Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Anfängerfrage konkret zu Optokopplern


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von Hannes (Gast)


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Hallo zusammen,

ich benötige eure fachkundige Hilfe für einen Noob (mich).

Folgendes möchte ich machen:
Etwa 50 auf ~12V DC betriebene Lichtschalter sollen jeweils über 
Optokoppler auf ~3-5 V Datenleitungen eines MC schalten (Optokoppler 
weil ich saubere Trennung der "Netze" haben will).

Nun habe ich mir einfach mal einen günstigen 4-Fach Optokoppler bei 
Reichelt rausgesucht - den LTV-847 - und wollte heraus bekommen ob mein 
Szenario damit realisierbar wäre - und wenn ja, wie ich den beschalten 
müsste (Widerstände/Dioden).

Hier das Datenblatt:
http://cdn-reichelt.de/documents/datenblatt/A200/LTV827-LTV847_LIT.pdf

Nun mein (Haupt)Problem:
Ich werde partout nicht schlau aus diesen Datenblättern zu Optokopplern 
und die Übersetzungen oder Wikipedia-Einträgen sind alle eher 
theoretisch und helfen mir nicht konkret genug.

Meine Konkreten 4 Fragen:
- "Current Transfer Ratio" Also "Gleichstrom-Übertragungsverhältnis" 
wird hier mit mindestens 50% angegeben. Bedeutet dies dass ich mit 
meinen 12 V Input nur minimal 6 V Output schalten kann? Wenn ja, ist ja 
quasi gar kein Optokoppler für mein Szenario geeignet.
- "Cut-Off Frequency" ist das die maximal mögliche 
Bit-Übertragungsgeschwindigkeit in khz? Oder muss ich da eher die 
"Response Time" Werte irgendwie umrechnen?
- "Forward Voltage" (hier max. 1.4V). Bedeutet das, dass ich hier bei 
meinen ~+-12V noch einen Spannungsregler vorschalten muss, (also noch 50 
Spannungsregler für meinen Fall)?
- Könntet ihr mir konkret für diesen Optokoppler sagen, wie ihr ihn 
beschalten würdet damit mein Szenario aufgeht?

Vielen vielen Dank schonmal fürs lesen :-)

von Axel S. (a-za-z0-9)


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Hannes schrieb:
> Folgendes möchte ich machen:
> Etwa 50 auf ~12V DC betriebene Lichtschalter sollen jeweils über
> Optokoppler auf ~3-5 V Datenleitungen eines MC schalten (Optokoppler
> weil ich saubere Trennung der "Netze" haben will).

Eine Standardanwendung.

> Nun habe ich mir einfach mal einen günstigen 4-Fach Optokoppler bei
> Reichelt rausgesucht - den LTV-847 - und wollte heraus bekommen ob mein
> Szenario damit realisierbar wäre - und wenn ja, wie ich den beschalten
> müsste (Widerstände/Dioden).

Den hiesigen Artikel Optokoppler hast du gelesen?

> Ich werde partout nicht schlau aus diesen Datenblättern zu Optokopplern
> und die Übersetzungen oder Wikipedia-Einträgen sind alle eher
> theoretisch und helfen mir nicht konkret genug.
>
> Meine Konkreten 4 Fragen:
> - "Current Transfer Ratio" Also "Gleichstrom-Übertragungsverhältnis"
> wird hier mit mindestens 50% angegeben. Bedeutet dies dass ich mit
> meinen 12 V Input nur minimal 6 V Output schalten kann?

Nein. Strom ist was anderes als Spannung. Wenn du die LED auf der 
EIngangsseite mit z.B. 10mA bestromst, dann kann der OK auf seiner 
Ausgangsseite halt nur 5mA schalten (bei CTR=50%). Aber der µC-Eingang 
braucht ja praktisch keinen Strom. Der OK muß da nur den Strom durch den 
Pullup-Widerstand schalten.

> - "Cut-Off Frequency" ist das die maximal mögliche
> Bit-Übertragungsgeschwindigkeit in khz? Oder muss ich da eher die
> "Response Time" Werte irgendwie umrechnen?

