Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Warum tun sich das nerdige Kommilitonen an?


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von Baldiger Absolvent (Gast)


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Ein Nerd Kommilitone, 1,0 Masterand (Abschluss wahrscheinlich 1,4 oder 
so) aus einer TU landet bei "Spedion GmbH". Warum macht er das? Sein 
Betreuer in der Firma schwärmt heute noch von ihm (Ich bin sein 
Nachfolger) und gibt sogar zu, er war ein besserer Programmierer als er 
(Betreuer ist Dr.-Ing.).

Ein anderer Kommilitone, ebenfalls Nerd (Bart + lange Haare bis fast zum 
Gesäß) und Experte in Java,Pyhton,C etc. ist ebenfalls im Start-Up 
tätig. Ich denke beide verdienen nicht mehr als 45k.

Nun mein Anliegen: habe ich zu viel Hoffnung bei einem OEM oder Zuli mit 
IGM zu landen oder waren die beiden Nerds zu doof und haben sich im VG 
vom "zukunftsträchtigen, flachen Hierarchien und kollegialen, jungen 
Umfeld" des Start-Ups reinlegen lassen?

Ich habe Respekt vor diesen Nerds, die haben es fachlich echt drauf. Ich 
dachte immer, die OEMs würden sich zerreißen für die. Vielleicht ist dem 
OEM aber ein sauberes Erscheinungsbild und "nicht schlauer als der 
Abteilungsleiter" wichtiger als das Fachliche?

Normalerweise hätte ich keine Ansprüche, aber zwei ehemalige Freunde aus 
dem Fußballverein sind mit B.Eng. Wing durch Vitamin B bei einem OEM 
gelandet und verdienen sich ne goldene Nase (der eine fährt Audi Cabrio, 
der andere Eigentumswohnung gekauft).

TL;DR OP weiß nicht, welche Ansprüche er stellen soll.

von Ordner (Gast)


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Du klingst völlig übernächtigt, schlaf dich mal gesund aus und versuchs 
dann nochmal mit dem Schreiben.

von AAAA B. (Gast)


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Baldiger Absolvent schrieb:

> Warum macht er das? Sein
Warum fragst du nicht ihn? Woher soll das jemand im Forum wissen?

> er war ein besserer Programmierer als er (Betreuer ist Dr.-Ing.).
Das ist eher die Regel.

> Ein anderer Kommilitone, ebenfalls Nerd (Bart + lange Haare bis fast zum
> Gesäß) und Experte in Java,Pyhton,C etc. ist ebenfalls im Start-Up
> tätig. Ich denke beide verdienen nicht mehr als 45k.
Denkst du, und was <b>weisst</b> du konkret?

> Normalerweise hätte ich keine Ansprüche, aber zwei ehemalige Freunde aus
> dem Fußballverein sind mit B.Eng. Wing durch Vitamin B bei einem OEM
Was heisst Vitamin B?

von Nop (Gast)


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Baldiger Absolvent schrieb:
> Ich dachte immer, die OEMs würden sich zerreißen für die.

Bosch ist doch bekannt für "guten Leuten muß man absagen". Davon ab 
macht man mit fachlicher Genialität keine Karriere, sondern bleibt 
Arbeitsbiene, weil man da am nützlichsten ist.

Das reale Leben ist nunmal nicht wie chinesische Kung-Fu-Filme, wo der 
einfache Soldat deswegen General wird, weil er am besten Kung Fu kann.

von Nop (Gast)


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Willy W. schrieb:
> Was heisst Vitamin B?

Wenn Du es hättest, wüßtest Du es.

von PennenderPanda (Gast)


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Baldiger Absolvent schrieb:
> der eine fährt Audi Cabrio,

Die kosten gebraucht oft weniger als man denkt.
Leasing geht auch.
Ich fahr auch sowas in der Art, ohne Konzernjob ;-)


Konzernjobs sind nicht für jeden was. Umgekehrt sind KMUs auch nicht für 
jeden was - zum Glück gibts da viele Optionen.

von Der original Nerd (Gast)


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Baldiger Absolvent schrieb:
> Vielleicht ist dem OEM aber ein sauberes Erscheinungsbild

Das war jetzt aber nicht nett. ?

von nicht_maker (Gast)


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Baldiger Absolvent schrieb:
> Normalerweise hätte ich keine Ansprüche, aber zwei ehemalige Freunde aus
> dem Fußballverein sind mit B.Eng. Wing durch Vitamin B bei einem OEM
> gelandet und verdienen sich ne goldene Nase (der eine fährt Audi Cabrio,
> der andere Eigentumswohnung gekauft).

Und wie beeinflusst das jetzt Deine Jobsuche?

nicht_maker

von Ro. R. (Gast)


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Weil Geld nicht für jeden das wichtigste ist? Man irgendwann merkt, dass 
es uns hier zum Rest der Welt so gut geht, dass immer mehr 
materialistisches nicht mehr Zufriedenheit bringt? Man einen 
beträchtlichen Teil seiner Zeit mit dem Job verbringt, und darum auch 
anderes stimmen muss als nur der Lohn oder die Konzernstruktur?
Keine Ahnung was in den Köpfen von denen vorgeht, frag sie doch einfach!

von A. S. (achs)


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In der Ausbildung (also die ersten 3 Jahre, Quasi das Pendant zum 
Referendariat, Facharztausbildung, ...) ist der Verdienst relativ egal. 
Wichtig ist, dort in dem Gebiet zu einem Experten zu werden, in dem Du 
arbeiten willst und (als Nerd) in dem Du so gut bist, dass Dein Chef 
Dich lieber gewähren lässt, als Dir einen geschweifte Klammer-Style 
vorzuschreiben.

Baldiger Absolvent schrieb:
> fährt Audi Cabrio

Naja, die meisten fahren nur deshalb nicht Bus, weil man da bar bezahlen 
muss.

von Tobias P. (hubertus)


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Baldiger Absolvent schrieb:
> waren die beiden Nerds zu doof und haben sich im VG vom
> "zukunftsträchtigen, flachen Hierarchien und kollegialen, jungen Umfeld"
> des Start-Ups reinlegen lassen?

jein. Das Problem ist: bist du beim Konzern, dann hast du zwar ein 
tolles Gehalt, aber die Arbeit ist langweilig, weil du nur irgendwelche 
sinnlosen Prozesse befolgst, in Excel & SAP rumklickst und die 
interessante Arbeit (die echte Entwicklerarbeit) wird ausgelagert.
Im Startup dürfte es umgekehrt sein: weil alle käuflichen Produkte und 
Dienstleistungen zu teuer sind, musst du alles selber entwickeln. Dafür 
verdienst du nicht viel.

