Forum: Offtopic Sind die Amsterdamer verantwortungslos ?


von Gustav K. (hauwech)


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Hallo,

eben im ÖR-TV einen Beitrag über die Fahrrad fahrenden Niederländer in 
Amsterdam gesehen. Da gibt es richtige Hauptverkehrsstraßen nur für 
Fahrradfahrer und sogar richtige Parkhäuser für die Unmenge an 
Fahrrädern incl. einer jeweils eigenen Fahrrad-Parkhaus-Polizei.

Bei einem Kameraschwenk über gefühlte 1000 Radfahrer fällt sofort auf, 
dass keiner einen Helm trägt. Weder klein noch groß, noch jung noch 
alt hat einen Helm auf.

Wenn ich mich hier umschaue (Kleinstadt), haben ca. 95% der Leute einen 
Helm auf. Selbst auf den örtlichen Kinderspielplätzen haben die Kinder 
beim Sandeln überwiegend einen Helm auf.

Als Zugehöriger der 5% Fraktion treffen einen nicht selten böse Blicke 
(sogar auf auf Wirtschaftswegen auf dem Acker) und Kommentare wie 
verantwortungslos usw. werden immer häufiger.

Wie kommt einer derartig unterschiedliche Handhabung zustande?
Sind die Niederländer wahnsinnig, oder die Deutschen bekloppt?

Viele Grüße
Gustav

von Jörg (zwischenfrequenz)


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Es wird halt regional sehr unterschiedlich entschieden wie Risiken 
beurteilt und ggf. minimiert werden sollen.

In diesem Fall kommt hinzu, dass in den Niederlanden die 
Radinfrastruktur extrem durchdacht ist. Fast immer sind Rad- und 
Autowege sicher getrennt. Radfahren ist tief in der Gesellschaft 
verankert, d.h. fast alle Autofahrer sind selbst regelmäßige Radfahrer 
und nehmen entsprechend Rücksicht. Zudem bewegen sich die Radfahrer sehr 
routiniert und sicher, weil sie schon von klein auf viele Wege mit dem 
Rad machen. Fast alle Kinder fahren ganz selbstverständlich mit dem Rad 
zur Schule, egal wie das Wetter ist.

von Michael B. (alter_mann)


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Gustav K. schrieb:
> Wie kommt einer derartig unterschiedliche Handhabung zustande?
> Sind die Niederländer wahnsinnig, oder die Deutschen bekloppt?

Die Holländer können besser Rad fahren und die Deutschen sind bekloppt.

von M. M. (blackcow)


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Gustav K. schrieb:
> Wenn ich mich hier umschaue (Kleinstadt), haben ca. 95% der Leute einen
> Helm auf. Selbst auf den örtlichen Kinderspielplätzen haben die Kinder
> beim Sandeln überwiegend einen Helm auf.

Spießer

von Bernd S. (bernds1)


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M. M. schrieb:
> Gustav K. schrieb:
>> Wenn ich mich hier umschaue (Kleinstadt), haben ca. 95% der Leute einen
>> Helm auf. Selbst auf den örtlichen Kinderspielplätzen haben die Kinder
>> beim Sandeln überwiegend einen Helm auf.
>
> Spießer

Das sind diejenigen, die pro Tag einen Liter Sagrotan brauchen :-)

von K. J. (Gast)


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Jörg H. schrieb:
> In diesem Fall kommt hinzu, dass in den Niederlanden die
> Radinfrastruktur extrem durchdacht ist. Fast immer sind Rad- und
> Autowege sicher getrennt. Radfahren ist tief in der Gesellschaft
> verankert, d.h. fast alle Autofahrer sind selbst regelmäßige Radfahrer
> und nehmen entsprechend Rücksicht. Zudem bewegen sich die Radfahrer sehr
> routiniert und sicher, weil sie schon von klein auf viele Wege mit dem
> Rad machen. Fast alle Kinder fahren ganz selbstverständlich mit dem Rad
> zur Schule, egal wie das Wetter ist.

Denke ich auch, dazu kommt noch das Helme in Deutschland nur wegen 
Unfällen mit Autos getragen werden, was in den Niederlanden nicht so das 
Problem sein wird, da ist alles strickt getrennt den Farad streifen auf 
den Straßen gibt es da nicht und wenn ist der mit Absperrungen versehen.

von Dumdi D. (dumdidum)


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Gustav K. schrieb:
> Selbst auf den örtlichen Kinderspielplätzen haben die Kinder beim
> Sandeln überwiegend einen Helm auf.

Vermutlich troll. Auf Spielplaetzen mit.Klettermoeglichkeit sind Helme 
saugefaehrlich.

von Harald W. (wilhelms)


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Gustav K. schrieb:

> Selbst auf den örtlichen Kinderspielplätzen haben die Kinder
> beim Sandeln überwiegend einen Helm auf.

Ja, ich würde auch vorschlagen, die zwingende Helmpflicht im Bett
einzuführen. Schliesslich könnte man ja nachts aus dem Bett fallen
und sich schwer verletzen. Ausnahmegenehmigungen sollte es nur für
Menschen geben, die direkt auf dem Boden schlafen.

von Georg M. (g_m)


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Gustav K. schrieb:
> Wenn ich mich hier umschaue (Kleinstadt), haben ca. 95% der Leute einen
> Helm auf.

Deswegen so wenige Organspender.

von Jens G. (jensig)


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@ Dumdi Dum (dumdidum)

>Gustav K. schrieb:
>> Selbst auf den örtlichen Kinderspielplätzen haben die Kinder beim
>> Sandeln überwiegend einen Helm auf.

>Vermutlich troll. Auf Spielplaetzen mit.Klettermoeglichkeit sind Helme
>saugefaehrlich.

Denke ich auch. Aber ich denke, hier geht es um Kinners, die mit Rad 
dahingekommen sind. Ich hoffe also mal, daß die nicht wegen dem Klettern 
die Helme auf haben.


Gustav K. (hauwech) schrieb:

>Sind die Niederländer wahnsinnig, oder die Deutschen bekloppt?

Ich glaube, da sind Menschen ganz anderer Kategorie eher wahnsinnig und 
bekloppt.
Z.B. Radfahrer, die einfach ohne Rücksicht auf "ihr Recht" pochen, egal, 
ob mit Helm oder nicht ...

von Harald W. (wilhelms)


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Georg M. schrieb:

>> Wenn ich mich hier umschaue (Kleinstadt), haben ca. 95% der Leute einen
>> Helm auf.
>
> Deswegen so wenige Organspender.

Ja, ich habe auch schon davon gehört, das viele, in Deutschen verbaute,
Spenderorgane aus den Niederlanden kommen.

von Vn N. (wefwef_s)


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K. J. schrieb:
> Denke ich auch, dazu kommt noch das Helme in Deutschland nur wegen
> Unfällen mit Autos getragen werden, was in den Niederlanden nicht so das
> Problem sein wird, da ist alles strickt getrennt den Farad streifen auf
> den Straßen gibt es da nicht und wenn ist der mit Absperrungen versehen.

Richtig, in den Niederlanden gibt es wesentlich weniger Fahrradunfälle.
Hierzulande käme ich im Leben nicht auf die Idee, abseits von Rad- oder 
Feldweg ohne Helm zu fahren, Rücksicht ist ein Fremdwort für viele.

von Jörg (zwischenfrequenz)


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Die durchdachte Verkehrsinfrastruktur war auch in den Niederlanden nicht 
schon immer so. Sie ist in den später 1960ern und früher 1970ern von der 
Bevölkerung erkämpft worden: Stop kindermoord.

https://bicycledutch.wordpress.com/2013/12/12/amsterdam-children-fighting-cars-in-1972/

https://bicycledutch.wordpress.com/2011/10/20/how-the-dutch-got-their-cycling-infrastructure/

Beitrag #5328628 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Gustav K. (hauwech)


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vn n. schrieb:
> Richtig, in den Niederlanden gibt es wesentlich weniger Fahrradunfälle.

Dazu würde ich mal gerne Zahlen sehen. Wenn es dort gefühlt 100x so 
viele Radfahrer gibt wie hier, werden die Unfallzahlen kaum geringer 
sein.

Dann hilft mir so eine schick lackierte bessere Designerkappe aus 
Styropor wenig, wenn mich ein LKW zermanscht. Zu allem Übel kann man 
auch ohne Fremdeinwirkung ziemlich übel auf die Fresse fliegen, was 
wahrscheinlich jeder aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

Zudem wird es bei der Menge an Radfahren sicherlich auch eine Menge 
Kollisionen geben und die Wahrscheinlichkeit, dass man sich beim 
folgenden Sturz den Schädel gehörig anschlägt, ist groß. Trotzdem ist 
niemand mit Helm unterwegs. Halte ich für ein absolutes Phänomen.

Hat jemand Erfahrungen, wie das im angrenzenden Ausland oder in anderen 
Ländern gehandhabt wird? Mit scheint, die deutsche Mentalität beinhaltet 
ein besonders ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis.

von S. M. (lichtmensch)


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Radfahren ist in DE leider wirklich gefährlich. Ich fahre seit ~2 Jahre 
mit dem Rad zur Arbeit. In diesen zwei Jahren bis ich öfters >5 mal fast 
um gefahren worden und einmal musste ich so stark Bremsen das es mich 
abgeworfen hat. Grund fast jedes mal hat man mir die Vorfahrt genommen. 
In Deutschland scheinen die Leute nicht zu wissen das Radfahrer auf dem 
Radweg genauso vorfahrt haben können.

von A. S. (Gast)


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Gustav K. schrieb:
> Trotzdem ist niemand mit Helm unterwegs. Halte ich für ein absolutes
> Phänomen

Irgendwie unterstellst Du, das fahren mit Helm sicherer wäre.

