Umgangsformen in Stellenausschreibung & Bewerbung

Gast #5367895
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Hallo zusammen,
eigentlich halte ich von den Stellenausschreibungen bei denen der 
Bewerber geduzt wird, gar nichts und ignoriere diese üblicherweise.

Jetzt ist es aber so, dass ich mir ausversehen eine solche 
"Du-Stellenausschreibung" durchgelesen habe und diese optimal passt 
sodass ich mich bewerben würde. Doch in welcher Form bewerbe ich mich? 
Jetzt wieder zum Sie zu wechseln wäre doch albern, wo wir schon beim Du 
sind... Aber


"Hallo Alfons,
ich habe eure Stellenanzeige entdeckt und bewerbe mich hiermit bei 
euch..."
klingt schon sehr sehr merkwürdig...

In welcher Form würdet ihr euch bewerben?
Beitrag #5367900 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #5367916
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Ist doch toll!

Du schrieb:
> "Hallo Alfons,
> ich habe eure Stellenanzeige entdeckt und bewerbe mich hiermit bei
> euch..."
> klingt schon sehr sehr merkwürdig...

Wenn die Anzeige auf "Du" ist heißt das, dass ich ab dem ersten 
Arbeitstag alle duze. Wird Zeit, dass man das "Sie" in diesem Land über 
Bord wirft, ich duze auch wenn es geht jeden, auch wenn ein "Sie" 
zurückkommt - solange am anderen Ende nicht jemand sitzt, der eine 
Machtposition hat und aufgrund dessen evtl. viel Geld, sprich Aufträge 
vorbehält. "Sie" schafft nur unnötig Distanz, habe mich früher auch 
immer mit meinen Chefs geduzt.
Gast #5367917
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Ok danke, dann bleibe ich beim Sie. Ist mir auch wesentlich lieber, aber 
prinzipiell macht es für mich trotzdem keinen Sinn. Aber egal, Thema ist 
gegessen.


Ist alles andere als ein Startup, sondern eine große Niederländische 
Firma.
Gast #5367922
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Du schrieb:
> Ist alles andere als ein Startup, sondern eine große Niederländische
> Firma.

In Holland wird niemand gesiezt ausser dem König. Die Holländer sind 
halt etwas fortschrittlicher als die konservativen Deutschen (ich kann 
es nicht häufig genug sagen).
Gast #5367965
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Curby23523 N. schrieb:
> In Holland wird niemand gesiezt ausser dem König. Die Holländer sind
> halt etwas fortschrittlicher als die konservativen Deutschen (ich kann
> es nicht häufig genug sagen).

Heutzutage noch einen König zu haben finde ich nicht sehr 
fortschrittlich. Für den eine Anrede zu reservieren ändert das nicht.

Auf eine "Du-Stellenausschreibung" würde ich nur antworten, wenn der 
gesamte Ton der Anzeige, deren Webseite, usw. noch respektvoll ist und 
wenn die Firma kein durchgeknalltes Startup ist. D.h. wenn man neben 
Respekt, vernünftiger Ausstattung, regelmäßiger Gehaltszahlung usw., 
auch die Einhaltung von Recht und Gesetz erwarten kann.

In der Bewerbung würde ich beim Sie bleiben. Beim Gespräch dürfte man 
mich gerne darauf hinweisen, dass in der Firma das Du üblich ist. Nach 
Rückfrage ob die Gesprächspartner geduzt werden wollen und Bestätigung 
würde ich sie duzen.
Gast #5367970
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Curby23523 N. schrieb:
> (ich kann  es nicht häufig genug sagen).

Warum denn nicht? Ist Dir der Mund schon ausgetrocknet?

> "Hallo Alfons,
> ich habe eure Stellenanzeige entdeckt und bewerbe mich hiermit bei
> euch


So geht es nicht...

Hallo Alfons, Du altes Scheißding!
Ich hätte zwar nicht erwartet, daß es Deine Bude überhaupt noch gibt, 
aber: Sei's drum. Kannst Du mich gebrauchen? Ich bin bestes Mann, wo 
gibt, weißt Du, voll konkret korrekt! Ruf mich an, wegen Arbeitszeit, 
Kohle und so...

Erwin
#5368000
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Das sind auch nur Menschen.
Da würde ich anrufen, mir einen wichtigen Menschen aus der 
Personalabteilung geben lassen und fragen, ob Bewerbungen mit "Sie" 
gleich aussortiert werden.

