Michael K. schrieb:> Kann ich die dafür> Nutzen? (ESD)
Besonders gut geeignet ist die nicht, SMD-Pinzetten haben keine Spitze,
sondern sind vorne etwas breiter, um Chips usw. besser fassen zu können.
Georg
georg schrieb:> Michael K. schrieb:>> Kann ich die dafür>> Nutzen? (ESD)>> Besonders gut geeignet ist die nicht, SMD-Pinzetten haben keine Spitze,> sondern sind vorne etwas breiter, um Chips usw. besser fassen zu können.
Kann ich nicht bestätigen.
Habe eine ganz spitze Pinzette.
https://www.conrad.de/de/smd-pinzette-aa-sa-esd-spitz-fein-130-mm-vomm-3616-811787.html
Die zuerst abgebildete ist je nach Präferenz genauso gut, ESD ist
wurscht.
rgds
Michael K. schrieb:> Danke. Mir ging es eher darum, ob ich die Bauteile damit beschädigen> kann. Da sie ja aus Metall ist und keinerlei Beschichtung besitzt.
Vergiss das. Entweder Du kannst das SMD-Bauteil damit packen oder nicht.
Beschichtung ist nicht nötig, die wird höchstens mit der Heißluft
weggeschmolzen. Einziog SMD-Widestände wären empfindlich aber da hiabe
ich in den letzten 5 Jahren (>1000 Stück) nicht einen durch die Pinzette
kaputtgemacht.
rgds
Mach dir bei diesr Pinzette eher um die Handhabung als um ESD Sorgen.
ESD wird überbewertet, solange du nicht auf Acrl-Teppich mit Gummisohlen
und Acyrl Pullover löten tust..
georg schrieb:> Michael K. schrieb:>> Kann ich die dafür>> Nutzen? (ESD)>> Besonders gut geeignet ist die nicht, SMD-Pinzetten haben keine Spitze,> sondern sind vorne etwas breiter, um Chips usw. besser fassen zu können.>> Georg
!
Was ich an der verlinkten Pinzette nicht mag, ist die geriffelte
Innenseite. Kleine Bauteile kann zumindest ich (vielleicht stelle ich
mich ja auch nur an ...) damit nicht sicher greifen. Ich bevorzuge
Pinzetten mit flacher Innenseite.
ESD ist mehr oder minder wurscht, besonders wenn die Pinzette wie in
diesem Fall vernickelt (also leitend beschichtet) ist. Wenn mich ESD
überhaupt interessiert, bin ich selbst geerdet und damit auch die
Pinzette über meine Hand. Restrisiko: Die Pinzette liegt auf dem Tisch
und ein Bauteil berührt sie. Da ich auf einer ESD-Matte löte, ist auch
das kein Problem. Klar, im professionellen Bereich würde man das nicht
akzeptieren, aber das war ja nicht die Frage ...
Ob das verlinkte Set wirklich ESD-safe ist, darf außerdem bezweifelt
werden. Das steht auf gefühlt jedem Chinakracher. Auf einer Lötstation
könnte man dann bestenfalls darauf hoffen, dass die Spitze geerdet ist
(hochohmig wäre schön ...), aber die Kunststoffe an Gehäuse, Griff,
Kabel usw. sind bei den üblichen Geschossen um 40-60 € definitiv nicht
ESD-safe. Bei den Pinzetten wird das nicht viel anders sein.
Ich habe selbst zwar auch so ein ähnliches Set, benutze aber eigentlich
nur eine einzige Form (spitz, gerade, mittlere Größe). Wenn es wirklich
eine Neuanschaffung sein soll, würde ich daher lieber statt eines Sets
für 12 € eine einzelne Pinzette in meiner bevorzugten Form um diesen
Preis kaufen. Knipex wäre in dieser Liga und ganz in Ordnung.
Für erste Gehversuche wird man aber mit jeder Pinzette irgendwie
brauchbare Ergebnisse erzielen.
Der Greifer schrieb:> Ob das verlinkte Set wirklich ESD-safe ist, darf außerdem bezweifelt> werden. Das steht auf gefühlt jedem Chinakracher.
