https://www.heise.de/tp/features/Diesel-Debatte-Ist-der-Stickstoffdioxid-Grenzwert-sinnvoll-3781177.html Zwei Zitate aus dem Text: "In geschlossenen Räumen darf der Anteil des Gases fast 24 Mal so hoch sein wie an Straßen" "Der MAK-Kommission, die den Innenraum-Grenzwert festlegte, saß 15 Jahre lang der an der Technischen Universität München forschende Toxikologe Helmut Greim vor. Er wurde zum deutlich niedrigeren Grenzwert an Straßen am 8. September 2016 vom Bundestag angehört und beklagt sich jetzt im Focus, dass man seine Aussage dort völlig sinnentstellend zusammenfasste, so dass es aussah, als zweifle er nicht am Sinn der 40 Mikrogramm pro Kubikmeter." Wie kann man derart große Unterschiede - 40µg auf Straßen vs 950µg am Arbeitsplatz - in Sachen Belastung überhaupt rechtfertigen? Noch dazu wenn man davon ausgeht, dass man sich gezwungenermaßen 8h lang am Arbeitsplatz mit bis zu 950 µg NO2 "begasen" lassen darf, ohne dass die BG hier einschreitet, während man angeblich im öffentlichen Raum auf Straßen schon ab 40 µg NO2 mit Gesundheitsschäden rechnen MUSS? Wer hält sich denn überhaupt stundenlang auf genau DER belasteten Straße auf, bei der der Grenzwert zeitlich mal darüber liegt? Welche Logik steckt dahinter? In USA - dem Land strengster Abgasnormen - sind (so ist es zu lesen) weit höhere Werte als 40 µg erlaubt. Sind US-Bürger gegen NO2 "resistenter"? Sorry, aber ich verstehe diese Hysterie nicht, die da augenblicklich um sich greift. Kopfschüttel!
Stell dir mal vor, wenn die Grenzwerte am Arbeitsplatz eingehalten werden müssten, wären sämtliche Industriebetriebe und Büros gesetzlich dicht. Der Staub der Laserdrucker und Staub der Laserschneider würden wohl auch weit die 950µg überschreiten. Als ich vor 10 Jahren ein Bedieninterface für triumphale Laserschneider entwickelt habe, habe ich sie auch einen halben Tag in Betrieb genommen. Als ich danach in der Nase gepopelt hatte, konnte ich den schwarzen Feinstaub mit abkratzen.
Ungläubiger schrieb: > Wie kann man derart große Unterschiede [...] in Sachen Belastung überhaupt rechtfertigen Wieso rechtfertigen? Der Deutsche Michel lässt sich doch alles gefallen.
HBich schrieb: > Der Staub der Laserdrucker und Staub der Laserschneider würden wohl auch > weit die 950µg überschreiten. Feinstaubbelastung und 40 bzw 950µg NO2 Konzentration haben nichts miteinander zu tun! Ungläubiger schrieb: > Wie kann man derart große Unterschiede - 40µg auf Straßen vs 950µg am > Arbeitsplatz - in Sachen Belastung überhaupt rechtfertigen? In deiner Wohnung und im Umfeld hältst du dich in der Woche (z.B Als Kleinkind) bis ca 150 Stunden auf, statt 40h am Arbeitsplatz. Und ein Kleinkind oder jemand altes oder jemand mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen sollte eine deutlich geringere Belastung bekommen. Da es an diesen Straßen Wohnungen gibt und die Konzentration im Haus sich von der Konzentration ausserhalb ableitet ist der Grenzwert halt deutlich niedriger. So what? Wünschst du dir die 70ger zurück, als Kraftwerke Industrie und Autos auch noch Millionen Tonnen Schwefeloxide ausgestoßen haben? Das wird in der Luft mit Wasserdampf zu schwefliger Säure bzw. Schwefelsäure, NOx wird halt zu Salpetriger/Salpetersäure. Ich will beides nicht / in minimaler Konzentration einatmen müssen. Statt den wahren Schuldigen zu benennen nämlich die Betrüger in den Vorständen der Autofirmen machst du lieber Verschwörungstheorien auf? Ich habe selber einen Betrugsdiesel und würde am liebsten das chinesenlike angehen: Vor die Hauptwerkseinfahrt von VW vorfahren, mit dem 6kg Spalthammer aussteigen und vor laufenden Kameras die Karre demolieren. Aber dann werde ich hier wahrscheinlich verknackt, die Betrugsfirma aber nicht.