Der Tradeoff ist also: viel verdienen, langweilige Arbeit ODER wenig 
verdienen und interessante Arbeit. Deine beiden Nerdkollegen haben sich, 
wenig überraschend, für die interessante Arbeit entschieden.

Baldiger Absolvent schrieb:
> mit B.Eng. Wing durch Vitamin B bei einem OEM gelandet und verdienen
> sich ne goldene Nase

Wing, jaja, das passt.

von Dr. Sommer (Gast)


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Ro. R. schrieb:
> Weil Geld nicht für jeden das wichtigste ist? Man irgendwann
> merkt, dass
> es uns hier zum Rest der Welt so gut geht, dass immer mehr
> materialistisches nicht mehr Zufriedenheit bringt?

Das hört man oft, aber wenn man aus seinem Umfeld (Freund & Familie) 
kaum Anerkennung der Fähigkeiten bekommt, freut man sich über 
Anerkennung in der Währung €. Zahlen auf Kontoauszügen lassen sich auch 
schön vergleichen.

von Cyblord -. (Gast)


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Tobias P. schrieb:
> Der Tradeoff ist also: viel verdienen, langweilige Arbeit ODER wenig
> verdienen und interessante Arbeit. Deine beiden Nerdkollegen haben sich,
> wenig überraschend, für die interessante Arbeit entschieden.

Oder man nimmt sich das Beste aus beiden Welten. Jedenfalls kann ich 
mich weder über das Eine noch das Andere beschweren. Beim DL gibts dann 
manuelles Test durchklicken, Protokoll ausfüllen und das für schmales 
Geld.
Also alle vier Kombinationen sind möglich.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Baldiger Absolvent schrieb:
> Nun mein Anliegen: habe ich zu viel Hoffnung bei einem OEM oder Zuli mit
> IGM zu landen

Also so richtig schön als piefiger Konzernbeamter.

> oder waren die beiden Nerds zu doof und haben sich im VG
> vom "zukunftsträchtigen, flachen Hierarchien und kollegialen, jungen
> Umfeld" des Start-Ups reinlegen lassen?

Möglicherweise.

> Ich habe Respekt vor diesen Nerds, die haben es fachlich echt drauf. Ich
> dachte immer, die OEMs würden sich zerreißen für die.

Auch ich bekomme immer wieder Angebote von einigen Kunden, bei denen als 
Konzernbeamter einzusteigen; entsprechend groß ist deren Irritation, 
wenn ich entweder dankend ablehne oder deutlichere Worte finde. Die 
Entscheidungsvorgänge in solchen Unternehmen sind schon katastrophal.

> Vielleicht ist dem
> OEM aber ein sauberes Erscheinungsbild und "nicht schlauer als der
> Abteilungsleiter" wichtiger als das Fachliche?

Es interessiert nur die Einhaltung von Vorschriften. Entweder kann man 
damit leben, alles nach Schema F zu machen und davon zu träumen, 
irgendwann so weit aufzusteigen, dass man Schema F (natürlich unter 
striktester Berücksichtigung aller anderen formalen Vorgaben) 
überarbeiten darf.

> Normalerweise hätte ich keine Ansprüche, aber zwei ehemalige Freunde aus
> dem Fußballverein sind mit B.Eng. Wing durch Vitamin B bei einem OEM
> gelandet und verdienen sich ne goldene Nase (der eine fährt Audi Cabrio,
> der andere Eigentumswohnung gekauft).

Aha, dicke Karre, also prolliges Herumgeprotze. Vielleicht noch mit 
dicker Bassrolle im Kofferraum und "Böhse Onkelz"-Aufkleber? Der 
Akademikeranteil in Eurem Verein ist wohl nicht so hoch, oder?

: Bearbeitet durch User
von Dr. Sommer (Gast)


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Andreas S. schrieb:
> Aha, dicke Karre, also prolliges Herumgeprotze. Vielleicht noch mit
> dicker Bassrolle im Kofferraum und "Böhse Onkelz"-Aufkleber? Der
> Akademikeranteil in Eurem Verein ist wohl nicht so hoch, oder?

Du glaubst, Akademiker machen sowas nicht?! Geh mal über den Parkplatz 
einer Hochschule... Aufgemalte Streifen zum Schneller machen sind da 
noch das Mindeste.

von Ben W. (ben_w)


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trauriger weise ist es leider  wirklich häufig zu beobachten, dass 
"nerds" die fachlich es total drauf haben, meist sich schlecht selbst 
verkaufen können.
Auf der anderen Seite, keine Ahnung wie ihr das immer macht, aber wie 
schafft man es von einem Auto oder der Tatsache, dass eine 
Eigentumswohnung gekauft wurde, gleich auf das Einkommen zu schließen? 
Ich kenne einige jüngere Leute die einen dicken neuen Audi A8 fahren bei 
nicht mal 30K Brutto im Jahr, sie zahlen den eben ewig ab. Aktuell sieht 
man auch eine menge Zwangsversteigerungen weil sich so einige mit einer 
Eigentumswohnung/Haus übernommen haben.
Ich sehe das eher umgekehrt, jemand der ein "praktisches / effizientes" 
Auto fährt, kann mit Geld umgehen und baut ein Vermögen auf, dabei ist 
er natürlich auch aggressiv dabei sein Einkommen stetig zu erhöhen.

von Ich (Gast)


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Dr. Sommer schrieb:
> Du glaubst, Akademiker machen sowas nicht?! Geh mal über den Parkplatz
> einer Hochschule... Aufgemalte Streifen zum Schneller machen sind da
> noch das Mindeste.

Spinner gibt es überall!

