Hallo Leute,
ich bin Softwareentwickler in einem großen Unternehmen und mir wurde die
interne position eines Anforderungsmanagers (Requirment engineer)
angeboten. Was meint ihr soll ich die Position annehmen? Bieten sich
hier Entwicklungsmöglichkeiten? Hat jemand erfahrung und kann mir seinen
Alltag erzählen? Bin eigentlich ansonsten sehr zufrieden als
Programmierer
Ich bin in einem großen Unternehmen, da ich dort erst seit paar Monaten
arbeite und momentan zu wenig Aufgaben vorliegen wurde mir das angeboten
Nebenher geht dies nicht. Es ist eine eigenständige Position, ich würde
zwischen verschiedenen Abteilungen als Schnittstelle dienen und wär der
Ansprechpartner. Aus der Programmierarbeit würde ich mich dann immer
weiter entfernen. Frage ist nur ob sich das irgendwie lohnt
Mach das.
Programmieren tun in Zukunft nur noch Inder, Chinesen, Russen und
anderes billig-Personal.
Programmierer sind eindeutig in der Sackgasse, außer die hardware-nahen
embedded-fuzzis und andere, die persönlich anwesend sein sollten.
Meide jeden Job, den man irgendwann outsourcen könnte, denn er wird
ausgesourct.
Ja, hab mich in den letzten Jahren auch schon ab und an über solch einen
Posten gewundert ... Also die Disziplin an sich des RE macht ja schon
Sinn differenziert zu betrachten, aber ich denke als "Hauptjob" lohnt
sich das für eine Firma eher im Verbund, bei großen Projekten, wo viele
Teilaufgaben anstehen. Es KANN eine Anerkennung bedeuten, wenn man
aufgrund seiner Akzeptanz, Kommunikationsfähigkeit etc. als guter
Ansprechpartner für sowas nominiert wird.
Ich hatte solch eine Aussschreibung letztens bei einer Klitsche gesehen,
die vieles anderes nicht auf die Reihe bekommt (war da selbst mal vor
über 10 Jahren) und musste laut darüber grinsen,weil das definitv ein
verzweifelter Versuch war , Personal zu bekommen, wo man schon andere
Leute mit Kleinscheiss verbrannt hat.
Naja. Probiers aus, man wächst mit seinen Aufgaben ;-)
LG
also... die viel wichtigere frage ist ob du bock drauf hast.
jeden tag mit einem requirement tool arbeiten, dass nicht wirklich das
tut was du willst. die ganze zeit meetings wie man die requirements
formuliert, damit das die entwickler schlucken, das das abbildet was der
produktmanager meint, die richtige granularität, damit du immernoch
informationen rüber bringst, aber die entwicklung in ihrem loesungsraum
nicht einschränkst... die requirements auch eindeutig getestet werden
koennen und das ganz nach norm xyz gemacht ist. irgendeiner kommt immer
zu kurz.. da wird viel diskutiert um formalitaeten, damit das alle
parteien zu frieden stellt, was meines erachtens unmöglich ist ;)
mit den ganzen parteien verändern sich deine 1000 requirements ständig,
die du mal mühselig ausformuliert hast... logische zusammenhänge gehen
verloren, man kann die abhängigkeiten mit anderen formularen im system
nicht mehr nachvollziehen... du räumst hier also ständig auf...
diskutierst und räumst wieder auf.
so viel zum alltag eines requirement engineers :) es ist halt somit auch
recht weit weg vom fertigen produkt... deine erfolgserlebnisse musst du
daraus ziehen, dass mal ein dokument von allen parteien unterzeichnet
ist. du also einen konsens herbeigeführt hast.
wenn ihr noch zulieferer habt, hast du noch mit verträgen zu tun... und
musst da gucken, dass die auch die richtigen dokumente liefern... unzwar
in einer form, dass diese zu euren prozessen bzw. dokumente passen.
der engineer anteil besteht darin, dass du mit deinen requirements ein
produkt weiter ausformulierst... somit also einen schritt näher zur
konkreten implementation führst.
spass macht programmieren sicherlich mehr ;) zumindest mir xD
Sina A. schrieb:> der engineer anteil besteht darin, dass du mit deinen requirements ein> produkt weiter ausformulierst... somit also einen schritt näher zur> konkreten implementation führst.
