
Also das nicht immer +/-/+/-/+ aufeinander folgen, sondern
auch mal +/-/0/-/+, oder +/-/+/0/+ kommen können.
Ist doch gut, wenn die bei der Prüfung durchfallen!
Route 6. schrieb:> Solche Kurzzeitunterbrechungen entstehen bei Halbleiterrelais mit> Nullspannungsschalter, wenn im Steuerkreis kurze> Störungen auftreten. Dann fehlt immer gleich mindestens eine Halbwelle.
Damit kann man dann selbst sein Testgerät bauen, in dem man mit
einfacher Blockade der Ansteuerung dann eine oder öfters Halbwellen
ausblendet...
Bernd Stromberg schrieb:> Also gibt es dafür gar keinen technischen Hintergrund?
Z.B. ein durch Blitzschlag verursachter Kurzschluß in der
Überlandleitung, dessen Lichtbogen erst beim Nulldurchgang löscht.
Etwas kompliziert zu verstehen sind die Drehstromfaelle mit Ausfall bis
zu zwei Leitern oder Kurzschluss. Dabei kann der Fall auftreten, dass
fast zwei gleiche Halbwellen hintereinder kommen.
Der Test deckt dies quasi mit ab. Der Test ist daher nicht zum Spass
oder als Schikane in der Norm.
Meiner Meinung nach ist der Test nur für eine kurzzeitige
Netzunterbrechung und da ist das Fehlen einer kompletten Halbwelle
einfach der worst case. Vor allem bei Geräten, die mit Transformatoren
arbeiten, könnte es da Probleme geben. Den Trafo im Nulldurchgang
einzuschalten ist alleine schon ziemlich unschön und wenn jetzt auch
noch der Kern (durch die vorausgegangene gleichartige Halbwelle) in
gleicher Richtung vormagnetisiert ist, erzeugt dieser Test einen extrem
starken Einschaltstromstoß. Schaltnetzteilen ist dieser Test reichlich
egal, insofern sie den Netzausfall nicht so superschnell erkennen und
abschalten.
Kurzschlüsse auf Freileitungen sind ein anderes Thema. Die haben zwar
eine Einrichtung zur Lichtbogenlöschung (KUAWE, Kurzunterbrechung und
Wiedereinschaltung), aber diese schalten die Leitung für mindestens 0,5s
ab. Bei Mittelspannungsanlagen (10-20kV Versorgungsnetze) wird dagegen
so gut wie nie automatisch wiedereingeschaltet. Da sind in weiten
Bereichen Schmelzsicherungen verbaut, die manuell ausgetauscht werden
müssen. Bei Erdkabeln macht ein Wiedereinschalten keinen Sinn weil es
nur den Schaden am Kabel vergrößern würde.
Ben B. schrieb:> Meiner Meinung nach ist der Test nur für eine kurzzeitige> Netzunterbrechung und da ist das Fehlen einer kompletten Halbwelle> einfach der worst case.
Das würde ich nicht sagen. Es gibt sicher noch schlimmere Szenarien,
die sich trotzdem noch als "kurzzeitige Netzunterbrechung" beschreiben
lassen würden. Ich glaube, es geht einfach um Reproduzierbarkeit. Irgend
eine Zeitdauer für die Netzunterbrechung muß man nun mal als Standard
etablieren. Da bietet sich eine gewisse Anzahl an Halbwellen halt an.
Und daß man das Testequipment im Nulldurchgang schalten läßt ist auch
nicht ungewöhnlich.
Ein Test ist manchmal auch einfach nur ein Test. Und versucht dabei
nicht unbedingt, ein Szenario exakt so nachzustellen, wie es in der
Realität passiert.
@ Axel Schwenke (a-za-z0-9)
>Ein Test ist manchmal auch einfach nur ein Test. Und versucht dabei>nicht unbedingt, ein Szenario exakt so nachzustellen, wie es in der>Realität passiert.
Im Idealfall ist der Labortest immer härter und bösartiger als die
Realität, dann ist man auf der sicheren Seite. Manchmal ist die Realität
aber dorch härter und bösartiger, als es sich der Prüfingenieur
ausgedacht hat.