HBich schrieb: > Der Staub der Laserdrucker und Staub der Laserschneider würden wohl auch > weit die 950µg überschreiten. Ja, nur hier geht es um NOx. Die Feinstaubproblematik ist ein weiteres Gleis. Es fällt auf, dass in unseren Medien zwar ausufernd über den Diesel hergezogen wird - mal pauschal - mal mit Schwerpunkt auf Euro 4 Norm. Aber kaum ein Blatt oder Sender wirft die Frage auf, warum in USA viel höhere NO2 Belastungswerte erlaubt sind oder warum am deutschen Arbeitsplatz 24 mal so viel Stickoxide wie im Straßenverkehr noch als unbedenklich gelten. Wie lässt sich das rechtfertigen?
Ungläubiger schrieb: > wie im Straßenverkehr Falsch, in der Aussenluft. Und in der Stqadt leben nun mal Menschen direkt neben vielbefahrenen Straßen und haben diese Konzentration dann 24/7/365!
Der Andere schrieb: > Ich habe selber einen Betrugsdiesel und würde am liebsten das > chinesenlike angehen: Vor die Hauptwerkseinfahrt von VW vorfahren, mit > dem 6kg Spalthammer aussteigen und vor laufenden Kameras die Karre > demolieren. Lächerlich. Machs doch einfach. Danach hast Du ein kaputtes Auto. Dann kannst Du Dir ein neues kaufen. Den meisten anderen Leuten sitzt das Geld nicht so locker in der Tasche. Nimm Deinen Spalthammer und geh Holz hacken. CO2-neutrales Holz natürlich, kein fossiles. Und dann kauf Dir ein Holzvergaserauto.
der unterschied ist vielleicht auch, dass innenräume nicht so stark UV bestrahlt sind wie strassen. mal einen schritt weiter denken, ursache(n), wirkung(en), und nicht einfach eine sache als völlig losgelöst vom gesamtsystem bemeckern. wer 950µg toll findet, darf sich seine innenräume gerne damit begasen… ach was sag ich: einfach den auspuff der karre in den fahrzeuginnenraum umleiten und den dreck mit der eigenen lunge wegfiltern - ist ja alles reine panikmache. ich auf jeden fall hätte beim radfahren gerne 0µg NOX in der luft, vor allem weil ich nicht einsehe den dreck einatmen zu müssen, nur weil idioten ihren fetten arsch mit 2 tonnen metall umwickelt durch die gegend kutschieren wollen.
Der Andere schrieb: > Da es an diesen Straßen Wohnungen gibt und die Konzentration im Haus > sich von der Konzentration ausserhalb ableitet ist der Grenzwert halt > deutlich niedriger. > So what? Woher nimmst du die Annahme, dass innerhalb der Wohnung die gleiche Konzentration von NO2 wie auf der Straße ist? Das gilt vielleicht für die erdnahen Geschosse, aber mit Sicherheit nicht für Wohnungen in höheren Etagen. Da müsste es erst mal Messungen geben, die das belegen. Und was das Argument mit Kleinkindern und Asthmatikern betrifft, wer zwingt diese denn ausgerechnet an Hauptverkehrsstraßen zu wohnen? Warum sollen zehntausende darunter leiden, weil wenige WIRKLICH Betroffene nicht dazu bereit sind, in weniger belastete Wohngegenden zu ziehen? Wenn Mieten ins Exorbitante gesteigert werden kümmert es doch auch keinen, wenn Mieter verdrängt werden. Hier aber wird auf einmal aus "Schutzbedürfnis" gemacht. Mit welchem Recht? Und mit welchem Recht darf man Arbeitnehmer dann ungeschützt lassen? Die hätten doch das gleiche Recht auf 40 µg NO2 Schadstoffgrenze!
c.m. schrieb: > ich auf jeden fall hätte beim radfahren gerne 0µg NOX in der luft, vor > allem weil ich nicht einsehe den dreck einatmen zu müssen, nur weil > idioten ihren fetten arsch mit 2 tonnen metall umwickelt durch die > gegend kutschieren wollen. Und am Arbeitsplatz ist dir das egal? "0µg NOX" Möchtest du gerne alles verbieten was einen Verbrennungsmotor fährt? Glaubst du Radfahrer wären die einzige Gruppe denen ALLE Rechte zustünden? Sorry, aber das halte ich für assozial!