Je nachdem, was gegeben ist. Aber ja, am Ende ist das die 
Schaltgeschwindigkeit. Für deine Verwendung vollkommen egal.

> - "Forward Voltage" (hier max. 1.4V). Bedeutet das, dass ich hier bei
> meinen ~+-12V noch einen Spannungsregler vorschalten muss

Die Eingangsseite des Optokopplers ist eine LED. Genauso wie jede andere 
LED auch, muß sie mit einem (halbwegs) konstanten Strom angesteuert 
werden. In der Regel mit einem Vorwiderstand. Dieser Wert ist die 
Flußspannung der LED. Und die brauchst du, um den Wert des 
Vorwiderstands ausrechnen zu können.

> - Könntet ihr mir konkret für diesen Optokoppler sagen, wie ihr ihn
> beschalten würdet damit mein Szenario aufgeht?

Lern es besser selber. Dann kannst du es das nächste Mal auch.

von Markus (Gast)


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Hannes schrieb:
> - "Current Transfer Ratio" Also "Gleichstrom-Übertragungsverhältnis"
> wird hier mit mindestens 50% angegeben. Bedeutet dies dass ich mit
> meinen 12 V Input nur minimal 6 V Output schalten kann? Wenn ja, ist ja
> quasi gar kein Optokoppler für mein Szenario geeignet.
> - "Cut-Off Frequency" ist das die maximal mögliche
> Bit-Übertragungsgeschwindigkeit in khz? Oder muss ich da eher die
> "Response Time" Werte irgendwie umrechnen?
> - "Forward Voltage" (hier max. 1.4V). Bedeutet das, dass ich hier bei
> meinen ~+-12V noch einen Spannungsregler vorschalten muss, (also noch 50
> Spannungsregler für meinen Fall)?
> - Könntet ihr mir konkret für diesen Optokoppler sagen, wie ihr ihn
> beschalten würdet damit mein Szenario aufgeht?

1. Das Current Transfer Ratio gibt an, wie hoch das 
Stromübertragungsverhältnis von Eingangs-LED zu Ausgangs-Photoelement 
(Diode, Transistor etc. ist). Man könnte von einer Güte bzw. 
Empfindlichkeit sprechen. Je höher dieser Wert, deso besser (wobei nicht 
jedes Design den Fokus auf diesen Wert legen muss). Mit den Spannungen 
hat das nichts zu tun. Hier ist zu beachten, welche Werte der Ausgang 
maximal verkraftet. In diesem Fall für 12V also mehr als ausreichend.

2. Das ist grundsätzlich richtig, allerdings hängt diese auch stark von 
Parametern wie Eingangsstrom, Temperatur und Last ab. Wenn der 
Optokoppler nur als Schalter betrieben wird und nicht zur digitalen 
Übertragung, sollte man diesen Wert außer Acht lassen können.

3. Das ist die Vorwärtsspannung, welche über die Eingangs-LED abfällt. 
Auch das hat mit dem Ausgang nichts zu tun. Einen Spannungsabfall hat 
man bei Optokopplern am Eingang immer. Auch dieser Wert ist abhängig von 
Strom und Temperatur. Den Eingang muss man immer mit Vorwiderstand oder 
besser noch mit einer Konstantstromquelle betreiben, dann kann man den 
Strom durch die LED und damit das Verhalten des Optokopplers ziemlich 
genau einstellen.

4. Siehe 3. Am einfachsten mit Vorwiderstand am Eingang (der µC muss den 
Strom natürlich direkt treiben können) und die Last am Ausgang, am 
besten auch noch mit einem Widerstand zur Maximalstrombegrenzung. Die 
einfachste Variante der Beschaltung findet sich auch im 
Wikipedia-Eintrag über Optokoppler.