Auch wenn das "offensichtlich" ist, ist es höchstwahrscheinlich einfach 
falsch. Zumindest ist es nicht evident.

von Mw E. (Firma: fritzler-avr.de) (fritzler)


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@ S. M.
Zu Fuß gehen ist in DE leider wirklich gefährlich.
Ich laufe seit ~20+ Jahren. In diesen Jahren bin ich öfters >5 mal 
wöchentlich fast um gefahren worden und einmal musste ich aus dem Weg 
springen. Grund fast jedes mal hat man mir die Vorfahrt genommen.
In Deutschland scheinen die radfahrer nicht zu wissen dass Radfahrer auf 
dem
Fußweg nix zu suchen haben.

von Purzel H. (hacky)


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Ja, und dann gibt es noch die Radfahr-Radfahrer. Die verhalten sich 
derart fahrrad-infitriert, dass ihnen nie der Gedanke kaeme sie waeren 
ein Hindernis fuer Radfahrer. Da denen nie der Gedanke kaeme, sie 
muessten jemandem, zB einem Fahrradfahrer, den vortritt geben knallt es 
dann eben hin und wieder mit denen.

von Joachim B. (jar)


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S. M. schrieb:
> In Deutschland scheinen die Leute nicht zu wissen das Radfahrer auf dem
> Radweg genauso vorfahrt haben können.

ich bin in D auf dem Radweg auch schon in die sich öffnende Beifahrertür 
gelandet.
Hier ist die Radwegeplanung echt unterirdisch.

von Vn N. (wefwef_s)


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Gustav K. schrieb:
> vn n. schrieb:
>> Richtig, in den Niederlanden gibt es wesentlich weniger Fahrradunfälle.
>
> Dazu würde ich mal gerne Zahlen sehen. Wenn es dort gefühlt 100x so
> viele Radfahrer gibt wie hier, werden die Unfallzahlen kaum geringer
> sein.

Relative Zahlen sind dir ein Begriff?
Aber ja, Fahrradtote gibts auch in absoluten Zahlen unterproportional 
wenig.

von Falk B. (falk)


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@ Gustav K. (hauwech)

>Wie kommt einer derartig unterschiedliche Handhabung zustande?
>Sind die Niederländer wahnsinnig, oder die Deutschen bekloppt?

Letzteres. Sie haben eine Vollkaskomentalität und kein gesundes 
Risikobewußtsein mehr!

Beitrag #5329753 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Jemin K. (jkam)


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Das Problem ist mehrschichtig:
1. Sicherere Radwege verursachen weniger Unfälle
2. Ein Helm ist keine Garantie einen Unfall (besser) zu überleben
3. Die meisten Fahrradunfälle sind nicht so krass, das ein Helm wirklich 
was nutzt.

Helme sind dazu gedacht, schwerste Schädelverletzungen zu mindern. Sie 
bringen nur etwas bei Unfällen, die nahe an der Tötungsschwelle sind. 
Erst dann beginnt der Schaumstoff, die Energie umzuwandeln. Daher ist 
der Effekt des Helms in der Masse der Unfälle nicht direkt sichtbar. 
Aber irgendwann wird auch mal ein berühmter Niederländer sterben, der 
mit Helm überlebt hätte, und dann ändert es sich.
Wie beim Skifahren. Vor 15 Jahren: alle mit Mütze. Heute: alle mit Helm. 
Weder damals noch heute waren alle bekloppt oder besonders schlau.

Sagt übrigens jemand der ohne seinen Fahrradhelm heute nicht mehr am 
Leben wäre. Schlimmer Unfall bei Eisglätte.

von Falk B. (falk)


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@Jemin Kamara (jkam)

>Aber irgendwann wird auch mal ein berühmter Niederländer sterben, der
>mit Helm überlebt hätte, und dann ändert es sich.

Rudi Karell ist schon tot. ;-)

>Wie beim Skifahren. Vor 15 Jahren: alle mit Mütze. Heute: alle mit Helm.
>Weder damals noch heute waren alle bekloppt oder besonders schlau.

Hat Schumi auch nix genützt, im Gegenteil!

>Sagt übrigens jemand der ohne seinen Fahrradhelm heute nicht mehr am
>Leben wäre. Schlimmer Unfall bei Eisglätte.

Solche Fälle gab und gibt es immer. Siehe oben.

von Jemin K. (jkam)


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> Rudi Karell ist schon tot. ;-)

Fahrradunfall?

> Hat Schumi auch nix genützt, im Gegenteil!

Ohne Helm wäre er sofort tot gewesen. Zudem hat seine GoPro die 
Schutzwirkung seines Helms möglicherweise verringert.


>
> Solche Fälle gab und gibt es immer. Siehe oben.

Genau. Und deshalb trägt man einen Helm. Meistens nutzlos, selten 
lebensrettend.

von .● Des|ntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Manche Länder sind eben SEHR VIEL weiter voraus als Deutschland.

Ich nehme mal stark an,
dass in NL die Radwege auch über Land geräumt sind.

Diesbezüglich ist hier in D noch tiefstes Mittelalter.

in meinem Ort wird ja noch nicht
mal vor der Feuerwache der Schnee geräumt.
Sorry, aber unser Land ist bisweilen einfach nur peinlich.

von Vn N. (wefwef_s)


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Falk B. schrieb:
>>Wie kommt einer derartig unterschiedliche Handhabung zustande?
>>Sind die Niederländer wahnsinnig, oder die Deutschen bekloppt?
>
> Letzteres. Sie haben eine Vollkaskomentalität und kein gesundes
> Risikobewußtsein mehr!

Falks unglaubliches Talent, komplexe Problemstellungen auf die simple 
Wiedergabe eines Klischees zu reduzieren.

Beitrag #5330009 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Falk B. (falk)


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@Jemin Kamara (jkam)

>> Hat Schumi auch nix genützt, im Gegenteil!

>Ohne Helm wäre er sofort tot gewesen.

Ob es ihn jetzt besser geht?

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

>> Solche Fälle gab und gibt es immer. Siehe oben.

>Genau. Und deshalb trägt man einen Helm. Meistens nutzlos, selten
>lebensrettend.

Naja. Ich will ja nicht jeden Helm als nutzlos abstempeln. 
Fahrradkuriere, Profisportler und Amateur, die VIEL und schnell 
unterwegs sind, sind rein statistisch deutlich höher gefährdet als der 
Normalradler und damit mit einem Helm sicher gut bedient. Ebenso 
Skifahrer.

ABER!!!!

Das Problem ist der Trugschluß, daß man mit Helm dann nicht mehr 
Nachdenken und Vorsicht walten lassen muß. Dies führt zur mehr 
Leichtsinn und damit Unfällen.

Das 2. Problem ist die langfristig immer größer werdende 
Sensibilisierung bis hin zur Hypersensitivität, wo dann jeder Pups als 
lebensbedrohlich eingestuft wird und die Leute vor Angst und 
Schutzmaßnahmen fast schon in Schockstarre verfallen.

von Rainer U. (r-u)


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zusätzlich zum oben Gesagten, aus der direkten Beobachtung heraus 
zwischen Amsterdam und Berlin:

Die Amsterdamer fahren entspannter und nehmen mehr Rücksicht 
gegenseitig. Die Stadt ist für viele Radfahrer und wenige Autos 
ausgelegt.

In Berlin ist es anders. Ich fahre zwar gemächlich, aber wie oben 
genannt: Kuriere etc. fahren fast Radrennen und riskieren mehr. Und die 
Radweg-Ausstattung ist überwiegend schlecht. Ich denke nur beispielhaft 
an die Leipziger Straße zwischen Potsdamer Platz und Friedrichstraße.

Also tendenziell ja - wir sind eher die Bekloppten und können von den 
Amsterdamern viel lernen in dieser Hinsicht.

von A. S. (Gast)


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Ein Helm ist vielschichtig:

- Kinder unter 8 oder 6 sollten einen Helm tragen, ja. Aber ganz 
ehrlich: Die gehören nicht mit Fahrrad in den Straßenverkehr. Punkt.

- Rennradler und E-Biker, die dauerhaft und ohne Konzentration >>12km/h 
unterwegs sind, sollten zum Helm verpflichtet werden.

- Wer 20km stramm zur Arbeit trampelt, kann über einen Helm nachdenken, 
wenn er ihn für nützlich hält.

Das Heer der Gelegen-heits und Sonntagsfahrer, die mit doppelter 
Schrittgeschwindigkeit dahingleiten, beim Bergab mit 25 im Adrenalin 
baden, die mit dem BMX zum Spielplatz und zurück cruisen, ... all denen 
nützt ein Helm meist wenig. Hier verleitet er im  Gegenteil dazu die 
vielen selbstverursachten kleinen Unfälle nicht abzufangen sondern 
schockstar den Aufprall abzuwarten. Vom Erhängen in Spielgeräten mal 
ganz zu schweigen.

Was bei den schlimmen Unfällen mit Helm nämlich vergessen wird: einige 
davon wären ohne Helm nicht schlimm verlaufen. Sei es, weil der Helm 
eigene Reflexe aberzogen hat, oder weil der Helm als Hebel die schwere 
Verletzung erst verursacht.

Mal nur zur Diskussion: Im Auto würde ein Helm ähnlich viel bewirken wie 
auf dem Fahrrad. Der einzige Grund, warum der Helm fürs Fahrrad 
gefordert wird, ist der, dass hier nur eine Minderheit betroffen ist, 
die zudem alle Autofahrer nervt.

von Sven D. (Gast)


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Achim S. schrieb:
> Hier verleitet er im  Gegenteil dazu die
> vielen selbstverursachten kleinen Unfälle nicht abzufangen sondern
> schockstar den Aufprall abzuwarten.