Ja schön wärs, man hat schon Fälle erlebt da hat der Requirement
Engineer die Entwicklung Lichtjahre von der Implementierung/Realisierung
weggeführt weil er bspw. pauschal auf Normenwerke referenzierte ohne
wenigstens Beispiele zu geben wie diese erfüllt werden könnten. Oder
noch besser, Systemreuirements, nicht an der Schnittstelle
runterzubrechen. Oder nicht wirklich quantifizierbare Anforderungen
stellen wie "Bei Markteinführung muss die Software doppelt so schnell
sein wie die des nächsten mitbewerbers".
IMHO sollte Requirements nur schreiben, wer Erfahrung in der
Implementierungund Anwendung hat, kein Milchbubi der noch keine 5 Jahre
in der Firma/Geschäft ist.
Ibm Door gibt es halt nicht ohne Grund. Der Nachteil von
Requirementmanagement ist: es ist langweilig. Der Vorteil: man kann dann
auch in der Raumfahrt.arbeiten.
Torben schrieb:> Ich bin in einem großen Unternehmen, da ich dort erst seit paar Monaten> arbeite und momentan zu wenig Aufgaben vorliegen wurde mir das angeboten>> Nebenher geht dies nicht. Es ist eine eigenständige Position, ich würde> zwischen verschiedenen Abteilungen als Schnittstelle dienen und wär der> Ansprechpartner. Aus der Programmierarbeit würde ich mich dann immer> weiter entfernen.
Requirement Management ist vor allem eine Kommunikationsaufgabe mit
einem starken technischen Hintergrund. Wenn Deine Vorgesetzten Dir diese
Aufgabe zutrauen, dann vermutlich deswegen, weil Du Dich als guter und
technisch sattelfester Kommunikator erwiesen hast.
Klassischerweise (das ist je nach Unternehmen und -Kultur verschieden)
ist das Requirement Management zwischen Geschäftsleitung, Vertrieb,
Beratung, Support, Entwicklung und vor allem dem Kunden angesiedelt. Für
einige ist sowas eine extrem spannende Herausforderung, für andere
todlangweilig.
Kannst Du Dein technisches Knowledge kurzfristig abrufen und ohne
jedwede Vorbereitung darüber Vorträge halten? Kannst Du aus den Aussagen
des Kunden ableiten, was der Kunde braucht? Kannst Du Produktmanagern
und Entwicklern vermitteln, worum es geht und was das Produkt machen und
können soll? Wenn Du diese Fragen mit "ja" beantworten kannst, ist das
Dein Job.
> Frage ist nur ob sich das irgendwie lohnt
Die eigentliche Frage ist vielmehr, was Du kannst und wo Du hin willst.
Sofern Du ins Management willst, kann das der erste Schritt sein.
Mein Tipp: probiers einfach aus -- aber kommuniziere Deinen
Vorgesetzten, daß Du Dir nicht sicher bist, ob das der richtige Job für
Dich ist. Wenn das nicht paßt, sag' es frühzeitig, ansonsten: go ahead.
Viel Erfolg!
Sheeva P. schrieb:> Sofern Du ins Management willst, kann das der erste Schritt sein.
Also das halte ich für ein Gerücht, dass Requirements Engineering der
Weg ins Management sein soll. Abstellgleis trifft es wohl eher.
Ich vermute die Entscheider erhoffen sich einen Super Requirements
Menschen wenn sie dafür einen echten Entwickler einstellen. Meiner
Meinung nach funktioniert das aber nicht und ich glaube dass Du am Ende
für die Fehleinschätzung der Entscheider büßen musst. Ich würde eher
versuchen jeden Software Entwickler für einen bestimmten Prozentsatz
seiner Arbeitszeit an die Reqirements zu setzen. Um beim Thema zu
bleiben, ich könnte das nicht und würde dran kaputt gehen weil ich viel
zu gern entwickle. Ab und an was zu programmieren brauche ich wie die
Luft zum Atmen. Ob Du das mit Dir vereinbaren kannst musst Du aber wohl
individuell für Dich entscheiden. Hältst Du die Stelle für Sinnvoll ??
Liegen dir die Teiltätogkeiten?? Ist es okay für Dich lediglich Indirekt
am Produktentstehungszyklus teilzuhaben ?? Kommst Du mit ev. Arroganten
Entwicklern klar für die Du dann ev. „Nur“ Doku machst. ( hab ich oft
gesehen, ist kompletter Schwachsinn, kann aber in manchen Gruppen zu
richtig realen Gruppenauffassung werden )....