Falk B. schrieb:> Im Idealfall ist der Labortest immer härter und bösartiger als die> Realität, dann ist man auf der sicheren Seite. Manchmal ist die Realität> aber dorch härter und bösartiger, als es sich der Prüfingenieur> ausgedacht hat.
Irgendeinen realistischen Punkt auf der Gaußkurve der Bösartigkeit in
der Realität musst Du Dir aber raussuchen.
Oder willst Du jedes kleine USB-Ladekabel gegen mehrfachen direkten
Blitzeinschlag sichern, nur weil das 1x auf der Erde in 20 Jahren
vorkommt?
Gerd E. schrieb:> Oder willst Du jedes kleine USB-Ladekabel gegen mehrfachen direkten> Blitzeinschlag sichernBen B. schrieb:> Wenns nach deutschem VDE etc. und Hastenichgesehen geht? Ja!
Das klingt jetzt aber beides recht albern.
Ich bin froh, daß es hierzulande Normen und Vorschriften gibt, die den
Verbraucher vor dem übelsten Schrott schützen, indem ein Mindestmaß an
Sicherheit und Funktionssicherheit gefordert wird.
Und falls es tatsächlich Entwickler geben sollte, die diese Normen nur
als Gängelung empfinden, zeigt das doch lediglich, wie wichtig es ist,
daß wir solche Mindeststandards haben!
Thosch schrieb:> Und falls es tatsächlich Entwickler geben sollte,> die diese Normen nur als Gängelung empfinden,
Wärst Du selbst Entwickler, wären Dir die (häufigen) Fälle bekannt, in
denen die eine und/oder andere Regelung in der vorhandenen Form sich im
Bereich kontraproduktiv...überflüssig...unzureichend bewegt.
Perfekt sind die Regeln nicht.
Sie gehören nicht "abgeschafft", sondern je nach Fall "gekürzt",
"überar-beitet", "geändert", oder aber "differenzierter ausgeführt", (an
die reale Praxis und Physik) "angepaßt", und in einigen Fällen auch
"ergänzt", und teils auch "erst noch erfunden"... :)
Ben meinte sicherlich die zahllosen "Imperfektionen", und plädiert eher
nicht für eine generelle Abschaffung. Vielleicht hätte er das
ebenfalls in eine große Anzahl Paragraphen meißeln sollen...
Remo Rectifier schrieb:> Bernd Stromberg schrieb:>> Jetzt frage ich mich "Warum könnte denn so eine Halbwelle>> fehlen?">> Defekte Graetzschaltung; Einweggleichrichtung.
Wurde das Richtige nicht schon genannt?
Dann müßte auch die beste Netz gesteuerte Uhr bei diesem Test versagen
weil sie danach um mindestens 1s nachgehen würde. 100% Versagen dieses
Normtests ist garantiert und hier absurd.
Bitte nicht ernst nehmen:-)
Ich frage mich aber wie aussagekräftig so ein Test ist. Ein Design muß
in der Praxis schon sehr marginal sein um bei solch einen Test mit einer
fehlenden Halbwelle zu versagen. Normale Ladekondensatoren sollten die
20ms genügend überbrücken können. Die meisten kurzzeitigen
Netzunterbrechungen die ich bis jetzt erlebt habe dauerten mindestens
1s. Mein PC überbrückt das ohne Neustart. Unterbrechungen dieser Art
kommen in der Regel alle 1-2 Monate vor.
Anstatt einer Halbwelle wäre ich dafür, daß elektronische Geräte
mindestens 1s "überleben" sollten um unnötige Neustarts zu vermeiden.
Bei einer Lampe macht es nichts aus. Ein SW reboot ist aber eine andere
Sache. Selbstgebaute Geräte mit uC Steuerung müssen für mich mindestens
1s nach Stromausfall ohne Unterbrechung betriebsfähig bleiben.
Dann ist euer Stromnetz ziemlich instabil äh unzuverlässig. Hier in DE
ist sowas eher die Ausnahme. Letztes Jahr fielen hier mal sogar 2 Phasen
von dreien komplett aus. Konnte es kaum glauben. Nach ein paar Stunden
ging wieder alles.