Ist das belegbar? Mein Bullshitdetektor reagiert.

von Mac G. (macgyver0815)


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Gute Radwege überall ist in einem deutlich kleineren Land aber auch 
einfacher durch und umsetzbar. Die Niederlande sind nur ähnlich groß wie 
ein Bundesland in DE.
Bis sich hier in DE alle einig sind und dann auch noch das Geld dafür da 
ist... das ganze Straßennetz in allen Städten umbauen wäre nicht gerade 
einfach und billig.
Das hätte man hier auch vor 40 - 50 Jahren anfangen müssen, dann sähe 
das übliche Stadtbild heute anders aus...

von .● Des|ntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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wer nicht wie Michael Schumacher nach einem Unfall
 wie ein Zombie* zurückbleiben will, wird schon von sich aus
einen Helm tragen. Von daher kann ich das nicht wirklich verstehen,
warum man solch einen Wind darum macht.
Es wird auch keinem weh tun wenn man daraus eine Pflicht machen würde.

Der Gurt im Auto tut heute auch niemandem weh.
Was war DAS damals für'n Aufschrei,
als man das zur Pflicht gemacht hat.

Da zogen sich dann einige ein T-Shirt
mit aufgemalten schwarzen Streifen an,
damit das dann so wie ein Gurt aussah.

Für solche Leute sind derartige Pflichten dann ganz genau richtig.

*so oder so ähnlich wird Herr S. ja wohl sein,
sonst hätte man schon längst wieder was von dem gehört.

von (prx) A. K. (prx)


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Zwischen Helm und Gurt gibt es einen wesentlichen Unterschied: Der Gurt 
bleibt im Auto. Den Helm hingegen schleppt man mit sich rum, er 
behindert.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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A. K. schrieb:
> Zwischen Helm und Gurt gibt es einen wesentlichen Unterschied: Der Gurt
> bleibt im Auto. Den Helm hingegen schleppt man mit sich rum, er
> behindert.

Das ist jedem selbst überlassen.

Wir lassen unsere Helme immer am Tandem - unabgeschlossen.
Auch vorher habe ich meinen nur an der Sattelstütze angebracht.

Bisher wurde noch nie einer entwendet.

Wer Angst um seinen 30€-Helm hat, kann ihn ja über den Kinnriemen mit 
abschließen.

von Paul B. (paul_baumann)


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A. K. schrieb:
> Zwischen Helm und Gurt gibt es einen wesentlichen Unterschied: Der Gurt
> bleibt im Auto. Den Helm hingegen schleppt man mit sich rum, er
> behindert.

Manch Einer benutzt weder Helm noch Gurt und es geht ihm trotzdem 
blendend:

Kurt

https://www.youtube.com/watch?v=O3ouFR2GR34

MfG Paul

von H. O. (oster)


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vn n. schrieb:

> Relative Zahlen sind dir ein Begriff?
> Aber ja, Fahrradtote gibts auch in absoluten Zahlen unterproportional
> wenig.

Alles relativ:


"Nach Einführung der Helmpflicht für Fahrradfahrer in Australien erhöhte 
sich die Helmtragequote von 40 auf 90 Prozent. Dem stand eine 
Verminderung des Radverkehrs um 29% sowie eine Verminderung der 
verunfallten Radfahrer um 22% gegenüber. Das Resultat aus diesen 
Ergebnissen ist, dass das Unfallrisiko für jeden einzelnen Radfahrer 
durch die Helmpflicht um 10% angestiegen ist."



https://rad-spannerei.de/2012/03/02/warum-fahrradhelme-nicht-die-verletzungsgefahr-von-radfahrern-reduzieren/

von .● Des|ntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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A. K. schrieb:
> Den Helm hingegen schleppt man mit sich rum, er
> behindert.

Du bist also nach einem Fahrradsturz lieber ein Wrack,
was mit einem Helm leicht vermeidbar gewesen wäre?

von Falk B. (falk)


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@J-A VdH ● (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector)

>> Den Helm hingegen schleppt man mit sich rum, er
>> behindert.

>Du bist also nach einem Fahrradsturz lieber ein Wrack,
>was mit einem Helm leicht vermeidbar gewesen wäre?

Natürlich nicht. Und natürlich kann ein Helm schwere Schädelverletzungen 
verhindern. Aber er ist nicht der Schutzengel, der jeden Blödsinn und 
Leichtsinn abfängt. Mit einem Minimum an Vorsicht und Rücksicht von 
ALLEN Teilnehmern im Straßenverkehr lassen sie mehr Unfälle jeglicher 
Art vermeiden als mit Helmpflicht. Denn das ist nur ein Hochrüsten. Dumm 
ist, daß man Rücksicht und Vorsicht noch weniger verordnen kann als 
einen Helm.

von A. S. (Gast)


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Jemin K. schrieb:
> Sagt übrigens jemand der ohne seinen Fahrradhelm heute nicht mehr am
> Leben wäre. Schlimmer Unfall bei Eisglätte.

Aus tiefstem Herzen freue ich mich, dass es letztendlich glimpflich war. 
Trotzdem die Nachfrage: ist es sicher, dass es ohne Helm schlimmer 
gewesen wäre? Oder hat nur jemand aufgrund eines zerbrochenen Helms 
darauf geschlossen?

Wo ich die Schutzwirkung uneingeschränkt anerkenne, sind z.B. die 
Frontalen stürze gegen Wände, Autos, etc. wo quasi die Hände noch am 
Lenker sind.

Bei allem seitlichen oder mit Flugphase ist ein Schutzhaltung der Armen 
quasi unterdrückt, sobald man Helm trägt. Wer es nicht glaubt, einfach 
ausprobieren (z.B. im sandigen Gelände oder auf diesen dicken Matten im 
Sportunterricht).

von Joachim B. (jar)


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A. K. schrieb:
> Den Helm hingegen schleppt man mit sich rum

Chris D. schrieb:
> Das ist jedem selbst überlassen.

eben ich schliesse den mit dem Fahrradschloß an, OK wenn den einer 
abschneidet habe ich Pech, ist aber in 3 Jahren noch nie vorgekommen.

von Mark B. (markbrandis)


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Jemin K. schrieb:
> Sagt übrigens jemand der ohne seinen Fahrradhelm heute nicht mehr am
> Leben wäre. Schlimmer Unfall bei Eisglätte.

Verstehe ich nicht, warum man bei Eisglätte unbedingt mit dem Fahrrad 
fahren muss.

von Falk B. (falk)


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@Mark Brandis (markbrandis)

>> Sagt übrigens jemand der ohne seinen Fahrradhelm heute nicht mehr am
>> Leben wäre. Schlimmer Unfall bei Eisglätte.

>Verstehe ich nicht, warum man bei Eisglätte unbedingt mit dem Fahrrad
>fahren muss.

Ich fahr im Sommer mit dem Fahrrad immer zum Eis essen! ;-)

von Guido B. (guido-b)


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Falk B. schrieb:
> Dumm
> ist, daß man Rücksicht und Vorsicht noch weniger verordnen kann als
> einen Helm.

Ist ja nach Paragraph 1 STVO so, hält sich nur kaum jemand dran.

von .● Des|ntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Mark B. schrieb:
> Jemin K. schrieb:
>> Sagt übrigens jemand der ohne seinen Fahrradhelm heute nicht mehr am
>> Leben wäre. Schlimmer Unfall bei Eisglätte.
>
> Verstehe ich nicht, warum man bei Eisglätte unbedingt mit dem Fahrrad
> fahren muss.

es gibt auch immer welche, die dabei mit Mofa,
Mopped etc durch die Gegend eiern.

von Frank M. (ukw) (Moderator) Benutzerseite


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S. M. schrieb:
> In Deutschland scheinen die Leute nicht zu wissen das Radfahrer auf dem
> Radweg genauso vorfahrt haben können.

In Köln wissen die Radfahrer noch nichtmals, dass sie auf einem 
Fußgängerüberweg keine Vorfahrt haben, wenn sie nicht vorher 
absteigen.

Selbst nachträglich angebrachte Vorfahrt-Achten-Schilder für die 
Radfahrer bringen nichts: Die brettern ohne abzubremsen einfach rüber, 
ohne vorher nach links und rechts zu schauen. Erst vor kurzem wurde ein 
Radfahrer in der Nachbarschaft auf dem Fußgängerweg schwer verletzt, 
weil er angefahren wurde - laut Kölner Stadtanzeiger hatte ihn die 
Autofahrerin "übersehen". Tatsächlich war da aber ein 
Vorfahrt-Achten-Schild angebracht - für den Radfahrer. Und das hätte 
noch nichtmals da sein müssen.

von Matthias L. (limbachnet)


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Ich habe zwei Kollegen, die in den letzten Jahren einen Fahrradunfall 
mit Helm hatten.

Einer ist sportlich unterwegs und hat sich beim Ausweichen auf die 
Schnauze gelegt; bei dem hat der Helm den Aufprall des Schädels auf der 
Bordsteinkante verhindert. Der Kopf blieb unbeschädigt, den Helm hat's 
komplett zerlegt. Das  wäre ohne Helm deutlich böser ausgegangen.

Der andere ist Verkehrs-Radler, also flott unterwegs, aber ohne 
Renn-Ambitionen. Den hat ein Auto von der Seite auf die Hörner genommen, 
zahlreiche Knochenbrüche, der behelmte Kopf hat die Windschutzscheibe 
eingeschlagen, ist selbst aber äußerlich unbeschädigt geblieben (eine 
Gehirnerschütterung gab's natürlich trotzdem). Ohne Helm wäre auch das 
eine größere Sauerei geworden...

Beide Fahrer sind allerdings schon älter (Größenordnung: um die 50) und 
haben ihre Abwehrreflexe daher ohne Helm kultiviert. Und n=2 ist keine 
statistisch relevante Basis, schon klar. Aber zwei solche Beispiele 
motivieren (mich) doch zum Tragen des Helms.

von Purzel H. (hacky)


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Man kann sich schuetzen oder auch nicht. Ich empfehle auch eine 
anliegende Sonnen- resp Schutzbrille und Handschuhe.
Ein dickeres Insekt ins Auge ist nicht gut, auch wenn das Lid schnell 
genug schliesst. Bei hoeheren Geschwindigkeiten reicht die Reaktionszeit 
nicht mehr.
Und die Handschuhe schaetzt man wenn man den Flieger macht, sprich mit 
den Haenden auf dem Asphalt landet. Die Haut ist schnell weg... eine 
Heilung entsprechend zeitraubend.

von Paul B. (paul_baumann)


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Zwölf M. schrieb:
> Und die Handschuhe schaetzt man wenn man den Flieger macht, sprich mit
> den Haenden auf dem Asphalt landet.
Das beschreibt der Fachmann mit dem Begriff "Asphalt-Flechte"
> Die Haut ist schnell weg...
Daher auch der Ruf des Gestürzten: "Haut ab!"