Zum Nerd - der hat eventuell, ich rate mal, nur so einen Job, damit er 
in seiner Freizeit sich um seine nerdigen Hobbies, Interessen .... 
kümmern kann und da später die Kohle reinholt.

von Schallund Rauch (Gast)


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> Ein anderer Kommilitone, ebenfalls Nerd (Bart + lange Haare bis fast zum
> Gesäß)
Ich wusste gar nicht dass diese Attribute bereits die Hälfte zur 
Qualifikation "Nerd" ausmachen.
Das war Jahrzehntelang (ja: so alt ist dieser Begriff!) NICHT so, im 
Gegenteil: vor 40..50 J. wär ein Hippie niemals als Nerd bezeichnet 
worden.


> Ich habe Respekt vor diesen Nerds, die haben es fachlich echt drauf.
Das ist nix wie anständig von Dir. Bravo!

> dachte immer,
Es wird Zeit dass Du öfters raus gehst. Weisst Du, das Grosse Zimmer mit 
blauer Decke und aufgehängter Wolkenkulisse und dem einzigen, brutal 
hellen Scheinwerfer.


> (der eine fährt Audi Cabrio,
> der andere Eigentumswohnung gekauft).
...steht in welchem Zusammenhang mit:
- Freundschaft?
- EHEMALIGE Freundschaft?
- Fussballkönnen?
- Berufskompetenz?

Schon mal was gehört von:
- angespart?
- geleased?
- Erbschaft?
- schnappchegelegenheit?



> TL;DR OP weiß nicht, welche Ansprüche er stellen soll.
Ganz gut: (selbst-)Einsicht ist die beste Aussicht auf Besserung, ich 
gratuliere Dir!
Bleib dran, suche DEINEN Weg, lass Dich dabei von Anderen weder blenden 
noch ablenken.

von Purzel H. (hacky)


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> Ich denke beide verdienen nicht mehr als 45k.

Ist leider voellig sekundaer. Das Wichtigste nach dem Studium ist : 
Erfahrung, Erfahrung, Erfahrung. Das Geld kommt dann schon irgendwann. 
Bereits 10 Jahre spaeter ist die fruehe Erfahrung viel wert. Denn dann 
wird man nicht mehr nach der 1.0 in Fach X,Y,Z bewertet, sondern wieviel 
Erfahrung hast du auf dem Gebiet das der Arbeitgeber wuenscht, resp wie 
schnell wirst du deren Probleme loesen.

von Max M. (zbmax)


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dazu kommt das man durch die Erfahrung auch selbst erfährt was einem 
liegt und was man gerne macht.
Konzentriert man sich darauf kommt man fast automatisch gut voran.

von Volle2 (Gast)


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wenn man die "super Programmierer" mit ISO26262, ASPICE, Autosar, OBD 
...
konfrontiert zeigt sich, das man die in den Konzernen gar nicht brauchen 
kann.

und zum Schnell was hacken sind die Inder günstiger.

Beitrag #5307668 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5307689 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5307734 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Der original Nerd (Gast)


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Volle2 schrieb:
> wenn man die "super Programmierer" mit ISO26262, ASPICE, Autosar,
> OBD ...
> konfrontiert zeigt sich, das man die in den Konzernen gar nicht brauchen
> kann.
>
> und zum Schnell was hacken sind die Inder günstiger.

Was anderes können die Deutschen aber auch nicht mehr.

von Qwertz (Gast)


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Abradolf L. schrieb:
> Oder man nimmt sich das Beste aus beiden Welten. Jedenfalls kann ich
> mich weder über das Eine noch das Andere beschweren.

Ich ebenfalls nicht. Meine Arbeit finde ich interessant, ich habe nette 
Kollegen, gute Arbeitsbedingungen, die Bezahlung passt (höchste Stufe im 
IG Metalltarif), wenig Stress, viele Meetings, flexible Arbeitszeiten. 
Mir fällt ehrlich nichts negatives ein über meinen Job.

Die Kritik an Konzernen stammt meiner Ansicht nach vor allem von Neidern 
und Stinkstiefeln.

Andreas S. schrieb:
> Also so richtig schön als piefiger Konzernbeamter.

Vorurteile und Klischees lassen grüßen.

von Der original Nerd (Gast)


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Spaß beiseite: Brennt die Hütte wieder mal? ;)

Beitrag #5307768 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Epi (Gast)


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Qwertz schrieb:
> Die Kritik an Konzernen stammt meiner Ansicht nach vor allem von Neidern
> und Stinkstiefeln.

Das glaube ich nicht. Du hast nur eine gute/interessante Stelle, die im 
Konzern deutlich seltener sind als vielleicht woanders (obwohl es 
woanders sicherlich auch richtige Kackjobs gibt).

Ich war als Leiher in der Lenkungsentwicklung von VW. Von den vielleicht 
50 internen Stellen die ich etwas näher erleben durfte hätte ich nur 
eine einzige haben wollen.

Mein Nachbar hat 40% Lohnkürzung in Kauf genommen um bei Siemens 
rauszukommen um was zu machen was ihn interessiert. Ein weiterer 
Bekannter versucht bei VW rauszukommen, kann 40% Lohnkürzung aber nicht 
wegstecken. Der bleibt da bis zu Rente :-)

von Max M. (zbmax)


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Wenn ich 40% auf mein Netto drauf rechne...

von klausi (Gast)


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Ist vielleicht wirklich was dran an:

Interessante Jobs werden schlechter bezahlt,
als uninteressante...

Glaube aber schon dass es interessante Jobs gibt, die sehr wohl gut 
bezahlt werden..!

Gibt ja einige Beispiele.

von Qwertz (Gast)


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Epi schrieb:
> Mein Nachbar hat 40% Lohnkürzung in Kauf genommen um bei Siemens
> rauszukommen um was zu machen was ihn interessiert.

Geld ist eben nicht alles im Leben, irgendwann ist es nur noch eine Zahl 
im Depot. Das war für ihn sicherlich eine gute Entscheidung für mehr 
Zufriedenheit. Ein Zurück gibt es aber wohl nicht.

> Ein weiterer
> Bekannter versucht bei VW rauszukommen, kann 40% Lohnkürzung aber nicht
> wegstecken. Der bleibt da bis zu Rente :-)

Auch in Ordnung, jeder wie er mag. Er könnte alternativ aber auch 
einfach seine Ausgaben senken, dann ginge das schon.

