@Till (Gast)
>Anschlussdrähte Ferritröhrchen gesteckt sind. Man liest oft, dass
>Schaltregler im Gegensatz zu Linearreglern viel mehr Schmutz und
>Störungen durch steile Schaltflanken produzieren.
Das ist oft auch so.
>Inwieweit können die Ferritröhrchen diesen Nachteil wieder wettmachen
>und steile Rechteckflanken abmildern?
Nur zum Teil. Die dämpfen parasitäre Schwingungen bei Schaltvorgängen.
Denn dieser Ferrit ist absichtlich stark verlustbehaftet.
>Bringt es etwas, in einen selbstgebauten Schaltregler, die drei Beinchen
>des schaltenden Leistungstransistors mit Ferritröhrchen zu versehen?
Nö, denn das ist kein Wundermittel, das man kiloweise ohne nachzudenken
einfach in eine Schaltung kippen kann. Man sollte schon ansatzweise
wissen was man tut.
>Muss eventuell der Gate-/Basisanschluss davon ausgenommen werden?
Kommt immer auf die Schaltung an. Am Drain ist diese Ferritperle am
häufigsten anzutreffen, dort dämpft sie beim Step Up bzw. Flyback
Converter die parasitäre Schwingung beim Ausschalten. Am Gate
funktioniert es ähnlich. An Source findet man Ferritperlen nur sehr
selten, in den meisten Standardschaltungen macht sie dort eher Probleme
als welche zu lösen.
>Sind die Ferritröhrchen an weiteren Bauteilen sinnvoll?
Dioden. Überall dort, wo schnelle, kräftige Schaltvorgänge auftreten.
>Dienen die Ferritröhrchen nur dazu, andere Elektroniken vor
>Störungstrahlung zu schützen
Sie schützen nicht vor Störstrahlung, sie vermindern das Entstehen von
parasitären Schwingungen, die sich dann über Leitungen ausbreiten
können.
> oder können sie auch die Ausgangsspannung
>des Schaltreglers, in dem sie verwendet werden, bezüglich der Glätte
>entscheidend verbessern?
Nö. Ferritperlen wirken frühestens im 2-3stelligen MHz Bereich. Der
Ripple von Schaltreglern liegt aber im kHz Bereich, also deutlich
darunter. Dort sind Ferritperlen praktisch unwirksam.
Ferritperlen kann man meist nur empirisch einsetzen, sprich, man muss
sie einbauen und Vergleichsmessungen machen.