MfG Paul

von Harald W. (wilhelms)


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Matthias L. schrieb:

> Den hat ein Auto von der Seite auf die Hörner genommen,
> zahlreiche Knochenbrüche, der behelmte Kopf hat die Windschutzscheibe
> eingeschlagen, ist selbst aber äußerlich unbeschädigt geblieben

Nun gut, ich hatte vor längerer Zeit auch einen Unfall mit meinem
Auto, bei der ein junges Mädchen (ohne Rad und ohne Helm) auf meiner
Motorhaube gelandet ist. Die Windschutzscheibe wurde dabei auch
beschädigt. Sie kam zwar auch ins Krankenhaus, konnte dieses aber
nach wenigen Tagen verlassen. Sollten wir jetzt auch Helme für alle
Fußgänger auf der Strasse vorschreiben, damit solche Unfälle glimpf-
licher verlaufen?

von Achim B. (bobdylan)


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Zwölf M. schrieb:
> Ich empfehle auch eine
> anliegende Sonnen- resp Schutzbrille und Handschuhe.
> Ein dickeres Insekt ins Auge ist nicht gut

Die Brille braucht es nicht. Man kann mit den Handschuhen vorm Gesicht 
rumwedeln, und dadurch die Insekten verscheuchen.

von Matthias L. (limbachnet)


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Harald W. schrieb:
> Sollten wir jetzt auch Helme für alle
> Fußgänger auf der Strasse vorschreiben, damit solche Unfälle glimpf-
> licher verlaufen?

Wo bitte habe ich irgendwas von "vorschreiben" empfohlen?

von (prx) A. K. (prx)


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Harald W. schrieb:
> Sollten wir jetzt auch Helme für alle
> Fußgänger auf der Strasse vorschreiben, damit solche Unfälle glimpf-
> licher verlaufen?
https://pbs.twimg.com/media/CEU6ZJbXIAAXIoK.jpg

von Axel L. (axel_5)


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H. O. schrieb:

>
> "Nach Einführung der Helmpflicht für Fahrradfahrer in Australien erhöhte
> sich die Helmtragequote von 40 auf 90 Prozent. Dem stand eine
> Verminderung des Radverkehrs um 29% sowie eine Verminderung der
> verunfallten Radfahrer um 22% gegenüber. Das Resultat aus diesen
> Ergebnissen ist, dass das Unfallrisiko für jeden einzelnen Radfahrer
> durch die Helmpflicht um 10% angestiegen ist."
>

Das Interessante daran ist eigentlich, dass der Radverkehr so abgenommen 
hat.

Haupttodes- und Krankheitsursachen sind Herz-/Kreislauferkrankungen die 
überwiegend durch mangelnde Bewegung verursacht werden. Dagegen sind 
Fahrradunfälle mit Todesfolge vergleichsweise wenig.

Man sollte sich also schon überlegen, welches Übel man angeht. Bringt ja 
nichts, wenn man 10 Radfahrern den Schädel rettet und dafür 1000 mehr an 
einem Herzkollaps sterben. Das setzt natürlich auch voraus, dass die 
saubere Luft haben beim Fahrradfahren.

Gruss
Axel

von Paul B. (paul_baumann)


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Axel L. schrieb:
> Das setzt natürlich auch voraus, dass die
> saubere Luft haben beim Fahrradfahren.

Dazu könnte man die Helme auch mit Luftfiltergehäusen kombinieren. 
Einfach, chic und formschön:


https://autoline.de/-/Verkauf/Luftfilter/LKW/IVECO-504079907--12110309570290864700

MfG Paul

von Falk B. (falk)


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@ Paul Baumann (paul_baumann)

>Dazu könnte man die Helme auch mit Luftfiltergehäusen kombinieren.
>Einfach, chic und formschön:

Willst du Millionen von Menschen SO rumlaufen sehen?

https://vignette.wikia.nocookie.net/characters/images/5/51/Bender.jpg/revision/latest?cb=20171114011653

von Paul B. (paul_baumann)


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Falk B. schrieb:
> Willst du Millionen von Menschen SO rumlaufen sehen?

Na, sag mal: Was erwartest Du von mir für eine Antwort darauf?

:)

Siehst Du.

MfG Paul

von Mac G. (macgyver0815)


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Vielleicht für Fußgänger so:
http://www.der-postillon.com/2018/02/bvb-reus.html

Leute mit Stil würden die rosa ESD Folie nehmen...
Plus Helm natürlich.

von Wolfgang S. (ws01)


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S. M. schrieb:
> Radfahren ist in DE leider wirklich gefährlich.

Bundeskanzler sein auch. Da gab es mal einen ziemlich schwergewichtigen, 
der hat sich von seinem Treppensturz nie wieder erholt. Wenn man 
bedenkt, wie wenige Bundeskanzler wir haben, ist die Quote solcher 
Vorfälle verdammt hoch.  Aber auch Schlagersänger sind gefährdet. Erst 
letztes Jahr ...

Trotzdem, das sind Einzelfälle. Was Zweiradfahrer angeht, da sterben 
eher die Motorradfahrer wie die Fliegen, meist fängt das so um Ostern 
an.  Und natürlich die meist älteren Ebike/Pedelecfahrer, da gibt es 
aktuell eine regelrechte Epidemie.   Wenn man die ausklammert, was durch 
die Zusammenlegung der Statistiken schwerer geworden ist - ein Schelm, 
der Böses dabei denkt -, ist für den Rest, normale Radfahrer auf 
unmotorisierten Fahrrädern, das Risiko unbedeutend. Wenn man bedenkt, 
daß Herz-Kreislauferkrankungen in der Todesursachenstatistik die erste 
Handvoll Spitzenpositionen belegt, ist nicht Radfahren viel 
gefährlicher als Radfahren.


> Ich fahre seit ~2 Jahre
> mit dem Rad zur Arbeit. In diesen zwei Jahren bis ich öfters >5 mal fast
> um gefahren worden und einmal musste ich so stark Bremsen das es mich
> abgeworfen hat. Grund fast jedes mal hat man mir die Vorfahrt genommen.
> In Deutschland scheinen die Leute nicht zu wissen das Radfahrer auf dem
> Radweg genauso vorfahrt haben können.

Und das werden die Leute auch nicht mehr lernen, trotz aller Bemühungen. 
Ein guter Grund, Radwege zu meiden und zügig auf der Fahrbah zu fahren. 
Auch im Auto ist mir ein Radfahrer, der vor mir in meinem Sichtfeld 
fährt, den ich sehe, lieber als einer neben mir auf dem Radweg, den ich 
nicht sehe, weil er von irgend einer Straßenrandmöblierung verdeckt 
wird. Die meisten und vor allem die gefährlichsten  Kollisionen 
passieren beim Abbiegen, nicht auf der Strecke!

Radwege bauen heißt Fallen stellen. Und wer im Auto oder beim 
Fensterputzen, Treppensteigen oder Joggen keinen Helm trägt, kann das 
getrost auch beim Radfahren bleiben lassen.  Wer was für seine 
Sicherheit tun will, sollte selbstbewußtest Fahren sowie Bremsen in 
unterschiedlichen Verkehrssituationen üben.

von Wolfgang S. (ws01)


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Matthias L. schrieb:
> Ich habe zwei Kollegen, die in den letzten Jahren einen Fahrradunfall
> mit Helm hatten.

Dann denk mal drüber nach, daß Du die selbe Geschichte auch erzählen 
könntest, wenn Du Helm durch "weiße Porzellanhaube" ersetzt.

>
> Einer ist sportlich unterwegs und hat sich beim Ausweichen auf die
> Schnauze gelegt; bei dem hat der Helm den Aufprall des Schädels auf der
> Bordsteinkante verhindert.

Erstens sind Leichtsturzhelme, wie man sie Radfahrern andreht, für 
Kanten unterspezifiziert, das sind keine Motorradhelme mit 
durchschlagfester Schale. Zweitens ist es eine Illusion. Der Helm 
verhindert keinen Aufprall, er verursacht sie durch seinen grösseren 
Durchmesser z.T. sogar.

Um zu glauben, dass die Verzögerung durch den den mehrfach 
durchbrochenen, kaum daumendicken Styropor unter wechselden Bedingungen 
klein genug ist, um nicht schon beim Aufprall den befürchteten Schaden 
anzurichten, aber groß genug, um nicht vorzeitig komprimiert zu werden - 
mit der Folge, daß der Kopf nun gegen die komprimierte, betonharte 
Innenseite des Helmes schlägt, darf man die Normen und vor allem die 
Diskussionen in den Normungsgremien nicht gelesen haben.

>Der Kopf blieb unbeschädigt, den Helm hat's
> komplett zerlegt.

Die weiße Porzellanhaube hätte es auch zerlegt.  Fahrradhelme sind 
ziemlich fragil. Im übrigen ist der Umstand, daß es einen Fahrradhelm 
"zerlegt" hat, ein deutliches Indiz dafür, daß er versagt hat.  Wenn man 
mal leichte Schürfwunden ausklammert, gegen die eine Baseballkappe oder 
schlicht der Haarschopf genau so schützt, besteht seine einzige Funktion 
darin, den zeitlichen Verlauf der lineare Verzögerung beim Aufprall zu 
strecken, um die Maximalbeschleuigung zu reduzieren. Ein Helm, der 
zerbricht, kann das nicht.

>Das  wäre ohne Helm deutlich böser ausgegangen.

