Forum: Offtopic Verbrauchte Ätzlösung eindampfen


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von Luca E. (derlucae98)


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Threads zur Entsorgung von verbrauchtem Natriumpersulfat mit gelösten 
Kupferionen gibt es ja zu genüge. Dass man die Brühe nicht einfach in 
den Ausguss kippt ist auch klar.

Man ließt jedoch häufig, dass das Natriumpersulfat beim Erhitzen über 
50°C zerfällt.
Was genau passiert dann? Ich habe ca. 4L verbrauchte Ätzlösung, die ich 
im Volumen etwas reduzieren möchte. Verdunsten lassen funktioniert zwar, 
dauert aber ewig. Ideal wäre es, wenn ich die Suppe erhitzen könnte um 
den Vorgang zu beschleunigen.

Was spricht also dagegen die Ätzlösung über 50°C zu erhitzen, wenn ich 
nur die gelösten Feststoffe entsorgen will?

von Michael B. (laberkopp)


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Luca E. schrieb:
> Was genau passiert dann?

Es entsteht Sauerstoff und Natriumsulfat.

Na2S2O8 + H2O ---> 2 NaHSO4 + 1/2 O2

Achtung: Natriumsulfat ist ein Salz der Schwefelsäure, also ziemlich 
ätzend.

von Gerald B. (gerald_b)


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Ausfällen des Kupfers mittels Natronlauge oder Natriumcarbonat 
funktioniert auch aus "dünnen" Lösungen. Kupferoxid, -hydroxid u. 
-Carbonat sind allesamt defacto unlöslich in Wasser. Man braucht also 
nur solange neutralisieren, bis der ph-wert leicht alkalisch wird und 
warten, bis sich der Schlamm abgesetzt hat.
Warum also viel Energie ins Eindampfen stecken, wenn es auch so 
funktioniert?

von Gerald B. (gerald_b)


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Michael B. schrieb:
> Achtung: Natriumsulfat ist ein Salz der Schwefelsäure, also ziemlich
> ätzend.

Soso... dann lies mal, was Glaubersalz ist und wofür man das verwendet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Natriumsulfat
Als Abführmittel, also sogar innerlich. Da wird es wohl eher nicht 
ätzend sein ;-)
"Faustformel" - starke Säuren mit starken Basen geben neutrale Salze.
Nur wenn ein Part stark und einer schwach ist, dann sind die Salze nicht 
neutral und meist auch leicht zersetzlich mittels einer stärkeren 
Säure/Base, je nachdem, was schwach ist.
Bespiele für Letzteres sind z.B. Zyankali (schwache Säure, starke Base), 
da wird sogar schon durch das CO2 der Luft die Blausäure aus dem Salz 
verdrängt. Oder Ammoniumchlorid (Salmiak, Lötstein).
Mit Natronlauge wird Ammoniak freigesetzt, bei Hitze zersetzt er sich 
und reinigt deshalb chem. die Lötkolbenspitze.

von Luca E. (derlucae98)


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Gerald B. schrieb:
> Ausfällen des Kupfers mittels Natronlauge oder Natriumcarbonat
> funktioniert auch aus "dünnen" Lösungen.

Reicht da das übliche Waschsoda?

Gerald B. schrieb:
> Man braucht also
> nur solange neutralisieren, bis der ph-wert leicht alkalisch wird und
> warten, bis sich der Schlamm abgesetzt hat.

Wie lange dauert das Absetzen etwa? Ich habe gerade keine 
PH-Teststreifen zur Hand.
Reicht zum Filtrieren ein einfacher Kaffeefilter?

Wie stelle ich dann sicher, dass die übrige Lösung keine Kupferionen 
mehr enthält?

von Gerald B. (gerald_b)


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Waschsoda sollte reichen.
Die übrige Lösung enthält kein lösliches Kupfer mehr, wenn sie nicht 
blau oder grün ist. Das sieht man gegen weißen Hintergrund ganz gut. Die 
gängigen Kupfersalze haben immer diese charakteristische Färbung.
Außerdem kannst du noch das Prinzip der Beilsteinprobe abgewandelt 
anwenden
https://de.wikipedia.org/wiki/Beilsteinprobe
Bei der Beilsteinprobe hat man Kupfer und sucht nach Halogenen. Du 
nimmst halt ein Chlorid o.ä. und suchst nach Kupfer ;-)

von Luca E. (derlucae98)


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Ich habe jetzt ca. 1l der Ätzlösung mit Natriumcarbonat auf ph-Wert 8 
gebracht. Die Farbe hat sich von tiefblau (klar) in türkis (trüb) 
geändert.
Ich nehme an, dass der penetrante Chlorgeruch normal ist?

Jetzt also nur noch abwarten?

von Gerald B. (gerald_b)


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Türkis könnte Kupfercarbonat sein, das unlöslich ist. Trüb stimmt also. 
Das Kupfercarbonat sollte sich als Schlamm absetzen.
Chlorgeruch sollte nicht auftreten. Kann ich mir nur so erklären, das 
das kein reines Soda (Backsoda) ist, sondern eher ein Reinigungsmittel, 
das noch ein Oxidationsmittel. Percarbonat, Peroxid oder was in der 
Richtung enthält.
Bei Kupfersulfat sollte ohnehin nichts passieren, aber bei Kupferchlorid 
kann dann auch elementares Chlor entstehen.
Das ist ja der Grund, warum man Bleichmittel und saure Reiniger nicht 
mischen soll.

von Luca E. (derlucae98)


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Gerald B. schrieb:
> Kann ich mir nur so erklären, das
> das kein reines Soda (Backsoda) ist, sondern eher ein Reinigungsmittel,
> das noch ein Oxidationsmittel. Percarbonat, Peroxid oder was in der
> Richtung enthält.

Ich habe das "Heitmann Reine Soda" verwendet. Enthält lauf Aufdruck nur 
Natriumcarbonat aber da es als Reinigungsmittel verkauft wird kann es 
natürlich sein, dass da noch mehr drin ist.

von Luca E. (derlucae98)


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Nach zweifacher Filtration ist das Wasser nun ziemlich klar. Ich denke, 
dass die Konzentration des Kupfers jetzt gering genug ist, um das Wasser 
im Ausguss zu entsorgen.

: Bearbeitet durch User
von Holger D. (hodoe)


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Moin, mal eine bescheide Frage. Was soll der ganze Aufriss? Warum 
bringst Du nicht einfach Deine nicht mehr brauchbare Ätzlösung zum 
Wertstoffhof?



Holger

von c. m. (Gast)


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bei mir auf dem balkon steht ein schwarzer benzinkanister, da leere ich 
neutralisierte lösung rein.
zumindest im sommer knallt da die sonne drauf und sorgt für ordentlich 
verdunstung.

von Stefan M. (derwisch)


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Wertstoffhof.
Die dürfen sich gern darum kümmern, bei den fetten Müllgebühren.

von Bernd K. (prof7bit)


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Holger D. schrieb:
> Moin, mal eine bescheide Frage. Was soll der ganze Aufriss? Warum
> bringst Du nicht einfach Deine nicht mehr brauchbare Ätzlösung zum
> Wertstoffhof?

Wenn er sie eindampft muss er nur alle 50 Jahre mal dort hin fahren, 
ansonsten würde er alle Nase lang hauptsächlich Wasser transportieren 
oder herumstehen haben und Platz wegnehmen.

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