Wie alle wissen produzieren die Chinesen massenweise elektrische Geräte. Nehmen wir mal als Beispiel eine USB Tischlampe. Es gibt diese USB Tischlampe gefühlt von 10 Herstellern. Das heißt es gibt diese Tischlampe in exakt der selben Form mit 10 verschiedenen Marken die alle aus China sind. So was ist in China anscheinend völlig normal. Das ein und das selbe Produkt unter diversen Markennamen gehandelt wird. Wieso tun die Chinesen das? Können Unternehmen innerhalb Chinas ihre Produkte patentrechtlich nicht schützen? Oder ist es wirklich so das ein Entwickler/Hersteller das Produkt entwirft und dann an diverse Unternehmen lizenziert? Und wieso ist das in China dermaßen verbreitet, praktisch der Standard? Ich meine wenn man hier in Deutschland ein Produkt entwickelt erwartet man dass der Hersteller es dann selbst produziert und verkauft und nicht gleich an 10-20 andere Hersteller lizenziert. Und wenn man es nicht selbst herstellt sondern in Auftrag würde man es trotzdem unter einer Marke verkaufen. Ist das so Absicht von den Chinesen oder die Unfähigkeit ein funktionierendes Patentrecht umzusetzen? Handelt es sich wirklich um Lizenzierungen innerhalb Chinas oder kopieren die sich da nur gegenseitig unverschämt und ohne juristische Folgen fürchten zu müssen? Ich habe mal von jemandem gehört der in China war, dass es Messen gibt wo solche noname Produkte vorgestellt werden. Unternehmen können dort sich umschauen und Lizenzen erwerben. Wieso hat sich ein solches System in China so massenhaft durchgesetzt und bei uns nicht?
>Ich meine wenn man hier in Deutschland ein Produkt entwickelt erwartet >man dass der Hersteller es dann selbst produziert und verkauft... Informiere dich mal wie das z.B. bei "weißer Ware" abläuft. Die Bedienteile / Elektronik wird z.B. bei Diehl produziert. Kunden sind z.B. Miele, Wirlpool, Siemens, Liebherr, ... D.h. das gleiche Modul steckt in verschiedenen Markenprodukten.
Bastler schrieb: > Informiere dich mal wie das z.B. bei "weißer Ware" abläuft. > Die Bedienteile / Elektronik wird z.B. bei Diehl produziert. > Kunden sind z.B. Miele, Wirlpool, Siemens, Liebherr, ... > D.h. das gleiche Modul steckt in verschiedenen Markenprodukten. Das ist ja normal. Die einzelnen Teile eines Produktes stammen natürlich von verschiedenen Herstellern. Aber Miele baut doch keine Waschmaschine und lizenziert es dann an diverse andere Hersteller die exakt selbe Waschmaschine unter anderen Markennamen herzustellen.
Ch16 schrieb: > Das heißt es gibt diese Tischlampe in exakt der selben Form mit 10 > verschiedenen Marken die alle aus China sind. > > So was ist in China anscheinend völlig normal. Ersetze Tischlampe durch Joghurt und China durch Deutschland..
Ich habe eine Constructa Spülmaschine gekauft. Direkt daneben stand das selbe Modell nur stand Siemens drauf und kostete mehr. Ich konnte keinen Unterschied feststellen...
Ch16 schrieb: > Nehmen wir mal als Beispiel eine USB Tischlampe. Es gibt diese USB > Tischlampe gefühlt von 10 Herstellern. Nö. Die gibt es nur von EINEM Hersteller, und der pappt dir das Firmenlogo deiner Wahl aufs Gehäuse. Vorausgesetzt, du bist Großkunde...
>Ersetze Tischlampe durch Joghurt und China durch Deutschland..
Ja, da kann ich 100% zustimmen.
Ich jobbte mal als Schüler in einer Käserei.
Rolle von Demeter einlegen und 10 Karton für Reformhaus verpacken.
Maschine stoppen.
Rolle von Spar einlegen und 100 Karton für Kaufhaus verpacken.
Was ist drin, der gleiche Käse!
Reformhaus oder Spar macht preislich einen Unterschied.
Seitdem muss ich immer grinsen wenn Leute im Refomhaus einkaufen und auf
BIO schwören.
