Hallo!
Ich habe mal eine absolute Anfängerfrage.
Bitte angehängtes Bild anschauen zur verdeutlichung.
Also, ich möchte mit einem Multimeter die Spannung messen, welche NACH
dem eingebauten Widerstand noch ankommt.
Im Beispiel: Spannung 4,5V / Widerstand 75 Ohm
Es soll eine LED mit 3,2V (20mA) betrieben werden.
Rein rechnerisch sollten also bei der LED ca. 3,2 Volt ankommen.
Jetzt zu meinem Messproblem:
Wenn ich die LED aus der Schaltung rausnehme und am Messpunkt messe,
wird mir die volle Spannung von 4,5 Volt angezeigt. So als ob gar kein
Widerstand da wäre.
Warum ?? Ich hätte jetzt erwartet, hinter dem Winderstand die 3,2 Volt
zu messen.
Ist die LED eingebaut und es liegt Spannung an (LED leuchtet), messe ich
am Messpunkt 2,9 Volt.
Wieso kann ich ohne eingebaute (und eingeschaltete) LED keinen
Spannungsabfall hinter dem Widerstand messen ??
Vielen Dank..
Tschombes schrieb:> Wieso kann ich ohne eingebaute (und eingeschaltete) LED keinen> Spannungsabfall hinter dem Widerstand messen ??
Weil dann über den Widerstand nur der Eingangsstrom des Multimeters
fließt und deshalb nahezu keine Spannung am Widerstand abfällt.
>Wieso kann ich ohne eingebaute (und eingeschaltete) LED keinen>Spannungsabfall hinter dem Widerstand messen ??
Weil kein Strom fließt! Schau Dir doch mal das Ohmsche Gesetz an.
Dieter W. schrieb:> Tschombes schrieb:>> Wieso kann ich ohne eingebaute (und eingeschaltete) LED keinen>> Spannungsabfall hinter dem Widerstand messen ??>> Weil dann über den Widerstand nur der Eingangsstrom des Multimeters> fließt und deshalb nahezu keine Spannung am Widerstand abfällt.
Wieso? Versteh ich nicht.
Der Widerstand wandelt doch je nach Ohm-Wert eine gewisse Spannung in
Wärme.
Ich als Dummy hätte erwartet, das vor dem Widerstand 4,5 und hinter dem
Widerstand 3,2 Volt zu messen sind...so wie eben mit der eingeschalteten
LED.
Hilfe.
Tschombes schrieb:> Der Widerstand wandelt doch je nach Ohm-Wert eine> gewisse Spannung in Wärme.
Hmm... jein.
Sagen wir vorläufig mal: Ja.
> Ich als Dummy hätte erwartet, das vor dem Widerstand> 4,5 und hinter dem Widerstand 3,2 Volt zu messen sind...
Nö -- wieso?
Der Widerstand wandelt, wie Du selbst sagst, Spannung in
Leistung -- aber er allein kann die Spannung nicht
festlegen.
Ein Widerstand funktioniert aber anders als eine Zenerdiode.
Der Spannungsabfall am Widerstand ist proportional dem fließenden Strom.
Und zwar dem Strom, der durch den Widerstand fließt, nicht einem, der
irgendwo anders fließt. Wenn der Stromkreis durch den Widerstand offen
ist, fließt gar nix und die Spannung wird null Volt.
Zieh mal Wikipedia darüber rein...
Gruß - Werner
An deiner Leuchtdiode fallen 3,2V ab.
Jetzt machst du sie raus. Denkst du die Schaltung weiß, dass davor eine
LED mit 3,2V Durchlassspannung drinnen war?
Wenn sie draußen ist, ist dein Stromkreis offen. Es fließt kein Strom.
Erst wenn du mit dem Messgeret hingehst fließt Strom. Undzwar nichtmehr
durch die LED sondern durch das Messgerät. Das Messgerät verfälscht
deine Spannung jedoch nicht bzw nur sehr gering, deshalb misst du vor
und hinter dem Widerstand das selbe, nämlich deine Eingangspannung.
Solltest dich in das Thema ohmsches Gesetz + Spannungsteiler einlesen,
dann wirds dir denke ich klarer.