Beitrag #5308027 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Anon (Gast)


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Ich hab mich das auch schon gefragt. Ich hatte schon öfter solche 
Kollegen, in verschiedenen Firmen. Guten Abschluss von der TU, haben 
echt was drauf und arbeiten bei so ner Gammelfirma. Ich hab nur ein 
Diplom von einer BA/DHWB, nach 3 Jahren Studium also eigentlich nur ein 
Bachelor. Ich hab es lange versucht bei den Konzernen oder auch den 
besseren Firmen im Mittelstand, aber die können sich die Leute halt noch 
aussuchen.
Und dann kommt der Kollege von der TU, Einstiegsgehalt 36k, bei 26 Tagen 
Urlaub und mit dem Gehalt abgegoltenen Überstunden. Beim Gehalt wäre 
sogar mehr drin gewesen, aber er hatte nicht mehr verlangt. Der hat 6 
Jahre in der Firma gearbeitet, im Schnitt bestimmt 10 Stunden am Tag. 
Dann wurde er abgeworben, ist jetzt wieder bei so einer Bude und freut 
sich über 55k.

Ich finde wer sowas macht, der hat seinen Abschluss verschenkt, die 
gleiche "Karriere" schafft man auch locker als Fachinformatiker.

Beitrag #5308044 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5308049 wurde von einem Moderator gelöscht.
von SWEngineer (Gast)


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Eigentlich wurde es schon gesagt:
Die meisten Konzernjobs sind langweilig. Wenn ich in meinem Umfeld 
schaue, sind die, die fachlich am meisten drauf haben in Startups oder 
KMUs, weil sie dort mitgestalten können und mehr Freiheiten haben. 
Gerade das Projektgeschäft lockt mit der Abwechslung. Ist natürlich auch 
eine Typfrage, aber innovative Leute gehen nicht in einen Konzern, es 
sei den es ist eine der seltenen R&D Stelle oder Google.

Gerade die DAX Konzerne sind sehr konservativ und träge. Warum sollte 
man in seinen jungen Jahren seine Zeit mit langweiligen Aufgaben 
verschwenden, nur um 300€ netto mehr zu haben?

von Der original Nerd (Gast)


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SWEngineer schrieb:
> Ist natürlich auch eine Typfrage, aber innovative Leute gehen nicht in
> einen Konzern,

Bei manchen "Traumarbeitgebern", die nach jahrelangem Outsourcing zu 
Softwarefirmen werden wollen, darf man dann UnitY-Tests schreiben... g

von Qwertz (Gast)


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SWEngineer schrieb:
> Gerade die DAX Konzerne sind sehr konservativ und träge. Warum sollte
> man in seinen jungen Jahren seine Zeit mit langweiligen Aufgaben
> verschwenden, nur um 300€ netto mehr zu haben?

Erstens geht es um wesentlich mehr als 300€ netto Unterschied pro Monat.

Zweitens ist das Urteil, ob eine Arbeit langweilig ist oder nicht, nur 
sehr subjektiv zu beantworten; was ich spannend finde, langweilt jemand 
Anderen.

Drittens hat das nichts mit dem Alter zu tun, oder meinst du, dass 
"langweiligen Aufgaben" mit mehr Berufserfahrung automatisch spannend 
werden? Oder dass man dann nicht mehr innovativ sein darf?

Fazit: Konzernjobs sind meiner Ansicht nach in jeglicher Hinsicht 
(nicht nur Bezahlung) denen von Startups und KMUs vorzuziehen.

von SWEngineer (Gast)


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Qwertz schrieb:
> Drittens hat das nichts mit dem Alter zu tun, oder meinst du, dass
> "langweiligen Aufgaben" mit mehr Berufserfahrung automatisch spannend
> werden? Oder dass man dann nicht mehr innovativ sein darf?
>
> Fazit: Konzernjobs sind meiner Ansicht nach in jeglicher Hinsicht
> (nicht nur Bezahlung) denen von Startups und KMUs vorzuziehen.

Selbstverständlich hat das was mit dem Alter zu tun. Wenn du eine 
Familie hast, Kredite ab zu bezahlen bietet sich ein sicherer 35h/Woche 
Konzernjob eher an, als ein Startup mit unsicherer Zukunft.

Natürlich ist alles subjektiv, aber was meinst du denn, warum Konzerne 
Innovationen zukaufen und Sie nicht selbst entwickeln. Weil dort der 
große Starup-spirit herrscht sicherlich nicht. Es sagt auch niemand das 
man in der 10 Mann 0815-Bude mit miesen Perspektiven anfangen soll, aber 
es gibt durchaus Startups mit Potential und du würdest dich wundern, wie 
viel Aufwand da in neue Mitarbeiter fließt, da kann man sich nämlich 
nicht in der Masse verstecken.

Ich war schon im frischen Startup, im KMU und ich war auch schon im 
Konzern und an einem großen Forschungsinstitut. Ich würde nicht mehr zum 
frischen Startup gehen, ohne beteiligt zu sein und mich mit miesem 
Gehalt abspeisen lassen. Trotzdem hab ich in der Zeit mehr gelernt, als 
irgendwo anders und das zahlt sich langfristig aus. Ich würde auch keine 
0815 Konzernstelle annehmen. Es gibt überall gute und schlechte 
Beispiele, aber wenn ich eins gelernt hab, dann das Schein und Sein oft 
sehr weit auseinander liegen.

von Der original Nerd (Gast)


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SWEngineer schrieb:
> Weil dort der große Starup-spirit herrscht sicherlich nicht.

Es gibt zwei Arten von Startups:
- Startups mit echten Innovationen (äußerst selten)
- Künstliche Startups (Inkubatoren), werden schnell zur verlängerten 
Werkbank
- Startups, die in Wirklichkeit Entwicklungsdienstleister sind, sich 
aber geschickt verkaufen (Vorsicht ist geboten)

Es gibt in Deutschland nur ein Software-Startup das wirklich erfolgreich 
wurde: SAP. Der Rest arbeitet direkt oder indirekt für einen Konzern. 
Manche wurden von Großkonzernen hochgezüchtet, weil es gerade praktisch 
war, sind dafür zu 100% abhängig von einer Branche. Andere wurden 
einfach geschluckt.