Für diese Vermutung besteht kein Anlaß. Vielleicht wäre ohne Helm ja 
überhaupt nichts passiert. Risikokompensation existiert. Wer hätte den 
Spruch "ohne Helm würde ich mich nicht trauen, ..." nicht schon mal 
gehört, vor allem von Sportlern?

>
> Der andere ist Verkehrs-Radler, also flott unterwegs, aber ohne
> Renn-Ambitionen. Den hat ein Auto von der Seite auf die Hörner genommen,
> zahlreiche Knochenbrüche, der behelmte Kopf hat die Windschutzscheibe
> eingeschlagen, ist selbst aber äußerlich unbeschädigt geblieben (eine
> Gehirnerschütterung gab's natürlich trotzdem). Ohne Helm wäre auch das
> eine größere Sauerei geworden...

Jan Ullrich ist mal beim Training mit dem Kopf durch die Heckscheibe 
gegangen, die Scheibe ist zu Bruch gegangen, ihm ist nichts passiert. 
Damals wurden beim Training noch keine Helme getragen.  Wenn die 
Umstände weniger glücklich gewesen wären, hätte weder dem einen noch dem 
anderen so ein Leichthelm etwas genützt. Umgekehrt wäre im obigen Fall 
vermutlich ohne Helm auch nichts passiert. Man weiß es nicht. Wie 
gesagt, mit einer Porzellanhaube hätte man die selbe Story fabrizieren 
können.

Den Leuten zu suggerieren, daß Radhelme beim Zusammenprall mit einem 
schnell fahrenden Auto nennenswert mehr Schutz geben als ein 
dazwischengehaltener Pappdeckel, solltest Du Dir noch mal reiflich 
überlegen.



>
> Beide Fahrer sind allerdings schon älter (Größenordnung: um die 50) und
> haben ihre Abwehrreflexe daher ohne Helm kultiviert.

Und da kommen dann zwei deutlich relevantere Faktoren ins Spiel. Alter 
ist ein Risikofaktor, was Sturzverletzungen angeht - aber keineswegs 
bloß beim Radfahrern, sondern bei jeder Art von körperlicher Betätigung. 
Forderst Du Seniorenhelme für Autofahrer, Spaziergänger, Jogger? Wenn 
nein, warum nicht?

Der andere Faktor ist in der Tat die Adaption. Kinder lernen, ihren Kopf 
zu schützen, in einem Alter, in dem sie dies aufgrund schneller Reflexe, 
geringen Gewichts und niedriger Fallhöhe noch ungefährdet tun können. 
Die Kopfschwarte ist aus gutem Grund sehr schmerzempfindlich. Wir tun 
ihn nichts Gutes, wenn wir sie in Watte packen.


> Und n=2 ist keine
> statistisch relevante Basis, schon klar.

Für eine vernünftige Hypothese braucht man keine statistische Basis. Was 
macht eine vernünftige Hypothese aus? Eine der simpelsten Wege, eine 
Story abzuklopfen besteht darin, den zentralen Begriff der Behauptung 
durch einen anderen zu ersetzen.  Wenn die Story in sich stimmig bleibt, 
die These dann aber offenbar absurd ist, dann steckt ganz sicher 
irgendwo eine gut versteckte Annahme.  Hier besteht sie darin, daß in 
diesem anekdotischen "Beweis" der Wirksamkeit der Helme deren 
Wirksamkeit bereits als Voraussetzung eingeht. Es ist ein Zirkelschluß, 
der durch die Einbettung in zwei kleine Geschichten nicht direkt 
auffällt.


>Aber zwei solche Beispiele
> motivieren (mich) doch zum Tragen des Helms.

Mich bestärkt es eher darin, dies für keine sonderlich kluge Idee zu 
halten.  Ich habe viele solche Stories gehört, nur daß es da nicht um 
Helme ging, sondern um Bachblüten. In manchen Kindergärten kennt jede 
zweite Mutter eine dritte und deren Bruder, dessen Kind schon mal durch 
rechtzeitige Gabe einer Dosis Notfalltropfen vor dem Erstickungstod 
bewahrt wurde. Oder so. Und, was kann es denn schon schaden?

(Antwort, nichts, bis dann mal wirklich eine Fischgräte quersteckt oder 
ein Allergieschub im Anmarsch ist. Das kann dann wirklich Leben kosten)

von Axel S. (a-za-z0-9)


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● J-A V. schrieb:
> A. K. schrieb:
>> Den Helm hingegen schleppt man mit sich rum, er
>> behindert.
>
> Du bist also nach einem Fahrradsturz lieber ein Wrack,
> was mit einem Helm leicht vermeidbar gewesen wäre?

Das ist gleich doppelt am Thema vorbei. Denn die Frage, ob ein Helm ein 
(mit sich herumzutragendes) Ärgernis darstellt, ist ja erstmal 
unabhängig von der Schutzwirkung des Helms im Fall des Falles.

Aber auch für letzteren wird fast immer (warum eigentlich?) unlauter 
argumentiert. Denn die weit überwiegende (95%?) Menge an 
Fahrrad-Unfällen resultiert lediglich in Schürfwunden an Händen, Knieen 
oder Ellenbogen und die Schutzwirkung eines Helms wäre faktisch 0.

Keine Frage: bei Unfällen, bei denen der Radfahrer direkt auf den Kopf 
fällt, entfaltet der Helm eine Schutzwirkung. Nur ist der Anteil dieser 
Unfälle eine Minderheit! Tatsächlich verunglücken in absoluten Zahlen 
viel mehr Menschen im Haushalt als auf dem Fahrrad (Größenordnung: 
10.000 vs. 400). Und auch im Hauhalt fallen viele auf den Kopf und 
könnten durch einen Helm gerettet werden. Trotzdem höre ich von keiner 
Seite ein Plädoyer für eine Helmpflicht bei der Hausarbeit. Weil jedem 
klar wäre, was das für ein Unsinn ist. Aber bei den Radfahrern kann man 
es ja mal versuchen, oder?

Persönlich mache ich da eine Risiokoabwägung. Bei Rennveranstaltungen 
trage ich einen Helm (hat mich jetzt mindestens 1x vor Schlimmerem 
bewahrt). Dito bei Abfahrten die steil oder kompliziert sind oder bei 
schwierigen Witterungsverhältnissen (Winter, siehe aus dem Fenster) 
stattfinden. Für Spaßrunden im Flachland oder für den Weg ins Schwimmbad 
setze ich aber eben konsequent keinen Helm auf. Ganz bewußt. Und mir ist 
auch echt Wumpe, was Otto Normalradler mit seinen 250km im Jahr dazu 
sagt. Ich fahre 30x so viel. Da kann ich mir auch die 30-fache Kompetenz 
zutrauen.

von .● Des|ntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Axel S. schrieb:
> Da kann ich mir auch die 30-fache Kompetenz zutrauen.

nützt aber nix, wenn andere Vollpfosten in Deine Risikoabwägung
dazwischen knallen

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Axel S. schrieb:
> Aber auch für letzteren wird fast immer (warum eigentlich?) unlauter
> argumentiert. Denn die weit überwiegende (95%?) Menge an
> Fahrrad-Unfällen resultiert lediglich in Schürfwunden an Händen, Knieen
> oder Ellenbogen und die Schutzwirkung eines Helms wäre faktisch 0.

Ja, bestimmt - vor allem außerhalb von Städten dürfte das hinkommen. Das 
sind die Unfälle, wo man kein Hindernis vor sich hat und die Energie 
langsam (und schmerzhaft ;-) abbauen kann. Meist rutscht man da wohl 
seitlich weg - dass man nach vorne absteigt ist schon sehr selten.

> Keine Frage: bei Unfällen, bei denen der Radfahrer direkt auf den Kopf
> fällt, entfaltet der Helm eine Schutzwirkung. Nur ist der Anteil dieser
> Unfälle eine Minderheit!

Allerdings sind das dann meist auch die schweren. Innerhalb von Städten 
dürfte die Anzahl mit plötzlich auftauchenden Hindernissen ohne 
Bremsmöglichkeit deutlich höher sein. Und da trifft der Kopf schon sehr 
viel öfter als erstes auf, wenn man über den Lenker geht.

> Tatsächlich verunglücken in absoluten Zahlen
> viel mehr Menschen im Haushalt als auf dem Fahrrad (Größenordnung:
> 10.000 vs. 400).

Das liegt aber auch eher daran, dass sich praktisch jeder über längere 
Zeit in einem Haushalt aufhält, während der Zeitraum des Radfahrens 
dagegen verschwindend gering ist.

> Und auch im Hauhalt fallen viele auf den Kopf und
> könnten durch einen Helm gerettet werden. Trotzdem höre ich von keiner
> Seite ein Plädoyer für eine Helmpflicht bei der Hausarbeit. Weil jedem
> klar wäre, was das für ein Unsinn ist. Aber bei den Radfahrern kann man
> es ja mal versuchen, oder?

Ich bin auch nicht für eine Helmpflicht für Radfahrer - ich finde, jeder 
sollte das selbst entscheiden. Außerdem würde so etwas wohl dazu führen, 
dass weniger ein Rad benutzen. Frau, Frisur. usw ;-)

> Persönlich mache ich da eine Risiokoabwägung. Bei Rennveranstaltungen
> trage ich einen Helm (hat mich jetzt mindestens 1x vor Schlimmerem
> bewahrt). Dito bei Abfahrten die steil oder kompliziert sind oder bei
> schwierigen Witterungsverhältnissen (Winter, siehe aus dem Fenster)
> stattfinden. Für Spaßrunden im Flachland oder für den Weg ins Schwimmbad
> setze ich aber eben konsequent keinen Helm auf. Ganz bewußt. Und mir ist
> auch echt Wumpe, was Otto Normalradler mit seinen 250km im Jahr dazu
> sagt. Ich fahre 30x so viel. Da kann ich mir auch die 30-fache Kompetenz
> zutrauen.