Abdul K. schrieb:> Dann ist euer Stromnetz ziemlich instabil äh unzuverlässig. Hier> in DE> ist sowas eher die Ausnahme. Letztes Jahr fielen hier mal sogar 2 Phasen> von dreien komplett aus. Konnte es kaum glauben. Nach ein paar Stunden> ging wieder alles.
Eigentlich ist es nicht zu schlimm. Langwährende Unterbrechungen sind
extrem selten. Das letzte Mal fuhr ein Lastwagen in eine Trafostation
rein und verursachte einen 8 Stundenlangen Ausfall. Abgesehen davon habe
ich meine PC an UPS.
Ich habe keine Ahnung was der Grund für die eher seltenen 1s
Unterbrechungen sein könnte.
Gerhard O. schrieb:> Die meisten kurzzeitigen> Netzunterbrechungen die ich bis jetzt erlebt habe dauerten mindestens> 1s.
[...]
> Unterbrechungen dieser Art> kommen in der Regel alle 1-2 Monate vor.
Huh, ist das nicht ein wenig häufig?
Bei 1s komplettem Ausfall hast Du schon wieder fast den vollen
Einschaltstromstoß. Da kann das E-Werk glaube ich nicht mehr einfach
alle Trafostationen einfach so wieder gleichzeitig einschalten,
irgendwann wird der Einschaltstrom im Mittelspannungsnetz so groß, daß
es gleich wieder die Sicherungen raushaut.
Was ich so kenne ist ein ganz kurzes Flackern des Lichts, das sind dann
vielleicht 2 oder 3 Vollwellen. Man sieht es gerade, in den USVs sieht
man es im Log, aber das war es dann. Wenn es länger geht, ist normal
gleich ganz duster.
> Anstatt einer Halbwelle wäre ich dafür, daß elektronische Geräte> mindestens 1s "überleben" sollten um unnötige Neustarts zu vermeiden.
Wenn die Geräte für sowas empfindlich sind, wie z.B. Server, dann stellt
man eine USV davor. Macht sowieso Sinn um eine geordnetes Herunterfahren
bei längerem Ausfall sicherzustellen.
> Selbstgebaute Geräte mit uC Steuerung müssen für mich mindestens> 1s nach Stromausfall ohne Unterbrechung betriebsfähig bleiben.
Naja, hängt doch ein bischen davon ab was das Gerät macht und wie
wichtig das ist. Wenn jetzt z.B. mein selbstgebautes Musiksystem alle
2-3 Jahre mal wegen nem kurzen Stromausfall neu starten muss finde ich
das eher harmlos.
Gerd E. schrieb:> Was ich so kenne ist ein ganz kurzes Flackern des Lichts, das sind dann
Das ist bei mir auch so. Ich glaube 1s war meinerseits ungenau
angegeben. Auch stellen sich in solchen Fällen kaum keine der
netzgesteuerten Uhren (Microwave, Herd) zurück.
@Gerhard O. (gerhard_)
>Anstatt einer Halbwelle wäre ich dafür, daß elektronische Geräte>mindestens 1s "überleben" sollten um unnötige Neustarts zu vermeiden.
In der entsprechenden EN???? gibt es diese Tests, 1s ist da aber AFAIK
nicht drin, nur 5s, dann ist das Gerät meistens sicher aus. Aber auch
dort kann es Probleme geben, wenn z.B. ein NTC für die
Einschaltstrombegrenzung noch heiß ist und das Netz knallhart
wiederkommt, dann zerknallt es dir die PFC-Dioden im Schaltnetzteil. 0-8
>Bei einer Lampe macht es nichts aus. Ein SW reboot ist aber eine andere>Sache. Selbstgebaute Geräte mit uC Steuerung müssen für mich mindestens>1s nach Stromausfall ohne Unterbrechung betriebsfähig bleiben.
Geh mal davon aus, daß es genügend komische Effekte geben kann, die man
mit den diversen Unterbrechungszeiten- und arten rauskitzenl kann.
McMurphy läßt grüßen.