Die Erfolgschancen für Startups sind extrem gering.

von SWEngineer (Gast)


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Der original Nerd schrieb:
> SWEngineer schrieb:
>> Weil dort der große Starup-spirit herrscht sicherlich nicht.
>
> Es gibt zwei Arten von Startups:
> - Startups mit echten Innovationen (äußerst selten)
> - Künstliche Startups (Inkubatoren), werden schnell zur verlängerten
> Werkbank
> - Startups, die in Wirklichkeit Entwicklungsdienstleister sind, sich
> aber geschickt verkaufen (Vorsicht ist geboten)

Ja das stimmt

> Es gibt in Deutschland nur ein Software-Startup das wirklich erfolgreich
> wurde: SAP. Der Rest arbeitet direkt oder indirekt für einen Konzern.
> Manche wurden von Großkonzernen hochgezüchtet, weil es gerade praktisch
> war, sind dafür zu 100% abhängig von einer Branche. Andere wurden
> einfach geschluckt.

Es gibt zig SW Startups, die erfolgreich sind. Es muss nicht alles so 
groß werden wie SAP, Google usw. um erfolgreich zu sein.

> Die Erfolgschancen für Startups sind extrem gering.
Stimmt auch.

Um auf das zurück zukommen, worum es eigentlich ging. Such doch einfach 
mal hier im Forum nach Beiträgen von Leuten, die einen langweiligen 
Konzernjob haben und gerne zurück zum KMU möchten. Du wirst dich wundern 
wie viele das sind. Im Vergleich dazu suche mal Leute die vorher in 
einem Konzern waren und dahin zurück wollen. Das deckt sich mit meiner 
Erfahrung.

von Qwertz (Gast)


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SWEngineer schrieb:
> Such doch einfach mal hier im Forum nach Beiträgen von Leuten, die einen
> langweiligen Konzernjob haben und gerne zurück zum KMU möchten. Du wirst
> dich wundern wie viele das sind.

Wer soll das sein? Niemand?

> Im Vergleich dazu suche mal Leute die
> vorher in einem Konzern waren und dahin zurück wollen.

Na das ist klar. Wer gegangen ist, wird sich diesen Fehler in den 
seltensten Fällen eingestehen wollen.

von Dieter (Gast)


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Jaja die guten alten nerds, habe viele von denen im Laufe der Zeit 
kennengelernt. Alle wie hier beschrieben haben es fachlich drauf aber 
lassen sich beim Gehalt total verarschen.

Aber was ich bis heute nicht begriffen habe ist, warum immer angenommen 
wird das der Vorgesetzte selbstverständlich auf einem fachlich gleichen 
bzw noch höheren Niveau ist.

Und ähnlich wie hier von ein paar Leuten haben die nerds gepöpelt gegen 
Familie und Kinder kriegen, Haus und schönes Auto als ob das alles 
schlimme Dinge wären. Ich denke mittlerweile eher es ist etwas 
psychologisches, mann versucht sich selber zu überzeugen das das alles 
negativ ist und man es nicht braucht weil man tief im Unterbewusstsein 
weiß das man nichts davon jemals haben wird.

Mit Frauen hatten die es wirklich nicht so und bei aufgeheizten 
Gesprächen haben die sofort den Schwanz eingezogen und haben sich nie 
und nimmer getraut um mehr Geld zu bitten.

Schade eigentlich den ohne die nerds geht es wirklich nicht viele 
Projekte stehen und fallen mit ihnen daher sollten sie mutig sein und 
einfordern was ihnen rechtmäßig zusteht.

von Nerdschützer (Gast)


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Dieter schrieb:
>
> Schade eigentlich den ohne die nerds geht es wirklich nicht viele
> Projekte stehen und fallen mit ihnen daher sollten sie mutig sein und
> einfordern was ihnen rechtmäßig zusteht.

Darum: Zwangsmitgliedschaft bei einer Gewerkschaft für alle Nerds.
So wie das bei der KV oder Kfz-Versicherung schon der Fall ist. 
Staatlich verordneter Selbstschutz.

von Christian (Gast)


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Baldiger Absolvent schrieb:
> Ein Nerd Kommilitone, 1,0 Masterand (Abschluss wahrscheinlich 1,4
> oder
> so) aus einer TU landet bei "Spedion GmbH". Warum macht er das? Sein
> Betreuer in der Firma schwärmt heute noch von ihm (Ich bin sein
> Nachfolger) und gibt sogar zu, er war ein besserer Programmierer als er
> (Betreuer ist Dr.-Ing.).
>
> Ein anderer Kommilitone, ebenfalls Nerd (Bart + lange Haare bis fast zum
> Gesäß) und Experte in Java,Pyhton,C etc. ist ebenfalls im Start-Up
> tätig. Ich denke beide verdienen nicht mehr als 45k.
>
> Nun mein Anliegen: habe ich zu viel Hoffnung bei einem OEM oder Zuli mit
> IGM zu landen oder waren die beiden Nerds zu doof und haben sich im VG
> vom "zukunftsträchtigen, flachen Hierarchien und kollegialen, jungen
> Umfeld" des Start-Ups reinlegen lassen?

Vielleicht sind diese Nerds einfach so schlau, dass sie nicht nur 1A 
programmieren können, sondern auch erkannt haben, dass Geld nicht alles 
ist im Leben? Diese Idee schon mal in Erwägung gezogen?
In der Regel sind es die dummen Leute, die dem Geld hinterherjagen, die 
werden dann Versicherungsvertreter, Vermögensberater, studieren BWL, 
werden Vorstandsmitglied oder sehnen sich nach einem anspuchsvollen 
Ingenieurstudium nach einem Job in einem IGM-Betrieb und die schlauen 
Leute werden Prof. an der Uni oder machen Spitzenforschung bei 
Max-Planck oder anderen Insituten. So ist es zumindest in meinem 
Abijahrgang. Da ist es nicht so, dass die intelligentesten zwangsläufig 
die höchsten Gehälter haben. Das wollen die auch gar nicht, sondern die 
wollen Jobs, in denen sie gefordert sind. Papier beim OEM hin- und 
herschieben ist nicht so spannend, auch wenn es dann mit 100k vergütet 
wird.

von S. R. (svenska)


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Christian schrieb:
> Vielleicht sind diese Nerds einfach so schlau, dass sie nicht nur 1A
> programmieren können, sondern auch erkannt haben, dass Geld nicht alles
> ist im Leben?