Kannst Du ganz in Ruhe zu Hause testen und bei nichtbestehen AMAZON um
die Ohren hauen UND Du kannst sogar noch eine fehlerhafte
Produktbeschreibung anzeigen ;-)
---
https://www.amazon.de/92-38-75-ESD-Pr%C3%A4zisions-Pinzette/dp/B000ZEDX4G
Zum basteln?
Der Greifer schrieb:> ESD ist mehr oder minder wurscht, besonders wenn die Pinzette wie in> diesem Fall vernickelt (also leitend beschichtet) ist.
Bei Edelstahl kann man guten Gewissens auf eine leitende Beschichtung
verzichten. Der Stahl leitet den Strom sowieso.
Nimm einen anständigen Holzarbeitstisch, Fußboden mit Holzdielen und
nicht zu trockene Raumluft. Das ist der beste ESD-Schutz, passende
Kleidung voraus gesetzt (s.o.).
Solange die Pinzette schön parallel zusammen geht, springen dir auch
keine Bauteile weg - da darf die ruhig spitz sein.
z.B. Typ 1512 aus CN https://www.ebay.com/itm/322177244640
DX.com ist ziemlich cool drauf.
----
9. Importsteuern und Mehrwertsteuer-Versicherung
Wenn Sie die Importsteuern und Mehrwertsteuer-Versicherungen gekauft
haben, und die bei dem Empfang der Ware die Steuern zahlen müssen,
zahlen Sie diese bitte. Dann senden Sie uns bitte die Steuerbelege,
Rechnung oder Quittung an uns, damit wir Ihnen diese Rückerstatten
können. Bitte beachten Sie, dass der Steuerversicherungsdienst ist nur
für die Bestellungen aus dem Europäischen Binnenraum gültig ist.
Steuererstattungsanspruch muss innerhalb von 60 Tagen ab dem Datum der
Auslieferung erfolgen. Die maximale Ausgleichsmenge beträgt bis zu $ 40
für pro Bestellung.
----
Wie die Asiaten Europa nur auslachen... eine Versicherung gegen
Einfuhrumsatzsteuer!
Habe mir nochmal 4 Stk Pinzetten besorgt für andere Standorte.
Bestellnummer: 27697xxx wenn die da wirklich 27. Millionen Bestellungen
abgearbeitet haben dann aber hallo.
W3ll S. schrieb:> https://www.amazon.de/92-38-75-ESD-Pr%C3%A4zisions-Pinzette/dp/B000ZEDX4G>> Zum basteln?
Wie gesagt, für mich lieber die gerade Variante. Aber richtig, diese
Sorte habe ich gemeint.
Wolfgang schrieb:> Bei Edelstahl kann man guten Gewissens auf eine leitende Beschichtung> verzichten. Der Stahl leitet den Strom sowieso.
Aha? Wohin denn?
Nein, so funktioniert das nicht. Die Oberfläche muss mindestens
ableitend sein, möglichst mit definiertem Widerstand. Besser wäre es,
wenn die Oberfläche von Anfang an gar keine Ladung aufnehmen kann.
Chinaman schrieb:> Wie die Asiaten Europa nur auslachen... eine Versicherung gegen> Einfuhrumsatzsteuer!
Es wurde schon mehrfach die Frage aufgeworfen, ob eine solche
"Versicherung" und der dahinter erkennbare Vorsatz (wir lassen's mal
drauf ankommen, ob der Zoll was merkt) dem Empfänger nicht ganz böse auf
die Füße fallen kann.
Außerdem kannst du dir ja mal überlegen, was der Händler für eine Marge
hat, wenn er solche Geschichten anbieten kann. Da wird der Kunde ganz
schön besch.....
Bernstein kann ich auch wärmstens empfehlen.
Konkret das Modell Bernstein Titan 5-035:
https://www.ersa-shop.com/bernstein-titanpinzette-superspitz-p-1056.html
Mit dem Teil habe ich früher(tm) unzählige Prototypen, Nullserien,
Kleinserien, Reparaturen, Muster, ... bestückt. Von Mittelgroßen TQFP
bis runter auf 0402 Widerständen.
Zu Hause habe ich eine von Pollin in ähnlicher Bauform.
Der Preisunterschied ist deutlich merkbar. Bei den billigen Dingern ist
der Stahl zu weich, die Spitzen verbiegen sich und schließen nicht mehr
exakt. Und genau das stört unheimlich beim positionieren, selbst bei
0805.
