Tja, der Titel sagt alles. Und nein, es ist keine Trollerei! Gesucht
wird ein Beruf als Selbständiger, indem man keine Kunden hat.
Wer jetzt schon sagt "Das geht nicht!", dem sage ich doch! Nämlich
Landwirt. Der einzige Kunde, ist allerhöchstens die Molkerei. Denen ist
aber auch egal, ob heute 2000 l oder nur 50 l Milch kommen. Von daher
zähle ich die jetzt nicht als Kunden im eigentlichen Sinn, da es keinen
festen Liefervertrag mit Mindestmenge gibt. Und beim Ackerbau geht's
komplett ohne Verträge! Wenn man Bock hat fährt man das Getreide einfach
weg (vom Sinn mal abgesehen).
Generell geht es mir einfach um die Frage, ob es sowas zweimal auf der
Welt gibt. Einen Beruf ohne Chef und Kunden, von dem man leben kann.
Bisher habe ich keinen getroffen, der mir einen zweiten nennen konnte.
Also hier meine "Challenge" ;)
Freue mich auf interessante Vorschläge.
PS: Ich war mal Landwirt und das war damals schon echt schön (kleiner
Betrieb). Daher kam ich auch auf diese etwas seltsame Frage...
Michael F. schrieb:> Generell geht es mir einfach um die Frage, ob es sowas zweimal auf der> Welt gibt. Einen Beruf ohne Chef und Kunden, von dem man leben kann.
In keinem Job zwingt dich jemand dich selbst kaputt zu machen. Auch wenn
ich immer Kollegen gesehen habe, die auf eine Herzattacke hingearbeitet
haben, nur weil sie es jedem recht machen wollten. Es gab jedoch auch
gute Beispiele, die ihren Marktwert und ihre Grenzen korrekt erkannt und
sich entsprechend keinen Stress gemacht haben.
Michael F. schrieb:> Nämlich> Landwirt. Der einzige Kunde, ist allerhöchstens die Molkerei
Natürlich ist das dein Kunde und du hast auch einen Liefervertrag mit
der Molkerei - allerdings ohne Liefermengenmindestbestimmung.
Nur hast du halt mit dem Kunden ein ganzes Jahr lang nichts zu tun, wenn
du das mit "Kunden" meinst.
Sonst musst du auf dem Markt deine Milch oder den Käse verkaufen, dann
sind es viele Kunden.
Genauso könntest du den Buchautor nehmen.
Hier ist der Kunde "höchstens" der Verlag (und selbstverständlich ist
auch das dein Kunde).
Da hast du sogar vielen Jahre nichts mehr damit zu tun und kassierst
automatisch, wie mit dem Verlag abgemacht.
victor_le_nettoyeur schrieb:> Wenn man seine Arbeit ordentlich macht, dann> können naturgemäss von den einzelnen "Kunden" auch keine Beschwerden> mehr kommen...
Warum sollte ich einen Auftragskiller anheuern, um mich selbst zu
erschießen?
Selbstständig mit einer innovativen Firma werden, Erfindungen machen,
Patente anmelden, dann diese als Lizenzen an Firmen verkaufen und von
jährlichen, hohen Lizenzisierungen leben.
Eigenes Russen-Inkassobüro aufmachen, Leute auf den Zahn fühlen, Geld
kassieren. Du hast schon Kunden in dem Sinn, hast aber nicht zu viel mit
denen zu tun (du musst einfach deinen Auftrag erfüllen mit einer hohen
Quote) aber du hast mehr mit den Schuldnern zu tun.
Crypto-Currency oder Börsenhändler (selbstständig) werden. Viel Geld
verdienen. Eigener Chef, keine Kunden.
Hochprofessioneller Dieb werden, oder besser, Cyber-Krimineller. Sich
mit Coins oder bar bezahlen lassen.
klausi schrieb:> Selbstständig mit einer innovativen Firma werden, Erfindungen machen,> Patente anmelden, dann diese als Lizenzen an Firmen verkaufen und von> jährlichen, hohen Lizenzisierungen leben.>> Eigenes Russen-Inkassobüro aufmachen, Leute auf den Zahn fühlen, Geld> kassieren. Du hast schon Kunden in dem Sinn, hast aber nicht zu viel mit> denen zu tun (du musst einfach deinen Auftrag erfüllen mit einer hohen> Quote) aber du hast mehr mit den Schuldnern zu tun.>> Crypto-Currency oder Börsenhändler (selbstständig) werden. Viel Geld> verdienen. Eigener Chef, keine Kunden.>> Hochprofessioneller Dieb werden, oder besser, Cyber-Krimineller. Sich> mit Coins oder bar bezahlen lassen.
