Hallo zusammen, ich würde gerne einen Regler um ein Peltierelement herum bauen. Natürlich ist die Regelgröße am Ende die Temperatur, dennoch bekommt der Regler ja irgendeine Ausgangsquelle die dann das Peltier treibt. Hier ist meine Frage ob hierbei lieber eine Spannung vom Regler gesetzt werden sollte oder ein Strom? Hat eins von beiden einen "lineareren" Zusammenhang mit Wärmefluss oder macht man es sich einfach leicht und lässt den Regler eine Spannungsquelle ansteuern? Mark
Ist eigentlich egal, wichtig ist nur, daß Du dem Pelztier eine saubere Gleichspannung anbietest. Bei ungefilterten PWM-Impulsen wird der sowieso schon schlechte Wirkungsgrad unterirdisch, da die Wärme in den Pausen quasi zur kalten Seite zurückfließt und erneut transportiert werden muß. Ich würde einen Regler daher auf eine konstante Spannung auslegen, konstanter Strom ginge aber auch.
Mark schrieb: > ... eine Spannung vom Regler gesetzt > werden sollte oder ein Strom? Hat eins von beiden einen "lineareren" > Zusammenhang mit Wärmefluss ... Ja, der Strom. Da sich die Spannung am Pelztier mit der Temperatur relativ stark ändert, würde die Regelgüte bei Spannungsbetrieb erheblich schlechter als nötig.
Der Widerstand der Peiltierelemente ändert sich nicht so stark mit der Temperatur und auch die Thermospannung ist eher eine kleine Störgröße. Von daher ist es relativ egal ob der Regler den Strom oder die Spannung vorgibt. Für die Güte der Regelung ist es eher wichtig nicht nur die Temperatur der zu regelnden Seite zu messen, sondern auch die der anderen (warmen) Seite, denn die Temperatur der warmen Seite ist oft die wesentlichen Störgröße. Der Wärmefluss ist weder linear im Strom noch der Spannung. Der Zusammenhang folgt in guter Näherung eine Parabel mit der maximalen Kühlwirkung beim optimalen Strom. Auch die Temperatur der "warmen" Seite kann man bei der Formel gleich mit berücksichtigen. Nur bei eher kleinen Strömen ist der Zusammenhang noch näherungsweise linear - vor allem nahe an der Tiefsten Temperatur wird es recht nichtlinear.
Lurchi schrieb: > Für die Güte der Regelung ist es eher wichtig nicht nur die Temperatur > der zu regelnden Seite zu messen, sondern auch die der anderen (warmen) > Seite, denn die Temperatur der warmen Seite ist oft die wesentlichen > Störgröße. Interessant! (gilt natürlich auch für die anderen Antworte. Vielen Dank auch dafür). Ist es also ggf. sinnvoll nicht einfach stumpf einen PID Regler zu implementieren? Ich würde das Ganze wohl ohnehin in Software regeln. Sollte ja alle 500ms oder so ausreichend sein.
Man kann die nichlineare Kennlinie des TEC auch gut mit einem PID Regler kombinieren. Der PID-Regler gibt eine geforderte Kühlleistung vor und die wird in den dafür passenden Strom umgerechnet. Für die Berücksichtigung der "warmen" Seite hat man 2 Möglichkeiten: 1) man betrachtet die 2. Temperatur als Störgröße und nutzt dafür einen Feed-forward Beitrag. D.h. zum Ausgang des PID-Reglers kommt ein Anteil proportional zur Temperatur der warmen Seite, bzw. zur Temperaturdifferenz. 2) man berücksichtigt die 2. gemessene Temperatur in der Kennlinie des TECs. D.h. bei der Umrechnung von der Heiz/Kühlleistung vom PID Regler in der Strom (bzw. Spannung) wird die Temperaturdifferenz über das Peltierelement mit berücksichtigt. Der 2. Weg hat ggf. den Vorteil, dass man im Prinzip aus den Daten des Peltierlements bestimmen kann wie die 2. Temperatur zu berücksichtigen ist. Im Endeffekt kommt es aber auf das selbe hinaus. D.h. die 2 Möglichkeiten sind mehr 2 mögliche Interpretationen. Die erste Interpretation gibt einem eine Begründung ggf. den Parameter bei Bedarf auch leicht variieren zu dürften. Wenn man die Wärmeleitung durch das Peltierelement sozusagen raus rechnet, sollte man das beim Tests zur Auslegung des PID Reglers berücksichtigen. Der Anteil von der Warmen Seite kann halt wie ein Proportionaler Term in der Regelung wirken, wenn man hier die Temperaturdifferenz und nicht nur die Warme Seite nimmt.
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