Wir tragen beide Helme, allerdings ist ein Tandem auch noch eine andere 
Geschichte, gerade in der Stadt. Zu zweit fährt man aber deutlich 
defensiver, hat allerdings eine bessere Bremsverzögerung auf dem 
Vorderrad, weil der Schwerpunkt viel weiter hinten liegt. Aber die 
Abfahrten sind natürlich deutlich schneller - wenn mich mein Heizer 
nicht einbremsen würde. Mein Tipp: dem Heizer keinen nachträglichen 
Tacho montieren ;-)

von Sven D. (Gast)


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Wolfgang S. schrieb:
> Im übrigen ist der Umstand, daß es einen Fahrradhelm
> "zerlegt" hat, ein deutliches Indiz dafür, daß er versagt hat.

Nein. Die Tatsache das es den Helm zerlegt hat, ist ein Indiz dafür, das 
er die Energie des Aufpralls aufgenommen hat bevor der Schädelknochen 
diese Aufgabe übernehmen musste.

von Purzel H. (hacky)


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>Flachpfeife schrieb :
>Fahrradhelme sind ziemlich fragil. Im übrigen ist der Umstand, daß es einen 
Fahrradhelm "zerlegt" hat, ein deutliches Indiz dafür, daß er versagt hat.

Eben nicht. Am meisten Energie kann man durch plastische Verformung 
absorbieren. Das machen die Formel 1 Wagen genau so. Die koennen mit 200 
in eine Wand fahren, dem Fahrer hat's nichts gemacht, aber den Wagen 
hats in Fasern zerlegt.

von (prx) A. K. (prx)


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Chris D. schrieb:
> dass man nach vorne absteigt ist schon sehr selten.

Kein Problem. Wenn du seit Jahren auf der gleichen Strecke fährst und 
völlig überraschend vor dir eine geschlossene Schranke auftaucht.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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A. K. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> dass man nach vorne absteigt ist schon sehr selten.
>
> Kein Problem. Wenn du seit Jahren auf der gleichen Strecke fährst und
> völlig überraschend vor dir eine geschlossene Schranke auftaucht.

Oder 'ne Wutz - das tut auch weh. Die war so überrascht wie ich, wir 
konnten aber beide die Fahrt/Reise fortsetzen ;-)

OT: Eine Wildschweinbegegnung hatte ich letzte Woche, als ich mit einem 
Freund laufen war. Mittagszeit, freie Fläche, überall nur Felder und 
dann kommt ein Keiler im gemütlichen Galopp fast auf Dich zu und 
passiert Dich in etwa 15 Metern. Da wird einem auch erstmal "anders". 
Der hat sich aber glücklicherweise Null für uns interessiert, auch nicht 
die Richtung geändert.

von Axel L. (axel_5)


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Sven D. schrieb:
> Wolfgang S. schrieb:
>> Im übrigen ist der Umstand, daß es einen Fahrradhelm
>> "zerlegt" hat, ein deutliches Indiz dafür, daß er versagt hat.
>
> Nein. Die Tatsache das es den Helm zerlegt hat, ist ein Indiz dafür, das
> er die Energie des Aufpralls aufgenommen hat bevor der Schädelknochen
> diese Aufgabe übernehmen musste.

Da frage ich mich aber schon, was für eine Energiemenge so ein Helm 
aufgenommen haben soll, der zerbrochen ist. So eine Styroporschale 
zerbricht ja relativ leicht.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Wucht von einer Kante auf den 
Schädel mit Kerbwirkung durch den helm verteilt wird, aber ein flächiger 
Aufprall, wie eine Windschutzscheibe dürfte der kaum verändern.

Gruss
Axel

von Wolfgang S. (ws01)


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Sven D. schrieb:
> Wolfgang S. schrieb:
>> Im übrigen ist der Umstand, daß es einen Fahrradhelm
>> "zerlegt" hat, ein deutliches Indiz dafür, daß er versagt hat.
>
> Nein. Die Tatsache das es den Helm zerlegt hat, ist ein Indiz dafür, das
> er die Energie des Aufpralls aufgenommen hat bevor der Schädelknochen
> diese Aufgabe übernehmen musste.

Es tut mir leid, aber das ist ein populäres Erklärungsmuster und mit dem 
fragilen Schiffchendesign mutmaßlich aus Marketinggründen sogar 
intendiert gewesen, aber trotzdem falsch.  Energie solch bei der 
flächigen Kompression des aufgeschäumten Materials aufgenommen werden, 
nicht durch Bruch des Helms.

Es ist aber eine Erklärung dafür, daß es so viele Stories dieser Art 
gibt. Von den paar hundert im Jahr getöteten Radfahrern dürften 
geschätzt weniger als hundert durch Stürze ums Leben gekommen sein, die 
überhaupt im Bereich der theoretischen Wirksamkeit eines solchen 
Leichthelms lagen.  Trotzdem kann jeder überzeugte Helmträger auf Anhieb 
mindestens zwei Freunde oder Bekannte nennen, denen der Helm gerade erst 
kürzlich das Leben gerettet hat.  Man braucht sich die Erzählungen nicht 
mal zur Brust zu nehmen, um zu erkennen, daß das nicht stimmen kann.

Das Problem der Wirksamkeit ist auch nicht, daß das nicht funktionieren 
könnte, sondern dass es konstruktionsbedingt nicht zuverlässig 
funktioniert. Es ist so, als würde man sich statt einer kugelsicheren 
Weste ein Stück Stahlblech in die Brusttasche stecken und damit dann 
gefühlt "gut geschützt" Risiken eingehen, die man sonst eher vermiede. 
Entsprechende Stories waren zu Kriegszeiten mit wechselden Objekten - 
Gebetsbücher, Schnapsflaschen aus Metall, etc. - recht beliebt.

Übrigens ist es auch weder die Funktion des Schädelknochens, Energie 
aufzunehmen, das kann er gar nicht, noch ist der Bruch des 
Schädelknochens die tatsächlich gefährliche Verletzung.

Rund um die Vermarktung dieser Narrenkappen ist ein derartige Wust aus 
Mythen entstanden, daß es schwer wird, überhaupt noch eine vernünftige 
Diskussion zu führen. Vielen Leuten fehlen es schon an elementaren 
Kenntnissen, um sich hier ein Urteil erlauben zu können. Und die meisten 
entscheiden dergl. leider trotz besseren Wissens lieber aus dem Bauch 
heraus als mit dem Kopf.

von Paul B. (paul_baumann)


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Zusammenfassend kann man also feststellen:
Wer nicht auf den Kopf gefallen ist, der weiß, daß ein Helm nicht vor 
einem Bauchschuß schützt.

MfG Paul

von Matthias L. (limbachnet)


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Dogmatiker jeglicher Richtung sind für eine inhaltliche Diskussion nicht 
hilfreich.

von Achim B. (bobdylan)


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Eventuell gibt es eine ganz einfache Erklärung dafür, dass Holländer 
keinen Helm tragen:

Weil es Scheiße aussieht..?

von Wolfgang S. (ws01)


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Chris D. schrieb:
> Axel S. schrieb:
>> Keine Frage: bei Unfällen, bei denen der Radfahrer direkt auf den Kopf
>> fällt, entfaltet der Helm eine Schutzwirkung. Nur ist der Anteil dieser
>> Unfälle eine Minderheit!

> Allerdings sind das dann meist auch die schweren. Innerhalb von Städten
> dürfte die Anzahl mit plötzlich auftauchenden Hindernissen ohne
> Bremsmöglichkeit deutlich höher sein. Und da trifft der Kopf schon sehr
> viel öfter als erstes auf, wenn man über den Lenker geht.

IMO sind beide Vermutungen falsch. Bei Unfällen, bei denen der Radfahrer 
direkt auf den Kopf fällt, ist eine Schutzwirkung keineswegs sicher. 
Zum Einen ist das, was da als Fahrradhelm getragenw wird, kein 
Integralhelm, große Teile des Gesichtsschädels sind völlig ungeschützt, 
darüberhinaus werden für die Zertifizierung nur wenige, sehr 
artifizielle Laborszenarien getestet, dabei sind die Anforderungen 
mindestens eines Szenarios - Stoß auf Kante - so lange reduziert worden, 
bis das Ergebnis passte.

Zum Zweiten sind manche Szenarien, in denen der Kopf bei einem nicht 
zentralen Stoß in Drehung versetzt wird, mit Helm sowohl 
wahrscheinlicher (größerer Wirkungsquerschnitt) als auch nicht 
ungefährlicher, wahrscheinlich sogar gefährlicher als ohne Helm. Den 
entsprechenden Diagnosen und Mechanismen hat man sich erst in jüngster 
Zeit ernsthaft gewidmet, obwohl das Problem von den Skeptikern schon vor 
Jahrzehnten angesprochen und diskutiert wurde. Erst seit bekannt wurde, 
daß verstorbene Hockey- und vor allem Football-Spieler in den USA 
auffällige Hirnveränderungen hatten (aktuelle Hypothese, viele solche 
Schläge gegen den Kopf, die inkaufgenommen wurden, "ist ja nichts 
passiert, geht schon wieder" haben dazu beigetragen), nimmt man das 
endlich zur Kenntnis.

Ich möchte nicht wissen, wie viele Radfahrer nach einem Sturz mit 
Kopfkontakt weggeschickt wurden, weil sie inzwischen ja "durch den Helm 
geschützt" waren und weil es recht aufwendig und teuer ist, diffuse 
Hirnverletzungen per CT zu diagnostizieren, während jeder Depp auf einer 
Röntgenaufnahme einen Knochenbruch erkennen kann.

>
>> Tatsächlich verunglücken in absoluten Zahlen
>> viel mehr Menschen im Haushalt als auf dem Fahrrad (Größenordnung:
>> 10.000 vs. 400).
>
> Das liegt aber auch eher daran, dass sich praktisch jeder über längere
> Zeit in einem Haushalt aufhält, während der Zeitraum des Radfahrens
> dagegen verschwindend gering ist.