Ich sage ja nicht dass es das Phänomen hier gar nicht gibt. Aber Leute es ist hier keineswegs der Normalfall. In China überwiegt diese Produkt Kultur aber offensichtlich deutlich. Und ich frage mich wieso sich das so entwickelt hat. Wieso kreieren die Chinesen keine nachhaltigen Marken die man überall wiederkennen kann. Für Kunden mag das die Produkte günstiger machen, der Nachteil ist aber dass man sich an keiner Marke orientieren kann, weil die eh alle zu klein sind und man sie morgen vergessen hat oder sie übermorgen gar nicht existieren oder das Produkt weiter produzieren. Marken sind ja auch dazu da um sich als Kunde zu orientieren. Die Erfahrungen mit einem Produkt kann man mit einer bestimmten Marke festmachen. So weiß man wo man gute oder schlechte Qualität bekommt. Nei den noname China Produkten die unter 20 Marken laufen hat man das als Kunde nicht. Der eine baut vielleicht minderwertige Komponenten ein und der andere achtet vielleicht mehr auf Funktionskontrolle.
Markenname, Patente, Marken, Gebrauchsmuster kosten Geld und das kann man sich bei 0815 Produkten wie Waschmaschine, Schuko-Stecker oder LED- Lampe sparen. Ist BIO oder Ja als Markenname Geschütz oder wird er nur anhewendet
Interessant wäre auch zu wissen wer die eigentlichen Entwickler dieser China Geräte sind. Sind das auch unzählige kleine Unternehmen oder stecken hinter den hunderten China Marken eine überschaubare Menge an Lizenzverkäufern?
Die Chinesen lassen auch vermehrt in Vietnam herstellen. Habe dort z.B. eine Fabrik von Foxconn gesehen. Seidensticker-Fabrik gab es auch :-)
Achim B. schrieb: > Nö. Die gibt es nur von EINEM Hersteller, und der pappt dir das > Firmenlogo deiner Wahl aufs Gehäuse. Vorausgesetzt, du bist Großkunde... Und wieso verkaufen die das nicht unter einem eigenen Namen? Das Geld was der Endkunde bezahlt könnten sie direkt einnehmen. Die meisten chinesischen Anbieter verkaufen das sowieso über Internet. Braucht also keine Verteiler Logistik.
Ch16 schrieb: > Das Geld was der Endkunde bezahlt könnten sie direkt einnehmen. Bei elektronischen Bauteilen wird auch nicht direkt verkauft. Wenn bei WAGO oder Siemens ein Bauteil gefunden wird, geht erst einmal die schwierige Suche nach einen Händler los, der 15 Stück verkauft.
Ch16 schrieb: > Und wieso verkaufen die das nicht unter einem eigenen Namen? Weil sich Grundig oder Bosch an der Kaffeemaschine besser liest, als Shai-Tze-Electronic.
Viele Geraete wurden hier eintwickelt, in china produziert und vom Entwickler unter verschiedenen Marken verkauft. Es gibt viele Firmen hier, die haben zuwenig Entwicklungskapazitaet und lagern Entwicklung aus. Moeglicherweise koennen/wollen sie nicht genug bezahlen und lassen der Entwicklerfirma das Recht zur eigenen Vermarktung. Resp sie geben eine Variantenentwiklung zu einem existierenden Produkt in Auftrag, und duerfen nur genau diese Variante unter den eigenen Logo verkaufen. Viele Deppenfirmen haben nicht realisiert, dass Auslagern auch Weggeben von Knowhow bedeutet. Allenfalls muessen/musste sie Auslagern, weil der Laden sonst an die Wand gefahren waere. Allen wurde eine Firma gekauft und das Knowhow abgezuegelt. Was sollte Patente auf trivialen Bullshit ? Was sollen Patente ueberhaupt ? Das Meiste ist extrem tivial, die Erfindungshoehe exakt Null.