Falk B. schrieb:> @Gerhard O. (gerhard_)>>>Anstatt einer Halbwelle wäre ich dafür, daß elektronische Geräte>>mindestens 1s "überleben" sollten um unnötige Neustarts zu vermeiden.>> In der entsprechenden EN???? gibt es diese Tests, 1s ist da aber AFAIK> nicht drin, nur 5s, dann ist das Gerät meistens sicher aus. Aber auch> dort kann es Probleme geben, wenn z.B. ein NTC für die> Einschaltstrombegrenzung noch heiß ist und das Netz knallhart> wiederkommt, dann zerknallt es dir die PFC-Dioden im Schaltnetzteil. 0-8
Guter Einwand. Wie lange solte man warten beim wiederholten Einschalten
eines SMPS? Ich zähle immer bis 10 bevor ich wieder einschalte.
Mir zerknallte es einmal den Motortreiber einer Festplatte durch
kurzzeitige Stromunterbrechung.
>>>Bei einer Lampe macht es nichts aus. Ein SW reboot ist aber eine andere>>Sache. Selbstgebaute Geräte mit uC Steuerung müssen für mich mindestens>>1s nach Stromausfall ohne Unterbrechung betriebsfähig bleiben.>> Geh mal davon aus, daß es genügend komische Effekte geben kann, die man> mit den diversen Unterbrechungszeiten- und arten rauskitzenl kann.> McMurphy läßt grüßen.
Da hast Du natürlich recht. Zum Glück kann da der BOD helfen.
Gerd E. schrieb:> irgendwann wird der Einschaltstrom im Mittelspannungsnetz so groß, daß> es gleich wieder die Sicherungen raushaut.
Hi,
dafür ist im Frankfurter Raum zum Beispiel von der Süwag ein
Haupt-Unterspannungschütz hinter der Haus-Einspeisung vorgeschrieben.
Der Hausmeister hatte bei "Stromausfall" was zu tun. Und bekam immer
böse Anrufe, weil er nicht gleichzeitig überall sein konnte, um den
Schalter wieder umzulegen. Sinnigerweise befinden sich die
Unterspannungsschütze in abgeschlossenen Schalträumen, sonst könnte man
ja einen Hausbewohner höflich bitten, den Knebel wieder rumzureißen.
ciao
gustav
@Gerhard O. (gerhard_)
>Guter Einwand. Wie lange solte man warten beim wiederholten Einschalten>eines SMPS? Ich zähle immer bis 10 bevor ich wieder einschalte.
Könnte passen. In Kanada ist es ja immer kalt ;-)
>Da hast Du natürlich recht. Zum Glück kann da der BOD helfen.
BOD?
Falk B. schrieb:> @Gerhard O. (gerhard_)>>>Guter Einwand. Wie lange solte man warten beim wiederholten Einschalten>>eines SMPS? Ich zähle immer bis 10 bevor ich wieder einschalte.>> Könnte passen. In Kanada ist es ja immer kalt ;-)
Wartest Du denn länger? Wie lange braucht typisch so ein PTC
Strombegrenzer zum Abkühlen? Vielleicht ist 10s grenzwertig.
>>>Da hast Du natürlich recht. Zum Glück kann da der BOD helfen.>> BOD?
Brownout Detector:-)
@Gerhard O. (gerhard_)
>>>Da hast Du natürlich recht. Zum Glück kann da der BOD helfen.>>> BOD?>Brownout Detector:-)
Detektiert der dann die braunen Rauchwölkchen im Gerät und ruft die
Feuerwehr?
Falk B. schrieb:> @Gerhard O. (gerhard_)>>>>>Da hast Du natürlich recht. Zum Glück kann da der BOD helfen.>>>>> BOD?>>>Brownout Detector:-)>> Detektiert der dann die braunen Rauchwölkchen im Gerät und ruft die> Feuerwehr?
Nur wenn diese Option eingeschaltet ist
Karl B. schrieb:> Gerd E. schrieb:>> irgendwann wird der Einschaltstrom im Mittelspannungsnetz so groß, daß>> es gleich wieder die Sicherungen raushaut.>> dafür ist im Frankfurter Raum zum Beispiel von der Süwag ein> Haupt-Unterspannungschütz hinter der Haus-Einspeisung vorgeschrieben.> Der Hausmeister hatte bei "Stromausfall" was zu tun.