Wenn ich beim Interview nur nach 2500 € frage statt nach 3500 €, dann 
freut sich der Personaler. Geld mag nicht alles sein im Leben, aber in 
so einem Fall ist "weniger Geld" dumm.

Andererseits war meine Gehaltsvorstellung im Interview auch nur ein 
schlichtes "mehr als bisher", wobei das Einkommen in Schweden öffentlich 
ist. In Deutschland ist "Einkommen verraten" je nach Firma ein 
sofortiger Kündigungsgrund...

von Qwertz (Gast)


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S. R. schrieb:
> In Deutschland ist "Einkommen verraten" je nach Firma ein sofortiger
> Kündigungsgrund...

Kündigungsgrund ist übertrieben, das darf der Arbeitgeber gar nicht 
vertraglich verbieten, so eine Klausel ist unwirksam.

Aber ja, es gibt in Deutschland eine Art Kultur der Geheimniskrämerei 
über das eigene Gehalt zwischen Kollegen. Ich finde die aber gar nicht 
mal so schlecht. So bleiben einem sowohl Mitleid als auch Neid (je nach 
Kollege und dessen Gehalt) erspart. Beides sind Emotionen, die im 
professionellen Umfeld nichts verloren haben. Für eine grobe Einordnung 
sorgen ja bereits der Tarif und die Qualifikation.

von A. S. (achs)


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Qwertz schrieb:
> Kündigungsgrund ist übertrieben, das darf der Arbeitgeber gar nicht
> vertraglich verbieten, so eine Klausel ist unwirksam

Es geht wohl nur um so abgefahrene Konstrukte, in denen eine Mitbewerber 
aus dem Gehalt (vor allem wenn mit variablen Anteilen) Rückschlüsse zu 
Firmeninternas (Auftragsvolumen etc.) ziehen kann.

von S. R. (svenska)


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Qwertz schrieb:
> Für eine grobe Einordnung
> sorgen ja bereits der Tarif und die Qualifikation.

Gegen ein "mein Kollege in der gleichen Position auf Schicht 3 kriegt 
15% mehr" lässt sich in der Lohnverhandlung nur sehr schlecht mit 
Qualifikation und Tarif argumentieren.

Die Geheimniskrämerei führt eher dazu, dass eine Geschäftsleitung ihre 
Belegschaft gegeneinander ausspielen kann und auch eine Gewerkschaft 
dagegen nur wenig tun kann.

von TUler (Gast)


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Ich habe auch einen TU-MSc und bin direkt danach bei einem DAX-Konzern 
eingestiegen.

War vorher ziemlich lange als Werkstudent auch bei einer 30-Mann Firma 
und habe daher etwas den Vergleich würde ich sagen:


Meine Erfahrungen zu KMU:

Ich fand das Firmenklima teilweise echt schlecht. Lag hauptsächlich aber 
am Firmeninhaber. Klar es war seine Firma die er aufgebaut hat - 
dementsprechend war er den Mitarbeitern gegenüber sehr überwachend. 
Handy auf dem Schreibtisch ging gar nicht. Mittagspause war immer genau 
zur gleichen Uhrzeit für alle Mitarbeiter (und wehe man hat mal 1-2 min 
länger gemacht oder kam mal später weil man was einkaufen war)...
Grad so um die Nachmittagszeit rum ist mir auch aufgefallen, wie doch 
viele Mitarbeiter total verkrampft am PC hängen nur um so zu wirken "als 
ob man was arbeitet", denn "der Chef sieht ja alles".

Arbeitstechnisch war es interessant. Habe Elektronikentwicklung gemacht. 
War relativ breitbandig und habe in vielen Bereichen gelernt. Aber man 
war auf keinem Gebiet wirklich "Experte"... Wenn von 1000 produzierten 
Geräten 1/10 zurück zur Reparatur kamen, weil irgendwelche DC/DC 
Converter ausgefallen sind, war das eben so.



Meine Erfahrungen zum Konzern:

Erstmal: Vertrauensarbeitszeit - Mitarbeiter sollen ihre Stunden in 
Excel mitschreiben -> wird aber nie kontrolliert. Was ich so von meinen 
Kollegen mitbekomme arbeiten die wenigsten wirklich ihre 35 bzw. 40 
Stunden die Woche. Eher weniger.
Mittagspause hat heute mal 1,5 Stunden gedauert, weil man war nochmal 
Eis essen? Auch egal. Interessiert keinen.
Freundin macht stress und du bist den halben Tag mit WhatsApp 
beschäftigt? Interessiert auch keinen.

Hauptsache alle eMails werden zeitnah beantwortet, man ist (halbwegs) 
pünktlich in allen Meetings und es fährt kein Projekt gegen die Wand.
Zur Abwechslung gegen den Arbeitsalltag gibt's jeden Monat mal eine 
Auslandsreise und man reist wegen einem Workshop der völlig useless ist 
mal schnell 3 Tage nach Singapur etc...

Technisch arbeite ich noch mit Elektronik, wenn auch sehr spezialisiert 
auf ein Topic. Es geht aber wissenstechnisch sehr ins Detail. Man darf 
sich eben keine Fehler erlauben (automotive). Da wird schonmal eine 
Stunde lang darüber diskutiert, wie herum man einen Kondensator für 
einen Buck-Converter platziert.




So ein bisschen bin ich mit mir am Hadern. Ich würde technisch schon 
echt gerne wieder was anspruchsvolleres machen. Das geht mir richtig ab. 
Andererseits glaube ich so eine "angenehme" Arbeitsumgebung wird echt 
schwer zu finden sein.

von Irrenhauswärter (Gast)


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Christian schrieb:
> Vielleicht sind diese Nerds einfach so schlau,
>  dass sie nicht nur 1A programmieren können,
> sondern auch erkannt haben, dass Geld nicht alles
> ist im Leben? Diese Idee schon mal in Erwägung gezogen?
Vielleicht sind diese Nerds einfach so strunzedoof, dass sie ausser 1A 
programmieren können, aber noch nicht mal den simplen Sachverhalt 
erkannt haben, dass Geld ziemlich wichtig ist im Leben?
Diese Idee schon mal in Erwägung gezogen? Nerd=Fachidiot, das ist nicht 
umsonst ein Schimpfwort, nur der trottelige selbstbekennende Nerd glaubt 
er sei der Schlaueste - in allen Dingen. Diese Dummheit wird gnadenlos 
ausgenutzt und die Trottel sind auch noch stolz auf ihre Dummheit, weil 
sie es einfach nicht checken.