Sobald ich wieder Zeit zum tüfteln habe, ersetze ich das billig-ding...
Thema ESD: das besagte Modell von Bernstein ist nicht ESD belabelt und
zerstört habe ich nie eine Baugruppe. Dann lieder ein ESD Armband
tragen.
Der Greifer schrieb:> Außerdem kannst du dir ja mal überlegen, was der Händler für eine Marge> hat, wenn er solche Geschichten anbieten kann. Da wird der Kunde ganz> schön besch.....
Ich habe die dx.com Pinzetten bereits und bin sehr zufrieden damit.
Die Pinzetten schließen gerade ab und sind auch stabil und haben eine
gute Qualität. ich habe damit schon tausende 0402er gesetzt die Jahre
über. Auch Reworking ist damit kein Problem.
Eine vergleichbare Pinzette gibt's hier wohl erst ab 10 EUR+ (hatte auch
schon welche für 20 EUR, bleibe jetzt jedoch bei den 1.88 EUR
Versionen).
Nur mal so in den Raum geworfen:
Ich benutze seit ewigen Zeiten eine sogenannte Kreuzpinzette zum
positionieren. Diese Pinzetten haben den Vorteil, dass man zum
positionieren keine Kraft aufwenden muss, sondern nur dann, wenn man das
Bauteil greift / loslässt.
Positionieren geht also viel entspannter und weitestgehend zitterfrei.
Wenn ich hier lese, dass Schutzmaßnahmen gegen ESD überbewertet wird,
dann bekomme ich einen Hals!
Ca. 90% aller späteren Ausfälle (Sudden-Deaths von Halbleitern) beim
Kunden sind auf ESD-Probleme zurück zu führen. In den seltensten Fällen
ist es Überlastung oder falsche Auslegung der Schaltung.
Den Aufwand, den wir hier treiben (leitfähiger Kunstharzboden,
ESD-Kleidung und -Schuhe, Tische, Stühle, Schränke, Wägen,
Luftbefeuchter, Personenschleuse mit Ableitmessung usw.), kommt nicht
von ungefähr. Das alles dient dazu die Risiken einer Beschädigung zu
minimieren.
Dazu zählen auch die Pinzetten. Ordentliche Ware von Bernstein oder
Knipex ist natürlich kompromisslos. Beschichtet müssen sie sein, denn
auch die ganzen oben genannten Maßnahmen lassen problemlos noch einige
10 V Spannung am Körper zu. Es geht beim ESD-Schutz auch darum das dU/dt
klein zu halten, also sanft das Potenzial abzubauen. Dazu müssen die
Pinzetten über eine Beschichtung verfügen. Ich würde sogar sagen, dass
das außerhalb einer kontrollierten Umgebung wie der oben genannten es
sogar fahrlässig ist eine unbeschichtete Pinzette zu nehmen. - Die
Beschichtung bildet einen Widerstand in der Ableitung und verringert
damit das dU/dt.
Die Pinzetten von ONLYOU (amazon, ganz billig) habe ich mal vermessen,
die sind in Ordnung und gute Qualität. Die benutze ich auch Zuhause.
Viele Grüße!
Sven
Sven L. schrieb:> Ca. 90% aller späteren Ausfälle (Sudden-Deaths von Halbleitern) beim> Kunden sind auf ESD-Probleme zurück zu führen.
Weil also deine Kunden mit einer Pinzette im Gerät rumfummeln..? Ehrlich
gesagt verstehe ich das von dir geschriebene nicht so ganz...
Für mich liest es sich so, als würdest du/ihr/deine Firma die
Geräte/Platinen/Baugruppen vor Auslieferung an den Kunden nicht
testen..? Und wenn doch, sind spätere Ausfälle darauf zurückzuführen,
dass mit ungeeigneter Pinzette bestückt wurde..?
Natürlich testen wir! :)
Der Knackpunkt ist, dass die oben genannten Fehler fast ausschließlich
auf falsches Handling während der Produktion zurückzuführen sind.