Bist du noch bei Trost?
Überlebenskünstler/Einsiedler. Boot kaufen, um die Welt segeln und Fisch
essen. Keine Einnahmen, keine Ausgaben.
So lange es keine medizinischen Probleme gibt, durchaus machbar ;)
> Warum sollte ich einen Auftragskiller anheuern, um mich selbst zu> erschießen?
Dieser Sonderfall wurde fürs Kino bereits - durchaus originell
und cineastisch anspruchsvoll – von Ari Kaurismäki umgesetzt:
https://www.youtube.com/watch?v=v7YIli0wgfc
Michael F. schrieb:> Tja, der Titel sagt alles. Und nein, es ist keine Trollerei! Gesucht> wird ein Beruf als Selbständiger, indem man keine Kunden hat.>> Wer jetzt schon sagt "Das geht nicht!", dem sage ich doch! Nämlich> Landwirt. Der einzige Kunde, ist allerhöchstens die Molkerei.
Nope, da wäre noch der Abdecker, die Viecher leben nicht ewig und allein
kannste auch nicht alles verputzen.
Der Mist geht aquch nicht alles auf die Eigenen Felder, da haste noch
die Biogaser als Kunden. Ein bißchen Käserei wäre auch nicht schlecht,
weil da haste mehr Mehrwert als nur die Rohmilch, also haste Hofladen.
Geht ne Wanderroute an dem Hof vorbei kannst noch nen Hof-Imbiß mit
eigener Buttermilch betreiben - also nochmal mehr Kunden.
Also Landwirtschaft ist sicher nichts für misanthropische Psychopaten.
Damal ne Doku über einen angeblichen Selbstversorger:
https://www.welt.de/fernsehen/article106680511/Bauer-Gottfried-und-das-Taschentuch-fuers-Pipi.htmlhttps://www.youtube.com/watch?v=n1cJTODlYB4
Du könntest dich zum Kanzler wählen lassen! Einmal an der Macht knnst du
tun was du willst! Auch entgegen deinen Wahlversprechen, so wie man es
bisher halt auch gemacht hatte.
Berufsrevolutionär schrieb:> Youtube-Video "Mensch Gottfried - der autarke Selbstversorger"
Danke dafür.
Ein gutes Beispiel, wie soziale Inkompetenz gepaart mit krankhafter
Egozentrik mit höheren Zielen gerechtfertigt wird und in tragischer
Isolation und Verbitterung endet.
Hausmann.
Meine Frau geht arbeiten und ich mache dafür brav den Haushalt.
Einkaufen gehen, Essen kochen, Staubsaugen, Betten machen und einmal im
Jahr Fenster putzen. Das ist zwar alles auch irgendwie Arbeit, aber ICH
bestimme wann ich was mache und ich mache das für mich und nicht für
einen Chef.
Konstantin schrieb:> Meine Frau geht arbeiten und ich mache dafür brav den Haushalt.
auweia.. ist nichts geworden aus dem Ing. Beruf, oder an was ist es bei
dir gelegen? Reiche Frau geheiratet?
-> Bringt mich auf nächste Idee:
Als mietbarer Sugardaddy für reiche, wohlhabendere (ältere) Frauen
"arbeiten".
Wie hoch ist dein Preis?
klausi schrieb:> auweia.. ist nichts geworden aus dem Ing. Beruf
Ein paar Kollegen und ich sind damals aus dem Betrieb leider entlassen
worden.
klausi schrieb:> Als mietbarer Sugardaddy für reiche, wohlhabendere (ältere) Frauen> "arbeiten".
Das würde ich mich niemals trauen auch wenn das viel Geld bringen
könnte. Außerdem ist das aus meiner Sicht unseriös.
Joe F. schrieb:> Berufsrevolutionär schrieb:>> Youtube-Video "Mensch Gottfried - der autarke Selbstversorger">> Danke dafür.> Ein gutes Beispiel, wie soziale Inkompetenz gepaart mit krankhafter> Egozentrik mit höheren Zielen gerechtfertigt wird und in tragischer> Isolation und Verbitterung endet.
