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Forum: HF, Funk und Felder Antennengewinn vs. Kabelverluste


Autor: Michael (Gast)
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Hallo allerseits,

ich bin gerade dabei eine geeignete Richtfunkantenne für 2G/3G zu 
suchen. Gefunden habe ich diese hier:

http://wimo.de/download/60060.pdf

Der Gewinn wird mit 9 bzw. 14 dbi angegeben. Ein passendes Antennenkabel 
welches ich mir herausgesucht habe, hat bei 800Mhz 50db Verlust auf 100 
Meter. Wären also 5db auf 10 Meter.

Angenommen der 2G Bereich liegt bei 800Mhz dann würde ich anstatt der 
angegebenen 9db Verstärkung bei 10m Kabellänge nur noch 4db von der 
Antenne habe? Kann man das so rechnen oder ist meine Annahme falsch?

Danke schonmal für die Anregungen.

MfG Michael

Autor: Test (Gast)
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Ja dein Rechenweg ist ok. Ich würde halt ein gescheites Kabel nehmen. 
20dB bei 800 MHz pro 100m sollten kein Problem sein.

Autor: Michael (Gast)
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Was ich allerdings nicht verstehe ist die angabe dbi und db. Es gibt 
doch noch dbm.

Wo liegt in meinem gegebenem Beispiel der Unterschied zwischen db und 
dbi ?

Autor: Wolfgang (Gast)
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Michael schrieb:
> Wo liegt in meinem gegebenem Beispiel der Unterschied zwischen db und
> dbi ?

Beide Einheiten gibt es nicht.

Du meinst vermutlich dB und dBi.
dB ist die Einheit für ein Leistungverhältnis, dBi kennzeichnet den 
Gewinn an Strahlungsleistung im Maximum des Richtdiagramms, bezogen auf 
einen isotropen Strahler.

Autor: Michael (Gast)
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Gut. Wie kann denn dann eine Antenne einen höheren Gewinn haben als der 
Isotope Kugelstrahler? Dachte eig. dass dessen Leistung immer als 
Maximum angeeben wird. Von daher müssten doch alle Antennen drunter 
liegen, also -xx dBi. Sie können doch nicht besser sein als der 
Kugelstrahler.

Autor: Ralph B. (rberres)
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Michael schrieb:
> Was ich allerdings nicht verstehe ist die angabe dbi und db. Es gibt
> doch noch dbm.

dBm heist dB bezogen auf 1mW. Also 0dBm = 1mW. Hier muss man aufpassen. 
Bei den NF und Beschallungsleuten beziehen sich die 1mW auf 600 Ohm 
Widerstand, also demnach 0,775V eff.

Im HF Bereich bezieht sich das meistens auf 50 Ohm also 223mV eff.

dBi bezieht sich auf den isotropen Strahler, den es nur in der Theorie 
gibt.

Ein Isotroper Strahler ist ein Strahler mit einer perfekten Kugel als 
Richtdiagramm. Ein isotroper Strahler hat demnach 0dbm Gewinn.

Es gibt noch ein zweite Größe mit welcher der Gewinn einer Antenne 
angegeben wird, und früher gebräuchlich war. dBd bezieht sich auf einen 
Halbwellendipol. Der hat als Strahlungsdiagramm eine liegende Acht. dBd 
ist um 2,14db kleiner als das dBi. Also ein Halbwellendipol hat 0dBd 
Gewinn oder auch 2,14dBi Gewinn.


Michael schrieb:
> Gut. Wie kann denn dann eine Antenne einen höheren Gewinn haben als der
> Isotope Kugelstrahler?

Er nimmt den Gewinn aus der Strahlungskeule, wie bei einer Taschenlampe 
oder Autoscheinwerfer.

Die Energie wird quasi als Strahl gebündelt. Nach hinten und zur Seite 
wird nichts abgestrahlt. Die nichtabgestrahlte Energie wird in den 
Hauptstrahl verlegt.