Das ist insofern irreführend, als auch im Haushalt die Zeiträume, in 
denen ein tatsächliches Sturzrisiko besteht, verschwindend gering sind. 
Warum also den Helm, der ohnehin vorhanden ist (oder nach dieser 
Marketingmasche vorhanden sein sollte), nicht griffbereit haben und ihn 
jedesmal aufsetzen, bevor man sich vom Sofa erhebt und die Treppe 
hochsteigt oder den Raum durchquert?

Nahezu jeder in Deutschland besitzt ein Fahrrad und fährt auch 
gelegentlich damit. Das damit verursachte Risiko erscheint in absoluten 
Zahlen sehr überschaubar. Warum man angesichts dessen so in Panik 
verfällt, wie es auch hier in einigen Beiträgen zu Ausdruck kam, aber 
ein mehr als eine Größenordnung höheres Risiko (ich spreche hier vom 
Risiko, dem jemand in Deutschland in den 24 h eines Tages ausgesetzt 
ist) in den Wind schlägt, bedürfte schon einer Erklärung.

von Cyblord -. (Gast)


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Wahrscheinlich lehnst du auch die Gurtpflicht ab, schließlich könnte man 
ja einen Aortenabriss erleiden.

Ich finde du solltest direkt die Probe aufs Exempel machen (oder hast du 
das eventuell schon und weißt es nur nicht mehr wenn man deine konfusen 
Aussagen hier so liest?), leg dich in einem der Helmszenarien mal mit 
Helm und mal ohne Helm hin und berichte. Da du überzeugt bist, mit 
deinen Annahmen recht zu haben, sollte das ja kein weiteres Problem 
sein, da kaum ein Risiko besteht und du eher an einem Herzinfarkt 
sterben wirst.

von Axel L. (axel_5)


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Abradolf L. schrieb:
> Wahrscheinlich lehnst du auch die Gurtpflicht ab, schließlich könnte man
> ja einen Aortenabriss erleiden.
>
> Ich finde du solltest direkt die Probe aufs Exempel machen (oder hast du
> das eventuell schon und weißt es nur nicht mehr wenn man deine konfusen
> Aussagen hier so liest?), leg dich in einem der Helmszenarien mal mit
> Helm und mal ohne Helm hin und berichte. Da du überzeugt bist, mit
> deinen Annahmen recht zu haben, sollte das ja kein weiteres Problem
> sein, da kaum ein Risiko besteht und du eher an einem Herzinfarkt
> sterben wirst.

Wenn man davon ausgeht, dass der Helm nichts nützt, ist es durchaus 
nachvollziehbar, dass man das nicht so testen möchte.

Dagegen wäre ich mal gespannt, wer sich mit Helm auf so eine 
Bordsteinkante schmeisst.

Gruss
Axel

von Matthias L. (limbachnet)


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Ich finde die unbewiesene Behauptung, dass allein durch das Aufsetzen 
eines Dezdeckels die elementaren Schutzreflexe bei ansonsten völlig 
normalen Menschen sofort außer Betrieb gesetzt werden, völlig abstrus.

Warum sollte sich daher jemand auf eine Bordsteinkante werfen? Es fährt 
ja auch niemand gegen Brückenpfeiler, nur um die Funktion von 
Sicherheitsgurten und Airbags zu zeigen?!

Ob jemand auf dem Rad nun einen Helm aufsetzt oder nicht, ist doch seine 
eigene Entscheidung.

von Wolfgang S. (ws01)


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Abradolf L. schrieb:
> Wahrscheinlich lehnst du auch die Gurtpflicht ab, schließlich könnte man
> ja einen Aortenabriss erleiden.

Wer immer "du" hier sein soll.

Was mich betrifft, ich hatte schon einen Automatikgurt im Auto, als 
Abradolf L. vermutlich noch nicht auf der Welt war und Gurte eher die 
Ausnahme und schon gar nicht vorgeschrieben.

Der Rest lohnt keinen Kommentar. Bei manchen Leuen sitzt der Verstand 
nicht im Kopf, sondern viel weiter unten. :-}

von Wolfgang S. (ws01)


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Matthias L. schrieb:
> Dogmatiker jeglicher Richtung sind für eine inhaltliche Diskussion nicht
> hilfreich.

Inhaltsfreie Beiträge sind für eine inhaltliche Diskussion auch nicht 
gerade förderlich. Meinjabloß.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Wolfgang S. schrieb:
> Inhaltsfreie Beiträge sind für eine inhaltliche Diskussion auch nicht
> gerade förderlich.

Deine Beiträge enthalten allerdings auch bloß Behauptungen und teils
sogar nur Vermutungen. Belege dafür (Testwerte wurden umdefiniert, bis
es passt; mit Helm schwerere Verletzungen als ohne) bleibst du schuldig.

Stattdessen wird herumgemutmaßt, dass ein Arzt weniger untersuchen
würde, nur weil ein Unfallopfer einen Helm aufhatte.

Das hat schon was von Dogmatiker.

Ich bin nicht für eine Helmpflicht, aber bei Mopeds (gar nicht so viel
schneller als mancher Fahrradfahrer, und sehr viel regelmäßiger
innerhalb des normalen Kfz-Verkehrs unterwegs als Fahrradfahrer) kommt
auch keiner auf die Idee, solche Behauptungen aufzustellen. Dabei dürfte
(im Gegensatz zu Motorrädern) gerade in dieser Klasse auch der
Vollschutzhelm die Ausnahme sein.  Dass ein solcher mehr hilft als
eine simple „Schüssel“, wird wohl insgesamt keiner bestreiten.  Gibt's
ja auch für Radfahrer, ist aber wegen der beim Fahrrad üblichen eigenen
Anstrengung so unkomfortabel, dass man ihn dort normalerweise nur für
besondere Sportvarianten trägt.

von .● Des|ntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Jörg W. schrieb:
> Mopeds

...wenn selbst die 25kmh Raketen-Klasse AUF der Strasse fahren MUSS?

von Wolfgang S. (ws01)


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Jörg W. schrieb:
> Wolfgang S. schrieb:
>> Inhaltsfreie Beiträge sind für eine inhaltliche Diskussion auch nicht
>> gerade förderlich.
>
> Deine Beiträge enthalten allerdings auch bloß Behauptungen und teils
> sogar nur Vermutungen. Belege dafür (Testwerte wurden umdefiniert, bis
> es passt; mit Helm schwerere Verletzungen als ohne) bleibst du schuldig.

Das war bei den bloßen Behauptungen und Vermutungen, die ich 
kommentierte, auch nicht anders. Meine Behauptungen habe ich immerhin 
begründet und bei Vermutungen auch erläutert, worauf sie basieren.

> Stattdessen wird herumgemutmaßt, dass ein Arzt weniger untersuchen
> würde, nur weil ein Unfallopfer einen Helm aufhatte.

Das ergibt sich schon daraus, daß diese Umverpackung dafür sorgt, daß 
der Kopf auch bei massivem Aufprall keine sichtbaren Spuren zeigt. Zeige 
mir die Ärzte, die bei einem unverletzt aussehenden Unfallopfer sich das 
Teil zeigen lassen, es untersuchen und in der Lage sind, aus dessen 
Zustand korrekte Schlüsse zu ziehen. Dazu sind ja, wie man auch hier 
wieder mal gesehen hat, nicht mal Leute in der Lage, bei denen man einen 
gewissen technischen Sachverstand (elementare Kinetik, Materialkunde) 
unterstellen könnte.

Ich bin über Jahrzehnte hinweg viel radgefahren und war mit einigen 
Verletzungen bei allen möglichen Ärzten, vom Dorfdoktor bis zum 
Unfallchirurgen einer Uniklink.  Eine ziemlich stereotype Reaktion, wenn 
man augenscheinlich keinerlei Kopfverletzung aufwies, war "gut, daß Sie 
einen Helm hatten".  Der Glaube, daß ein Helm und nur ein Helm bei 
einem schweren Sturz schützt, hat sich dermaßen festgesetzt, daß 
insbesondere unter Bedingungen, bei denen es schnell gehen muß, dies 
Entscheidungen beeinflußt. Und wo wäre es bei Ärzten und bei Unfällen 
nicht eilig.

Aber ok, Du hättest gerne eine wissenschaftliche Studie. Wie schätzt Du 
die Chancen, dafür ein Budget zu bekommen? Glaubst Du, daß Bell Sports, 
Abus oder Giro sich dafür als Sponsor betätigen?

>
> Das hat schon was von Dogmatiker.
>

Wenn Du Du meinst, daß Beschimpfungen hier das ein Argument ersetzen 
können, wirst Du wohl leider recht haben.

> Ich bin nicht für eine Helmpflicht, aber bei Mopeds (gar nicht so viel
> schneller als mancher Fahrradfahrer, und sehr viel regelmäßiger
> innerhalb des normalen Kfz-Verkehrs unterwegs als Fahrradfahrer)

Auch das kann ich nicht bestätigen. Der Anteil an Alltags- und 
Freizeitverkehr auf normalen Straßen ist bei Radfahrern viel größer, als 
generell geglaubt wird. Radverkehr ist unspektakurlär und nicht so 
auffällig wie Motorradfahren.   Auch der Glaube, daß Radfahren auf der 
Fahrbahn einer von Kfz befahrenen Straße viel gefährlicher sei als 
Fahren neben der Fahrbahn oder im Gelände, ist ein Ammemmärchen.

"Mopeds", als Synonym für Motorräder, sind in der Tat gut eine 
Größenordnung gefährlicher für ihre Benutzer als Fahrräder. Dies hat 
nichts damit zu tun, daß Motorradfahrer "viel regelmäßiger" im Verkehr 
unterwegs wären (tatsächlich ist Motorradfahren eher Saisonaktivität als 
Radfahren), sondern damit, daß Motorräder regelmäßig (d.h. dauerhaft) 
sehr viel schneller gefahren werden als Fahrräder, in 
Geschwindigkeitsbereichen, bei der eine Kollision mit einem unachtsamen 
querenden oder abbiegenden Autofahrer kaum vermeidbar ist und meist 
schon für sich eine letale Kollision darstellt.  Auch Stürze von 
Motorradfahrern enden aufgrund des Tempos häufig in der Leitplanke oder 
an einem Bordstein. Aus Tempo 120 heraus rutscht man sehr viel weiter 
als aus 25 km/h heraus.