Ich fand das Video ebenfalls sehr interessant.
So leben möchte ich nicht, aber allzu verbittert schien mir Gottfried
jetzt aber nicht.
klausi hat keine Ahnung, er schrieb:> Als mietbarer Sugardaddy für reiche, wohlhabendere (ältere) Frauen> "arbeiten".
Ein Sugar Daddy ist immer derjenige, der grosszügig spendiert.
Gerne unterstützt er dabei wesentlich jüngere Frauen.
Dagegen sponsort eine vermögende Sugar Mama (oft vom Typ Cougar)
ein meist deutlich jüngeres Sugar Baby.
Heiner schrieb im Beitrag #5286394:
> Troll-Thread.
So hart wie Heiner ist keiner. Komm Du erstmal in eine schlimme
Situation, mal sehen wie Du dann darüber denkst! Mmh?
Michael F. schrieb:> Also hier meine "Challenge" ;)
Wenn Landwirt darunter fällt, dann wohl auch Schriftsteller. Genau wie
bei der Milch und den Molkereien hast du die Freiheit, genau und nur das
den Verlagen zu verkaufen, was du hast. Wenn du nicht genug
Verkaufstaugliches hast, dann gehts dir zwar wie Spitzwegs Poet, aber
das ist beim Landwirt auch nicht anders.
Eine moderne Variante davon wäre Text/Video-Blogger (aber auch
Forenbetreiber), von den Klicks der Leser lebend. Ok, ob man davon leben
kann... aber dem Prinzip nach passt es genauso.
Vielleicht wars die falsche Frage. Vielleicht wäre die richtige Frage
die nach einem Leben ohne irgendwelche äusseren Zwänge. Ausser
trivialerweise jenem nach genug Penunze um über die Runden zu kommen.
Dann werde Müssiggänger.
Cha-woma M. schrieb:>> Warum sollte ich einen Auftragskiller anheuern, um mich selbst zu>> erschießen?>> Weil du zu feige bist!
Ist in heutigen Krimis eine Lebensversicherung als Motiv etwas aus der
Mode gekommen? Zu altbacken?
Hallo
sehr schade das so gut wie keine sinnvollen Antworten kommen.
Klar die Frage, oder eher der Aufruf, hat großes Potential für ironisch
- witzige Antworten, aber irgendwie hat es doch einen ernsthaften und
interessanten Aspekt.
Ich bin sehr froh das ich nicht(!) mein Geld in Selbstständigkeit
verdienen muss, wenn ich aber dazu gezwungen werden würde (sage keiner
das jede Selbstständigkeit wirklich vollkommen freiwillig oder aus
tiefen Herzen gewollt ist) hätte ich auch Interesse daran mit wenig
direkten Endkundenkontakt mit einen oder einer "Jedermann" zu haben -
mein Alptraum wäre ein Pflegedienst, Behindertentransport, Altenpflege,
der ganze direkte Gastronomische Bereich und ähnlich extrem Kunden
gebundene Berufe, auch bin ich nicht der Typ der sich alles gefallen
lassen mag bzw. mit unklaren Forderungen und Fehlerbildern die von Laien
erstellt werden ("das ist irgendwas kaputt" - "komische Geräusche"
"Stürzt immer wieder ab" ...) gut klar kommt.
Was gibt es den da an realistische und legalen Selbstständigkeit in
einigermaßen "normalen" und legalen Umfeld?
Also kein Zuhälter (mit den und deren Umfeld, internen
Konkurrenzverhlten und "Umgang" mit den "Mitarbeitern" und den
Kundenkreis will hoffentlich niemand etwas zu tun haben), Künstler
Autoren usw. - unter 1000 können vielleicht 100 davon vernünftig
finanziell Leben und höchstens 2 geht es richtig gut.
Was würde also realistischer Weise wirklich übrig bleiben außer Landwirt
und sehr ähnliche Berufe?
Jemand
Jemand schrieb:> Was gibt es den da an realistische und legalen Selbstständigkeit in> einigermaßen "normalen" und legalen Umfeld?> Also kein Zuhälter (mit den und deren Umfeld, internen> Konkurrenzverhlten und "Umgang" mit den "Mitarbeitern" und den> Kundenkreis will hoffentlich niemand etwas zu tun haben), Künstler> Autoren usw. - unter 1000 können vielleicht 100 davon vernünftig> finanziell Leben und höchstens 2 geht es richtig gut.
