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Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Gehäuseproduktion Strangguss vs Biegeblech


Autor: Bastian (Gast)
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Hi Leute, für mein Studium muss ich eine Gegenüberstellung von 
Stranggussverfahren und Biegeblechkonstruktion aus Unternehmenssicht 
(kostenorientiert) erstellen. Ich habe ich google befragt und ein 
bisschen Zeit in der Bibliothek verbracht, konnte aber selbst keine 
Quellen finden, in denen mehr erwähnt wird, als das eigentliche Prinzip 
dieser Verfahren. Hat jemand Tipps, wie ich mir Informationen beschaffen 
kann, um einen aussagekräftigen Vergleich dieser Verfahren zu erstellen? 
Zum Gehäuse selbst gibt es keine weiteren Angaben, also wird es glaube 
ich schwer direkt bei den entsprechenden Herstellern anzufragen.
Danke schonmal für die Hilfe.

Autor: Hans (Gast)
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Bastian schrieb:
> bisschen

Dann halt noch ein bisschen mehr

Autor: Michael B. (laberkopp)
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Bastian schrieb:
> für mein Studium muss ich eine Gegenüberstellung von
> Stranggussverfahren und Biegeblechkonstruktion aus Unternehmenssicht
> (kostenorientiert) erstellen.

Prust, ein BWLer.

Wenn du dir EIN MAL die per Strangguss fertigbaren Gehäuseformen
und die per Blechstanz/biegeverfahren fertigbaren Gehäuseformen
angesehen hättest, wüsstest du, daß die ganz anders in der Benutzung
sind.

Bei Strangguss muss ein Deckel vorne und hinten drauf,
der kann aus Blech oder Spritzgussplastik/Druckgussalu sein
muss aber irgendwie nach Einbau des Innenlebens angebracht
werden,

http://cdn02.trixum.de/upload2/22800/22699/2/23a48...

bei Blechgehäusen wird man das Innenleben auch einbauen müssen,
also zumindest Boden und Deckel haben, und muss oft die Kanten
an den Aussenecken schweissen oder sonstwie verbinden.

http://picscdn.redblue.de/doi/pixelboxx-mss-685127...

Je nach dem, wo durch das Gehäuse Kabel oder Bedienelemente
durchragen müssen, kann eine Gehäuseart gar nicht praktikabel
sein.

Und beide Varianten leiten den elektrischen Strom, wirken also
abschirmend und sind bei Schutzklasse I nützlich (wenn auch bei
Strangguss die Schutzleiterverbindung ein Problem ist), aber für
Schutzklasse II eher untauglich.

Ob ein Gerät also überhaupt die eine oder die andere Gehäuseform
nutzen kann, hängt vom Gerätedesign ab, und das wiederum von
Anwendungszweck.

Autor: Bastian (Gast)
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> Prust, ein BWLer.

Tatsächlich nicht, ich mache Elektrotechnik (Gerätetechnik) und bin 
schon dabei ein Gehäuse zu erstellen. Allerdings soll für die Theorie 
noch der genannte Vergleich erstellt werden. Als Prototyp wird einfach 
ein Druckgussgehäuse bearbeitet. Für die Serienproduktion kommt das aber 
nicht infrage, daher soll das entstandene Gehäuse später in einer der 
beiden Varianten produziert werden. Im Endeffekt soll ich abwägen, was 
für mein "Endprodukt" besser infrage kommen würde. Die Einschätzung zur 
Anwendung, Montage, Schutzklasse etc. bekomme ich schon hin.. ich 
brauche nur erstmal ein paar Zahlen als Anhaltspunkte

Autor: Joachim B. (jar)
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Bastian schrieb:
> für mein Studium muss ich eine Gegenüberstellung von
> Stranggussverfahren und Biegeblechkonstruktion aus Unternehmenssicht
> (kostenorientiert) erstellen

was studierst du denn?

für sowas hatten wir Vorlesungen Fertigungverfahren, also frage deine 
Professoren oder schaue in die Vorlesungsverzeichnisse.

Bei Guß empfehle ich wie der Professor, Lunker vermeiden :)

Autor: Bastian (Gast)
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> was studierst du denn?

Elektrotechnik.. daher hatte ich mit Fertigung etc. bisher noch nicht 
wirklich viel zu tun. Das einzige ähnliche war Produktentwicklung, das 
ging aber leider nicht an der jetzt benötigten Stelle ins Detail

Autor: W.S. (Gast)
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Bastian schrieb:
> ich
> brauche nur erstmal ein paar Zahlen als Anhaltspunkte

Das kannst du in dieser Allgemeinheit glatt vergessen.

Bei Strangguß kommt es drauf an, ob du mit fertigen Standard-Profilen, 
die du auch noch bezahlen kannst, arbeiten kannst.