Possetitjel schrieb:> Tschombes schrieb:>>> Der Widerstand wandelt doch je nach Ohm-Wert eine>> gewisse Spannung in Wärme.>> Hmm... jein.> Sagen wir vorläufig mal: Ja.>>> Ich als Dummy hätte erwartet, das vor dem Widerstand>> 4,5 und hinter dem Widerstand 3,2 Volt zu messen sind...>> Nö -- wieso?>> Der Widerstand wandelt, wie Du selbst sagst, Spannung in> Leistung -- aber er allein kann die Spannung nicht> festlegen.Werner H. schrieb:> Wenn der Stromkreis durch den Widerstand offen> ist, fließt gar nix und die Spannung wird null Volt.>> Zieh mal Wikipedia darüber rein...
Das gild hier für JEDEN!
Tschombes schrieb:> Der Widerstand wandelt doch je nach Ohm-Wert eine gewisse Spannung in> Wärme.
Keine Spannung, sondern einen Spannungsabfall. Wenn kein Strom über den
Widerstand fließt, existiert auch kein Spannungsabfall.
Kannst du dauch messen, indem du die beiden Meßspitzen deines
Multimeters an die beiden Enden des Widerstands hältst.
Schau dir mal das Ohmsche Gesetz an.
1
U=I*R
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Wenn also kein Strom fließt, weil die LED rausgenommen wurde,
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ist also I=0. Der Widerstand hat nach wie vor 75 Ohm. Wenn du diese
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beiden Werte einsetzt, kommt raus:
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U=0*75 -> Also U=0
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Wenn der Spannungsabfall 0 ist, hat man also vor dem Widerstand die
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gleiche Spannung wie nach dem Widerstand. Also genau das, was du gemessen
Einfache Geschichte, zu kompliziert vorgestellt.
Du hast 4,5V, einen 75Ω Widerstand und eine 20mA ziehende Diode.
Die Diode will 20mA und nimmt sie sich auch. Das bedeutet, dass durch
den Vorwiderstand ebenfalls 20mA fliessen. Auf Grund dessen, fallen am
Widerstand 1,5V ab, die Diode bekommt noch 3V.
Dein Messinstrument ist so hochohmig, dass es selbst keinen (kaum) Strom
verbraucht, es ist also für den Stromkreis irrelevant. Es liegt parallel
zur Diode und zeigt diese 3V an.
Du entfernst die Diode, dann fliesst kein Strom mehr. Infolgedessen
fällt auch am Widerstand keine Spannung mehr ab, infolgedessen zeigt
dein Messinstrument die volle Spannung an.
capiche?
Tschombes schrieb:> Wieso? Versteh ich nicht.>> Der Widerstand wandelt doch je nach Ohm-Wert eine gewisse Spannung in> Wärme.>> Ich als Dummy hätte erwartet, das vor dem Widerstand 4,5 und hinter dem> Widerstand 3,2 Volt zu messen sind...so wie eben mit der eingeschalteten> LED.
Stell dir einfach dein Multimeter als einen hochohmigen Widerstand vor.
Wenn du die LED entfernst, so liegt der 75 Ohm Vorwiderstand in Serie
zum hochohmigen Messwiderstand des Multimeters (typischerweise einige
Megaohm). Damit ergibt sich ein Spannungsteiler, bei dem nahezu die
gesamte Spannung über dem Multimeter abfällt, daher misst du 4.5V.
Sobald die LED eingefügt wird liegt der Widerstand des Multimeters
parallel zur niederohmigen LED, der resultierende Gesamtwiderstand der
Parallelschaltung entspricht von der Größenordnung her dann in etwa dem
der LED , so dass eine deutlich geringere Spannung abfällt.
Vielen Dank für die Erläuterungen. Ich denke, ich habe es jetzt kapiert.
Das ohne LED kein STROM fliesst (sondern nur Spannung anliegt) habe ich
nicht bedacht. Spannung / Strom ... als Dummy nicht so einfach ;-)
Ich dachte halt, der Widerstand regelt die Spannung runter und fertig
(ob mit ohne Verbraucher).
Aber jetzt ist es mir klar.
Danke nochmals.
Ich hab das jetzt schon geschrieben, obwohl inzwischen weitere gute
Erklärungen eingegangen sind, und schicke es auch ab!
Tschombes schrieb:> Der Widerstand wandelt doch je nach Ohm-Wert eine gewisse Spannung in> Wärme.
Um Wärme zu erzeugen, muss am Widerstand eine Spannung anliegen (messe
mal die Spannung am Widerstand) und auch ein Strom fließen. Dann wird
nach P=U*I die Wärme erzeugt. Der Spannungsabfall an dem Widerstand
(erwartet hattest du etwa 1.5V) kommt nur zu Stande, wenn die 20mA durch
den Widerstand fließen.