Naja, die Errungenschaften der Zivilisation werden erst durch die
Arbeitsteilung ermöglicht. Ohne Arbeitsteilung -also ohne Chef und
Kunden- keine Hochkultur.
Die letzten die ernsthaft versuchten ohne Arbeitsteilung, Spezialisten,
Fachkräfte und moderne Berufe auszukommen, waren die "Khmers Rouges" in
Kambodscha mit ihren Agrarkommunismus.
https://kommunismusgeschichte.de/lesen/analyse/article/detail/kambodscha-unter-den-roten-khmer-die-erschaffung-des-perfekten-sozialisten/
Berufsrevolutionär schrieb:> Die letzten die ernsthaft versuchten ohne Arbeitsteilung, Spezialisten,> Fachkräfte und moderne Berufe auszukommen, waren die "Khmers Rouges" in> Kambodscha mit ihren Agrarkommunismus.
So ganz ohne Chefs sind die aber auch nicht ausgekommen. Ganz im
Gegenteil. Ok, die nannten sich zwar Brüder, waren aber dann doch sowas
von Chefs.
Wenn man eine Gesellschaft mit geringer beruflicher Arbeitsteilung
sucht, dann muss man mindestens in die nomadische Altsteinzeit zurück,
bzw. in Gesellschaften, die heute noch ähnlich leben. Und selbst da, bei
den Jägern und Sammlern, jagten vielleicht die einen und sammelten die
anderen.
Nur geht man damit als unangenehm empfundenen Menschen immer noch nicht
aus dem Weg. Unangenehme Chefs gibts auch ausserhalb des Berufs - oder
aus Perspektive des Chefs unangenehme Untergebene und neidische
Amstuhlsäger.
Schonmal was beim Staat gesucht? Oder eine Branche die hoheitliche
Aufgaben erfüllt wie EMV Prüfungen, irgendwelche Umweltaudits oder so.
Da hast du zwar einen ganzen Haufen Kunden, aber so richtig beschweren
können die sich nicht, nur zahlen. Die Anforderungen werden von
irgendwelchen Gremien definiert und nicht vom Kunden.
Jemand schrieb:> Ich bin sehr froh das ich nicht(!) mein Geld in Selbstständigkeit> verdienen muss, wenn ich aber dazu gezwungen werden würde (sage keiner> das jede Selbstständigkeit wirklich vollkommen freiwillig oder aus> tiefen Herzen gewollt ist) hätte ich auch Interesse daran mit wenig> direkten Endkundenkontakt mit einen oder einer "Jedermann" zu haben
Als freiberuflicher Softwerker kannst du dir zumindest am Anfang einer
Geschäftsbeziehung aussuchen, mit wem du es zu tun hast. Mal
vorausgesetzt, das Geld kommt auch ohne unangenehme Geschäftspartner in
ausreichender Menge rein. Mit "Jedermann" hast du es da jedenfalls nicht
zu tun.
Wie immer bei Beziehungen, geschäftlichen oder privaten, gibt es
natürlich keine Gewähr, dass sie sich bis zum Vertragsende
unproblematisch entwickeln.
Lasst mich A. schrieb:> Schonmal was beim Staat gesucht?
Staatlicher Job ohne Chef? Da gibts nur extrem wenige Posten, aber viele
Neider. Wobei... einer ist grad mehr oder weniger vakant.
Und wie das bei staatlichen Jobs mit Chef entwickeln kann,
demonstriert grad Wuppertal. Da kanns passieren, das Inkompetenz mehr
bringt als ausgewiesene Kompetenz.
Am ehesten noch klappt das vielleicht beim Professor. Also was die Chefs
angeht, nicht so sehr was die dämliche Kundschaft angeht. Der Job ist
sicher. Binnenklima und Geldbeschaffung sind allerdings Themen, deren
hässliche Seite sich von aussen nicht so deutlich darstellen.
