Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Aluprofile und Laufrollen für CNC-Fräse


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von Paul H. (powl)


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Hi,

ich habe mir die Idee in den Kopf gesetzt, eine CNC-Fräse ähnlich der 
Inventables X-Carve https://www.inventables.com/technologies/x-carve mit 
1x1m Fräsbereich zu bauen. Gefräst werden soll Holz, Kunststoff und auch 
Alu.

Die X-Carve schafft Alu gerade so, daher würde ich meine Fräse etwas 
steifer auslegen indem ich einfach dickere Aluprofile nutze. Interessant 
ist auch, dass die X-Carve auf teure Kugelgewindespindeln verzichtet und 
einfach nur einen Riemenantrieb verwendet.

Um die Baukosten aufs Wesentliche zu fokusieren würde ich gerne 
ebenfalls Rollenführungen verwenden. Leider bin ich da überhaupt nicht 
fündig geworden.

Hat jemand eine Ahnung wo ich Aluprofile + entsprechende Laufrollen 
herbekomme? Die Laufrollen sollten natürlich auch präzise und 
verchleißarm sein. Ich gehe außerdem davon aus, dass Profil + Rollen 
zueinander passen müssen. Die X-Carve nutzt hier Profile mit V-Slot, 
sehe ich. Ich habe allerdings bei Igus z.B. auch schon 
Laufrollenkonstruktionen gesehen bei denen ins Profil zwei 
Präzisionswellen eingesetzt waren und am Laufwagen einfach Kugellager 
mit dem entsprechended gegensätzlichem Profil angeschraubt waren, das 
sah auch ziemlich stabil aus.

Ideen? Oder ist das einfach nicht für günstig geld zu bekommen? Ein 
Linearwagen-Set kostet z.B. bei CNC-Discount auch immerhin 205€ bei 1,2m 
Länge.

von tg (Gast)


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Stabil und preiswert ... ist halt eine Herausforderung. Die Komponenten 
für die Variante Rolle auf Welle gibt eas z. B. auch hier 
https://www.item24.de/index.html
Allerdings weiß ich nicht, ob die an privat verkaufen, sollte aber in 
den AGB zu finden sein ... oder einfach mal anrufen.

von Sven (Gast)


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>Hat jemand eine Ahnung wo ich Aluprofile + entsprechende Laufrollen herbekomme?
ebay war mein Freund...
Ich habe es ähnlich deinem Vorschlag aufgebaut, aber bisher nicht 
wirklich benutzt:
Profile von hier: 
Ebay-Artikel Nr. 262637463415
Laufrollen von hier: 
Ebay-Artikel Nr. 381771747161

von Michael B. (laberkopp)


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Paul H. schrieb:
> Um die Baukosten aufs Wesentliche zu fokusieren

http://kaesefraese.com/german/index.html

Den Schlitten per Zahnriemen zu bewegen und auf Position zu halten ist 
nicht mal schlecht, sondern saumieserabel.

So ein Gummiband hält den Schlitten nicht mal auf 1mm wenn Kraft auf ihn 
einwirkt.

von Paul H. (powl)


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Sven schrieb:
> ebay war mein Freund...
> Ich habe es ähnlich deinem Vorschlag aufgebaut, aber bisher nicht
> wirklich benutzt:

Die Laufrollen sehen interessant aus aber diese Profile haben halt eine 
rechteckförmige Nut. Ich könnte mir vorstellen, dass die Laufrollen da 
relativ schnell einlaufen weil die Kontaktfläche ja lediglich eine 
schmale Kante

Michael B. schrieb:
> Den Schlitten per Zahnriemen zu bewegen und auf Position zu halten ist
> nicht mal schlecht, sondern saumieserabel. So ein Gummiband hält den
> Schlitten nicht mal auf 1mm wenn Kraft auf ihn einwirkt.