Die Geräte sind dann nicht gleich fehlerhaft, wenn ein Halbleiter
"angeschossen" ist. Die überstehen problemlos alle Tests und können dann
ein halbes Jahr später beim Kunden aus unerfindlichen Gründen ausfallen.
Zum Handling gehört neben dem Herumtragen von Baugruppen auch das
Bestücken/Rework mit entsprechenden Pinzetten, ja.
Geringe Ausfallraten im Sub-Promille-Bereich zeigen, dass der Aufwand
sich lohnt.
Sven
Michael K. schrieb:> ich will ein paar SMD-Bauteile löten. (µC, ADC, usw.)> Ich habe momentan nur diese Pinzette zur Hand. Kann ich die dafür> Nutzen? (ESD)
Um beim Thema zu bleiben ...
Antwort: Nein, deine Pinzette ist mechanisch ungeeignet.
Kauf dir ein 10,- EUR ESD Set vom Chinamann, dass passt mechanisch und
wirtschaftlich. Ja, es gibt Anwendungsfälle wo EINE 30EURO Pinzette
angebracht sein kann ... aber nicht bei: ich will ein paar SMD-Bauteile
löten.
;-)
Moin,
vorweg.. ich habe die Komponenten jetzt mit der Pinzette gelötet. Die
Meinungen gehen hier ja doch sehr stark auseinander. Handhabung war
durchaus okay, wobei ich die exakte Platzierung sowieso mit der Hand
vornehme. Ist auch nicht das erste mal dass ich SMD löte aber wie
gesagt, hatte gerade keine andere zur Verfügung. Hoffentlich ist alles
heile geblieben. Zeit um eine neue zu kaufen war nicht. Zumal ich meine
andere gerade sowieso nur entwieder verlegt oder verliehen habe :)
W3ll S. schrieb:> Michael K. schrieb:>> ich will ein paar SMD-Bauteile löten. (µC, ADC, usw.)>> Ich habe momentan nur diese Pinzette zur Hand. Kann ich die dafür>> Nutzen? (ESD)>> Um beim Thema zu bleiben ...>> Antwort: Nein, deine Pinzette ist mechanisch ungeeignet.>> Kauf dir ein 10,- EUR ESD Set vom Chinamann, dass passt mechanisch und> wirtschaftlich. Ja, es gibt Anwendungsfälle wo EINE 30EURO Pinzette> angebracht sein kann ... aber nicht bei: ich will ein paar SMD-Bauteile> löten.>> ;-)
Das seh ich genau gegenteilig: Ich habe ein vergleichbares Modell wie
der TO oben verlinkt von Knipex (Allerdings mit ESD Beschichtung) und
damit lässt sich - bis auf TQFP und >SO-14 - so gut wie alles SMD-mäßige
löten. 0805, 0603, SO-8, usw. Die großen Gehäuse halte ich aber meist
entweder mit dem Finger fest (Und löte ein, zwei Pins an) oder klebe die
mit Polyimid-Klebeband auf der Platine fest.
Wenn die Pinzette schön spitz ist, kann man damit auch Fädeldraht /
einzelne Litzen festhalten zum Löten.
Sven L. schrieb:> Ca. 90% aller späteren Ausfälle (Sudden-Deaths von Halbleitern) beim> Kunden sind auf ESD-Probleme zurück zu führen. In den seltensten Fällen> ist es Überlastung oder falsche Auslegung der Schaltung.
Woher wisst ihr das eigentlich so genau? Es ist extrem aufwändig und
teuer ESD Ausfälle exakt nachzuweisen.
> Es geht beim ESD-Schutz auch darum das dU/dt> klein zu halten, also sanft das Potenzial abzubauen. Dazu müssen die> Pinzetten über eine Beschichtung verfügen.
Nö, das müssen nicht die Pinzetten leisten, sondern derjenige der sie
benutzt indem er ein geerdetes ESD-Armband und zur Sicherheit auch ein
ESD-Fußband trägt (in einer ESD geschützten Umgebung). Wenn bei euch
diese Funktion die Pinzetten zu übernehmen haben ist bereits alles zu
spät.
> Ich würde sogar sagen, dass> das außerhalb einer kontrollierten Umgebung wie der oben genannten es> sogar fahrlässig ist eine unbeschichtete Pinzette zu nehmen. - Die> Beschichtung bildet einen Widerstand in der Ableitung und verringert> damit das dU/dt.
