Aufgabenstellung: Haus, Wände und Decken malern. Als fauler Mensch suche
ich ein Werkzeug, mit dem sich das möglichst schnell und einfach
bewerkstelligen lässt.
Gefunden habe ich:
1.) elektrischer Farbroller - Farbe wird auf die Rolle gepumpt
2.) Farbspritzsysteme - Die Farbe wird mit Druckluft auf die Wand
gesprizt. Sie befindet sich entweder in einem ca. 1l-Behälter oder wird
aus direkt aus dem Eimer gepumpt.
3.) Farbsprühpistole für Druckluftkompressor
Die Bewertungen im Internet gehen für das gleiche Gerät z.B. Fa. Wagner
von genial bis völlig unbrauchbar.
Ich hatte vor ca 15 Jahren mal mit System (1) gearbeitet. Das ging sehr
gut. Allerdings konnte man das Gerät nach dem Einsatz wegen Rost
wegwerfen.
Ich suche im Prinzip ein Profi-Gerät. Möglichst billig, aber wenn es
wirklich gut ist, bin ich auch bereit 500€ oder mehr auszugeben. Womit
arbeiten professionelle Maler? Wer hat Erfahrung und kann mir ein System
empfelen?
Danke für alle Beiträge.
grundschüler schrieb:> Allerdings konnte man das Gerät nach dem Einsatz wegen Rost wegwerfen.
da muß doch was schief gelaufen sein. Ich kann mir nicht vorstellen, daß
der Hersteller so etwas bewust als Einmal-Gebrauchs-Artikel konzipiert
hat ...
hast du den nicht richtig getrocknet, und nach Gebrauch in den Garten
gestellt?
PS: Rechtfertigt denn der höhere Kostenaufwand der Einmal-Nutzung den
Zuwachs an "Bequemlichkeit" gegenüber einem klasischen Farb-Roller?
grundschüler schrieb:> Als fauler Mensch suche> ich ein Werkzeug, mit dem sich das möglichst schnell und einfach> bewerkstelligen lässt.
Maler.
wendelsberg
grundschüler schrieb:> Womit arbeiten professionelle Maler?
Pinsel und Rolle. Der kann nicht Faul sein, der muß Geld verdienen und
das geht mit solchen Spielereien nicht.
Ist irgendwie komisch, daß Profies nie diese tollen
Heimwerker-Zeitspar-Geräte nutzen, egal in welcher Branche.
grundschüler schrieb:> Ich suche im Prinzip ein Profi-Gerät. Möglichst billig, aber wenn es> wirklich gut ist, bin ich auch bereit 500€ oder mehr auszugeben.> Womit arbeiten professionelle Maler?
Also alle die ich kenne: Mit der Farbrolle.
Das Streichen ist doch die kleinste Arbeit,
Zimmer ausräumen, abdecken und abkleben, die weit grössere.
Und bei Spritzen muss man WEIT BESSER abkleben.
Also 1. und 2. und 3. kannst du sicherlich vergessen.
Üblich ist nicht Druckluft, sondern airless, und zwar nicht die
Hobbyware von Wagner:
https://www.youtube.com/watch?v=pB6QgleZl6c
Aber mit 500 wird es da nix, eher 2000.
Was man im Video nicht sieht: Nur 1 mal spritzen gibt unsaubere Flächen,
man sollte zumindest 3 mal spritzen.
grundschüler schrieb:> Möglichst billig, aber wenn es> wirklich gut ist, bin ich auch bereit 500€ oder mehr auszugeben. Womit> arbeiten professionelle Maler?
Indoor: Farbrolle, entweder eine Normale oder eine mit Pumpe und
Farbzuführung. Spritzen geht nur bevor Bodenbeläge drin sind
(Sauerei^10)
Outdoor: Airless-Sprühsystem. Oder Farbrolle, abhängig von der
gewünschten Farbe.
Bei Lacken: Kompressor und HVLP-Sprühpistole. Oder Airless-Sprühsystem
wendelsberg schrieb:> Maler.
Ein erfahrener Malermeister würde hier das Arbeitsmittel
"Subunternehmer, rumänisch" oder "Subunternehmer, bulgarisch" empfehlen.
Wegstaben V. schrieb:> PS: Rechtfertigt denn der höhere Kostenaufwand der Einmal-Nutzung den> Zuwachs an "Bequemlichkeit" gegenüber einem klasischen Farb-Roller?
Ganzes Haus: JA
einzelner Raum: NEIN
Wegstaben V. schrieb:> da muß doch was schief gelaufen sein. Ich kann mir nicht vorstellen, daß> der Hersteller so etwas bewust als Einmal-Gebrauchs-Artikel konzipiert> hat ...
Wagner, natürlich, rostende Feder ist nach einiger Lagerzeit
weggerostet.