Das dachte ich bisher auch immer aber dass die X-Carve dieses System 
verwendet und man damit erfolgreich Holz und sogar Aluminium fräsen kann 
beweist, dass das so offenbar funktionieren kann. Außerdem sind sind 
solche Riemen natürlich nicht nur Gummibänder sondern im Kern mit 
Glasfasern oder Stahl verstärkt, welche die Hauptlast tragen.

von Stephan (Gast)


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Die Konstruktion reicht sicher als Plotter aus. Aber sicher nicht zum 
Fräsen von NE Metallen. Die wird sich nach allen Seiten verwinden und 
verbiegen. Lege mal ein Brett auf den Rahmen, darunter eine Meßuhr und 
dann einen Sack Kartoffeln rauf und staune.

von Ryven (Gast)


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Reines Alu geht ja noch von den Kräften, schmiert als echt unschön.
Aber legiertes Alu auf den Größen, tja das lacht dich einfach nur aus.
Das ist dann zerstäuben aber nicht fräsen.

Nur es ist immer wieder erstaunlich mit wieviel Zeit die Leute dann 
etwas herstellen. Vor allem wenn du selbst siehst das ein Durchgang mit 
dem 140er Messerkopf eine schöne Oberfläche macht. Andere dafür den 8er 
Fräser dann stumpfschleifen..

von Paul H. (powl)


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https://www.youtube.com/watch?v=xLMW5ZYDivw

Euer gut gemeinter Rat in Ehren aber die Videos beweisen ja, dass die 
X-Carve mit Aluminium ganz gut umzugehen können scheint. Wenn man nun 
eine Fräse in ähnlicher konstruktionsweise aber noch etwas stabiler baut 
sollte das letztendlich kein Problem mehr sein. Ich würde einfach 
überall gefühlt doppelt so dicke Profile verwenden.

von Daniel F. (df311)


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Paul H. schrieb:
> Euer gut gemeinter Rat in Ehren aber die Videos beweisen ja, dass die
> X-Carve mit Aluminium ganz gut umzugehen können scheint.

naja, einen geschätzten halben millimeter zustellung als "ganz gut 
umgehen" bezeichnen ist (mMn) - hmm - optimistisch ausgedrückt.

von Paul H. (powl)


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Und meine Fräse schafft dann eben doppelt so viel Zustellung ;-) 
Versteht mich nicht falsch: Ich will damit nicht den ganzen Tag lang 
Aluminium zerspanen. Zu 90% soll die Fräse für Holzprojekte und ein 
bisschen Kunststoff herhalten. Aber wenn es mal ein stabiles Teil sein 
soll muss eben auch mal ein bisschen Alu gehen. Wenns dann etwas länger 
dauert ist auch nicht so dramatisch.

: Bearbeitet durch User
von Stephan (Gast)


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Mein Portal besteht aus 40x160 Aluprofilen ist 60 cm lang und die 
Hohlräume sind mit Ploymerbeton gefüllt. Selbst wenn ich da mit dem 
Daumen kräftig drücke zeigt die Meßuhr einen Ausschlag an. Darüber 
kannst du ja mal nachdenken.

von butsu (Gast)


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Paul H. schrieb:
> Youtube-Video "X-Carve Milling Aluminum - Paintball Autococker
> Triggerplate"
>
> Euer gut gemeinter Rat in Ehren aber die Videos beweisen ja, dass die
> X-Carve mit Aluminium ganz gut umzugehen können scheint. Wenn man nun
> eine Fräse in ähnlicher konstruktionsweise aber noch etwas stabiler baut
> sollte das letztendlich kein Problem mehr sein. Ich würde einfach
> überall gefühlt doppelt so dicke Profile verwenden.

Es ist sicher kein Zufall, dass das Video mit Musik unterlegt ist, und 
die Fräsgeräusche nicht zu hören sind... Die Maschine in dem Video hat 
auch keine 1x1m Fräsbereich, wie von dir geplant. Das Video beweist also 
nichts.

Ich halte das Konzept auch für Murks, es sei denn es soll nur als 
Schneidplotter, Laserschneider oder zum Fräsen von Schaumstoff und Balsa 
dienen.

Paul H. schrieb:
> Ideen? Oder ist das einfach nicht für günstig geld zu bekommen?
Eine Fräse, die bei 1x1m Arbeitsfläche Alu sinnvoll zerspanen kann ist 
mit dem Konzept meiner Meinung nach nicht möglich. Aber das willst du ja 
nicht hören, auch wenn du genau danach gefragt hast.