Viel Erfolg!

von Sebastian S. (amateur)


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Du kannst Dir das Leben etwas leichter machen, indem Du einen 
Optokoppler als zwei, unabhängige Bauteile betrachtest:
- Leuchtdiode
- Mit Licht gesteuerten Transistor - je nach Typ auch mit Vorspannung.

von Jack (Gast)


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Guidelines for Reading an Optocoupler Datasheet:
https://www.vishay.com/docs/84256/useoptocouplerdatasheet.pdf

Application Examples:
https://www.vishay.com/docs/83741/83741.pdf

von Harald W. (wilhelms)


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Hannes schrieb:

> Folgendes möchte ich machen:
> Etwa 50 auf ~12V DC betriebene Lichtschalter sollen jeweils über
> Optokoppler auf ~3-5 V Datenleitungen eines MC schalten (Optokoppler
> weil ich saubere Trennung der "Netze" haben will).

Welcher Netze? Hast Du getrennte Stromversorgungen Und getrennte
"Massen" für Deine Lichtschranken Und Deine Auswerteschaltung?

> Ich werde partout nicht schlau aus diesen Datenblättern zu Optokopplern
> und die Übersetzungen oder Wikipedia-Einträgen sind alle eher
> theoretisch und helfen mir nicht konkret genug.

Vielleicht sind Deine OKs ja auch völlig überflüssig

von karadur (Gast)


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Wenn du so viele Eingänge hast würde ich vor die LED des Optokopplers in 
Reihe noch eine LED schalten. Hilft bei der Kontrolle der Schaltung 
enorm.

von Grundschüler (Gast)


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Hannes schrieb:
> Meine Konkreten 4 Fragen:
> - "Current Transfer Ratio" Also "Gleichstrom-Übertragungsverhältnis"
> wird hier mit mindestens 50% angegeben. Bedeutet dies dass ich mit
> meinen 12 V Input nur minimal 6 V Output schalten kann?

Das Wort "Current" kommt aus dem Englischen und bedeutet "Strom".
https://en.wikipedia.org/wiki/Electric_current
V ist die Einheit für die Spannung.

von Karl B. (gustav)


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Hannes schrieb:
> Folgendes möchte ich machen:
> Etwa 50 auf ~12V DC betriebene Lichtschalter sollen jeweils über
> Optokoppler auf ~3-5 V Datenleitungen eines MC schalten (Optokoppler
> weil ich saubere Trennung der "Netze" haben will).

Hi,
verstehe die Schaltungsanordnung so, dass bereits vorhandene "Lampen" 
über dieselben Schalter ein- und ausgeschaltet werden sollen, die 
gleichzeitig einem MC die Zustände "an" bzw. "aus" signalisieren sollen.

Dann müssten die wie LEDs funktionierenden Eingänge der 50 Stück 
Optokoppler
so beschaltet werden, dass sie wie eine zweite, zur bisher verwendeten 
Leuchte parallelgeschaltete, Lampe angesehen werden. Das heißt, an 
dieser Stelle ist keine Trennung von den "Lastkreisen" vorhanden und die 
Versorgungsspannung für die Optokoppler-Eingänge müsste genaugenommen 
erst noch einmal von Impulsspitzen und diversen 
Störspannungsüberlagerungen gereinigt werden. Das schon einmal 
vorausgesetzt.
Ausgänge der Optokoppler steuern die Basis von Transistoren, diese 
erhalten  wiederum ihre Extra-Spannungsversorgung oder zumindest eine 
von der MC-Vcc abgeblockte Spannung.


ciao
gustav

von Joachim B. (jar)


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Karl B. schrieb:
> Dann müssten die wie LEDs funktionierenden Eingänge der 50 Stück
> Optokoppler so beschaltet werden

boah ey, Hosenträger & Gürtel sowie knöchellanger Mantel falls die Hose 
doch rutscht.

Das 50x? man kanns ja auch mal echt übertreiben.

: Bearbeitet durch User
von Karl B. (gustav)


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Hi,
 Edit: noch etwas zur Schaltung.
Das am Eingang des linken Transistors (R2) angelegte Signal ist am 
MC-Eingang dann invertiert. (Fürs Programm hinterher vielleicht von 
Bedeutung.)
Man könnte sich den zweiten Transistor auch einsparen, aber ich kenne 
den Rest der Schaltung nicht. So kann man noch flexibler dimensionieren, 
kann im Bedarfsfalle die "Empfindlichkeit" des Optokopplers ausgleichen.

ciao
gustav


P.S.:
Joachim B. schrieb:
> Das 50x? man kanns ja auch mal echt übertreiben.