Michael F. schrieb:> Wer jetzt schon sagt "Das geht nicht!", dem sage ich doch! Nämlich> Landwirt. Der einzige Kunde, ist allerhöchstens die Molkerei. Denen ist> aber auch egal, ob heute 2000 l oder nur 50 l Milch kommen. Von daher> zähle ich die jetzt nicht als Kunden im eigentlichen Sinn, da es keinen> festen Liefervertrag mit Mindestmenge gibt. Und beim Ackerbau geht's> komplett ohne Verträge! Wenn man Bock hat fährt man das Getreide einfach> weg (vom Sinn mal abgesehen).>>>> Generell geht es mir einfach um die Frage, ob es sowas zweimal auf der> Welt gibt. Einen Beruf ohne Chef und Kunden, von dem man leben kann.
Hm, Rettungsdienste, Bereitschaften und Feuerwehr vielleicht?
Also Kunden gibt es bei der Feuerwehr im eigentlichen Sinne nicht, wenn
irgendwo ein Feuer auflodert musste hin, da holt kein "Kunde" vorher
Angebote zum Feuerlöschen ein. Und Chefs bei der Feuerwehr werden auch
gern als "Erste und Gleichen" angesehen - die stehen auch an der Spritze
wenns sein muß, nicht nurkleine Feuerwehrmann.
Berufsrevolutionär schrieb:> gern als "Erste und Gleichen" angesehen - die stehen auch an der Spritze> wenns sein muß, nicht nurkleine Feuerwehrmann.
Grms, gemeint ist "Erster unter Gleichen" aka "Primus inter pares".
Berufsrevolutionär schrieb:> Hm, Rettungsdienste, Bereitschaften und Feuerwehr vielleicht?
In letzter Zeit mehren sich Berichte von Vollpfosten, die sich alle Mühe
geben, diese Leute aktiv zu behindern. Die sind zwar weder Chefs noch
Kunden, aber trotzdem zum Kotzen und man darf leider nicht das tun, was
man am liebsten mit denen tun würde.
Michael F. schrieb:> Einen Beruf ohne Chef und Kunden, von dem man leben kann.
Bekommt man Geld "von dem man leben kann" für seine Arbeit, so kann man
wohl so gut wie immer von Kunden (oder eben Chef - auch eine Art von
Kunde) sprechen.
Was schon geht ist, den Kundenkontakt auszulagern. Also entweder an
einen Makler (Job: Häuser renovieren und einen Makler verkaufen lassen).
Oder an eine ganze Bande von Maklern: wenn man über eine Börse verkauft.
Also Stromproduzent, Goldsucher, Bitcoin-Miner oder eben Bauer.
So gesehen gibt es dann schon eine ganze Latte an Jobs ohne Chef und
Kunden.
Bb O. schrieb:> Ok arbeitsloser 50+ der stressfrei in die Rente möchte. Einsamer Irrer!> Attestieren lassen. Feierabend...
Nicht stressfrei, und gezwungen dazu, da gibt es viele Beispiele.
Nur ein Rentner braucht keinen Kunden.
Michael F. schrieb:> Tja, der Titel sagt alles. Und nein, es ist keine Trollerei! Gesucht> wird ein Beruf als Selbständiger, indem man keine Kunden hat.>> Wer jetzt schon sagt "Das geht nicht!", dem sage ich doch! Nämlich> Landwirt. Der einzige Kunde, ist allerhöchstens die Molkerei.
Also doch Kunde!
Bei einem Handel ist der Endpunkt die Realisierung.
Also wenn der Schotter fließt.
Ahne Kunde kein Schotter.
Deshalb bist du auch kein Bauer mehr.
Fotograf,
ein Freund radelt um die Welt, klar hat er "Kunden" die seine Bilder
kaufen, aus dem Web, aber er hat mit den Kunden nur in Ausnahmefälle zu
tun, keine Akquise, er muss die Kunden nicht jagen, sie kommen noch zum
Bilderverwerter.
So gesehen hat er keinen Chef und keine Kunden, aber mein Leben wär das
nicht, eingeweichte Nudeln auf dem Berg weil das Gepäck wiegt nur das
Nötigste hochzuschleppen während Fahrrad und Zelt unten stehen bleiben.
Wie Jan Hansen schon erwähnt hat. Die meisten vorgeschlagenen Jobs
ziehen darauf ab den Kundenkontakt auszulagern. Nicht verkehrt wie ich
meine, vor allem wenn man nicht viel Stress haben möchte.