Wenn du das Geld für Kugelgewindespindeln nicht ausgeben willst, 
könntest du eine Fräse mit (evtl. verspannten) Trapezgewindespindeln und 
entsprechend größer dimensionierten Schrittmotoren bauen.

von Thomas V. (thomas_v70)


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Auch mit den Profilen wird das sicher keine doppelte Zustellung werden, 
aber solange Dir Zustellungen von 0.2-0.3mm reichen und keine tollen 
Oberflächen und fürchterliche Geräusche akzeptabel sind probier es aus 
und Berichte bitte.
KG Spindeln wirst Du dann eh über kurz oder lang nachrüsten. :-)

Allerdings wird jetzt die Wahl der passenden Alusorte wichtig.
Bei den geringen Zustellungen und der Neigung von Alu zu schmieren kann 
das einiges an ausprobieren bedeuten.

Also klar ausgedrückt: Kein Alu vom Schrottplatz oder Baumarkt und Co, 
sondern aus verifizierten Quelle mit Möglichkeit das "gute" Alu dann 
auch wieder zu bekommen.
Wenn Deine kleinen Fräser einmal an der Schneide zugeschmiert sind, sind 
die hinüber.

Bei Fräsern dann hilfreich gerne Typen nehmen für Alu und schmieren 
nicht vergessen.
Eine kleine MMS mit Druckluft wirkt hier wunder.

Und vor allem nicht an die Schnittdaten für das HSC orientieren.
Fange mal gemütlich mit 50mm/min an und taste Dich ran.

Hier lohnt es sicher eher mehr Zustellung und weniger Vorschub zu 
fahren, weil der Fräser länger hält wen Du mehr Zustellung fährst und 
nicht nur die untersten 2/3 Zehntel stumpf werden und der Rest dann 
ungenutzt in die Tonne geht.

: Bearbeitet durch User
von Paul H. (powl)


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butsu schrieb:
> Es ist sicher kein Zufall, dass das Video mit Musik unterlegt ist, und
> die Fräsgeräusche nicht zu hören sind... Die Maschine in dem Video hat
> auch keine 1x1m Fräsbereich, wie von dir geplant. Das Video beweist also
> nichts.

Halber Punkt für dich, das ist tatsächlich die kleinere Version der 
X-Carve mit nur 50x50cm Fräsbereich. Wenn ich mir die Profile dieser 
kleinen Fräse allerdings so anschaue dann wird meine Ausführung 
vermutlich drei mal so steif. Für das Portal wollte ich ein 80x120mm 
Profil verwenden und auch die Seitenprofile und Verbindungsplatten 
werden gleich 3 mal so dick wie bei der X-Carve.

Und naja, ich habe ja nicht explizit gefragt, ob ich damit Aluminium 
fräsen kann. Es gibt einige Videos auf YT, wo auch die große Version der 
X-Carve ohne Verlust des Fräsers oder abscheuliche Rattergeräusche, bzw. 
Rattermuster im Fräsbild durch Aluminium durchkommt. Daher soll das 
jetzt auch keine Verteidigung dieses Fräsenkonzepts werden und ich 
möchte hier nicht beweisen, dass es sich hierbei nicht durchaus um eine 
Käsefräse handelt. Ein bisschen Aluminium scheint jedoch nach 
Hobbymaßstäben zu funktionieren und das reicht mir dann. Wenns dann noch 
mit viel Zustellung und schnell gehen soll müsste die Fräse um ein 
vielfaches teurer werden aber hierfür baue ich mir wohl irgendwann 
lieber eine separate Fräsmaschine.


Thomas V. schrieb:
> Kein Alu vom Schrottplatz oder Baumarkt und Co,
> sondern aus verifizierten Quelle mit Möglichkeit das "gute" Alu dann
> auch wieder zu bekommen.

Selbstverständlich! Das richtige Alu ist voraussetzung. Ich weiß wie 
schnell man sich den Fräser kaputt macht wenn er zuschmiert :-)

: Bearbeitet durch User
von Stephan (Gast)


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noch einen Tipp, Die Profile die Du verbaust, sind NIEMALS GERADE ODER 
PLAN !!! Soll heißen, Du musst sie eh erst bearbeiten(lassen). Deswegen 
braucht man eine Fräse, wenn man eine Fräse bauen will. Suche mal nach 
"Moederl". Der hat ne Menge dazu veröffentlicht. Dann melde Dich in der 
CNCEcke an. Dort sitzen und helfen kompetente Leute aus der Branche.  Du 
solltest Dir ein Budget einrichten.

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