OK, geteilt durch 4, wenn die Vierfach-OKs verwendet werden sollen.
ist wohl ein Tippfehler, der Preis für den 8-Facher
http://shop.murrelektronik.de/SAP-Import-Shop-1/8-FACH-OPTOKOPPLER-676015.html

sonst könnte man auch den nehmen.
Man sollte sich aber überlegen, je mehr , desto weniger Isolation, oder?
Eine Designfrage?

: Bearbeitet durch User
von Hannes (Gast)


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Wow. Vielen Dank für die reichlichen Antworten.
Ich bin total beeindruckt von Hilfsbereitschaft hier.

Sorry habe wohl tatsächlich current und voltage durcheinander geworfen. 
War ein Verhaspler.

Zu Rückfragen:
>>Den hiesigen Artikel Optokoppler hast du gelesen?

Ja, den habe ich gelesen jedoch leider nicht völlig verstanden.
Z.B. kann ich mit der Gleichung zu R_A nix anfangen.
Dort wird durch CTR dividiert was wiederum ein Prozentwert ist welcher 
wiederum von 50% bis 500% schwanken kann. Setze ich hier also 0,5 bis 5 
als Wert ein oder tatsächlich nummerisch 50 bzw 500?
In der Gleichung steht außerdem I(LED). Ist das meine "Forward Current"?

Also die Gleichung mal mit konkreten Werten aus einem beliebigen 
Datenblatt eingesetzt wäre für Anfänger extrem hilfreich.

>>Je nachdem, was gegeben ist. Aber ja, am Ende ist das die
>>Schaltgeschwindigkeit. Für deine Verwendung vollkommen egal.
OK, ich das Frage nur, weil ich später in der Zukunft evtl. die Schalter 
mal durch intelligenteres austauschen möchte. Also will mir da nicht 
verbauen die OK auch für minimale Datentransfers nutzen zu können.

@Jack
die "Application Examples" sehen sehr Verständnisfördernd aus. Vielen 
Dank für den Link

@Harald
>>Vielleicht sind Deine OKs ja auch völlig überflüssig
Aktuell habe ich alle Lichtschalter mit 12V DC direkt an Stromstoßrelais 
angeschlossen und schalte damit meine Licht/Hauselektrik. Meine Frage 
zielt darauf ab zwischen den Stromstoßrelais und den Schaltern noch eine 
"Schaltzentrale" zwischen zu schalten die eine Dynamische Beschaltung 
der Stromstoßrelais ermöglicht (z.B. auch aus anderen Quellen als nur 
die Schalter). Da die MC nur 3.3 bis 5V vertragen und da auch sonst über 
die längeren Leitungswege der Schalter Störsignale einkoppeln könnten 
möchte ich hier eine Trennung. Theoretisch ginge das sicher auch via 
Kondensatoren und Wiederständen. Aber OK erscheinen mir 
eleganter/sicherer.

@karadur, ok werd ich machen. Danke für den TIP. (Auch wenn das wieder 
die Berechnung der Widerständer verkompliziert ;-)

@Karl, die Schaltung erscheint mir sehr komplex. Besonders wenn man 
bedenkt, dass ich die 50 mal brauche. Evtl. reicht auch eine etwas 
simplere? Weiter oben beschreibe ich ja nochmal genauer das Szenario.
Es geht um eine Ergänzung meiner Hausinstallation. Die Lasten werden 
(bereits) über Stromstoßrelais geschaltet. In meiner Anfrage habe ich 
erstmal nur die Eingänge für die "Schaltzentrale" im Kopf gehabt.
An den Ausgängen zu den SSRs müssen dann natürlich auch wieder 
Optokoppler umd die 5V wieder auf 12V sauber zu ziehen...