Das ist ja eine fiese bis unverantwortliche Lösung.
Was machst Du wenn Du im Einfamilienhaus wohnst und das passiert, wenn
Du im Urlaub bist?
Da ist dann hinterher gleich ein neuer Gefrierschrank + Inhalt fällig,
bei Parkett oder Holzboden und Gefrierschrank (statt Truhe) evtl. auch
noch eine Bodensanierung.
Oder im Winter frieren & platzen gar die Wasserrohre, das wird dann ein
richtig saftiger Schaden.
Wäre denn dort eine Lösung mit automatischer Wiedereinschaltung nach
zufallsgesteuerter Zeit (z.B. innerhalb von 2 Minuten oder so nachdem
der Strom konstant wieder da ist) zulässig?
So ein Kühlschrank ist ja noch 'günstig'. Ein Meerwasseraquarium mit
Fischen für ein paar Tausend Euro ist da deutlich interessanter. Da
gibts Leute, die drehen am Telefon des Energieversorgers regelrecht
durch.
Gerd E. schrieb:> Was machst Du wenn Du im Einfamilienhaus wohnst und das passiert, wenn> Du im Urlaub bist?
Hi,
also "unser" Hausmeister war dann immer informiert worden.
Der hat auch den Passepartout für die Technikräume, bzw. kann dann sich
Zutritt verschaffen, um den "Strom" wieder einzuschalten.
ciao
gustav
Abdul K. schrieb:> So ein Kühlschrank ist ja noch 'günstig'. Ein Meerwasseraquarium mit> Fischen für ein paar Tausend Euro ist da deutlich interessanter. Da> gibts Leute, die drehen am Telefon des Energieversorgers regelrecht> durch.
Naja, wenn Du bei 2-3h ohne Strom gleich solche Schäden hast führt wohl
kein Weg an dicker USV oder Generator vorbei.
Der Gefrierschrank ist nach 2-3h ja auch noch nicht innen vom Schimmel
zerstört.
Nur wenn Du halt erst immer manuell wieder einschalten musst und das für
2 Wochen keiner tut, dann wird das ein Problem. Das finde ich das fiese
an dieser Lösung mit dem Schütz.
Karl B. schrieb:> Gerd E. schrieb:>> Was machst Du wenn Du im Einfamilienhaus wohnst und das passiert, wenn>> Du im Urlaub bist?>> Hi,> also "unser" Hausmeister war dann immer informiert worden.> Der hat auch den Passepartout für die Technikräume, bzw. kann dann sich> Zutritt verschaffen, um den "Strom" wieder einzuschalten.
Hausmeister, Technikraum,... das ist in einem mittleren bis größeren
Mehrfamilienhaus kein Ding.
Aber im EFH hab ich doch keinen Hausmeister.
Gerd E. schrieb:> Karl B. schrieb:>> Gerd E. schrieb:>>> Was machst Du wenn Du im Einfamilienhaus wohnst und das passiert, wenn>>> Du im Urlaub bist?>>>> Hi,>> also "unser" Hausmeister war dann immer informiert worden.>> Der hat auch den Passepartout für die Technikräume, bzw. kann dann sich>> Zutritt verschaffen, um den "Strom" wieder einzuschalten.>> Hausmeister, Technikraum,... das ist in einem mittleren bis größeren> Mehrfamilienhaus kein Ding.>> Aber im EFH hab ich doch keinen Hausmeister.
Gab es da nicht ein "Sinnloses" Design wo auf dem Deckel einer Box ein
Schalter angebracht war der nach kurzer Zeit von einem in der Box
versteckten Arm wieder abgeschaltet wurde?
Das wär doch was für solch ein Schütz:-)
Ich empfinde das deutsche Regelwerk nicht generell als Gängelung, aber
manche von diesen ach so tollen Regeln oder Bauvorschriften empfinde ich
einfach nur als Quark.