Bei deiner Messung hattest du nur ein Messgerät mit möglicherweise 10MΩ
Innenwiderstand dran hängen. Deshalb werden dann kaum 0.5µA fließen.
Nach U=R*I 'verlierst' du am Widerstand dann nur 75Ω * 0.5µA 37µV. Als
ob gar kein Widerstand da wäre! Also liegt so gut wie keine Spannung am
Widerstand an und es fließt auch so gut wie kein Strom. Damit wirst du
auf Wärme vergeblich warten :-).
Deine Rechnung für den Wert des LED Vorwiderstands war schon richtig.
Und wenn du die LED anschließt, dann werden auch rund die 20mA fließen
und die LED wird rund 3.2V Spannung bekommen.
Die wird übrigens nur wenig anders, wenn du den Widerstand veränderst,
ihn z.B. auf 100Ω oder 150Ω erhöhst. Das liegt an der besonderen
Kennlinie einer LED (die ähnlich der einer Diode ist), weil an der
weitgehend unabhängig vom Strom immer so rund 3V anliegen werden - ob
durch die 1mA, 5mA oder 20mA fließen. Sie verhält sich praktisch wie ein
sich selbst verändernder Widerstand, der dafür sorgt, dass fast immer
die selbes Spannung an ihm ('Ersatzwiderstand' der LED) anliegt.
Tschombes schrieb:> Es soll eine LED mit 3,2V (20mA) betrieben werden.
Die Aussage müsste lauten:
Es soll eine LED mit 20mA betrieben werden, es wird sich dann an der LED
eine Spannung von ca. 3.2V einstellen. Ca. 3.2V, weil es auch 2.9V sein
können, wie du ja an deinem Exemplar selbst gemessen hast.
Damit bestimmst du dann, wie du es oben fast richtig getan hast, den
Vorwiderstand zu 75Ω. Ich habe mit den Werten übrigens 65Ω errechnet ...
Mit den 2.9V sind es dann aber wieder 75Ω richtig.
Das ist aber auch nicht schlimm, es fließt dann ev.etwas weniger durch
die LED und den Helligkeitsunterschied wird man kaum bemerken.
Probiere einfach ein paar Werte aus: 68Ω, 75Ω, 82Ω, 100Ω und beobachte.
Stell dir vor du hast einen Wasserkreislauf:
Pumpe ... Spannungsquelle
Engstelle ... Widerstand
Ventil ... Schalter
Wassermenge ... Strom
Wasserdruck ... Spannung
Wenn du nun irgendwo ein Ventil zumachst, baut sich am Ventil auch der
Pumpendruck auf, egal ob vorher eine Engstelle da ist oder nicht.
Hallo HildeK,
danke auch Dir für deinen ausführlichen Text! Sowas hilft mir sehr!
Ja Du hast recht, laut Rechnung kommen 65Ohm raus - ich habe 75
genommen, weil ich diesen Widerstand in meiner Kiste hatte. Weiss gar
nicht, ob es 65 auch gibt. Habe gelesen, man kann/soll halt immer das
nächst mögliche nehmen.
Ich ging jetzt aber auch davon aus, dass wenn ich beispielsweise einen
150 Ohm Widerstand verwende, die LED wesentlich dunkler wird. Das sie
sich quasi selbst regelt wie Du sagst wusste ich auch noch nicht.
Muss ich mal testen.
Tschombes schrieb:> Ich ging jetzt aber auch davon aus, dass wenn ich beispielsweise einen> 150 Ohm Widerstand verwende, die LED wesentlich dunkler wird. Das sie> sich quasi selbst regelt wie Du sagst wusste ich auch noch nicht.
So ganz is der Groschen noch nich gefallen.
Lies mal den Artikel über LEDs (<- da klicken).
Tschombes schrieb:> Ich ging jetzt aber auch davon aus, dass wenn ich beispielsweise einen> 150 Ohm Widerstand verwende, die LED wesentlich dunkler wird.
Sie wird dann weniger als die Hälfte der "Lichtmenge" bringen wie mit 65
Ohm.
Nur ist das für dein Auge kein so großer Unterschied weil dein Auge
Lichtstärken annähernd logarithmisch erfasst.
Ja ist doch alles etwas verwirrend. Ohne es jetzt ausprobiert zu haben -
liege ich mit meiner Vermutung richtig, dass bei einem 150Ohm Widerstand
die Spannung an der LED dann nicht mehr 2,9 sondern lediglich noch 1,5V
betragen würde?