Ich beles mich auf basis eurer Anregungen mal noch weiter.
Vielen Dank soweit.

von Harald W. (wilhelms)


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Hannes schrieb:

>>>Vielleicht sind Deine OKs ja auch völlig überflüssig

> Aktuell habe ich alle Lichtschalter mit 12V DC
> Da die MC nur 3.3 bis 5V

Falls die 3,3...5V sowieso aus den 12V generiert werden
und Du eine gemeinsame Masse hast, bringen Dir die OKs
mehr Nachteile als Vorteile.

von avr (Gast)


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Joachim B. schrieb:
> Karl B. schrieb:
>> Dann müssten die wie LEDs funktionierenden Eingänge der 50 Stück
>> Optokoppler so beschaltet werden
>
> boah ey, Hosenträger & Gürtel sowie knöchellanger Mantel falls die Hose
> doch rutscht.
>
> Das 50x? man kanns ja auch mal echt übertreiben

Sehe ich genauso. 2 Widerstände pro Optokoppler hätten gereicht. Denn 
die Eingangsspannung ist konstant und die Grenzfrequenz bei Lampen 
uninteressant.

von Jobst Q. (joquis)


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Hannes schrieb:
> Aktuell habe ich alle Lichtschalter mit 12V DC direkt an Stromstoßrelais
> angeschlossen und schalte damit meine Licht/Hauselektrik.

Dann sind das aber wohl keine Schalter, sondern Taster. Dann stellt sich 
aber die Frage, was du mit den Informationen der Taster anfangen willst.

Von Bedeutung ist der Zustand der Lampen bzw der Stromstoßrelais. Das 
geht entweder mit SSRs mit mehreren Kontakten oder über 
Optokopplerschaltungen für Netzspannung. Da aber meist mehrere Taster 
für eine Lampe zuständig sind, bräuchtest du keine 50 davon, sondern nur 
soviele wie Lampenkreise bzw
Stromstoßrelais.

Mit der Information kann dann eine Steuerung mit einem kleinen Relais 
parallell zu den Tastern den Zustand nach Wunsch ändern.

von Steven M. (8023)


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werden Stromstoßrelais nicht gerne mit Wechselstrom betrieben?


anyway... vielleicht machen paar (einfache) Stromsensoren mehr Sinn oder 
die Relais haben ein Glimmlämpchen was man einfach optisch abfragen 
könnte

von Manfred (Gast)


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Hannes schrieb:
> Dort wird durch CTR dividiert

Beispiel: CTR 50%, der Ausgangstransistor soll 5mA schalten.
5mA durch 50% - also brauchen wir 10mA durch die LED.

> außerdem I(LED). Ist das meine "Forward Current"?
Die Strom, der Strom, das Strom ... mein Strom!

Ja, das ist der Strom durch die LED. Außerdem hat sie noch eine Foward 
Voltage, Flußspannung.

Also: Die LED soll 10mA bekommen, ihre Flußspannung sei 1,4 Volt:  12V - 
1,4 = 10,6 Volt, welche am Vorwiderstand verschwinden müssen. 10,6 / 10 
mA = 1,06 kOhm, Normwert 1k.

von Karl B. (gustav)


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Hannes schrieb:
> @Karl, die Schaltung erscheint mir sehr komplex. Besonders wenn man
> bedenkt, dass ich die 50 mal brauche. Evtl. reicht auch eine etwas
> simplere?

Hi,
so eine simple Schaltung als komplex zu bezeichnen, na, ich weiß nicht.
OK. Es war nur die "halbe" Wahrheit. Möchte aber den Rest nicht 
vorenthalten.
Teil links ist als Außenantenne mit Zweidraht-Stromschnittstelle und mit 
Blitzschutzerderverbindung gedacht.

Es geht auch einfacher.
Wie groß ist der Strom, der durch die "Diode" des Optokopplers maximal 
fließen darf?
Wie groß ist die Spannung, mit der die Schaltung gespeist wird? (Die 
Fluß-Spannung abziehen. Bei 12V kann man das noch vernachlässigen.)
(Meistens ziehen Die LEDs 10 mA.)
Widerstand in Reihe mit der "LED" => U durch I = 1,2 Kiloohm.