Jemand schrieb:> sehr schade das so gut wie keine sinnvollen Antworten kommen.> Klar die Frage, oder eher der Aufruf, hat großes Potential für ironisch> - witzige Antworten, aber irgendwie hat es doch einen ernsthaften und> interessanten Aspekt.
ihr geht alle nicht auf das wirkliche problem ein - ich versuchs mal.
du kannst leben indem du getreide anbaust, es erntest, und brot daraus
backst das du isst.
wenn du weder weizen anbauen, ernten oder brot backen willst, musst du
es von jemandem bekommen der diese arbeiten für dich macht.
das brot wird er aber nicht freiwillig und umsonst hergeben, sondern
gegen etwas tauschen wollen das er haben will - also irgendeine ware,
eine dinstleistung, oder das universaltauschmittel geld.
um geld zum tauschen zu haben, das ist was der TO wohl will, muss er
etwas produzieren das ein anderer, nennen wir ihn mal "kunde", haben
will und bereit ist geld dafür her zu geben.
ohne leute die bereit sind dem TO geld zu geben gehts nicht, und das
werden sie nicht tun wenn sie dafür nichts bekommen.
also hat man immer kunden - meiner ist zum beispiel mein arbeitgeber,
der mir geld dafür gibt das ich programme schreibe.
dabei habe ich allerdings auch glück, weil mein kunde der ÖD ist, ich
glaitzeit habe, und keinen starren arbeitplan. das programm ist also
fertig wenns fertig ist… mehr oder weniger.
um zurück auf TO's frage nach beispielen zu kommen - man will ja nicht
immer nur theoretisieren:
imker - kein chef, aber natürlich kunden. obstbauern zum beispiel, zu
denen man die bienen zum bestäuben fahren muss.
nachteil: die bienen werden grade weltweit durch neonicotinoide
vergiftet, und keiner ist haftbar zu machen. toll.
Einbrecher
Der ganze Sinn der Sache ist ja, gerade keinen Kundenkontakt zu habem.
Chef hat man normalerweise auch keinen, außer man arbeitet für die
frendlichen Herren aus Neapel.
c.m. schrieb:> imker - kein chef, aber natürlich kunden. obstbauern zum beispiel, zu> denen man die bienen zum bestäuben fahren muss.
Imker/Landwirt sind eng verwandt. Einer baut Mais an, ein anderer
Schweine und wieder einer Bienen.
> nachteil: die bienen werden grade weltweit durch neonicotinoide> vergiftet, und keiner ist haftbar zu machen. toll.
Freiheit von jedem Risiko hatte er nicht genannt. Landwirte früherer
Tage hatten ausserdem auch ihre Chefs: Demeter beispielsweise, um nur
die direkt Zuständige zu nennen. Heutige Landwirte schimpfen ersatzweise
über Petrus.
Betreibe einen Flirtchat. Keinen direkten Kundenkontakt, nur Deine
Moderatoren musst Du motiviert halten. Denn die Kunden sollen sich ja
nicht wirklich finden. Die schreiben nur mit den Moderatoren. Verdienst
im Mittel ca. 10000 € im Monat, netto.
Solaranlagenbetreiber
Windradbetreiber
Wasserkraftwerksbetreiber
Braucht man nur geeignetes Land und etwas Startkapital für,
Kundenkontakt beschränkt sich auf den Rechnungsversand, einmal pro
Quartal...
Probleme mit der Kundenbindung und Preisverhandlungen gibts auch keine,
dank EEG herscht Kontrahierungszwang...
Michael F. schrieb:> Tja, der Titel sagt alles. Und nein, es ist keine Trollerei! Gesucht> wird ein Beruf als Selbständiger, indem man keine Kunden hat.>> Wer jetzt schon sagt "Das geht nicht!", dem sage ich doch!
Dummfug, Es gibt immer nur einen der deine Arbeit bezahlt. Deine Kunden.
> Nämlich> Landwirt. Der einzige Kunde, ist allerhöchstens die Molkerei. Denen ist> aber auch egal, ob heute 2000 l oder nur 50 l Milch kommen.
Nein. Lies mal die Verträge.
Keimzahlprüfung bei Abholung, Proteiin und Fettgehalt ebenso.
Es ist schon ein Unterschied ob man nur Käse oder auch Konsummilch
daraus machen kann.
Dann verkauft man noch Kälber und die alten Kühe kann man ja auch nicht
alle selber aufessen. Schweinebauern sind 100% vom Schlachter abhängig,
Marktfrucht komplizierter.
