Hallo,
eine harte Nuss, die mich schon seit etwa einem Jahr beschäftigt.
Ich habe ein älteres Notebook, das in der Werkstatt seine "Gnadenfrist"
gefunden hat. Es ist ein Samsung R505 mit Turion-CPU, das dank 4GB RAM
aber unter Windows 10 erstaunlich flott läuft und gut benutzbar ist.
Gut benutzbar wäre, wenn nur nicht diese sporadischen Freezes wären...
Seit etwa einem Jahr bleibt es ab und an mitten im Betrieb hängen, d.h.
weder Mauszeiger noch Tastatur reagieren und es tut sich auch
tatsächlich gar nichts mehr bis zum harten Reset. Kein Bluescreen. Die
Festplatten-LED leuchtet dann auch dauerhaft. Es hat etwas gedauert, bis
ich gemerkt habe, dass ich den Fehler recht gut dadurch provozieren
kann, dass ich die Festplatte stark beschäftige (z.B. durch einen
Benchmark oder ein Backup auf sich selbst). Der Fehler tritt sowohl bei
warmem als auch kaltem Notebook/Festplatte auf. Die Temperatur macht
also keinen Unterschied. Auch nicht die CPU-Last.
Die Festplatte ist nicht mehr das Original, sondern wurde vor 3-4 Jahren
gegen eine HDD/SDD-Hybridplatte getauscht. Diese lief aber lange ohne
irgendwelche Probleme. Laut Smart-Werten ist alles ok.
Was ich schon versucht habe:
- Speicherdiagnose laufen lassen: kein Fehler, auch nach Stunden
- Festplattentest (Boot-CD von Seagate) laufen lassen: kein Fehler, auch
nach Stunden
- Festplattentest unter Windows löst einen Freeze recht schnell aus
- Windows komplett neu installiert (erstmal ohne
Drittanbieter-Software): keine Verbesserung
- Festplatte entnommen, Kontakte kontrolliert
- Notebook aufgeschraubt, entstaubt
- auch leichtes Klopfen gegen/Biegen des Mainboards ändern nichts
(scheint also kein Hardwareproblem zu sein).
- ATI-Southbridge-Treiber anstatt des Standardtreibers von MS
installiert: keine Änderung
- von AHCI auf IDE umgestellt: das Einzige, was sich ändert, ist, dass
beim Freeze nun nicht mehr die Festplatten-LED leuchtet...
Windows 10 ist auf dem neuesten Stand. Defender läuft und meldet, alles
sei ok. Ob der Fehler exakt seit dem 1703er Update vor einem Jahr
auftritt oder nicht, kann ich nicht mehr sagen. Kann durchaus sein!
Was ich leider nicht testen konnte, ist eine andere Festplatte.
Relevante Hardware:
Chipsatz: AMD RX781 + AMD SB700
Festplatte: ST1000LM014-SSHD-8GB
Jemand eine Idee, was ich noch testen könnte?
Ich habe dieses Problem auch bei einem Thinkpad T530. Wenn ich beim
Auftreten dieses Freezes den Netzstecker kurz abziehe, arbeitet wieder
alles wie vorher.
Ich habe die Energiespareinstellungen im Verdacht. Der Fehler tritt auch
ausschließlich im Netzbetrieb auf und erstmalig nach dem Creators-Update
von Windows 10.
Du kannst das Abziehen des Netzsteckers ja mal ausprobieren.
Gruß Jay
Akku ist leider platt. Daher ist nur stationärer Betrieb möglich und
dein Test nicht. :(
Ich erinnere mich aber jetzt, dass ich (das ist leider nicht
reproduzierbar) den Freeze unterbrechen konnte durch Wake-on-LAN, Akku
dranstecken (auch wenn er platt ist) und sogar ein Mal durch Drücken des
Powerknopfes (der bei mir den Standbymodus auslöst). Selten hing Windows
auch "nur" 15 Minuten und lief dann wieder. Ich habe da aber bisher
keinen Zusammenhang gesehen.
Kann also durchaus sein, dass das mit dem Powermanagement zu tun hat!
Erstaunlich ist aber: Dein Notebook ist ein Intel und eine völlig andere
Hardware. Demnach sollten die Freezes ja so gut wie überall auftreten
können!?
PS:
In der Ereignisanzeige kriege ich ganz oft
"svchost (3480,G,0) Das Beta-Feature "EseDiskFlushConsistency" ist in
ESENT aufgrund der Einstellungen 0x800000 für den Beta-Modus aktiviert."
Kann oder muss nicht damit in Zusammenhang stehen...
Zumindest bei mir nicht. Diese Meldung finde ich auch im Log, hat aber
keinerlei zeitlichen Zusammenhang mit den Freezes. Ich werde aber beim
nächsten Mal, direkt danach, die Logfiles prüfen.
Daniel schrieb:> Es ist ein Samsung R505 mit Turion-CPU
Hat der eventuell Cool & Quiet im BIOS auf Enabled stehen ?