c.m. schrieb: > wer 950µg toll findet, darf sich seine innenräume gerne damit begasen… Es geht nicht ums "toll finden". Es geht darum, dass zur Luftreinhaltung Fahrverbote - nur das LETZTE Mittel sein dürfen (wenn ALLE ANDEREN Mittel nicht greifen) - verhältnismäßig sein MÜSSEN (also nicht pauschal ausgesprochen werden dürfen) - Mobilität und Eigentumsschutz hierzulande ein Grundrecht ist http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/dieselurteil-fahrverbotsurteil-schockt-die-wirtschaft/21009264.html
Hier auch noch was Wissenswertes: "Der Rauch einer einzigen Zigarette enthält bis zu 600 Mikrogramm Stickoxid. Veränderungen in der Lungenfunktion zeigen sich erst bei über 1.800 Mikrogramm, das ist das Neunfache des direkt an der Straße gemessenen Extremwertes von 200 Mikrogramm." Raucher müssten demnach nach der Messlatte von 40 µg tot umfallen. Wie absurd die Diskussion geführt wird kann man hier nachlesen: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/ard-presseclub-endspiel-mit-dieselmotor/ Achja, die DUH scheint ja wie zu lesen ist u.a. von Abmahnungen zu leben.
Es geht weiter: https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/mobilitaet/fahrverbot-dieselgrenzwert-bundesverwaltungsgericht/ "„Ein Wert, der mit der Dartscheibe geworfen wurde“, sagt heute Werner Ressing, ehemaliger Ministerialdirektor im Bundeswirtschaftsministerium, der damals die Verhandlungen in Brüssel für Deutschland führte. Er [..] stellte jetzt auch in seiner Stellungnahme für das Bundesverwaltungsgericht klar: Damals empfahl die grün dominierte Weltgesundheitsorganisation WHO 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Stickoxide. Noch nicht einmal Kalifornien als Umweltvorreiter hatte einen solchen Grenzwert festgelegt. In den USA gelten heute 100 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die EU jedenfalls wählte 1999 40 Mikrogramm pro Kubikmeter als künftigen Grenzwert." "Denn, so Ressing, der 40 Mikrogramm-Grenzwert wurde von der WHO nicht empfohlen, sondern von der EU aus einem Sammelsurium von WHO-Grenzwerten willkürlich festgelegt." "Medizinisch sei der Grenzwert nicht zu begründen. Zudem gelten völlig unterschiedliche Grenzwerte für zum Beispiel Büroarbeitsplätze von 60 µg/Kubikmeter, am Arbeitsplatz gelten als maximaler Wert 950 in der Schweiz sogar 6000 Mikrogramm pro Kubikmeter." "Ressing verweist auf die USA: Dort gelten im Verkehr 100 Mikrogramm und es gibt keine Fahrverbote; 100 Mikrogramm werden in jeder deutschen Stadt unterschritten. Ressings Fazit: „Der Grenzwert ist willkürlich gewählt und viel zu niedrig." Darüber schweigen unsere Qualitätsmedien natürlich.
Trollversuch: Komisch, während am Arbeitsplatz 85 dB(A) noch okay sind, regen sich die Nachbarn über die 80dB(A) vom Rasenmäher nachts um 2:00 auf.
Ungläubiger schrieb: > Medizinisch sei der Grenzwert nicht zu begründen. Zudem gelten völlig > unterschiedliche Grenzwerte für zum Beispiel Büroarbeitsplätze von 60 > µg/Kubikmeter, am Arbeitsplatz gelten als maximaler Wert 950 Die 950µg gelten nicht für "geschlossen Räume", wie im Artikel aus dem ersten Post verlinkt. Nur nochmal zitiert, damit dieses 950µg vs 40µg Argument nicht immer und immer wieder hervorgebracht wird...
Karsten B. schrieb: > Die 950µg gelten nicht für "geschlossen Räume" Was macht das für einen Unterschied?
In diesem Zusammenhang bedeutet es, dass man die beiden Grenzwerte nicht so einfach miteinander vergleichen kann. Die 40µg gelten generell für draußen bei möglichen Aufenthalt rund um die Uhr, die 950µg hingegen nur unter speziellen Umständen bei nicht dauerhaftem Aufenthalt. Gern wird der 950µg Grenzwert aber als gültiger Grenzwert für beliebige Arbeitsstätten oder Innenräume dargestellt.
Ungläubiger schrieb: > - Mobilität und Eigentumsschutz hierzulande ein Grundrecht ist Gähn. In welchen Artikel des Grundgesetzes steht dass "Mobilität" ein Grundrecht wäre? Und zum Eigentumsschutz aus Artikel 14: Schon mal die 15 Wörter bis zum zweiten Satz zu ende gelesen? > Art. 14 GG > > 1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. > Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt. > [...] Verstehst Du den zweiten Satz? Jeden Beitrag den Du hier wie am Fließband raus haust, gespickt mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, Links und Aussagen, kann man innerhalb von Minuten in der Luft zereissen. Doch warum sollte man sich mit einem typischen Troll abmühen? Wozu? Dein Interesse an einer sachlicher Diskussion dürfte bei Null liegen.
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