Je spitzer die Antenne ist, desto höher ist sein Gewinn.

Ralph Berres

: Bearbeitet durch User
Autor: Michael W. (dbru61)
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Ralph B. schrieb:
> Michael schrieb:
>> Was ich allerdings nicht verstehe ist die angabe dbi und db. Es gibt
>> doch noch dbm.
>
>
> Ein Isotroper Strahler ist ein Strahler mit einer perfekten Kugel als
> Richtdiagramm. Ein isotroper Strahler hat demnach 0dbm Gewinn.

Sorry, nicht ganz... -2,14 dBD oder 0 dBi

dBm - absoluter Pegel, bezogen auf 1 mW
dB - Verhältniss, also "Gewinn" oder "Verlust"
dBi- Verhältniss, bezogen auf isotropen Strahler
dBD - Verhältniss, bezogen auf Dipol
>
> Es gibt noch ein zweite Größe mit welcher der Gewinn einer Antenne
> angegeben wird, und früher gebräuchlich war. dBd bezieht sich auf einen
> Halbwellendipol. Der hat als Strahlungsdiagramm eine liegende Acht. dBd
> ist um 2,14db kleiner als das dBi. Also ein Halbwellendipol hat 0dBd
> Gewinn oder auch 2,14dBi Gewinn.
Jepp.
Früher ist "immer noch", dBi ist eher international gebräuchlich, dBD 
eher  im Amtsdeutsch,z.B. der BNetzA.
Und in beiden Einheiten wird gelogen daß die Schwarte kracht.

Es sind jeweils beides Bezugsantennen, der "Gewinn" resultiert aus der
verringerung des Raumwinkels, in dem abgestralt wird.

Grüße

Michael

Autor: Christoph db1uq K. (christoph_kessler)
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Ralph hat sich verschrieben, das sollte 0 dB heissen, nicht dBm.

Den Gewinn kann man leicht missverstehen
Wenn ich zwei Parabolantennen mit je 30 dB Gewinn einander nah 
gegenüberstelle, kommt das Signal nicht um 60 dB verstärkt wieder 
heraus. "Gewinn" beschreibt nur die Bündelung der Energie bezogen auf 
die gleichmäßige Abstrahlung in alle Raumrichtungen. Energie wird nicht 
erzeugt.

: Bearbeitet durch User
Autor: Ralph B. (rberres)
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Christoph K. schrieb:
> Ralph hat sich verschrieben, das sollte 0 dB heissen, nicht dBm.

ich verstehe gerade nicht wo. Vielleicht hilfst du mir mal auf die 
Sprünge.

Ach jetzt sehe ich was du meinst.

Ein isotroper Strahler hat demnach 0dbm Gewinn.

Da hast du recht. Ich meinte natürlich 0db Gewinn.




Michael W. schrieb:
> dBm - absoluter Pegel, bezogen auf 1 mW

ist aber auch ein Verhältnis. Eben auf 1mW bezogen. Was absolut ist das 
sind die 1mW selber.

Wenn man schon anfängt in die Kleinigkeiten zu gehen.


Michael W. schrieb:
> dBD
> eher  im Amtsdeutsch,z.B. der BNetzA.

Naja die Bundesnetzagentur bezieht sich auch immer mehr auf den 
isotropen Strahler.

Michael W. schrieb:
> Und in beiden Einheiten wird gelogen daß die Schwarte kracht.

Du meinst wohl die Gewinnangaben der Antennen? Da gebe ich dir recht.

Verlässlich sind eigentlich nur die Angaben welches für den 
kommerziellen Gebrauch bestimmt sind. Also Sendeantennen für die 
öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten usw. Diese Käufergruppe sind 
nämlich meist in der Lage die Angaben nachzumessen, oder nachmessen zu 
lassen, und sie tun das auch.

Das wissen die Antennenhersteller, und so ist es nicht verwunderlich das 
das gleiche Antennendesign für eine UKW Emfangsantenne für den 
Endverbraucher um 3db höher ausfällt als für die für den 
Senderbetreiber.