Bei Blechgehäusen kommt es hingegen auf deinen Ideenreichtum an, wie du 
das Gehäuse so konstruierst, daß es einerseits gut fertigbar ist und 
andererseits gut funktionabel ist.

Eine ganz andere Frage ist die nach der gewünschten Ästhetik. Ein 
Gehäuse soll ja nicht nur funktionell sein, sondern auch noch schön 
aussehen - wenigstens etwas.

Bei Blechgehäusen (im Gegensatz zu Kunststoff) ist man eigentlich immer 
wie der Rudersklave an die Galeere an eine mehr oder weniger rechteckige 
Schachtel-Form angeschmiedet. Allerdings sind die Möglichkeiten moderner 
Blechnereien heutzutage sehr groß. Alle Formen, die man aus Blech 
herausschneiden kann, sind möglich und sind präzise und kosten fast nix, 
denn das macht die Maschine - früher per Stanzen, heutzutage per Laser. 
Umformungen, also Abkanten, Umschlagen, Prägen usw. sind bei Kleinserien 
hingegen Handarbeit und kosten.

W.S.

Autor: Alexander H. (brojeckt)
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Such Dir doch jeweils 1 oder 2 mögliche Lieferanten (z.B. bei wlw.de), 
schreibe Deine Anforderungen (zumindest grob, soll es im Format einer 
Zigarettenschachtel oder größer sein?) auf und sprich mit den Leuten. 
Die werden Dir dann schon sagen was geht, was nicht geht und was es 
ungefähr kostet.
Wenn Du keine Anforderungen hast: denk' Dir welche aus.

Oder suche Dir einen Händler, der beides (vermitteln) kann. Der kann Dir 
direkt vergleichen.

Autor: Michael B. (laberkopp)
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Bastian schrieb:
> Im Endeffekt soll ich abwägen, was für mein "Endprodukt" besser infrage kommen 
würde.

Gäbe es eine universelle Antwort, gabe es nur Stangguss, äh, Biegeblech. 
Du wirst also schon mehr über dein Objekt verraten müssen.

W.S. schrieb:
> Umformungen, also Abkanten, Umschlagen, Prägen usw. sind bei Kleinserien
> hingegen Handarbeit und kosten.

Da er Strangguss sagt, meint er wohl keine Kleinserie, sondern auch beim 
Abkanten Maschineneinsatz.

W.S. schrieb:
> Bei Blechgehäusen (im Gegensatz zu Kunststoff) ist man eigentlich immer
> wie der Rudersklave an die Galeere an eine mehr oder weniger rechteckige
> Schachtel-Form angeschmiedet

Ähm, nö

https://www.blechente.de/images/product_images/pop...

Autor: Bastian (Gast)
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Alexander H. schrieb:
> Such Dir doch jeweils 1 oder 2 mögliche Lieferanten (z.B. bei
> wlw.de),
> schreibe Deine Anforderungen (zumindest grob, soll es im Format einer
> Zigarettenschachtel oder größer sein?) auf und sprich mit den Leuten.

Danke, darauf wird es wohl am Ende hinauslaufen

Michael B. schrieb:

> Du wirst also schon mehr über dein Objekt verraten müssen.

Als zu den Abmessungen kann ich sagen ca. 180x120x55. Das steht einfach 
durch die Schaltung, welche ich unterbringen soll fest. Die innere 
Befestigung usw. wird einfach kein Problem darstellen.
Die Oberfläche soll möglichst wenig Unterbrechungen haben und 
bestenfalls keine sichtbaren Schrauben aufweisen... Das ist bei meinem 
Prototypen kein Problem, wenn es aber nun eine Biegeblechkonstruktion 
wird, kommt man wohl nicht unbedingt drum rum. Für den Strangguss habe 
ich eine gute Lösung gefunden.

> Da er Strangguss sagt, meint er wohl keine Kleinserie

Die Orientierung ist erstmal 5000 Stück pro Jahr.

Autor: Bernd F. (metallfunk)
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Mindestabnahmemenge bei spezieller Stranggußform sind
200 Tonnen Alu.

Sofort komplett, einschließlich Matritze zahlbar.

Wieviel Gehäuse ergibt das?

Grüße Bernd

Autor: tmomas (Gast)
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Als erstes mal solltest du die korrekte Bezeichnung verinnerlichen: 
Strangguss ist etwas anderes als Strangpressen. Letzteres ist eine 
gängige Methode u.a. zur Herstellung von Aluminiumprofilen, die gerne 
zum Bau von Gehäusen verwendet werden.

Strang*gegossene* kenne ich keine.

Autor: Michael B. (laberkopp)
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Bernd F. schrieb:
> Mindestabnahmemenge bei spezieller Stranggußform sind
> 200 Tonnen Alu.