Der andere Teil des Optokopplers geht mit dem Emitter des "Transistors" 
an Deinen MCU Eingangsport. Und der Kollektor bekommt einen 
"Schutz"-Widerstand nach Vcc (+5V oder +3,3V).
Auch hier wieder obige "Formel" anwenden. Fang mal bei 4,7 kOhm an. Wenn 
der Port nicht sicher nach GND schaltet: eben noch einen Widerstand 
direkt an den Eingang des Ports.


Hannes schrieb:
> Aktuell habe ich alle Lichtschalter mit 12V DC direkt an Stromstoßrelais
> angeschlossen und schalte damit meine Licht/Hauselektrik. Meine Frage
> zielt darauf ab zwischen den Stromstoßrelais und den Schaltern noch eine
> "Schaltzentrale" zwischen zu schalten die eine Dynamische Beschaltung
> der Stromstoßrelais ermöglicht (z.B. auch aus anderen Quellen als nur
> die Schalter). Da die MC nur 3.3 bis 5V vertragen und da auch sonst über
> die längeren Leitungswege der Schalter Störsignale einkoppeln könnten
> möchte ich hier eine Trennung.

Was bedeutet hier "dynamische Beschaltung der Stromstoßrelais" ganz 
konkret?
Könntest Du bitte eine kleine Skizze Deines Vorhabens davon 
bereitstellen?

ciao
gustav

: Bearbeitet durch User
von Hannes (Gast)


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Ok, ich seh schon ich muss lernen mich korrekter und konkreter 
auszudrücken.
@Jobst Quis, Ja natürlich. Es sind Taster und keine Schalter.

Ein gemeinsamer ground muss ja nicht sein.
Wenn sinnvoll könnte ich die MC-Anlage auch mit separaten Netzteil 
versorgen.

12V AC wäre technisch wohl besser gewesen aber auch etwas Aufwändiger in 
der Realisierung.
Für meine Zwecke reicht mir DC und ich habe auch überall für ausreichend 
Absicherung gesorgt, bei 12V gibts auch weniger Probleme mit 
"klebenbleibenden" Tastern ;-)

Zur konkreten Situation:
Aktuell ist jeder meiner Taster im Haus mit einem Cat7 Kabel an ein 
zentrales Patchfeld aufgelegt.
Bei einem 4-Fach Taster im Flur, der sowohl das Treppenlicht, das 
Primärlicht, das Sekundärlicht im Flur
und auch das "Windfanglicht" an/aus schaltet werden also 4 Adern des 
Cat7 Kabels genutzt zuzüglich des gemeinsamer Minuspol - alles 12V DC.
Der Port am Patchfeld für dieses Cat7 Kabel geht nun in ein weiteres 
Patchfeld das aktuell eher improvisiert ist und in dem ziemlicher 
Kabelsalat herrscht.
In diesem Patchfeld (hinten drinnen) habe ich die eigentliche / fixe 
Verdrahtung gemacht.
Also auf welches Stromstoßrelais Ader XY letztlich geht/schaltet.
Den aktuellen Schaltzustand des SSR kann ich nebenbei sehr einfach 
ermitteln, da ich extra welche verbaut habe, welche 2 galvanisch 
getrennte Kreise gleichzeitig schalten.
Also den aktuelln Schaltzustand könnte ich ganz einfach messen in dem 
ich gucke ob der Stromkreis 2 geschlossen ist oder nicht.
(ist für mich aktuell aber eher zweitrangig da, wenn alles direkt über 
MC läuft, ich auch den Schaltzustand kenne / das nur nach Stromausfall 
syncen müsste).