> Von daher> zähle ich die jetzt nicht als Kunden im eigentlichen Sinn, da es keinen> festen Liefervertrag mit Mindestmenge gibt.
Lies mal so einen Knebelvertrag von z. B. Nordmilch.
> Und beim Ackerbau geht's> komplett ohne Verträge! Wenn man Bock hat fährt man das Getreide einfach> weg (vom Sinn mal abgesehen).
Genau ind wenn du die Gerste "einfach wegfährst" ist Geld genug auf dem
Konto für Diesel und Hypothek.
> Einen Beruf ohne Chef und Kunden, von dem man leben kann.
Taugenichts
Mmhm schrieb:> Einbrecher
LOL
>> Der ganze Sinn der Sache ist ja, gerade keinen Kundenkontakt zu habem.
Das sind nicht die Kunden sondern die Lieferanten.
Irgendwo muss man die Ware ja loswerden. Kundenkontakt ist dann zB. die
Familie in Balkanesien.
> Chef hat man normalerweise auch keinen, außer man arbeitet für die> frendlichen Herren aus Neapel.
Das ist nicht der Chef, sondern nur ein Kunde, der sich nicht in der
Servicewüste widerfinden will.
Michael F. schrieb:> Wer jetzt schon sagt "Das geht nicht!", dem sage ich doch! Nämlich> Landwirt. Der einzige Kunde, ist allerhöchstens die Molkerei. Denen ist> aber auch egal, ob heute 2000 l oder nur 50 l Milch kommen. Von daher> zähle ich die jetzt nicht als Kunden im eigentlichen Sinn, da es keinen> festen Liefervertrag mit Mindestmenge gibt. Und beim Ackerbau geht's> komplett ohne Verträge!
Selbstversorger(garten), dein einziger Kunde ist im besten Falle dein
eigener Magen.
Du musst halt alles notwendige selbst herstellen können.
Survivallehrer und südamerikanische Indianervölker können dir zeigen,
wie das geht. Und was man nicht selbst herstellen kann braucht man auch
nicht. :-)
Mike B. schrieb:> Du musst halt alles notwendige selbst herstellen können.> Survivallehrer und südamerikanische Indianervölker können dir zeigen,> wie das geht. Und was man nicht selbst herstellen kann braucht man auch> nicht. :-)
Du machst es aber wirklich auf die umständliche Art!
Entlang den Autobahnen gibt`s Wildbred in rauen Mengen!
Cha-woma M. schrieb:> Entlang den Autobahnen gibt`s Wildbred in rauen Mengen!
Auch auf den Autobahnen selbst. Vorhin hat mich vor der Ausfahrt noch
eine Wildsau überholt.
MfG Paul
Der TO hat schon recht, es gibt kaum einen Beruf wie
Landwirt/Viehzüchter, wo man seine Erzeugnisse in Massen zu
festgesetzten Preisen verkaufen kann.
Davon kann man aber nur dann leben, wenn man soviel eigenes Land hat,
dass man stattdessen auch von der Pacht leben könnte.
Die realen Bauern hier handeln zudem laufend. Sei es Stroh, Dung,
Direktverkauf, Quoten, Maschinen, Futtermittel, nur um bei >40h gut über
die Runden zu kommen. Da kommen die ganzen Formalien für BG,
Flächenprämien, QS, Tierwohl, Hygiene, Spritzenschein etc. noch oben
drauf. Ganz zu schweigen von Steuern und Banken.
Paul B. schrieb:>> Entlang den Autobahnen gibt`s Wildbred in rauen Mengen!>> Auch auf den Autobahnen selbst. Vorhin hat mich vor der Ausfahrt noch> eine Wildsau überholt.
Wildbret ist das Opfer eines Jägers. Wer wäre im Falle eines Falles dann
zum Wildbret geworden? Wärs die Wildsau, dann wärst du der Jäger (also
das Schwein im Verkehr), nicht die Wildsau. Somit bleibt nur die
Aussicht darauf, dass du dich hier selbst in der Rolle des
Beihnahe-Wildbrets siehst. Wohl bekomms. ;-)
A. K. schrieb:> Somit bleibt nur die> Aussicht darauf, dass du dich hier selbst in der Rolle des> Beihnahe-Wildbrets siehst. Wohl bekomms. ;-)
Naja -es ist ja Nichts passiert. Ergo: Schwein gehabt.
MfG Paul