Ist übrigens bei den eigentlich sehr guten Gartenspritzen nicht besser:
https://www.stabilo-sanitaer.de/gartenspritze-messing-mit-steckkupplung/a-439802/
Auch in diesen eigentlich lange haltbaren Dingern ist eine Feder aus
Kohlenstoffstahl die nach 2 Jahren weggegammelt ist.
Und Nein, Ersatz gibt es nicht billiger.
Hier steht auch noch so ein Wagner Apparat herum. Gabs mal im Angebot
beim Hornbach. Das Abkleben hat mich dann aber doch deillusioniert.
Zeitbedingt habe ich dann die 100m2 vom Fachbetrieb streichen lassen.
Die haben das auch alle ratz-fatz klassisch gemacht.
Wo ich jedoch mit Begeisterung die Erfolge eines Airlessgerät gesehen
habe: Alter Industriebau als Kunstaustellungsraum, Viele m2, rauhe
Betonstützen und Träger mit vielen Lunkern,Ecken,Winkeln und
Aufputzverlegung von Leitungen.
vg
Maik
Paul schrieb:> grundschüler schrieb:>> Womit arbeiten professionelle Maler?>> Pinsel und Rolle. Der kann nicht Faul sein, der muß Geld verdienen und> das geht mit solchen Spielereien nicht.> Ist irgendwie komisch, daß Profies nie diese tollen> Heimwerker-Zeitspar-Geräte nutzen, egal in welcher Branche.
Das könnte auch daran liegen dass sie meist nach Stunden bezahlt
werden?...
Alex G. schrieb:> Das könnte auch daran liegen dass sie meist nach Stunden bezahlt> werden?...
In welcher Branche bist du tätig? Der Maler bekommt sein Geld pro m²
Fläche, im Stundenlohn wird das wenigste gemacht.
Kenne das halt eher von Klempnern, Türöffnungsdiensten, Möbelpackern und
KFZ Werkstätten.
Gut, Streichen lassen habe ich noch niemanden. Gut zu wissen dass es da
anders ist.
Spritzen ist für Wandfarbe eigentlich nur in Ausnahmesituationen
sinnvoll.
Ich hab' sowas mal machen lassen, um eine ziemlich verrottete Decke
wieder aufzufrischen.
Der Farbaufbau war so gammelig, daß die mechanische Beanspruchung beim
Rollen dazu geführt hätte, daß die Farbe abblättert und sich um die
Rolle wickelt.
Die gründliche Alternative wäre gewesen, die zahlreichen Farbschichten
und die darunterliegende Leimfarbe komplett zu entfernen, die Decke zu
spachteln und mit Glasfaservlies zu bekleben und dann zu streichen, aber
für den Aufwand waren zum gegebenen Zeitpunkt einfach keine Kapazitäten
da. Da musste es schnell gehen; das Zimmer wurde gründlich abgeklebt und
die Decke war mit einem (vom Verleiher besorgten) Farbsprühgerät in
vielleicht einer halben Stunde oder Stunde vernünftig mit Farbe bedeckt.
Das sah dann für einige Jahre wieder anständig aus.
Später erfolgte dann die als Alternative beschriebene Grundrenovierung,
bei der wurde auch gleich die Elektrik auf Vordermann gebracht.
Alex G. schrieb:> Das könnte auch daran liegen dass sie meist nach Stunden bezahlt werden
Nö, liegt daran, dass gute Maler mit Pinsel und Rolle streichen ohne an
Kanten, wie Wand zu Tür zu Fenster, abzukleben, das spart die meiste
Zeit, weder Abkleben noch wegmachen.
Man muss halt eine ruhige Hand für einen sauberen Strich haben.
Rufus Τ. F. schrieb:> Der Farbaufbau war so gammelig, daß die mechanische Beanspruchung beim> Rollen dazu geführt hätte, daß die Farbe abblättert und sich um die> Rolle wickelt.
Da hilft oft Tiefgrund.
grundschüler schrieb:> Ich suche im Prinzip ein Profi-Gerät. Möglichst billig, aber wenn es> wirklich gut ist, bin ich auch bereit 500€ oder mehr auszugeben. Womit> arbeiten professionelle Maler? Wer hat Erfahrung und kann mir ein System> empfelen?>> Danke für alle Beiträge.
ich hab mir das hier gekauft und bin zufrieden (Bosch Farbsprühsystem
PFS 5000 E).
https://www.amazon.de/gp/product/B00HX70J5Y/
interressanterweise haben laut den bewertungen einige leute auch sehr
schlechte erfahrungen damit gemacht. kann ich nicht nachvollziehen - bei
mir ging das streichen damit wunderbar.
profigeräte arbeiten nicht mit druckluft, sondern versprühen die farbe
direkt. sind teurer, hab aber ansonsten keine erfahrungswerte damit.
c.m. schrieb:> interressanterweise haben laut den bewertungen einige leute auch sehr> schlechte erfahrungen damit gemacht. kann ich nicht nachvollziehen - bei> mir ging das streichen damit wunderbar.