Auch unterscheidet sich der Preis um eine ganze Zehnerpotenz. Dafür sind 
diese aber auch stabiler aufgebaut.

Bei Amateurfunkantennen sind die Gewinnangaben fast immer sehr 
optimistisch angegeben. Insbesonders bei den japanischen 
Vertikalstrahler für UKW bis 23cm Band.

Ralph Berres

Autor: Georg A. (georga)
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Ralph B. schrieb:
> Das wissen die Antennenhersteller, und so ist es nicht verwunderlich das
> das gleiche Antennendesign für eine UKW Emfangsantenne für den
> Endverbraucher um 3db höher ausfällt als für die für den
> Senderbetreiber.

Und bei vielen Wlan-Antennen um 10dB höher ;)

Die Sache mit den dBX ist verwirrend, weil man früher ja gerade im 
Physikunterricht gelernt hat (haben sollte), dass man einen 
Einheitencheck machen soll und zB. V und A nicht addiert werden 
können... Allerdings ist +- ja bei dB eigentlich nur eine Abkürzung für 
* bzw. /, und dB ohne Einheit, also passt das dann schon.

Daher geht dBX +- dB immer und ergibt wieder dBX. dBX+dBY gibts/geht gar 
nicht. Wenn man ein dbX in dBY haben will, gibt es Korrekturoffsets.

Autor: Christoph db1uq K. (christoph_kessler)
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oder wie unser Mathelehre es ausdrückte "Fünf Eier plus fünf Brikett 
ergibt zehn Eierbrikett"

Zu dem postfaktischen Antennengewinn kommt dann noch eine beinahe 
negative Rauschzahl des Vorverstärkers. Die Satelliten-LNBs sind 
inzwischen bei 0,1 dB angekommen.

Autor: Stefan M. (derwisch)
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Als Denkhilfe stelle man sich eine "nackte" Glühlampe vor. Das ist der 
Isotope Strahler. Der strahlt in alle Raumrichtungen gleichmäßig stark 
ab.
Nun hält man einen Spiegel hinter die Glühlampe. Hinter dem Spiegel wird 
nun fast nichts mehr abgestrahlt. Davor aber dafür umso mehr. Man hat 
also einen Gewinn. Aber nur in einer bestimmten Raumrichtung. Die 
gesamte Leistung ändert sich aber logischerweise  nicht.

Autor: Thomas K. (thomas_k502)
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Ich würde vielleicht noch erwähnen, das die Angabe des Antennengewinns 
nur korrekt ist, sofern man sich im Fernfeld befindet. Das solltest du 
ebenfalls beachten. Soll heißen, das die Sende- und Empfangseinheit 
einen gewissen Abstand zueinander haben sollten, damit eine korrekte 
Pegelrechnung durchführbar ist.

Autor: Wolfgang (Gast)
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Ralph B. schrieb:
> Christoph K. schrieb:
>> Ralph hat sich verschrieben, das sollte 0 dB heissen, nicht dBm.
>
> ich verstehe gerade nicht wo. Vielleicht hilfst du mir mal auf die
> Sprünge.

Hier:
Ralph B. schrieb:
> Ein isotroper Strahler hat demnach 0dbm Gewinn.

dBm ist eine Leistung und kein Gewinn.

Autor: Ralph B. (rberres)
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Ralph B. schrieb:
> Christoph K. schrieb:
>> Ralph hat sich verschrieben, das sollte 0 dB heissen, nicht dBm.
>
>.....................
>
> Da hast du recht. Ich meinte natürlich 0db Gewinn.

Wolfgang schrieb:
> Hier:
> Ralph B. schrieb:
>> Ein isotroper Strahler hat demnach 0dbm Gewinn.
>
> dBm ist eine Leistung und kein Gewinn.

Wie du siehst hatte ich das bereits verbessert.

Ralph Berres

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