Wir haben sowohl beschichtete als auch pur metallene ESD-Pinzetten im
Einsatz. Alles im grünen Bereich. ESD-Ausfälle praktisch nicht
vorhanden. Gemeinhin wird das Thema "ESD-Ausfälle" sogar eher
überschätzt (solange man die üblichen Maßnahmen einhält).
Der Greifer schrieb:> Aha? Wohin denn?
Na, wohl zu dem, der die Pinzette in der Hand hält und der ist natürlich
ordnungsgemäß per Erdungshalskrause oder was auch immer der
ESD-Schutzwahn so her gibt über einen Ableitwiderstand mit PE verbunden.
Eine Pinzette, die lose auf dem Tisch liegt, tut nichts.
> Besser wäre es, wenn die Oberfläche von Anfang an gar keine Ladung> aufnehmen kann.
Ein Kondensator kann immer Ladung aufnehmen - nichts anderes ist eine
isolierte Pinzette.
6a66 schrieb:> georg schrieb:> Michael K. schrieb:> Kann ich die dafür> Nutzen? (ESD)>>ESD ist wurscht.> rgds
Nein,eigentlich nicht.Für TSSOP,SOIC oÄ. Ist ein spitze Pinzette gut,da
man zwischen zwei Pins greifen kann.Werd jetzt aber keinen Link zu
irgendwelchen Bernstein Pinzetten einfügen,gibt sowieso nur Ärger mit
den Chinazeug-Leuten:)
LG
Wolfgang schrieb:> Der Greifer schrieb:> Aha? Wohin denn?>> Na, wohl zu dem, der die Pinzette in der Hand hält und der ist natürlich> ordnungsgemäß per Erdungshalskrause oder was auch immer der> ESD-Schutzwahn so her gibt über einen Ableitwiderstand mit PE verbunden.>> Eine Pinzette, die lose auf dem Tisch liegt, tut nichts.>> Besser wäre es, wenn die Oberfläche von Anfang an gar keine Ladung> aufnehmen kann.>> Ein Kondensator kann immer Ladung aufnehmen - nichts anderes ist eine> isolierte Pinzette.
Jaja reden wir weiter wenn du
1.Einen 60€ ADC schrottest
2.Zwei 60€ ADCs schrottest
3.Ein ganzes Board mit 60€ ADCs schrottest
4.Du einmal ein Handy aufschrauben musst
5.Du 3 Tage lang eine Schaltung nicht zum laufen bringst,wegen ESD im
AVR
6.Bemerkst,dasseine (ESD)Katze sich auf ein Dev.Board gesetzt hatt.
7.usw ESD Schutz ist nicht teuer
LG
Wolfgang schrieb:> Na, wohl zu dem, der die Pinzette in der Hand hält
Ah, jetzt verstehe ich, wie das gemeint war: Die Pinzette ist nicht
leitend beschichtet, sondern gar nicht beschichtet und selbst aus
leitendem Material. Das funktioniert natürlich genau so gut/schlecht wie
eine leitende Beschichtung. Ich hatte im Kopf eine Pinzette, die mit
einem nicht leitenden Material beschichtet ist, also z.B. lackiert. Dann
funktioniert die Ableitung über die Hand nicht mehr.
Wolfgang schrieb:> Ein Kondensator kann immer Ladung aufnehmen - nichts anderes ist eine> isolierte Pinzette.
Das mag sein, aber die Beschichtung kann verhindern, dass diese Ladung
Schaden anrichten kann - sie ist auf dem Leiter gefangen. Das ist ja
gerade das Problem hier:
Wolfgang schrieb:> Eine Pinzette, die lose auf dem Tisch liegt, tut nichts.
Doch, sie kann eine Ladung speichern und bei Kontakt abgeben. Deshalb
muss eine wirklich ESD-sichere Pinzette geeignet beschichtet sein.
Arno K. schrieb:> 6.Bemerkst,dasseine (ESD)Katze sich auf ein Dev.Board gesetzt hatt.
Also wenn eine Katze in meinem Labor rumrennen würde hätte ich andere
Sorgen.
