Welche Schutzklasse hat mein Gerät?

Gast #5353536
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Hallo Forengemeinde,

das verlinkte Netzteil 
(http://www.meanwell.com/webapp/product/search.aspx?prod=GST120A) dient 
bei mir als Quelle für ein Laborgerät. Laut Datenblatt ist es ein 
Netzteil der Schutzklasse 1 mit Funktionserdung. Der Schutzleiter ist 
mit der Masse der Sekundärseite (12 V DC) verbunden. Das Metall-Gehäuse 
meines Geräts ist mit eben dieser Masse verbunden.

Frage: Welche Schutzklasse hat mein Gerät?

Ich vermute, dass ich trotz der 12 V DC im gerät bei Schutzklasse 1 bin, 
da ich ja das Gehäuse mit dem Schutzleiter verbunden habe und für 
Schutzklasse 3 die notwendige sichere galvanische Trennung fehlt, oder?


Bonusfrage: Wenn Merkmale von mehreren Schutzklassen erfüllt werden, 
welche Schutzklasse gibt man dann für sein Gerät an?


Ich bin für jeden Rat dankbar.
(Firma: matzetronics) #5353568
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Frager schrieb:
> Der Schutzleiter ist
> mit der Masse der Sekundärseite (12 V DC) verbunden. Das Metall-Gehäuse
> meines Geräts ist mit eben dieser Masse verbunden.
>
> Frage: Welche Schutzklasse hat mein Gerät?

Das sieht nach SK I aus:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzklasse_%28Elektrotechnik%29

Frager schrieb:
> Bonusfrage: Wenn Merkmale von mehreren Schutzklassen erfüllt werden,
> welche Schutzklasse gibt man dann für sein Gerät an?

Sollte eigentlich nicht vorkommen, da sich die technischen Anforderungen 
an die SK nicht überschneiden.
#5353671
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Frager schrieb:
> Der Schutzleiter ist
> mit der Masse der Sekundärseite (12 V DC) verbunden. Das Metall-Gehäuse
> meines Geräts ist mit eben dieser Masse verbunden.

Somit ist es Schutzklasse 1

Bei Schutzklasse 2 muss eine doppelte Isolierung vorhanden sein, und der 
Schutzleiter darf nicht angeschlossen sein.

Streng genommen darf nicht mal eine Netzbuchse mit Schutzleiteranschluss 
vorhanden sein.

Ralph Berres
Gast #5353675
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Ralph B. schrieb:
> Frager schrieb:
>> Der Schutzleiter ist
>> mit der Masse der Sekundärseite (12 V DC) verbunden. Das Metall-Gehäuse
>> meines Geräts ist mit eben dieser Masse verbunden.
>
> Somit ist es Schutzklasse 1
>
> Bei Schutzklasse 2 muss eine doppelte Isolierung vorhanden sein, und der
> Schutzleiter darf nicht angeschlossen sein.
>
> Streng genommen darf nicht mal eine Netzbuchse mit Schutzleiteranschluss
> vorhanden sein.

Schutzleiter sind bei SK-II und SK-III keineswegs verboten.
Beitrag #5354371 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #5354486
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Dazu sagt das Normenwerk:

VDE 0100-410:2007 412.2.2.4:
>Leitfähige Teile innerhalb der isolierenden Umhüllung dürfen nicht an einen 
Schutzleiter ange-
>schlossen sein. Dies schließt jedoch nicht aus, dass Anschlussmöglichkeiten für 
Schutzleiter vorgesehen
>sind, die notwendigerweise durch die Umhüllung geführt werden, weil sie für 
andere Betriebsmittel benötigt
>werden, deren Versorgungsstromkreis ebenfalls durch die Umhüllung geführt ist. 
Innerhalb der Umhüllung
>müssen alle solchen Leiter und ihre Anschlussklemmen wie aktive Leiter isoliert 
sein, und ihre Anschlussklem-
>men müssen als Schutzleiter-Anschlussklemmen gekennzeichnet sein.
>
>Körper und dazwischen liegende Teile dürfen nicht an einen Schutzleiter 
angeschlossen sein, wenn dafür
>nicht eine besondere Vorkehrung in den Normen für die betreffenden Betriebsmittel 
vorgesehen ist.


Spezieller noch:

VDE 0660-600-1:2010 8.4.3.4 Schutz durch Schutzisolierung:
>[…]
>Für den Schutz bei indirektem Berühren durch Schutzisolierung müssen folgende 
Anforderungen erfüllt
>werden:
>[…]
>c) Die Umhüllung muss im betriebsfertigen Zustand der Schaltgerätekombination 
nach dem Anschließen an
>   das Versorgungsnetz alle aktiven Teile, alle Körper und alle Teile eines 
Schutzleiterkreises so umschlie-
>   ßen, dass sie nicht berührt werden können. Die Umhüllung muss wenigstens der 
Schutzart IP2XC (siehe
>   IEC 60529) entsprechen.
>   Wenn durch eine derartige Schaltgerätekombination, deren Körper isoliert 
angeordnet sind, ein Schutz-
>   leiter zu den nachgeschalteten elektrischen Betriebsmitteln durchgeschleift 
wird, müssen für den
>   Anschluss der von außen herangeführten Schutzleiter Anschlüsse vorgesehen und 
in geeigneter Weise
>   gekennzeichnet werden.
>   Innerhalb der Umhüllung müssen der Schutzleiter und seine Anschlüsse von den 
aktiven Teilen und von
>   den Körpern ebenso isoliert werden wie die aktiven Teile.
>d) Körper innerhalb dier Schaltgerätekombination dürfen nicht mit dem 
Schutzleiterkreis verbunden werden,
>   d. h., sie dürfen nicht in eine Schutzmaßnahme mit Schutzleiterkreis 
einbezogen werden. Das gilt auch
>   für eingebaute Betriebsmittel, auch wenn sie einen Schutzleiteranschluss 
haben.
[…]


Im Übrigen kann auch ein Schutzleiter zwingend erforderlich sein:

VDE 0100-410:2007 412.2.3.2:
>Für einen Stromkreis, der Betriebsmittel der Schutzklasse Ⅱ versorgt, muss ein 
Schutzleiter in der
>gesamten Leitungsanlage durchgehend leitend mitgeführt und in jedem 
Installationsgerät an eine Klemme
>angeschlossen werden, es sei denn, die Anforderungen nach 412.1.3 sind erfüllt.
>/[…]/

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