Wenn man das mit einem unverkniffenen, netten Tonfall macht, hat man 
schon eine "Bezugsperson" in dem Laden.

Hat mir schon einmal geholfen...
Gast #5368003
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Hallo

""Sie" schafft nur unnötig Distanz, habe mich früher auch immer mit 
meinen Chefs geduzt."

Nun ja, so verschieden sind die Erwartungen und Vorzüge.
Ich bin sehr froh das ich meinen Chef (und auch andere bestimmte Leute) 
sieze eben genau weil damit eine Distanz erzeugt wird.
Zum duzen gehört für mich Vertrauen und zumindest eine Beziehung die auf 
"Kumpelniveau" ist.
Ihr kennt bestimmt irgendeinen TV Fernsehfilm,oft irgendein Krimi, der 
im Skandinavischen Umfeld spielt - für mich ist es dann immer äußerst 
befremdlich bis schon verachtend oder unfreiwillig lächerlich wenn ein 
Vorgesetzter seinen Mitarbeiter suspendiert oder sogar entlässt und ihn 
dabei duzt.
Dadurch wird die Sache nur noch schlimmer.

So etwas im echten leben, auch nur bei einer Kleinigkeit, wäre mich sehr 
grotesk.
Nein der Abstand soll zumindest für mich immer gewahrt sein, solange 
eben nicht mindestens ein echtes Kumpelhaftes Verhältnis besteht.

Typisch Deutsch?

Chris
Beitrag #5368023 wurde von einem Moderator gelöscht.
#5368024
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Man kann das Du umschiffen, indem man es durch kluge Wortwahl vermeidet. 
Wenn das ums verrecken nicht geht, würde ich beim Sie bleiben.

Du schrieb:
> ich habe eure Stellenanzeige entdeckt und bewerbe mich hiermit bei
> euch..."

Beispiel:

"ich habe die Stellenanzeige entdeckt und bewerbe mich hiermit."

Wäre auch kürzer und somit würzer.

Wobei ich auch noch anmerken möchte: Wenn mir jemand schreiben würde, 
dass er die Stellenanzeige "entdeckt" hat, würde ich denken: "Huch, 
Indianer-Jones bewirbt sich um einen Job."
Beitrag #5368025 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #5368324
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Ich denke, ich würde mit Du antworten. Wenn das so in der Stellenanzeige 
steht, kann man wohl annehmen, dass ein Du erwartet oder zumindest 
akzeptiert wird.
Warum sollte man mit 'Sie' antworten müssen? Wegen des Gedankens 'wir 
sind die großen Arbeitgeber, wir dürfen duzen, aber du kleiner Wicht 
hast unsere Überlegenheit durch ein respektvolles 'Sie' anzuerkennen'?

Kleine Geschichte am Rande: Im Dorf meiner Eltern wohnte ein 
Über-Achtziger, der jeden geduzt hat. Als ein 25-jähriger ihn dann auch 
geduzt hat, hat er sich über dessen Frechheit beschwert.
Gast #5373092
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Merkt denn Keiner dabei, dass sowas auf ein Psychospielchen hinausläuft?
Den zukünftigen MA mal etwas lockerer aus der Reserve locken und sehen 
wie weit der sich vortraut?
So sortiert man flatterhafte und vllt. sogar illoyale Typen schon im 
Vorfeld einfach aus. Ist ja fast wie im Theater, nur leider etwas zu 
heikel um es falsch zu spielen?
Beim Du fallen Barrieren und Hemmnisse wie Zurückhaltung, das ist nicht 
unbedingt auf Kameradschaft fixiert. In so einer Fa. werden entweder nur 
leicht steuerbare oder absolut korrekte Typen im zwischenmenschlichem 
Umgang tolleriert.
Oder welchen Sinn soll das im Besonderen sonst haben?
Bewerben sollte man sich so dass es funktioniert, ohne Experimente!
Gast #5373118
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Curby23523 N. schrieb:
> Verwandschaft aus Holland und ich denke die kennen ihre Sprache besser
> als wir. Je und jij ist auch dasselbe.

Naja, es gibt auch Engländer, die uns glauben machen, sie würden sich 
alle duzen. Das Gegenteil ist der Fall. Das liegt aber nicht an den 
Engländern, sondern daran, dass wir annehmen, es müsse eine 
1-1-Übersetzung geben.

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