Ch16 schrieb: > Wie alle wissen produzieren die Chinesen massenweise elektrische > Geräte. > ... Da geht so einiges durcheinander im Text Hersteller != Marke != Patent. OEM-Produkt != Clone. Wenn du wissen willst, wie es in China mit Patenten aussieht? So langsam werden Patente in China ernst genommen, weil es international einfach zu viel Stress macht dauerhaft wegzuschauen. Wenn du wissen willst, wie es in China mit Marken aussieht, auch in China entwickelt sich langsam eine Markenkultur. Noch nicht bei den Hinterhof-Fabrikanten, die sind nur an schnellem Umsatz interessiert, aber große chinesische Firmen etablieren ihre Firmennamen und Produkte als Marken. Mittlerweile auch international. Beispielsweise sind Firmen wie Huawei, Xiaomi, DJI oder Alibaba auch bei uns als Marken bekannt. Von anderen Marken hören wir wenig. Xiaomi war lange Zeit so eine Firma/Marke, aber wie ist es mit QQ, WeChat, Sina Weibo oder Dongfeng Motor Corporation? Kennt man in China, aber (noch) nicht bei uns. > Nehmen wir mal als Beispiel eine USB Tischlampe. Es gibt diese USB > Tischlampe gefühlt von 10 Herstellern. Das kann vieles sein. Zum Beispiel dreiste Kopien. Oder, > Das heißt es gibt diese Tischlampe in exakt der selben Form mit 10 > verschiedenen Marken die alle aus China sind. Gerade bei den Hinterhoffirmen gibt es ein Tauschsystem von Informationen, zum Beispiel Konstruktionsplänen, die sie auf Basis persönlicher Beziehungen austauschen. Wenn sich eine der Hinterhoffirmen dann entschließt etwas zu bauen gehen die nochmal über die Pläne drüber um noch ein paar Cent zu sparen. Deine 10 USB-Lampen könnten zum Beispiel alle einen Hauch anders sein, je nachdem wer sie herstellt. Es kann auch die ein oder andere "Geisterschicht" dabei sein. Am Tag wird für einen Auftraggeber mit "Marke" produziert, nachts fährt man eine Sonderschicht für die eigene Tasche, nicht notwendigerweise mit der gleichen Qualität. Nicht zu vergessen "Floor sweeps" - was man so findet wenn man mal "den Boden fegt". Produkte die bei der Qualitätskontrolle durchgefallen sind, werden nicht weggeworfen sondern über andere Kanäle verkauft. > Wieso tun die Chinesen das? Weil es schnelles Geld bringt. > Oder ist es wirklich so das ein > Entwickler/Hersteller das Produkt entwirft und dann an diverse > Unternehmen lizenziert? Bei deinen USB-Lampen? Eher nicht lizenziert. Siehe oben. > Und wieso ist das in China dermaßen verbreitet, praktisch der Standard? Weil es schnelles Geld bringt. > Ist das so Absicht von den Chinesen oder die Unfähigkeit ein > funktionierendes Patentrecht umzusetzen? Marke != Patent Aber bei beiden: Eine Marke aufbauen kostet Zeit und Geld, ein Patent zu beantragen ebenso. Beides widerspricht der Idee vom schnellen Geld JETZT, bei absolut minimierten Kosten. > Handelt es sich wirklich um Lizenzierungen innerhalb Chinas oder > kopieren die sich da nur gegenseitig unverschämt und ohne juristische > Folgen fürchten zu müssen? Sie kopieren zum Teil kontrolliert, d.h. im gegenseitigen Einvernehmen, zum Teil halt auch für China-Verhältnisse illegal. Aber das Land ist groß, notfalls sind die Behörden bestechlich, gegen Ausländer hält man zusammen und wo kein Kläger da kein Richter. > Ich habe mal von jemandem gehört der in China war, dass es Messen gibt > wo solche noname Produkte vorgestellt werden. Unternehmen können dort > sich umschauen und Lizenzen erwerben. Das klingt schon wieder nach was anderem, nach OEM-Produkten. Wirf doch nicht ständige alles durcheinander.
Bastler schrieb: >>Ich meine wenn man hier in Deutschland ein Produkt entwickelt erwartet >>man dass der Hersteller es dann selbst produziert und verkauft... > > > Informiere dich mal wie das z.B. bei "weißer Ware" abläuft. > Die Bedienteile / Elektronik wird z.B. bei Diehl produziert. > Kunden sind z.B. Miele, Wirlpool, Siemens, Liebherr, ... > D.h. das gleiche Modul steckt in verschiedenen Markenprodukten. so hab ich das hier grad mit einer Mikrowelle. Das elektromech. Schaltmodul steckt scheinbar in diversen Geräten dieses Typs drin. TMH30MU02E Galanz So oft, dass man etliche fernöstliche Händler findet, die das anbieten.
