Hallo,
ich bin leider nicht routiniert in Austausch von Elkos und habe beim
Entfernen eines SMD-Elkos von der Platine meines TFTs das
Kontaktplättchen zur Platine mitabgerissen. Da ich es nicht gleich
bemerkt habe, folgten ein paar Versuche Lötzinn auf die Stelle
aufzubringen, weshalb der Punkt recht gebräunt erscheint.
Gibt es noch ein Rettung bzw. wie kann ich den Kontaktpunkt
wiederherstellen/ ersetzen, so dass ich Lötzinn aufbringen und
anschließend einen neuen Elko befestigen kann?
Vielen Dank im Voraus!
Erol B. schrieb:> Gibt es noch ein Rettung
Sofern Du eine Leiterbahn o.ä. identifizieren kannst, die an das
abgerissene Lötpad führte, vielleicht.
Falls das Lötpad aber nur an einer Durchkontaktierung hing, wird es
schwieriger, Du musst herausfinden, wo die hinführte und beten, daß das
keine Multilayerplatine ist, bei der diese Durckontaktierung auch innere
Lagen kontaktierte. Ist das der Fall, sehen Deine Chancen ziemlich
schlecht aus.
Erol B. schrieb:> ich bin leider nicht routiniert in Austausch von Elkos und habe
Warum sollten sich Hobbybiologen von Blinddarmoperationen fernhalten?
Richtig! (C)Paul Panzer
Erol B. schrieb:> Gibt es noch ein Rettung bzw. wie kann ich den Kontaktpunkt> wiederherstellen/ ersetzen, so dass ich Lötzinn aufbringen und> anschließend einen neuen Elko befestigen kann?
Wenn man das Gerät kennt, die Funktion des Elkos weis, technisch
versiert ist und handwerklich - insbesondere feinmechanisch - begabt
ist: kein Problem!
Erol B. schrieb:> ich bin leider nicht routiniert in Austausch von Elkos
Eine grundlegende Frage: warum tauschst du den Elko aus? Da ist ja nicht
mal irgendein Schaltregler in der Nähe...
Erol B. schrieb:> ich bin leider nicht routiniert in Austausch von Elkos
Dann zerstört man den defekten Elko mit nem Seitenschneider
und lötet den neuen an die alten Drahtstummel.
elko-ex schrieb:> Der dreht denen einfach kurz und schmerzlos den Hals um:
Die Chance, dabei die Lötpads von der Platine abzureißen, ist sehr real.
Das ist daher definitiv nicht zu empfehlen.
Rufus Τ. F. schrieb:> elko-ex schrieb:>> Der dreht denen einfach kurz und schmerzlos den Hals um:
Und genau DAS ist in der Regel die einfachste und zuverlässigste
Vorgehensweise!
> Die Chance, dabei die Lötpads von der Platine abzureißen, ist sehr real.
Klar: wenn man nicht weiß was man da tut ist die Chance natürlich real.
Die im Video gezeigte Vorgehensweise ist die effektivste Methode die mir
bekannt ist (ich habe beruflich bereits zigtausende SMD Elkos auf diese
Weise getauscht - und das lange bevor es Youtube gab).
Soweit ich mich erinnere, gibt es für Panasonic Servicepartner sogar ein
Bulletin in welchem diese Vorgehensweise empfohlen wird.
Man sollte beim "abdrehen" der alten Elkos aber sicherheitshalber mit
der Zange einen Druck zur Platine hin ausüben und so lange hin und her
drehen bis beide Anschlüsse spürbar abgedreht sind. Jegliche Zugkraft
(also von der Platinenoberfläche weg) während des Abdrehens führt mit
hoher Wahrscheinlichkeit zum Abreißen der Lötpads!
> Das ist daher definitiv nicht zu empfehlen.
Wie gesagt... wenn man nicht weiß was man tut... :)
Magnus M. schrieb:> Rufus Τ. F. schrieb:>> elko-ex schrieb:>>> Der dreht denen einfach kurz und schmerzlos den Hals um:>> Und genau DAS ist in der Regel die einfachste und zuverlässigste> Vorgehensweise!
Ich glaubs ja nicht: Das geht WIRKLICH :) Habs gerade an einigen ELKOS
(alte Auschlachtplatinen) ausprobiert, geht SUPER gut. Waren alle so
etwas D6x10. Beschädigungen an den Lötpads waren unter dem Mikroskop
nicht erkennbar.
Danke :)
rgds
Magnus M. schrieb:> Man sollte beim "abdrehen" der alten Elkos aber sicherheitshalber mit> der Zange einen Druck zur Platine hin ausüben und so lange hin und her> drehen bis beide Anschlüsse spürbar abgedreht sind.6a66 schrieb:> Ich glaubs ja nicht: Das geht WIRKLICH :) Habs gerade an einigen ELKOS> (alte Auschlachtplatinen) ausprobiert, geht SUPER gut.
Da sieht man, wie gut es ist, wenn man mal voll abdreht.
MfG Paul
Wenn auch 'ami'sant, was der Junge Mann im Video gezeigt halt (ami's
eben), so nützt das dem TO was? nix: sein PAD ist ab.
Konnte ihm denn nun schon geholfen werden?
Spül mal alles mitm Q-Tip und Alkohohl/"Kontakt LR" oä. sauber und mach
nochmal ein Bild von der Platine, das man etwas besser die Details
erkennt - mit Gegenlicht evtl.?
Wie wichtig ist die Reparatur?
Mach mal die stelle vorsichtig sauber. Zb mit Spiritus oder Ähnlichem.
Wenn du Glück hast erkennt man wieder wohin die Leiterbahn lief.
Ich vermute der C624 könnte dein passender Kontaktpartner sein.
Wenn noch genug cu übrig ist könntest du messen ob das stimmt.
Ansonten nochmal ein ordentliches (Mit mehr Licht auf Makro) Detail Foto
der Stelle.
Und nur mal so an die "Nörgler" Ich denke immer so wenn das Gerät
ohnehin defekt ist kann man doch daran seine Lötübungen machen. Entweder
man hat Glück oder das Gerät wandert in die Tonne. Was hat man da zu
verlieren?
Wenn ich mir die Leiterbahnen ansehe, sind die Chancen nicht schlecht,
dass der Elko mit der rechten Seite an der Verbindung R623/R604 hing.
Dahin sollte man einfach einen Draht ziehen können.
Da der Elko mechanisch dann nur noch an einem Pad hängt, würde ich ihn
mit etwas Epox festkleben.
Lothars Frage, warum der überhaupt rausgelötet worden ist, ist aber
berechtigt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit war der
gar nicht kaputt.
Inzwischen habe ich schon viele Elkos dieser Art getauscht. Die meisten
davon waren ausgelaufen.
Zu Beginn habe ich es so gemacht, wie oben beschrieben und die Elkos
abgedreht. Das Ergebnis war, dass dabei immer wieder die Lötpads
abrisssen. Meine Vermutung ist, dass diese durch das Elektrolyt
korrodiert und vorgeschädigt waren.
Jetzt werden sie mit dem entsprechenden Werkzeug ausgelötet. Dabei reißt
dann nichts mehr ab.
Falls ein Pad abgerissen war, ließ sich der neue Kondensator meist mit
einem Stück Fädeldraht verbinden. Man muss einfach sehen, wohin die
Leiterbahn des abgerissenen Pads führt.
Da der neue Kondensator nur an einem Pad angelötet ist, ist es durchaus
sinnvoll, ihn mit Klebstoff zu sichern. Epoxy ist wahrscheinlich ganz
gut, härtet starr aus.