Hallo,
ich habe gerade eben auf golem gelesen dass es mehr oder minder schwere
Probleme mit NAS-System von WD gibt.
https://www.golem.de/news/festplatten-wd-my-cloud-nas-geraete-kommen-mit-backdoor-account-1801-132169.html
(WD-NAS hat unsichtbaren Zweitaccount neben dem eigentlich Nutzer.
Benutzername und Passwort stehen hierfür im Internet...)
Was ich nun nicht so ganz verstehe ist folgendes: es wird empfohlen dass
man schnellstmöglich ein Update der Firmware durchführt wodurch der
ominöse Backdoor-Accout gelöscht wird. Klar, ist sinnvoll. Aber wie groß
ist (oder war in der Vergangenheit) denn das Problem wirklich?
Jede NAS hängt mit großer Wahrscheinlichkeit an einem Router, in meinem
Fall eine FritzBox. Klar dass diese auch ein eingebautes Modem hat, aber
man kann doch nicht direkt aus dem Internet durch die FritzBox hindurch
auf die NAS zugreifen?
Hierfür müsste ich für mein Verständnis erst einmal einen webzugriff auf
der FB einrichten (bei AVM heißt sowas "MyFRITZ!-Konto") und i.d.R. hat
so ein webzugriff dann Anmeldenamen und Passwort - oder eine
Sicherheitslücke.
Ich denke solange die NAS nicht direkt am Modem hängt dürfte sowas wie
im obigen Link "erst einmal" kein Problem sein, oder?
Blöd wird es doch erst, wenn jemand das Passwort vom (Router-)webzugriff
hat oder der Router selbst auch ein Sicherheitsproblem hat, richtig?
Peter schrieb:> Hierfür müsste ich für mein Verständnis erst einmal einen webzugriff auf> der FB einrichten (bei AVM heißt sowas "MyFRITZ!-Konto")
Nein. Das ist dafür nicht nötig. Nötig ist eine Portweiterleitung oder
-Freigabe, d.h. daß die Fritzbox vom Internet einlaufenden Traffic auf
bestimmten Ports an das NAS weiterleitet.
Manche Leute haben bewusst eine Portweiterleitung eingerichtet, um von
Unterwegs auf das NAS zugreifen zu können. Diese Leute sind nun halt
besonders von der Backdoor betroffen.
ein weiterer weg könnte vielleicht der eigene browser sein.
man surft eine seite mit bösartigem javascript an, das im browser
ausgeführt wird, und auf die NAS zugreift.
wie weit das relisierbar und weiter ausnutzbar ist weiß ich jetzt nicht
- bin kein webentwickler, und auch kein hacker ^^
Danke für die Antworten und gleich mal Entschuldigung dass ich so blöd
frage, ich weiß es wirklich nicht besser....
Dann ist es also so, dass eine Portweiterleitung ein Problem darstellt,
man diese aber erst einrichten muss!
Per default gibt es keine Portweiterleitung?
Peter schrieb:> Per default gibt es keine Portweiterleitung?
Nein, so etwas gibt es auf NAT-Routern nicht, insbesondere nicht auf
Fritzboxen.
Allerdings besteht die Möglichkeit, daß ein Gerät im lokalen Netzwerk
sich so eine Portweiterleitung über UPNP selbst einrichtet - das sollte
man daher tunlichst deaktivieren; wer weiß, was und womit die
Firmwarebastler von WS sich da gedacht haben.
Rufus Τ. F. schrieb:> Allerdings besteht die Möglichkeit, daß ein Gerät im lokalen Netzwerk> sich so eine Portweiterleitung über UPNP selbst einrichtet
Wenn man die Malware schon im Haus hat, gibt es nur noch wenig zu
verteidigen. Ein Trojaner weiss spätestens nach einem Zugriff auf die
Fritzbox-Verwaltung die Zugriffsdaten, und wie eine Fritzbox tickt ist
auch bekannt. Wahrscheinlich könnte ein gewiefter Hacker sogar eine
gefälschte Firmware in die Box laden.
Superbequeme Einrichtungen wie UPNP unterscheiden sich von echter
Malware nur in der guten Absicht, aber nicht in der Wirkung.
Georg
Peter schrieb:> Ich denke solange die NAS nicht direkt am Modem hängt dürfte sowas wie> im obigen Link "erst einmal" kein Problem sein, oder?
Oder. Du vergisst den Webbrowser, den man heutzutage auch als
Brückenkopf einsetzen kann. Und der lädt jede Menge Müll als Werbebanner
nach :-(
Es existieren zwar Sicherungen dagegen, aber natrürlich gibt es auch
Wege drumherum.