> In der Regel sind es die dummen Leute, die dem Geld hinterherjagen,
> die werden dann Versicherungsvertreter, Vermögensberater, studieren
> BWL, werden Vorstandsmitglied oder sehnen sich nach einem
> anspuchsvollen Ingenieurstudium nach einem Job in einem IGM-Betrieb
> und die schlauen Leute werden Prof. an der Uni oder machen
> Spitzenforschung bei Max-Planck oder anderen Insituten.
> So ist es zumindest in meinem Abijahrgang.
Und meckern ständig dass sie ja dolle Spitzenforschung machen und dabei 
so mies bezahlt werden, Kettenbefristungen,... dass jeder 
Fliessbandseppl mehr Geld und vor allem mit einfacherer Arbeit bekommt.


> Da ist es nicht so, dass die intelligentesten zwangsläufig
> die höchsten Gehälter haben. Das wollen die auch gar nicht, sondern
> die wollen Jobs, in denen sie gefordert sind.
Früher oder später merken wie sie verarscht wurden und jammern einem die 
Ohren voll, s.o.

> Papier beim OEM hin- und herschieben ist nicht so spannend, auch wenn > es dann 
mit 100k vergütet wird.
Ein tolles Schmerzensgeld. Wer richtig auf Schmerzen steht arbeite für 
die Taschengelder in der Forschung und redet sich ein wie doll er ist, 
irgendwie muss man sich ja seinen mies bezahlten Ausbeuterjob 
schönreden.
Dumm nur dass sich das niemals im Gehalt niederschlägt und dann kommen 
irgendwann die Magengeschwüre vor lauter Gemecker: Ach hätt ich blos....

Beitrag #5330835 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Max M. (maxmicr)


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speed_of_light schrieb im Beitrag #5330835:
> weil die Sachen die man macht sofort
> angewendet werden

Kann ich mir persönlich erst mal nicht vorstellen, ich hab aber auch 
keine Erfahrung in größeren Konzernen. Man liest ja immer von groß = 
träge. Müssen Sachen, die großen Einfluss auf Konzernabläufe haben, 
nicht erstmal durch Aufsichtsrat etc? Wie lief das bei dir ab?

: Bearbeitet durch User
Beitrag #5330857 wurde von einem Moderator gelöscht.
von S. R. (svenska)


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speed_of_light schrieb im Beitrag #5330835:
> weil die Sachen die man macht sofort angewendet werden

Ich arbeite gerade an einer Vorstudie zu etwas, was in frühstens 2-3 
Jahren relevant sein könnte. Dem stehen sechsmonatige Produktzyklen 
gegenüber...

Beitrag #5330896 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5330914 wurde von einem Moderator gelöscht.
von C-LOVER (Gast)


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TUler schrieb:
> So ein bisschen bin ich mit mir am Hadern. Ich würde technisch schon
> echt gerne wieder was anspruchsvolleres machen.

Mach das doch privat zu Hause?

Ich habe auch n mittelprächtigen Konzernjob und muss Excels füllen. 
Abends geh ich in mein Lab und mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.

von Qwertz (Gast)


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speed_of_light schrieb im Beitrag #5330896:
> Die Software wird eingesetzt um die Prozesse im Konzern zu optimieren.
> Ist erheblich stressfreier als Produktentwicklung bzw. Projektarbeit bei
> der immer sehr wenig Zeit zur Verfügung steht.

Klingt dafür aber auch erheblich langweiliger! Gelegentliche 
Feuerwehreinsätze können auch Spaß machen, ich werde zwischendrin gerne 
mal gefordert (sofern es kein Dauerzustand ist). Beide Extreme, 
Langeweile und Dauerstress, sind langfristig schädlich.

Beim Vergleich KMU gegen Konzern braucht es gar keine Diskussion, da ist 
der Konzern in jeglicher Hinsicht besser, gar keine Frage.

von Qwertz (Gast)


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C-LOVER schrieb:
> Abends geh ich in mein Lab und mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.

Jeder wie er mag, aber ich habe abends sicher keine Lust, mich 
inhaltlich noch mit ähnlichen Dingen wie auf der Arbeit tagsüber zu 
beschäftigen. Irgendwann (~7-8h) ist es auch mal genug, andere Dinge zum 
Ausgleich bzw. Abschalten attraktiver. Die eigenen Interessen sollten 
schon etwas breiter gefächert sein, so blickt man auch mal über den 
Tellerrand und hat auch eine bessere Allgemeinbildung. Ansonsten ist man 
wohl oder übel ein Nerd und Fachidiot, was nicht gerade gut ankommt in 
der Gesellschaft (erst recht nicht bei Frauen).

von wurst (Gast)


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Qwertz schrieb:
> Ansonsten ist man wohl oder übel ein Nerd und
> Fachidiot, was nicht gerade gut ankommt in der Gesellschaft (erst recht
> nicht bei Frauen).

Ich bin ein Nerd und Fachidiot. Arbeite bei einem Automotive Zulieferer 
an Interessanten Aufgaben und komme sogar "mit den Prozessen" klar. 
Meine persönliche Herausforderung ist, meine Ideen nicht nur umzusetzen, 
sondern prozesskonform Einzubringen (Level up). Ich werde sehr von 
Kollegen fachlich und persönlich geschätzt. Allerdings sag ich deutlich, 
wenn ich irgendwo fachliche oder handwerkliche Defizite sehe.

Warum ist dir nicht einfach egal, was andere über dich denken? Mach DEIN 
Ding. Probier es mal aus. (Die gesteigerte Selbstzufriedenheit und 
daraus folgend Selbstbewusstsein helfen dir dann auch, "bei den Frauen 
gut anzukommen". Wenn das wirklich dein oberstes Ziel ist)

von Max M. (maxmicr)


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Seh ich auch so wie wurst, warum sollte ich mich für Frauen oder "die 
Gesellschaft" verbiegen, im Endeffekt bin es dann doch nicht wirklich 
ich, wenn ich Dinge tue, die mir keinen Spaß machen.

von klausi (Gast)


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Baldiger Absolvent schrieb:
> Vielleicht ist dem OEM aber ein sauberes Erscheinungsbild und "nicht
> schlauer als der Abteilungsleiter" wichtiger als das Fachliche?