Sheeva P. schrieb:> Requirement Management ist vor allem eine Kommunikationsaufgabe mit> einem starken technischen Hintergrund. Wenn Deine Vorgesetzten Dir diese> Aufgabe zutrauen, dann vermutlich deswegen, weil Du Dich als guter und> technisch sattelfester Kommunikator erwiesen hast.
IMHO ist das ein grosser Irrtum, das man mit "Kommunikation" allein
Entwicklungabschnitte definieren kann und die Technik könne im
Hintergrund bleiben.
Das technische Verständnis steht m.E. bei Requirement-Engineering im
Vordergrund. Erst muss man verstehen, was die "Application" tun soll und
was die zur Verfügung stehende Technologien zu leisten vermag bevor man
Anforderungen niederschreiben kann.
Wie man dieses Verständnis erlangt ist IMHO nebensächlich. Manche
bevorzugen eigenes Reverse Engineering und Feldstudien, andere halten
wochenlang Meetings zum Thema "Wünsch Dir was" und wiederum andere
extrapolieren ihre jahrzehntelange Erfahrung mit der Firma und ihren
Produkten.
Kommunikation ist (ein) Mittel zum Zweck, aber kein Allheilmittel.
Autor: IchGlaubeEsNicht (Gast)
Datum: 24.02.2018 20:38
>> Das ist eine Vorgehensweise wie aus dem Elfenbeinturm.> Du solltest dich mehr bemühen, dem Anspruch deines Nicks wenigsten> rudimentär zu entsprechen.
Der ist in diesem Unterforum (PKV-Thread) schon wiederholt unange-
nehm aufgefallen. Seine abgrundtief dümmlichen Postings zeugten
von fundamentalem Unwissen.
Jürgen W. schrieb:> Programmieren tun in Zukunft nur noch Inder, Chinesen, Russen und> anderes billig-Personal.
Denke ich nicht.
Bei mir auf Arbeit kommt das Zeug aus Indien an. Es soll bei uns nur die
QA gemacht werden.
Was passiert ist, dass wir meist ganze Module/Komponenten neu schreiben,
weil die Qualität zu wünschen übrig lässt. Der Teamleiter kann nichts
machen, da er so oder so auf den Deckel bekommt. Sei es weil er zu spät
oder Schrott liefert.
Solche Sprüche wie von dir halten sich hartnäckig, haben aber wenig
Substanz.
Die Realität sieht anders aus.
Torben schrieb:> ich bin Softwareentwickler in einem großen Unternehmen und mir wurde die> interne position eines Anforderungsmanagers (Requirment engineer)> angeboten. Was meint ihr soll ich die Position annehmen?
Das ist Frauenarbeit, früher standen sie am Herd heute sind sie
Requirementsengineeress. In einer einschlägigen Postille schreibt eine
FH-Professorin regelmässig über diesen Kram, Laberthematik ala BWL.
Das ist Arbeit für jemanden, der/die einen guten technischen Überblick
hat und sehr gut mit Menschen umgehen und diese motivieren kann. Und
daran Spaß hat.
Sowohl gegenüber den Mitarbeitern, denen zu erklären ist, dass "diese
Anforderungen doch Blödsinn sind", als auch gegenüber den
Chefs/Projektleitern/Vertrieb, dass die Anforderungen nicht permanent
geändert werden können, wenn irgendwann ein Produkt herauskommen soll.
Wer das gut macht, ist enorm wichtig für die Firma und sehr viel
schwieriger zu ersetzen oder outzusourcen als ein Programmierer.
Aber wer eigentlich programmieren will, wird in der Position
wahrscheinlich nicht glücklich. Was dann durchaus dazu führen kann, dass
der Requirement Manager die Arbeit seiner Programmierer nochmal macht,
weil er nicht verständlich erklären konnte, wie die Arbeit aussehen
sollte oder weil er dem Vertrieb/Kunden gegenüber nicht deutlich genug
widersprochen hat, als der eine neue Deadline wollte. Mit den
entsprechenden Folgen für Überstunden, Arbeitsklima und
Jobzufriedenheit.
MfG, Arno