Das wäre das, was ich vermutet hätte - widerspräche aber jetzt der
Aussage von HildeK ... --> Zitat:
"Die wird übrigens nur wenig anders, wenn du den Widerstand veränderst,
ihn z.B. auf 100Ω oder 150Ω erhöhst. Das liegt an der besonderen
Kennlinie einer LED (die ähnlich der einer Diode ist), weil an der
weitgehend unabhängig vom Strom immer so rund 3V anliegen werden - ob
durch die 1mA, 5mA oder 20mA fließen. Sie verhält sich praktisch wie ein
sich selbst verändernder Widerstand, der dafür sorgt, dass fast immer
die selbes Spannung an ihm ('Ersatzwiderstand' der LED) anliegt."
Tschombes schrieb:> laut Rechnung kommen 65Ohm raus - ich habe 75 genommen, weil ich diesen> Widerstand in meiner Kiste hatte. Weiss gar nicht, ob es 65 auch gibt.
Zumindest 68 ist ein gängiger Wert (E12-Reihe).
Tschombes schrieb:> Ohne es jetzt ausprobiert zu haben - liege ich mit meiner Vermutung> richtig, dass bei einem 150Ohm Widerstand die Spannung an der LED dann> nicht mehr 2,9 sondern lediglich noch 1,5V betragen würde?
Du liegst falsch. Das liegt daran, dass deine LED kein linearer
Widerstand ist (auch „ohmscher Widerstand“ genannt). Wenn der Strom
durch die LED kleiner wird, liegt zwar auch weniger Spannung an ihr
an, aber nicht proportional weniger wie bei einem linearen Widerstand.
Es werden dann also statt 2,9 V nur noch 2,8 oder 2,7 V sein.
Tschombes schrieb:> Ja ist doch alles etwas verwirrend.
Ja :)
> Ohne es jetzt ausprobiert zu haben - liege ich mit> meiner Vermutung richtig, dass bei einem 150Ohm> Widerstand die Spannung an der LED dann nicht mehr 2,9> sondern lediglich noch 1,5V betragen würde?
Nein. Die Spannung ist dann vielleicht 2.8V oder so.
Ein (käuflicher) Widerstand ist in guter Näherung ein
OHMscher Widerstand; da gilt U ~ I.
Eine LED ist kein OHMscher Widerstand; Spannung und
Strom sind nicht proportional.
Tschombes schrieb:> Weil sich nur die Stromstärke verändert? Ist das die richtige Antwort?
Ja, der Lichtstrom ist (in erster Näherung) proportional zum Strom,
der durch die LED fließt. Das passt auch in der Energiebilanz
durchaus in das Bild der Physik: da sich die Spannung an der LED dabei
nur minimal ändert, ist die elektrische Leistung (grob gerechnet)
proportional zum fließenden Strom. Der Lichtstrom (also diese netten
Lumen-Zahlen, die wir mittlerweile auf so ziemlich allen Leuchtmitteln
finden) wiederum ist die abgegebene Lichtleistung (allerdings bewertet
auf die spektrale Empfindlichkeit des Auges).
Tschombes schrieb:> Weil sich nur die Stromstärke verändert? Ist das die richtige Antwort?
Ja!
Tschombes schrieb:> Das sie> sich quasi selbst regelt wie Du sagst wusste ich auch noch nicht.
Sie 'regelt' nur die Spannung quasi selbst. Aber da der Strom durch den
größeren Widerstand kleiner wird, nimmt sie auch entsprechend weniger
Leistung auf, was wiederum weniger Lichtleistung heißt. Ungefähr kann
man sagen: Licht ist proportional zum Strom (solange du sie mit
vernünftigen Strömen betreibst).
Nur, wie oben schon gesagt, z.B. die halbe Lichtleistung zwar ein wenig
dunkler erscheint, aber eben fürs Auge nicht bloß die Hälfte ist.
Man könnte auch sinnvolles Deutsch schreiben:
HildeK schrieb:> Nur, wie oben schon gesagt, z.B. die halbe Lichtleistung zwar ein wenig> dunkler erscheint, aber eben fürs Auge nicht bloß die Hälfte ist.
Also nochmal:
Nur, wie oben schon gesagt, wird z.B. die halbe Lichtleistung ein wenig
dunkler erscheinen, für das Auge ist es aber nicht 'halb so hell'!