Bastler schrieb: > Rolle von Demeter einlegen und 10 Karton für Reformhaus verpacken. > Maschine stoppen. > Rolle von Spar einlegen und 100 Karton für Kaufhaus verpacken. Ist "Demeter" hier ein Name, der dir grad zufällig einfiel, oder wirklich ernst gemeint?
Ch16 schrieb: > Wieso tun die Chinesen das Es ist dem traditionallen Chinesen eine Ehre, ein so beliebtes Produkt geschaffen zu haben, daß es kopiert wird. Aber um so mehr Ferengie in China aufwachsen, um so stärker wird westlicher Patentschutz und Copyright gefordert, weil man glaubt, dann mehr abzocken zu können, und so einfach so reich zu werden wie die Deutschen die zwar nichts mehr produzieren können, aber ihre Markennamen drauf schreiben für 500% Gewinnsteigerung. Ch16 schrieb: > Ich meine wenn man hier in Deutschland ein Produkt entwickelt erwartet > man dass der Hersteller es dann selbst produziert und verkauft und nicht > gleich an 10-20 andere Hersteller lizenziert. Ähm. Natürlich wird das von 10 Herstellern verkauft. Neue Ideen gibt es gerade in Deutschland wenige. Zusammenarbeit von Firmen ist häufig, "die Deutschland AG". Man erinnere sich an den Niedergang der deutschen Elektronikindustrie um 1980 als nur noch Produkte aus Japan unter deutschem Markennamen verkauft wurden. Die chinesische Methode, zwar ohne Patentschutz alles zu kopieren, aber den Markennamen (früher typisch chinesischer Stempel) nicht nachmachen zu dürfen sondern als Sigel des Herstellers zu sehen, ist praxisgerecht und das, was der Kunde wünscht. In China werden Ideen geteilt, nicht verhindert. http://www.bunniestudios.com/blog/?p=4297 Wenn die chinesische Uhr Xelor und nicht Rolex draufgestempelt hat, weiss jeder was er bekommt. Eine echte Rolex oder eben eine so aussehende Quartzuhr und jeder kann sich überlegen, was ihm das wert ist. Dumm sind die Betrügereien unter falschem Markennamen aufzutreten. Zumal viele Marken nicht mal gut sind, man sich also den schlechten Ruf auch gleich noch mit aufhalst. Eine Kopie kann ja auch besser sein als das Original, z.B. die Quarzuhr ganggenauer und ohne tägliches aufziehen. Dumm sind auch die beliebten Spiele, einen Verstärker nit 6400 Watt zu bewerben obwohl er nur 16W kann. Das ruiniert jegliches Vertrauen in solche Zahlen. Das war früher in Deutschland wesentlich besser. Inzwischen haben aber auch wir erfundene Spritverbrauchsangaben. Ch16 schrieb: > Ist das so Absicht von den Chinesen oder die Unfähigkeit ein > funktionierendes Patentrecht umzusetzen? > Handelt es sich wirklich um Lizenzierungen innerhalb Chinas Es gibt kein funktionierendes Patentrecht. Nirgends auf der Welt. Zumindest aus Sicht der Erfinder. Aus Sicht der Grosskotzerne funktioniert das Patentrecht natürlich wunderbar. Ob der Erfinder der Schiffsschraube der Erfinder des Walkmans, der Erfinder des Wankelmotrors (nein, nicht Herr Wankel), alle wurden von Grosskotzernen ausgebootet, denn im Patentrecht siegt der, der sich mehr Gerichtsverfahjren leisten kann. Patente behindern auch weltweit den Fortschritt nur 20 Jahre lang. Danach ist sowieso alles frei.
Ch16 schrieb: > Das heißt es gibt diese Tischlampe in exakt der selben Form mit 10 > verschiedenen Marken die alle aus China sind. Das müssen nicht zehn unterschiedliche Hersteller sein, das können zehn unterschiedliche Zwischenhändler und/oder Importeure sein.
Zudem kopieren Chinesen nicht nur westliche Produkte, sondern auch chinesische.
A. K. schrieb: > Zudem kopieren Chinesen nicht nur westliche Produkte, sondern auch > chinesische. So lange keine Kopierer kopiert werden, ist noch nicht Alles verloren. MfG Paul
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