Unsinn

https://mifa.eu/de/die-mifa-10/strangpressen-in-kl...


10kg. Eine einfache Matrize um 1000 EUR.

Autor: L. H. (holzkopf)
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Frag mal bei Gutmann an:
https://www.gutmann.de/de/home.html

oder bei Oehme GmbH, Neunkirchen am Brand.
Die haben jede Menge unterschiedlichster Al-Profile lagernd da:
https://www.bing.com/maps?&ty=18&q=Oehme%20Metallb...

Es ist wohl immer die Frage, ob man z.B. bei Gutmann Werkzeuge (mit) zu 
bezahlen hat, oder ggf. auf handelsübliche Profile zurückgreifen kann.
Profile jedweder Art haben i.d.R. den Vorteil, daß "Endplatten" 
"anschraubbar" sind.

Was bei abgekanteten Blechen nicht so ohne weiteres möglich ist.

Du nanntest 5000St/a.
Wie lang sind die Gehäuse?
Etwa (aufgeteilt) "passend" zu handelsüblichen 6m-Längen von Profilen?
Oder würde da eine Menge an Verschnitt entstehen?

Grüße

Autor: Armin X. (werweiswas)
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Was bei Stranguss auch positiv mit rein spielt ist der Umstand, dass das 
Gehäuse als Kühlkörper dienen kann. Bei Blech müsste der separat 
angebracht werden.

Autor: Basti (Gast)
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Bastian schrieb:
> aus Unternehmenssicht
> (kostenorientiert)

Ganze Frage könnte von mir sein, Name (fast) gleich, Jahresstückzahl 
gleich, Aufgabenstellung gleich. Nur arbeite ich in dem Beruf schon 
länger, stehe aber gerade auch wieder vor der identischen Aufgabe.

Wie schon geschrieben wurde, schau dir die Verfahren nochmals genau an.
Strangpressen fordert eine Matrize und Mindestabnahme. Dank den Kollegen 
aus Fernost ist das aber überschaubar bzw. weg. Hatte schon Angebote 
gesehen mit 500 € Matrize und Mindestabnahme 1 Meter. War aber auch ein 
simples und kleines Teil. Dann kommt noch die Nacharbeit hinzu, kaum ein 
Gehäuse bleibt verschlossen wie ne Tupperdose. Lämpchen, Käbelchen, 
Stecker, ... will alles seinen Platz haben. Soll die Innenseite 
elektrisch leitfähig (chromatiert) sein und außen das härtere Eloxal?
Stanzbiegeteile starten ab Stückzahl 1. Manchmal wird da auch ein 
Werkzeug benötigt, liegt auch im dreistelligen Bereich. Material deiner 
Wahl.

Soweit zum kostenorientierten, muss man halt vergleichen. Und wenn du 
dazu noch belastbare Zahlen für dein Gerät brauchst, dann Rede doch 
einfach mit potentiellen Lieferanten. Zeig denen die Kiste her und du 
kriegst gute Schätzpreise, sollte reichen. Wenn nicht, beide grob 
auskonstruieren und anbieten lassen.
Es gibt aber noch mehr Einflussfaktoren auf die Verfahrensentscheidung. 
Optik, Haptik, Sinnhaftigkeit, was bringt der Haus- und Hoflieferant 
oder brauch ich einen Neuen usw....

viel Erfolg.

Autor: ths (Gast)
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Wir haben einige kundenspezifische Alu-Strangguss-Profile ungefähr in 
der genannten Größe im Einsatz.

Das Werkzeug und die Werkzeugkonstruktion mussten wir bezahlen, ca. 2000 
€.

Die Profile kosten fertig gesägt und pulverbeschichtet ungefähr 20 % 
eines käuflichen EMV-tauglichen Blechgehäuses.

Ein Problem können die Abnahmemengen sein, wegen 3 Gehäusen fängt keiner 
an Profile herzustellen. In unserem Fall 500 Stück Losgröße, wobei der 
Hersteller bei sich 2000 Stück bunkert.

Der notwendige Lagerplatz ist nicht zu unterschätzen. Demontierte 
Blechgehäuse brauchen kaum Platz.

EMV-mässig ist das Strangguss-Profil unschlagbar gut.

Die Konstruktion von Front-und Rückplatte ist ein bisschen anders, aber 
die Kosten sind auch nicht höher als Platten für Blechgehäuse, das ist 
eher designabhängig.

Haptischer Eindruck: Bombenstabil, geht Richtung Panzerbau. Sehr wertig. 
Auch teure Blechgehäuse sind ein Gelumpe dagegen.

Fazit: Nie wieder Blechgehäuse, wenn es irgend geht.

Mittlerweile haben wir Profile in verschiedenen Größen, da wird alles 
Künftige reinkonstruiert.

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