Bitte mal im BIOS nachschauen ob da was aktiviert ist, sonst
deaktivieren.
C1E könnte auch Probleme machen, auch deaktivieren.
Ich hatte da auch Probleme mit einem AMD E450
in einem Lenovo X121E Netbook gehabt.
Seit deaktivieren keine Freezes mehr.
Daniel schrieb:> Kannst du es auch durch starke Festplattenaktivität provozieren?
Nein, ich kann es gar nicht provozieren. Mal mehrere Tage ohne Freeze,
dann zwei- oder dreimal am Abend. Völlig zufällig. Mir ist aber beim
Nachdenken noch ein anderer Verdacht gekommen, den ich noch verifizieren
muss.
Das Problem besteht, wimre, erst seit ich eine neue Funkmaus verwende.
Ich werde mal auf Kabel umstellen.
das wäre auch wieder so ein Fall
in dem man sich mal die Festplatte schnappen könnte.
Platine von der HDD entfernen,
darauf die Kontakte reinigen und wieder zusammen bauen.
Ich hatte schon einige Fehler in Rechnern die sich damit beheben
liessen.
Zuviel, um das zu ignorieren.
und wie immer BIOS... Einen reset machen:
Akku entnehmen. Netzteil entfernen.
Mindestens für 10 Minuten die BIOS-Batterie entfernen und die
Batteriekontakte der BIOS-Batterie für diese Zeit kurz schliessen.
wieder einbauen und dann failsafe defaults laden.
Schauen ob man wirklich alles das, was im BIOS auf enabled steht,
auch wirklich braucht.
Ich kann den Freeze NICHT dadurch provozieren, dass ich an der
Festplatte leicht "wackele" oder gegen das Notebookgehäuse klopfe. Die
Kontakte habe ich kontrolliert, die sehen 1A aus. Außerdem: Warum läuft
der Festplattenhärtetest mit der DOS-Boot-DVD problemlos stundenlang
durch? Das ist kein mechanisches Problem.
Interessanterweise (das habe ich vorhin mehrfach probiert) kann ich
durch Akku raus/rein das System "wiederbeleben". Oft bleibt es sofort
wieder hängen. Aber erstmal läuft es dann kurz wieder. Merkwürdig. IMMER
wandert dabei zu allererst mal diese "EseDiskFlushConsistency"-Meldung
ins Syslog. Kann natürlich Zufall sein.
Wegen der BIOS-Optionen schaue ich morgen mal. Da gibt es aber nicht
viel. Ist ja ein Notebook.
Daniel schrieb:> ...> Relevante Hardware:> Chipsatz: AMD RX781 + AMD SB700> Festplatte: ST1000LM014-SSHD-8GB <---
Eine ST2000LX001-1RG.. (2TB, SSHD) unter Windows7 Pro (in einem Lenovo
Thinkpad T410) zeigt m.E. ähnliche Effekte, die sich dadurch äußern,
dass der Rechner nach dem Standby anscheinend nicht mehr startet, bzw.
über mehrere Minuten nicht bedienbar ist.
Bisherige Diagnose mit Hilfe des Ereigniss-Protokolls:
Immer, wenn der Effekt auftritt, sind auch Fehler-Einträge im
Ereignis-Protokoll unter Windows-Protokolle, System zu finden, (miestens
4 x, Abstand 1 Minute)
Prokollname: System
Quelle: iaStor
Ereignis-ID: 9
Text "Das Gerät \Device\Ide\iaStor0 hat innerhalb der Fehlerwartezeit
nicht geantwortet."
Alle bisherigen Suchen und Reparaturversuche haben nicht zu einem
nachhaltigen Erfolg geführt. Die Platte weist keinerlei Fehler auf, mit
SMART ist alles in Ordnung.
Als Versuch schalte ich derzeit mit hdparm ("hdparm -B 250 hda") in
einem Script, dass auch ereignisgesteuert läuft, den "Sleep" aus. Das
hat dazu geführt, dass der Effekt deutlich seltener auftritt.
Treten bei Dir vergleichbare Fehlermeldungen auf?
Ich hatte vor einiger Zeit ein ähnliches Problem nach dem Umstieg auf
Windows 10. Bei mir war der Bildschirm zu sehen, aber Maus und Tastatur
reagierten nicht.
Dann habe ich mal VNC installiert und geschaut, ob das Bild steht oder
nur der USB von Maus und Tastatur nicht mehr geht. Bei mir hing das Bild
komplett.
Die Lösung bei mir war dann ein Update des Grafiktreibers (Intel).
Vermutlich kam der alte mit irgendeinem Powermode nicht zurecht.
Thomas S. schrieb:> Alle bisherigen Suchen und Reparaturversuche haben nicht zu einem> nachhaltigen Erfolg geführt. Die Platte weist keinerlei Fehler auf, mit> SMART ist alles in Ordnung.