Karl schrieb:> Arno K. schrieb:> 6.Bemerkst,dasseine (ESD)Katze sich auf ein Dev.Board gesetzt hatt.>> Also wenn eine Katze in meinem Labor rumrennen würde hätte ich andere> Sorgen.
Willst du leicht ein schnurrendes Haustier aussperren?Du hast definitiv
keine Katze:)
Wen die will rennt sie DURCH die Tür.
LG
Lötinator schrieb:> Doch, sie kann eine Ladung speichern und bei Kontakt abgeben. Deshalb> muss eine wirklich ESD-sichere Pinzette geeignet beschichtet sein.
Quatsch.
Lötinator schrieb:> Doch, sie kann eine Ladung speichern und bei Kontakt abgeben. Deshalb> muss eine wirklich ESD-sichere Pinzette geeignet beschichtet sein.
Aber nur mit stark isolierenden Handschuhen.
Metallene ESD-Werkzeuge sind doch nur ein Marketing-Geck.
Alles Humbug schrieb:> Woher wisst ihr das eigentlich so genau? Es ist extrem aufwändig und> teuer ESD Ausfälle exakt nachzuweisen.
Das weisen wir nicht nach, weil wir gar nicht die Mittel dazu haben. In
der Fachliteratur zum Thema werden diese Zahlen genannt. Genaue
Quellenangaben habe ich leider nicht.
>> Es geht beim ESD-Schutz auch darum das dU/dt>> klein zu halten, also sanft das Potenzial abzubauen. Dazu müssen die>> Pinzetten über eine Beschichtung verfügen.>> Nö, das müssen nicht die Pinzetten leisten, sondern derjenige der sie> benutzt indem er ein geerdetes ESD-Armband und zur Sicherheit auch ein> ESD-Fußband trägt (in einer ESD geschützten Umgebung). Wenn bei euch> diese Funktion die Pinzetten zu übernehmen haben ist bereits alles zu> spät.
Die Summe aller Maßnahmen ergeben einen Wirksamen ESD-Schutz (siehe mein
erster Post). Neben dem Boden, Tischen, Bekleidung, Luftbefeuchter
gehört eben auch die resistive Beschichtung der ESD-Pinzette dazu. -
Du kannst mir glauben, dass wir weit weg von "alles zu spät" sind!
> Wir haben sowohl beschichtete als auch pur metallene ESD-Pinzetten im> Einsatz. Alles im grünen Bereich. ESD-Ausfälle praktisch nicht> vorhanden. Gemeinhin wird das Thema "ESD-Ausfälle" sogar eher> überschätzt (solange man die üblichen Maßnahmen einhält).
Es gibt auch unbeschichtete Pinzetten (dann mit ESD-Keramik-Spitzen, die
den Ableitwiderstand bilden), aber zertifizierte Pinzetten aus reinem
Edelstahl will ich sehen! Die gibt es nämlich nirgends, da die nach
keiner gültigen Norm innerhalb der geforderten Werte für den
Ableitwiderstand liegen können!
Ich glaube das Thema ist vielen nicht bewusst: Es geht nicht darum, dass
ein Werkzeug aus Metall ist und irgendwie, wenn es geht noch möglichst
niederohmig, mit PE verbunden ist, sondern das ganze Gegenteil ist der
Fall: Es müssen definierte Widerstände vorliegen, welche einen langsamen
Auf- und Abbau von Potenzialen ermöglichen. Dabei spielen alle
Komponenten in einer EPA-Umgebung eine Rolle.
Dazu kommen noch widrige Bedingungen wie zum Beispiel besonders trockene
Heizungsluft im Winter oder Staub oder ungeeignete Reinigungsmittel für
Arbeitsoberflächen und Böden, welche den Systemwiderstand zusätzlich
erhöhen. Ableitwiderstände von 1-5 MΩ im Bodenbereich und an
Arbeitsoberflächen sind optimal. Zulässig sind aber problemlos bis
einige hundert MΩ.
Sich verändernde Umweltbedingungen sind der Grund, weshalb regelmäßige
Messungen absolut unabdingbar sind! Kleidung wird zum Beispiel
stichprobenartig nach der Reinigung überprüft. Sämtliche Oberflächen in
festen Zyklen oder nach Änderung der Reinigungsmittel. Auch werden
ESD-Pinzetten aussortiert, an welchen die Beschichtung bereits
abgegriffen ist.
