Hallo,
ich hätte gerne Tipps für Dokus und auch käufliche Literatur, die einen
großen Bereich abdeckt bei der Beschreibung und Anwendung der einzelnen
Größen, Spezifikationsmerkmale und Werte von elektronischen Bauteilen.
Wo also klar gestellt wird, was die Begriffe nun genau bedeuten und auch
eventuell Hinweise und Tipps, wie man anhand dessen Bauteile auswählt.
Denn es gibt ja einen Slang unter Elektronikern, der sich einfach wohl
so herauskristallisiert hat und nicht gelehrt wird.
Stichpunkte wie RDSON, Slewrate, VSS, VDD, VCC, VCCIO, LVDS, LVCMOS,
HSTL, SSTL, tristated, high-z, usw. usf.
Also all die Begriffe, die man in Datenblättern von ICs findet und
einzeln nachschlagen muss, obwohl sie von Firma zu Firma wohl auch
leicht abweichend von einander benutzt werden.
Dipl.- G. schrieb:> https://www.amazon.de/Elektronische-Bauelemente-Fu...>> Damit hab ich im Studium dieses Feld abgedeckt, bevor ich in die> Leistungselektronik abgebogen bin. Nomenklatur und Formelsatz sind> leider bisweilen gewöhnungsbedürftig, aber ertragbar.
Nun ja, das Ding ist ja ein großer Brocken, das wohl zu weit in die
Tiefe der Halbleiterphysik geht.
Ich brauche eher ein Glossar oder so etwas Ähnliches, die die meisten
Begriffe, die in Datenblättern benutzt werden, abdeckt.
Das ist in etwas so, als ob man ein Wörterbuch hat, um ein Bericht mit
Fachtermini und Fachsprache zu verstehen.
Ich bin zwar Elektrotechniker, habe aber an einer Uni gelernt, wo es
nicht konkret wurde in der Analog- und Digitaltechnik.
Ich habe aber auch nicht hobbymäßig gelötet, deshalb habe ich einen
Nachteil gegenüber den Entwicklern von Schaltungen, da diese am lebenden
Objekt gelernt haben.
Ich soll ja nur eine Schaltung verifizieren, dabei muss ich immer wieder
die Datenblätter der einzelnen Bauteile durchwälzen.
HBich schrieb:> Dipl.- G. schrieb:>> https://www.amazon.de/Elektronische-Bauelemente-Fu...>>>> Damit hab ich im Studium dieses Feld abgedeckt, bevor ich in die>> Leistungselektronik abgebogen bin. Nomenklatur und Formelsatz sind>> leider bisweilen gewöhnungsbedürftig, aber ertragbar.>> Nun ja
Sätze, die mit "nun ja" beginnen, sagen meistens aus: "Nun ja, ich habe
keinen Bock, das selbst zu lernen, sondern möchte etwas Vorgefertigtes
und Vorgekautes, so daß ich meinen Kopp nicht anstrengen muß und wie
eine dumme Arbeitsbiene verfahren kann."
> Ich bin zwar Elektrotechniker, habe aber an einer Uni gelernt
Perfekt. Selber lernen macht schlau.
Den Reisch kann man auch als Nachschlagewerk verwenden. Und jedes Mal,
wenn Du ihn aufschlägst und mit Deiner arbeitsmethodisch besseren
Univorbildung den entsprechenden Absatz liest und intellektuell
verdaust, wirst Du wieder etwas mehr von der Welt verstanden haben.
Ich bin auch gerne faul ("effizient", "Minimalprinzip"), aber irgendwo
ist mal gut, wa!
HBich schrieb:> Ich soll ja nur eine Schaltung verifizieren, dabei muss ich immer wieder> die Datenblätter der einzelnen Bauteile durchwälzen.
"nur" eine Schaltung verifizieren ? Was macht man da ?
So wie ich das verstehe muss man dazu eine Schaltung auch komplett
verstehen, was schon etwas anspruchsvoller werden kann.
Wenn du die Datenblätter aufmerksam "durchwälzt" sollten all die
"komplizierten" Begriffe automatisch hängen bleiben.
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, daß ich beim Studium der
Schaltung eines neuen (nachrichtentechnischen) Gerätes meist zwei bis
drei Tage benötige, um mich so richtig in die Schaltng einzuarbeiten.
Das Lesen der Datenblätter, das Verstehen der Funktionsweise und im
Nachgang auch die Berechnung der Leistungsparameter des Gerätes sind
dann nette Fingerübungen. Danach kennt man das gerät allerdings sehr
gründlich und kann mit der Schaltung gut arbeiten.
Im Prüfmittelbau mußte ich das einige Jahre routinemäßig machen. Aber es
ist schon nett, wenn einen der Entwickler fragt, wo man noch Testpunkte
eingefügt wünscht, und die Funktionsweise auch kleinster Details
kompetent mit ihm besprechen kann!
Hallo Freunde,
ich habe in etwa gefunden, was ich gesucht habe. Es ist ein Wörterbuch
der Halbleiterhersteller, herausgegeben von JEDEC:
https://www.jedec.org/standards-documents/dictionary
Wie relevant und vollständig ist dieses? Hat jemand damit schon mal
gearbeitet?
Schorsch X. schrieb:> "nur" eine Schaltung verifizieren ? Was macht man da ?
Du klopfst die Schaltung ab ob sie sich an die Spezifikation hält. Dabei
interessiert bei z.B. USB 3.0 weniger wie der Roothost funktioniert
sondern ob die Schnittstelle bei den Extremszenarien funktioniert. Das
ist eine Mischung aus Compliancetest und Funktionsprüfung.
Tiefe Kenntnisse schaden nicht, sind aber für den Anfang nicht zwingend
Nötig.
HBich schrieb:> Wie relevant und vollständig ist dieses?
Naja, das kann dir bei deiner geplanten Tätigkeit nur bedingt nützlich
sein.
Beispiel:
"absolute maximum rated junction temperature
The maximum junction temperature of an operating device, beyond which
damage (latent or otherwise) may occur."
Angenommen du bekommst eine Schaltung auf den Tisch, die einen LDO
beinhaltet und du sollst jetzt eine Aussage treffen, ob da alles korrekt
designed wurde.
Jetzt kannst du dir also die "absolute maximum rated junction
temperature" aus dem Datenblatt raussuchen, und weisst also jetzt, was
dieser Begriff bedeutet.
Wüsstest du aber auch, was jetzt zu tun wäre, um die o.g. Aussage zu
treffen? Wüsstest du, dass die Verlustleistung des LDOs zu errechnen
wäre, der Wärmestrom vom Silizium zum Gehäuse, und vom Gehäuse zur
Umgebung?
Wüsstest du, wie das geht? Ohne entsprechende Erfahrung und das Wissen
wie das geht, nützen dir also noch so viele Wörterbücher nichts.