Hattest Du beim Hersteller mal nach Firmwareupdates gesucht? Die gibt es
mittlererweile auch für Festplatten...
Aggressives Power-Management kann da Bugs auslösen - leider auch
Hardware Bugs (trockene Elkos z.B).
Jim M. schrieb:> Thomas S. schrieb:>> Alle bisherigen Suchen und Reparaturversuche haben nicht zu einem>> nachhaltigen Erfolg geführt. Die Platte weist keinerlei Fehler auf, mit>> SMART ist alles in Ordnung.>> Hattest Du beim Hersteller mal nach Firmwareupdates gesucht? Die gibt es> mittlererweile auch für Festplatten...>> Aggressives Power-Management kann da Bugs auslösen - leider auch> Hardware Bugs (trockene Elkos z.B).
Danke für die Tipps.
FW-Update: ja, das habe ich geprüft. Für diese relativ neue SSHD gibt es
bisher kein Firmware-Update.
Bei dem Notebook ist dieser Fehler definitiv erst mit dem Wechsel der
Festplatte (HDD zu SSHD) aufgetreten, ein agressives Power-Management
liegt nicht vor. Es ist davon auszugehen, dass der Fehler innerhalb
Windows im Umfeld "iaStor" zu suchen ist.
Nachtrag:
mir geht es auch darum, ob ggf beim TO auch ein Zusammenhang mit der
SSHD vorliegt. Daher war der Beitrag vorrangig an den TO addresiert.
Für meine Festplatte gibt's auch kein Firmwareupdate. Mit Treibern
allgemein sieht es ähnlich schlecht aus. Da das Notebook schon einige
Jahre auf dem Buckel hat, findet man, wenn man Glück hat, Treiber für
Windows 7. Aber nicht für Windows 10. Dafür bringt Windows 10 aber
passende Treiber mit. Im Gerätemanager sieht auch alles supi aus.
Nichtsdestotrotz hatte ich natürlich schon- ohne Erfolg- die originalen
Grafiktreiber für Windows 7 ausprobiert. Ich bezweifle aber auch, dass
es an der Grafik liegt.
Ähnlich mit dem BIOS. Das "neueste" ist schon drauf.
Es gibt dort einen einzigen Punkt zum Thema Powermanagement. "AMD Power
now". Den habe ich jetzt mal deaktiviert.
Daniel schrieb:> - Festplattentest (Boot-CD von Seagate) laufen lassen: kein Fehler, auch> nach Stunden> - Festplattentest unter Windows löst einen Freeze recht schnell aus> - Windows komplett neu installiert (erstmal ohne> Drittanbieter-Software): keine Verbesserung
Nur mal so als Hinweis, bei mir ging's weg als ich die Festplatte am NB
erneuerte.
Windows friert sogar im abgesicherten Modus ein, wenn ich große Dateien
hin- und herkopiere! Auch dort kann ich dann manchmal (leider nicht
immer) das System durch an-/abstecken des Akkus wiederbeleben.
Wenn möglich, teste ein anderes Netzteil. Wenn mit dem Alter der Bart
(Ripple) wächst, gibt es auch solche Effekte. Der Moment des Problems
bei hohem Datendurchsatz spricht für mich dafür.
(notfalls 1-2 mF-Elko am Netzteilausgang zum testen vorsehen)
Sieht schlecht aus mit einem anderen Netzteil. Der Stecker ist kein
Standard. Bevor ich das Notebook nochmal aufschraube und etwas bastele,
habe ich mal eine Ubuntu-Live-DVD gebootet und kopiere fleißig Daten
hin- und her. Ein halbes Terabyte hat er jetzt schon ohne Probleme und
ohne auffällige Kernellog-Meldungen geschafft...
Ich hatte das Notebook vor 1-2 Wochen schonmal zerlegt und bei der
Gelegenheit der Spannungsversorgung der Festplatte einige Kerkos extra
spendiert. Da waren noch unbestückte Lötpads, welche vorhandenen
Kondensatoren parallel geschaltet sind.
Ansonsten kann ich die CPU ja auch beliebig stark und lange belasten und
es treten keine Probleme auf.
Ich glaube eigentlich überhaupt nicht mehr an ein Hardwareproblem.
Weitere Erkenntnisse:
- Platte getauscht gegen SSD -> keine Änderung! Immernoch Freezes
- älteres ISO Windows 10 1607 gesucht und installiert -> geht...
zumindest kann ich stundenlang (offline) Dateien kopieren
- online gegangen, mit wushowhide Update auf 1709 verhindert, restliche
Updates installiert, reboot -> Freezes treten wieder auf (in der 1607)
- Updates nacheinander einzeln deinstalliert (sind ja glücklicherweise
nicht so viele), rebootet und getestet -> Nach Deinstallation von
KB4049411 treten keine Freezes mehr auf
Es reicht in der 1607 nur KB4049411 zu deinstallieren. Alle anderen
Updates sind ok. Frage: Was macht KB4049411? Welche Dateien werden
getauscht?