> kommt
> auch keiner auf die Idee, solche Behauptungen aufzustellen.

Motorräder sind ja auch schnell fahrende Kfz, nur ohne die bei Autos 
üblichen Sicherheitseinrichtungen.  Das gilt auch für Mopeds als 
Fahrzeugklasse. Ein Radfahrer braucht Übung, Körperbeherrschung und 
Kraft, um schnell fahren zu können. Auf Mopeds steigen die Leute, denen 
der Motorradführerschein oder das Geld fehlt, um sich das ersparen zu 
können und trotzdem längere Zeit schnell zu fahren.   Wie sich dies auf 
die Unfallrate auswirkt, sieht man ja derzeit mal wieder an den 
Pedelecfahrern.


> Dabei dürfte
> (im Gegensatz zu Motorrädern) gerade in dieser Klasse auch der
> Vollschutzhelm die Ausnahme sein.  Dass ein solcher mehr hilft als
> eine simple „Schüssel“, wird wohl insgesamt keiner bestreiten.  Gibt's
> ja auch für Radfahrer, ist aber wegen der beim Fahrrad üblichen eigenen
> Anstrengung so unkomfortabel, dass man ihn dort normalerweise nur für
> besondere Sportvarianten trägt.

Sport sollte man aus solchen Betrachtungen ausklammern, da gelten ganz 
andere Regeln als im normalen Leben.  Trotzdem kann ich mir den Hinweis 
nicht verkneifen, daß auf der Tour der France auch vor Einführung der 
Helmpflicht bei den Teilnehmern weniger Leute pro gefahrenem Kilometer 
ums Leben kamen als derzeit bei den Pedelecbenutzern zu beobachten ist.

Tatsächlich waren die meisten Todesfälle nach Unfall im Publikum zu 
finden, meist durch Kopfverletzung bei Fußgängern,  die von einem 
Begleitfahrzeug angefahren wurden.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Wolfgang S. schrieb:
> "Mopeds", als Synonym für Motorräder

Die meinte ich nicht: ich meinte schon die Klasse von
Kleinkrafträdern.  Mittlerweile auf 45 km/h limitiert (und wenn sie
mit zwei Personen besetzt sind, fahr' ich mit dem Fahrrad schon mal
schneller los :), aber es gibt natürlich auch schnellere Exemplare.

Für diese gibt's seit Jahren eine Helmpflicht einschließlich Sozius,
über die kein Mensch (mehr) diskutiert.

von (prx) A. K. (prx)


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Paul B. schrieb:
> Wer nicht auf den Kopf gefallen ist, der weiß, daß ein Helm nicht vor
> einem Bauchschuß schützt.

Es hilft auch nicht wirklich gegen Hirnschüsse. ;-)

von Richard H. (richard_h27)


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Die Helmpflicht gilt auch schon für die 25 km/h-Klasse.

von Axel L. (axel_5)


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Richard H. schrieb:
> Die Helmpflicht gilt auch schon für die 25 km/h-Klasse.

Womit man die auch erfolgreich gekillt hat.

Gruss
Axel

von Wolfgang S. (ws01)


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Jörg W. schrieb:
> Wolfgang S. schrieb:
>> "Mopeds", als Synonym für Motorräder
>
> Die meinte ich nicht: ich meinte schon die Klasse von
> Kleinkrafträdern.

Ja, das ist mir nachher auch klargeworden. Durch das derzeiten 
Durcheinanderwürfeln der Klassen von unterschiedlich stark motorisierten 
Zweirädern werden Langzeitvergleiche nicht einfacher. Besonders ärgert 
mich, wie schon mal erwähnt, daß zunehmend Radfahren als gefährlich 
erklärt wird, weil sich Fahrer von Kleinstmotorrädern (nämlich den 
Pedelec) reihenweise himmeln und damit die Statistik versauen. 
Jedenfalls sollte der Umstand, daß sich schon deren Unfallstatistik 
erheblich von der von Radfahrern unterscheidet, und zwar zum Negativen 
hin, einen davon abhalten, Mopeds von den "richtigen" Motorrädern 
abzugrenzen und dem Radverkehr zuzuschlagen.

> Mittlerweile auf 45 km/h limitiert (und wenn sie
> mit zwei Personen besetzt sind, fahr' ich mit dem Fahrrad schon mal
> schneller los :), aber es gibt natürlich auch schnellere Exemplare.

Na ja, ich bin mit dem Rennrad auch >70 km/h gefahren und fahre, wenn es 
sein muß, auch mit dem Hollandrad und in der Ebene kurzzeitig >40 km/h. 
Aber eben nicht dauernd. Erstens habe rund 40 Jahre Übung und 
entsprechende Muskulatur in den Beinen, zweitens muß ich, um fünf 
Minuten mit >60 km/h runterfahren zu können, dafür mit selbem 
Kraftaufwand erst mehr als eine halbe Stunde lang den Berg auch 
rauffahren.  In der Ebene bin ich im Schnitt über alles <25 km/h 
schnell. Aktuell sagt mein Rollentrainer was von 180 W, die ich 45 Min 
lang durchhalte. Mit wieviel Leistung darf ein Moped? 4000 W, wenn ich 
das recht in Erinnerung habe. Das ist ungefähr zwanzig mal so viel wie 
ich in meinen besten Zeiten dauerhaft durchhalten konnte. Was glaubst 
Du, wieviele derjenigen, die sich hier so echauffieren über das 
waaahnsinnige Risiko beim schnellen Radfahren, bringen dauerhaft 200 W 
auf den Boden?

Man kann die 45 km/h auch als Fußgänger erreichen.  Als ich nach einem 
Unfall vor ein paar Jahren in der Unfallklink lag, waren die zwei 
Bettnachbarn ein junger Auslieferungs- und Montagefahrer eines 
Küchenunternehmens, der von der Plattform seines Trucks unvorsichtig 
runtergesprungen war - Arm gebrochen, mehrere Rückenwirbel auch. Hatte 
zwei Op hinter sich, eine stand bevor. Die Prognose war nicht so gut. 
Der zweite war ein Rentner, der eine Leiter auf das Dach seines 
Schuppens gestellt hatte um an einem Fenster am Haus herumzufrickeln. 
Leider stand die Leiter nicht ganz gerade. Er ist heruntergefallen, hat 
das Dach durchschlagen und sich das Becken auf dem Betonboden gebrochen. 
Die erste Verdrahtung war wieder aufgegangen, weil er nicht eingesehen 
hatte, daß man damit nicht gleich wieder loslaufen sollte.

Diejenigen, die bei so etwas mit dem Kopf aufkommen, findet man nicht 
auf der Intensivstation, sondern in der Leichenhalle.

>
> Für diese gibt's seit Jahren eine Helmpflicht einschließlich Sozius,
> über die kein Mensch (mehr) diskutiert.

Bei der sich aber auch kein Mensch Gedanken darüber gemacht hat, ob sie 
notwendig ist und einen nennenswerten Effekt hat.  Aber das sollen die 
Mopedfahrer unter sich ausmachen. Ich trage beim Motorradfahren (eine 
ANF125, nettes Teil), einen richtigen Helm, nicht weil ich dem 
sonderlich viel zutraue, sondern primär, weil ich nicht gerne 
herumfliegendes hartes Zeugs in die Augen bekomme und bei Durchzug 
schnell Ohrenschmerzen bekomme. Gegen das durchaus reale Risiko, mit dem 
Teil, das immerhin doppelt so schwer ist wie ich, bei einem Sturz in 
eine Kante, Mauer oder Leitplanke reinzurutschen, mag er begrenzt 
helfen, das nehme ich gerne mit bei einem Teil, das ich aus anderen 
Gründen trage. Vertrauen tue ich aber auch hier auf meine Fahrweise, 
also Risiken vorhersehen, abschätzen und im Zweifel vermeiden.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Wolfgang S. schrieb:
> Mopeds von den "richtigen" Motorrädern abzugrenzen und dem Radverkehr
> zuzuschlagen.

Ich wollte diese keineswegs den Radfahrern zuschlagen, sondern nur
drauf hinweisen, dass die Helmpflicht für diese Leute kein großartiger
Gegenstand der Diskussion ist und vermutlich (ich habe diese Pflicht
noch in der DDR erlebt) auch nicht war.

Allerdings müssen sich diese Leute normalerweise auch während der Fahrt
nicht nennenswert anstrengen, weshalb der Helm da nicht so unangenehm
ist wie bei einem Radfahrer.

Wie gesagt: ich will absolut keine Helm*pflicht* für Radfahrer, aber
ich finde es schon reichlich abewegig, wenn allerlei Konstrukte
herangezogen werden, die dann belegen sollen, dass das Tragen eines
Helms massiv zu negativen Effekten führen würde (da verstehe ich auch
die Argumentation des ADFC nicht).  Soll doch jeder einen Helm tragen,
wie er es für sinnvoll findet, aber dann nicht diejenigen, die es tun,
als potenzielle Verkehrsregelmissachter, Weicheier oder was auch immer
diffamiert werden.

> Mit wieviel Leistung darf ein Moped? 4000 W, wenn ich das recht in
> Erinnerung habe. Das ist ungefähr zwanzig mal so viel wie ich in meinen
> besten Zeiten dauerhaft durchhalten konnte.

Äpfel mit Birnen.  So ein S51 bringt 2,7 kW auf die Reifen, damit fährt
es immerhin 60 km/h (und mehr).  Um 45 zu fahren (die Geschwindigkeit 
geht
beim Windwiderstand mit der dritten Potenz ein), ist man schon nur
noch bei rund 1 kW.  Ein Fahrrad fährt man vielleicht mit 200 W, da
bist du jetzt nicht mehr bei einem 20tel sondern bei einem 5tel.

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