Anderes Beispiel für'n Brückenkopf sind "kostenlose" Apps fürs Smartfon.
Rufus Τ. F. schrieb:> Peter schrieb:>> Per default gibt es keine Portweiterleitung?>> Nein, so etwas gibt es auf NAT-Routern nicht, insbesondere nicht auf> Fritzboxen.
Nach diesem Satz wollte ich schon irgendwas mit "facepalm"...aber dann
kam zu Glück das:
> Allerdings besteht die Möglichkeit, daß ein Gerät im lokalen Netzwerk> sich so eine Portweiterleitung über UPNP selbst einrichtet
Allerdings sollte man hier dringend darauf hinweisen, dass nahezu alle
"Zuhause-Plastebomber" incl. der Fritzbox sinnloserweise UPNP per
default *ein*geschaltet haben.
Das sich kaum jemand damit auseinandersetzt, was er da tut, erkennt man
sehr gut an den allerorts aufzufindenden Geräten ;)
Simple Portweiterleitungen sind heute kaum noch zu verantworten.
"myfritz.net" verwendet man als kostenlosen DynDNS-Ersatz, um bei
wechselnder IP den eigenen Internetanschluss überhaupt zu finden - so
gesehn schon ganz nützlich. Man kopiert sich die etwas kryptische URL
z.B. in das Adressfeld für den VPN-Clienten.
Damit wären wir schon beim halbwegs sicheren Zugang: VPN. Die Fritzbox
bietet diese Möglichkeit mit dem Protokoll L2TP/IPsec. Leider verwendet
AVM eine IKE-Version, die unter Windows nicht mit Bordnitteln
verarbeitet werden kann, man benötigt eine extra VPN-Client-Software.
AVM empfiehlt die freie Version des Shrew Soft VPN Client. Der
Verbindungsaufbau von einem aktuellen Mac aus gelingt ohen zusätzliche
Software. Mit Linux kenn ich mich nicht aus.
Verwendet man statt einer Fritzbox das VPN eines Routers von Draytek
oder Lancom, gelingt der Verbindungsaufbau sowohl von Windows als auch
vom Mac ohne Zusatzsoftware.
Steht die VPN-Verbindung, versetzt man den Rechner logisch in die selbe
Situation, als befände er sich innerhalb des lokalen Netzes ... alle
Geräte sind wie zuhause erreichbar.
Man muss noch darauf achten, dass das fremde Netz in dem sich z.B. der
Laptop gerade befindet, um ein VPN aufzubauen, ein anderes Subnetz
aufweist, als das heimische, in das man sich verbinden möchte, sonst
funktioniert das Routing nicht. Gleiches Subnet auf beiden Seiten =
keine Verbindung!
Das könnte vor Allem unerfahrene Fritzbox-User treffen, weil bei denen
wohl bestimmt 90% das Subnet 192.168.178.0/24 nutzen ... :-)
M. P. schrieb:> Herzlichen Glückwunsch an Q3.> 1000 Wörter bei dem der Inhalt NICHTS mit der Frage zu tun hat.
Hä? Ok, vlt. war ich etwas ausschweifend. Oder du kannst nicht über
kleinteilige Fakten hinaus in Zusammenhängen denken.
Der TE wollte von Außen auf sein NAS zugreifen, war verunsichert wegen
einer Backdoor und deshlab bezüglich Portweiterleitung unentschlossen
...
Ich habe als Alternative VPN empfohlen ... und ein wenig zu umfangreich
erklärt, möglich.
Was ist jetzt dein Problem?
Frank E. schrieb:> Der TE wollte von Außen auf sein NAS zugreifen
Das ist Deine Interpretation; ich bin mir da nicht so sicher.
Mir kam es so vor, als ob er sich wg. der Backdoor Sorgen macht, daß es
möglich sein könnte, von "außen" auf sein NAS zuzugreifen, obwohl er das
gar nicht will/braucht.
Schön, wenn Leute so ganz klare und eindeutige Aussagen machen,
nicht?
Frank E. schrieb:> Der TE wollte von Außen auf sein NAS zugreifen, war verunsichert wegen> einer Backdoor und deshlab bezüglich Portweiterleitung unentschlossen
Nein...
Wo liest Du das?
Sondern: Er hat das Teil. Keine Weiterleitung oder ähnliches. Besteht
trotzdem ein Risiko...
Rufus Τ. F. schrieb:> Schön, wenn Leute so ganz klare und eindeutige Aussagen machen,> nicht?
Also ich finde es durchaus eindeutig. Ich sehe nirgends einen Hinweis
darauf, dass der TE die Idee haben könnte, sich einen Zugang von außen
einrichten zu wollen.