Ja genau das denke ich. Eher einer der sich ein Sakko anziehen kann und 
es nicht unbedingt drauf haben muss.

Ausnahmen gibt's natürlich wie überall.

von Qwertz (Gast)


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wurst schrieb:
> Ich bin ein Nerd und Fachidiot.

...und offensichtlich eine Wurst?! Das sagt bereits einiges aus.

wurst schrieb:
> Warum ist dir nicht einfach egal, was andere über dich denken? Mach DEIN
> Ding. Probier es mal aus. (Die gesteigerte Selbstzufriedenheit und
> daraus folgend Selbstbewusstsein helfen dir dann auch, "bei den Frauen
> gut anzukommen". Wenn das wirklich dein oberstes Ziel ist)

Ich mache schon mein Ding, laufe zum Beispiel nicht blind irgendwelchen 
Trends hinterher, und Selbstzufriedenheit habe ich ebenfalls mehr als 
genug (aufmerksamen Lesern dieses Forums dürfte dies nicht entgangen 
sein).

Aber am Ende lebt man hier auf dem Planeten Erde als Mensch in einer 
Gesellschaft unter Menschen, da hilft es schon ungemein, wenn man sich 
auch etwas anpasst und sozial kompatibel ist. Das muss man noch nicht 
einmal machen, nur um Anderen zu gefallen oder sich zu verbiegen, 
sondern schon aus purem Eigennutz. So gewinnt man Freunde, man hilft mal 
anderen Leuten und diese helfen einem auch gerne, ein Netzwerk ist 
förderlich bei der eigenen Karriere usw., kurz: es erleichtert das Leben 
ungemein und bringt Zufriedenheit/Glück.
Außerdem nicht zu vergessen die zwei bereits erwähnten Punkte "über den 
Tellerrand schauen" und "verbesserte Allgemeinbildung", wenn man sich 
mit vielen Themen auseinandersetzt als nur mit einem einzigen in 
extremer Tiefe.

von A. B. (sfalbuer)


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Ich kenne viele Nerds aus einem Hackerspace. Einige konnte schon vor dem 
Studium mehr als der durchschnitts BA-Absolvent und haben eine 
ausgezeichnete Hands-On Mentalität. Einige von denen arbeiten, 
sicherlich teils unterbezahlt, in irgendwelchen Programmierbuden als 
Entwickler, meist in Halbzeit. Warum? Weil sie oft nebeher noch Projekte 
haben die Ihnen wichtig sind und für die sonst keine Zeit da ist.

Natürlich spricht nix gegen Ernährermentalität oder tolle Fahrzeuge.
Letztlich tauscht man aber Lebenszeit via Lohn und das Tauschmittel 
"Geld" gegen diese Dinge ein. Vielen ist ihr Leben dafür schlicht zu 
schade, die Welt ist voll von spannenden Dingen, Arbeitskraft verkaufen 
gehört für viele nicht unbedingt dazu.

von Qwertz (Gast)


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A. B. schrieb:
> Vielen ist ihr Leben dafür schlicht zu schade, die Welt ist voll von
> spannenden Dingen, Arbeitskraft verkaufen gehört für viele nicht
> unbedingt dazu.

Wenn die Arbeit aber größtenteils Spaß macht und auch noch gut bezahlt 
wird, wäre man ja blöd, das nicht für sich zu nutzen. Daneben sollte man 
aber in der Freizeit lieber andere Dinge tun, um einen Ausgleich zu 
haben. Wie du richtig anmerkst: die Welt ist schließlich voll von 
spannenden Dingen.

von Hobbit (Gast)


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Ich war auch ein Nerd und habe das auch gemacht.
Grund: ich wollte einen leichten Job, wo ich alles mit links erledigen 
kann und ausgeruht nach Hause komme.
dann ging es erst richtig los (OSs programmieren, komplexe Spiele 
programmieren, ...)

Albert Einstein hat das auch so gemacht:
Er war in Bern als Patent-Ingenieur bei der Stadt angestellt und massiv 
unterfordert.
Daneben hat er die Relativitätstheorie geschrieben.

Es ist immer gut einen Job zu haben, wo man gerade noch davon leben 
kann, aber das eigentliche (produktive) Leben hat man in seiner 
Freizeit.

von blubb (Gast)


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Hobbit schrieb:
> und habe das auch gemacht

Und was machst du heute, wenn du das so gemacht hast?

von Hobbit (Gast)


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> Und was machst du heute, wenn du das so gemacht hast?

immer noch. Bereue das nicht.
Hatte keinen Burnout.
Keine Frau hat mich wegen des Geldes geheiratet, und bin auch nicht vom 
Scheidungsanwalt abgezockt worden.

Groß rausgekommen bin ich mit meinen Freizeit-Projekten nicht.
Ein bisschen was tümpelt auf github vor sich hin.

Die Welt sieht mit 45 anders aus als mit 25.

von Hobbit (Gast)


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treffe auch immer wieder Leute das so machen:
Betrieb im Osten. Ein Hardware-Super Experte weigert sich eine 
Führungsrolle zu übernehmen, da er ein leichtes und angenehmes Leben 
haben will, um 16:00 nach hause gehen will, ...

Irgendein ungeeigneter wird dann Leiter.
Der Hardware-Experte amüsiert sich, weil der Leiter nichts kann.

von Achim B. (bobdylan)


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Hobbit schrieb:
> Albert Einstein hat das auch so gemacht ...
> Daneben hat er die Relativitätstheorie geschrieben.

Ach, und ich Idiot dachte bislang, Albert Einstein wäre Zitate-Autor 
gewesen... Man lernt doch immer was dazu!

von Qwertz (Gast)


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Hobbit schrieb:
> Irgendein ungeeigneter wird dann Leiter.
> Der Hardware-Experte amüsiert sich, weil der Leiter nichts kann.

Als Leiter muss er das ja auch nicht, da macht er eh nichts mehr 
Fachliches. Passt also.

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