Schönes Beispiel sind die Hausanschlußleitungen in der
Energieversorgung. Da ist so ein längerer Straßenzug mit 3x 630A oder im
Einzelfällen vielleicht sogar noch mehr am Ortsnetztransformator
abgesichert und davon gehen dann 16mm² Hausanschlußleitungen ab. Tolle
Sache, wenn ich da im Hausanschlußkasten einen Lichtbogen zünde, ist das
Kabel bis zur Muffe unter der Straße einfach mal weg. Bis es in der
Muffe knallt und dann endlich die 630A-Sicherung auslöst.
Vom Thema fehlende Halbwelle ging es nun auf das Thema USV.
ZB Kondensatoren im Netzteil legt man so aus das die Zeit bis eine
schnelle USV zuschaltet ueberbrueckt wird. Das koennen 100ms sein oder
ganz schnelle schaffen auch 10ms. Das letztere waere auch ein Fall mit
fehlender Halbwelle. Das waere noch ein weiterer Fall und Grund fuer den
Test in der Norm.
Bei einer richtig guten USV merkst Du von dem Netzausfall gar nichts,
weil der Ausgang da ständig über den Wandler läuft und dieser bei
Netzausfall ununterbrochen durchläuft.
diff that schrieb:> Wärst Du selbst Entwickler, wären Dir die (häufigen) Fälle bekannt, in> denen die eine und/oder andere Regelung in der vorhandenen Form sich im> Bereich kontraproduktiv...überflüssig...unzureichend bewegt.
:-)
Ich bin selbst Entwickler und habe u.A. auch bereits erfolgreich von
mir entwickelte Geräte durch die EMV-Zertifizierung gebracht.
Darunter auch der Surge Test gemäß EN 61000-4-5, Class 4.
Das ist schon ein ziemlicher Brocken, um den sauber zu bestehen, muß man
als Entwickler schon seine Hausaufgaben machen.
Unbequem für Entwickler sind manche dieser Normen sicher. Als
kontraproduktiv oder überflüssig würde ich die aber nicht bezeichnen
wollen.
Falk B. schrieb:> Im Idealfall ist der Labortest immer härter und bösartiger als die> Realität, dann ist man auf der sicheren Seite. Manchmal ist die Realität> aber dorch härter und bösartiger, als es sich der Prüfingenieur> ausgedacht hat.
Ein brutal schöner Test ist, ein Relais mit Selbstunterbrechung für
gewisse Zeit zu aktivieren, während die Spannungsversorgung des
zu prüfenden Gerätes über einen zweiten Ruhekontakt führt...
Mani W. schrieb:> Ein brutal schöner Test ist, ein Relais mit Selbstunterbrechung für> gewisse Zeit zu aktivieren, während die Spannungsversorgung des> zu prüfenden Gerätes über einen zweiten Ruhekontakt führt...
Nur leider ist der total undefiniert. Und bei den meisten modernen
Geräten mit Schaltnetzteil wird nicht viel mehr passieren, als dass Dir
durch die fortwährenden Ladestromstöße der Relaiskontakt abraucht - was
manche Geräte auch im Normalbetrieb schaffen.
Dieter schrieb:> ZB Kondensatoren im Netzteil legt man so aus das die Zeit bis eine> schnelle USV zuschaltet ueberbrueckt wird.
So ist das. Die ATX-Spezifikation verlangt, daß ein Netzteil mindestens
17ms Stützzeit hat. Die c't testet diese Eigenschaft in ihren
Netzteil-Tests und die meisten Netzteile halten deutlich länger, im
Schnitt das dreifache.
Allerdings sind ATX-netzteile nur ein winziger Bruchteil aller Geräte,
die den o.g. Test überstehen müssen. Und die wenigsten dieser Geräte
hängen hinter einer USV.
Ben B. schrieb:> Bei einer richtig guten USV merkst Du von dem Netzausfall gar nichts,> weil der Ausgang da ständig über den Wandler läuft
Aka "Online USV". Kann man aber nur bei kleinen Leistungen machen. Wenn
du ein ganzes Rack oder gar ein Servercenter mit einer USV absichern
willst, geht das nicht.