Dieses zweite Patchfeld mit der fester Verdrahtung innen zu den 
konkreten SSRs, möchte ich nun austauschen durch eine "MC 
Steuereinheit".
Die Verdrahtung welcher Taster welches Licht(er) schaltet wird also via 
Programm im MC hinterlegt und nicht mehr durch fixe Verdrahtung.
(Diese zuordnung dann letztlich auch noch via Web-Oberfläche über nen 
separaten RaspPi konfigurierbar und was es nicht noch alles für tolle 
Folgemöglichkeiten gibt).
Ziel ist es
- von der fixen Verdrahtung weg zu kommen / aktuell baue ich das Haus 
weiter aus, weshalb sich hier dauernd was ändert und es ist ein Molloch 
dieser Kabelsalat. Nach der MC-Umstellung muss ich an der Verkabelung 
nie
  wieder Hand anlegen wenn ich z.B. mal eine Steckdose geschaltet haben 
will oder was weiß ich (Ja, jede Steckdose hat einen separaten Draht bei 
mir, ja das ist Wahnsinn).
- die Stromstoßrelais zusätzlich auch noch über andere Wege ansteuern zu 
können als nur direkt über die Taster. Z.B. weil Sensoren irgendwas 
gemessen haben / weil das in der Programmlogik hinterlegt wurde etc.

Ich baue auch nicht meine erste MC-Schaltung, habe auch keine 
Programmierprobleme (bin Softwareentwickler).
Einzig wie ich die 12V in mein Steuereinheit sauber rein und wieder raus 
bekomme ist so ein Ding (auch weil es verdammt viele Drähte sind).
50 war ja nur grob überschlagen. Es sind eher 40 Cat7 Kabel a 7 Nutzbare 
Adern also so 280 Inputs.
Die Plattine dafür würde ich auch eher Ätzen oder gleich in China 
zusammenklicken da das verdammt viel Lötarbeit wird...

>>Könntest Du bitte eine kleine Skizze Deines Vorhabens davon
bereitstellen?
Ich hatte erst noch vor mir KiCad zu installieren / da muss ich mich 
noch einarbeiten. Bisher hatte ich nur Zeugs direkt verlötet ohne 
separate Planzeichnungen.

von Joachim B. (jar)


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Hannes schrieb:
> Adern also so 280 Inputs.

na dann sportlich, es reichen eigentlich 280/4-fach = 70 Optokoppler wo 
die IR LEDs der Optokoppler bestromt werden aus 12V.

Ich rechne aber nicht mit Vf max 1,4V sondern eher mit Vf typisch 1,25V

also ist der Rv pro Opto LED (12V - 1,25V)/10mA = 10-12k Ohm.

Die 280 Ports würde ich mit Schieberegister oder I2C PCF8574(a) 
abfragen, parallel in, seriell raus

rechnen wir mal

2 PCF8574 als Matrix 8 x 8 für 64 Ports davon brauchen wir 4 (16x16) = 
256 Ports
oder

https://www.mikrocontroller.net/articles/AVR-Tutorial:_Schieberegister

2x 8 als Ausgangstreiber 16 Bit und 2 x 8 als Eingangs latches

gibt eine 16 x 16 Matrix auch für 256 Ports

wenn du alle 280 willst dann entsprechend mehr

dann nimmst du einen Timer 10ms schiebst sie Spalten raus und liest die 
Zeilen ein, entprellst mit PeDa Peter Dannegger
Beitrag "Tasten entprellen - Bulletproof"
https://www.mikrocontroller.net/articles/Entprellung

Tastenmatrix entprellen
Beitrag "Tasten-Matrix entprellen"

: Bearbeitet durch User
von karadur (Gast)


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1k passt als Rv wohl eher.

Auch mit einer LED in Reihe

von Joachim B. (jar)


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karadur schrieb:
> 1k passt als Rv wohl eher.
>
> Auch mit einer LED in Reihe

stimmt, verrechnet
PI mal Daumen 12V / 10mA eher 1k

von Hannes (Gast)


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OK, vielen Dank für die vielen Beiträge.
Jetzt bin ich erstmal ausreichend versorgt mit Material und mache mich 
an die Tutorials, Schaltpläne und Datenblätter ran.
Wenn ich dann vorzeigbare Zwischenstände habe, werde ich das dann hier 
posten.
Kann aber wohl noch einige Zeit dauern ;-)

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