Freilich, für die meisten Hobbyelektroniker ist das alles völlig
übertrieben. Da tut es maximal ein Erdungsarmband. - In meiner privaten
Bastelecke habe ich eine ESD-Unterlage, Erdungsarmbänder, ESD-Bodenmatte
und ESD-Schuhe sowie ESD-Werkzeug. Ich habe nämlich keinen Bock in
meiner spärlichen Freizeit alles 2x zu machen. :)
Im industriellen Umfeld muss man auch so etwas wie ISO 9001 einhalten,
auch wenn es dabei nur um Prozesse und deren Dokumentation geht. Zum
Fertigungsprozess gehört eben auch die regelmäßige Überprüfung aller
Parameter und damit auch der nachweisbare ESD-Schutz.
Viele Grüße!
Sven
lass es Sven, das verstehen die Frickler hier nicht. Die sagen sich:
"von meinen bislang 20 verbauten Arduinos oder ATMegas ist noch keiner
kaputtgegangen, also habe ich keine Probleme mit ESD - alles
überbewertet".
Dass es Bausteine gibt, die schon vom Scharf-Ansehen defekt sind,
glauben die sowieso erst, wenn sie Stunden/Tage mit einer Fehlersuche
verbracht haben - und dann ist sowieso der Chiphersteller schuld. An ESD
denken die noch nicht mal.
Zig-tausende von Boards garantiert fehlerfrei und ohne Vorschädigung von
Bauteilen (die dann u.U. erst Monate später ausfallen) zu fertigen, ist
für sie unbekannt.
Also das verwenden von ESD Pinzetten ist für einen Bastler wirklich
übertrieben, auf meinem Schreibtisch liegt ne Matte mit Armband, und ich
trage eine meiner ESD-Arbeitspullis und das reicht mir persönlich, in
der Arbeit wo es um Stückzahlen geht wird natürlich anders gehandelt, da
gibts ESD-Boden, ESD-Schuhe, Hemd, Pulli/Jacke etc... (und selbst dort
wurde in keinem Audit weder bei ISO 9001 noch durch einen Chiphersteller
(kooperieren als Dienstleister für einige Chiphersteller) bemängelt das
wir normale Pinzetten verwenden.
Sven L. schrieb:>> Woher wisst ihr das eigentlich so genau? Es ist extrem aufwändig und>> teuer ESD Ausfälle exakt nachzuweisen.>> Das weisen wir nicht nach, weil wir gar nicht die Mittel dazu haben. In> der Fachliteratur zum Thema werden diese Zahlen genannt. Genaue> Quellenangaben habe ich leider nicht.
Tja, das ist eben der Unterschied zwischen uns. Wir haben entsprechende
Nachweise von Spezialfirmen schon erbringen lassen. Das kostet einiges.
> zertifizierte Pinzetten aus reinem> Edelstahl will ich sehen!
Unsere Prozess-Verantwortlichen bestimmen die Arbeitsmittel und ich kann
dir versichern, EPA ist bei uns ein großes Thema - permanent. Alles ist
zertifiziert, extern und intern auditiert, nach DIN ISO usw. Du brauchst
mir deswegen nicht mit so popeligen Ableitargumenten zu kommen. Bei uns
gibt es keine nachweislichen Ausfälle aufgrund von ESD Problemen, über
die es sich zu reden lohnt. Die Leute dort wissen alle sehr genau was
sie tun und ich übrigens auch und nein, wir sind keine
paar-Mann-Klitsche. Wir haben ESD-Pinzetten (die Beschichteten) in allen
erdenklichen Variationen, aber auch genügend andere sündhaft teure,
extrem Spitze für Arbeiten unter unseren Mikroskopen und nein, letztere
sind keine China-Bastel-Mikroskope. Also hör auch mich hier belehren zu
wollen.
Thema für mich erledigt.
Also ich habe schon Platinen mit genau so einer Pinzette bestückt. Mein
letztes Projekt zum Beispiel (etwas gröber, mit 0805, SOT23-5 und
LQFP64). Weil die andere Pinzette jemand "ausgeliehen" hat.
Man kann also, und wenn die Bauteile nicht zu dicht stehen, geht das
sogar richtig gut. Beschädigen tut man damit nichts, vorausgesetzt man
ist vorsichtig.
Es geht aber besser. Ich bevorzuge Pinzetten mit richtiger Spitze. Die
ist gut:
https://www.reichelt.de/Pinzetten/EP-130/3/index.html?ACTION=3&LA=446&ARTICLE=40413&GROUPID=574&artnr=EP+130&SEARCH=SMD-Pinzette&trstct=pos_5
Bei dem Preis würde ich einfach eine dazulegen. Genau die hält bei mir
in der Arbeit schon 5 Jahre.
Damit komm ich auch mit 0402 klar.
Ein Muss ist sie aber nicht!
Wichtiger als die Pinzette ist für mich eine Lupenlampe oder ein
Mikroskop. Für LQFP und 0805 gehts noch ohne, aber bei DFN, QFN und
<0603 wird es halt besser, wenn man noch sieht was man tut. Zinnbrücken
bei LQFP oder SSOP sehe ich mit dem unbewaffneten Auge kaum noch.
Jünger wird man halt auch nicht :-(
Hallo Greifer.
Der Greifer schrieb:> Wolfgang schrieb:>> Bei Edelstahl kann man guten Gewissens auf eine leitende Beschichtung>> verzichten. Der Stahl leitet den Strom sowieso.>> Aha? Wohin denn?
In die Umgebung und den Benutzer, sobald eine leitfähige Verbindung
dahin besteht. Das ist erstmal ok, solange diese keine Ladung tragen.
Andernfalls wird diese weitergeleitet bzw. abgeleitet.
Und da genau liegt das Problem: Nach dem Maschine Modell ist nicht nur
eine sehr hohe Spannung schädlich, sondern auch ein starker Stromstoss.
Aus diesem Grunde sollte ein Potentialausgleich für ESD Zwecke nicht
direkt mit einer niederohmigen Verbindung erfolgen, sondern sanft über
einen Widerstand.
> Nein, so funktioniert das nicht. Die Oberfläche muss mindestens> ableitend sein, möglichst mit definiertem Widerstand. Besser wäre es,> wenn die Oberfläche von Anfang an gar keine Ladung aufnehmen kann.
Das ist irgendwie nur halb richtig oder sehr verdreht ausgedrückt.
Antistatik Beschichtungen sind zwar leitend, aber halt sehr hochomig .
Das leitfähige Verbinden verhindert das Auftreten einer problematisch
großen Aufladung, und dass diese Verbindung hochomig ist, verhindert
einen schädlich starken Stromstoss, falls sie von anderswo schon
aufgeladen sind.
Da es nicht immer opportun ist, alles antistatisch zu beschichten, ist
metallisch Leitfähig durchaus geeignet, solange der Benutzer der
Pinzette unter ESD Gesichtspunkten geerdet ist, und natürlich das zu
greifende Objekt und dessen unmittelbare Umgebung auch.
Hochomig bedeutet in diesem Zusammenhang ein bis wenige dutzend Megaohm.
Siehe auch:
http://www.comchiptech.com/tech_info.php?banner=top3&category=x&files=Comchip%20Product%20Training%20-%20Introduction%20to%20ESD%2020121023.pdf
Der Widerstand wird übrigens mit einer Spannung von 500V gemessen, und
die Kontaktgabe geschiet dabei flächig mit leitfähigem Gummi umd
vorgegebenem Anpressdruck und Fläche.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Sven L. schrieb:> Ich glaube das Thema ist vielen nicht bewusst: Es geht nicht darum, dass> ein Werkzeug aus Metall ist und irgendwie, wenn es geht noch möglichst> niederohmig, mit PE verbunden ist, sondern das ganze Gegenteil ist der> Fall: Es müssen definierte Widerstände vorliegen, welche einen langsamen> Auf- und Abbau von Potenzialen ermöglichen.Bernd W. schrieb:> Aus diesem Grunde sollte ein Potentialausgleich für ESD Zwecke nicht> direkt mit einer niederohmigen Verbindung erfolgen, sondern sanft über> einen Widerstand.
Aach...
Wolfgang schrieb:> ... und der ist ... über einen Ableitwiderstand mit PE verbunden.