Kommt ganz auf die benutzte Farbe an. Bei Latex verstopft schnell die
Spritz-Düse, bei Aldi-Wandfarbe rollst Du 3x, während gute
5-Sterne-Farbe mit der Rolle oft schon beim 1. überrollen decken könnte
und nicht tropft. Übrigens erkennt man gut deckende Farbe schon am hohen
Gewicht des Eimers. Denn Pigmente haben Gewicht.
oszi40 schrieb:> Übrigens erkennt man gut deckende Farbe schon am hohen> Gewicht des Eimers. Denn Pigmente haben Gewicht...
...und sind nicht billig. Daher ist der Preis zwar kein hinreichendes,
aber ein zwingendes, Kriterium.
oszi40 schrieb:> c.m. schrieb:>> interressanterweise haben laut den bewertungen einige leute auch sehr>> schlechte erfahrungen damit gemacht. kann ich nicht nachvollziehen - bei>> mir ging das streichen damit wunderbar.>> Kommt ganz auf die benutzte Farbe an. Bei Latex verstopft schnell die> Spritz-Düse, bei Aldi-Wandfarbe rollst Du 3x, während gute> 5-Sterne-Farbe mit der Rolle oft schon beim 1. überrollen decken könnte> und nicht tropft. Übrigens erkennt man gut deckende Farbe schon am hohen> Gewicht des Eimers. Denn Pigmente haben Gewicht.
ich hab teure farbe benutzt. preis weiss ich jetzt nicht mehr, aber
darauf habe ich geachtet weil ich noch im hinterkopf hatte, dass bei
billigen an pigment gespart wird.
ich hab bei amazon auch eine rezension geschrieben und extra erwähnt was
ich benutzt habe ("Polarweiss" (Deckkraft: Stufe 1, Korngröße: fein),
unverdünnt).
ich finds immer wieder ärgerlich wenn leute eine rezension schreiben und
wichtige details auslassen - das ist wie hier im forum, wenn man leuten
die ein problem haben erst alle würmer stückchenweise aus der nase
ziehen muss. bäh.
Hallo,
ich habe die alte Wohnung mit so einem Wagner Farbspritzgerät
"geweißelt". Das hat ganz gut funktioniert.
Als ich das Gerät nach ca. einem Jahr wieder verwenden wollte
funktionierte es nicht mehr. Ich habe dann ein komplett neues Gerät
bekommen, welches seitdem neu und original verpackt rumliegt.
Es ist mit Lanze und zieht die Farbe direkt aus dem Eimer.
Wenn du Interesse hast, melde dich.
Gruß Daniel
Wir haben hier unser Wohnzimmer und Flur etc. mit einem Farbsprühgerät
"gestrichen".
Unsere Erfahrungen dabei:
- Sorgfältiges Abkleben von Fenstern/Türen ist Pflicht - beim Boden
reicht das einfache Auslegen
- Der Farbnebel ist bei unserem Gerät (Warmluft!) schon trocken, wenn er
auf Boden/Möbeln aufkommt - man kann ihn später absaugen. Abdecken ist
aber meist schneller.
- Wir haben leichten Rauhputz, da ist das Sprühen sehr viel sparsamer
und schneller
- Unsere Holzdecken damit zu sprühen war fast ein Genuss, Fugen,
(verwinkelte) Ecken etc. sind kein Problem. Alles wurde extrem
gleichmäßig, keinerlei Spuren und Flecken.
- man spart etwa 30% an Farbe ein
- Mehrfarbigkeit ist natürlich nicht möglich, oder man muss entsprechend
abkleben (mühsam)
- Das, was man ins Abkleben steckt, spart man an Zeit/Farbe mehrfach
ein.
- Anfangs muss man etwas experimentieren, um die Viskosität richtig
einzustellen. Später hat man ja seine Markierungen, dann geht das
problemlos.
- Ganzkörperkondom und Maske sind natürlich empfehlenswert, sonst ist
man nachher "gepuderzuckert". Gehörschutz sollte man haben, weil
zumindest unser Gerät ziemlich laut ist.
Allerdings haben wir auch ein vernünftiges Bodengerät aus Metall mit
Schlauchanschluss, warmer Luft und Metallsprühpistolen, nicht diesen
Plastikkrams. Das hat damals auch über 300€ gekostet. Dafür benötigen
wir jetzt kein Verbrauchsmaterial mehr.
Bei Komplettsanierung/Neubau würde ich immer sprühen - schneller und
farbsparender kann man nicht durchstreichen, zumal man dann kaum etwas
abkleben muss.
Also: unsere Erfahrungen sind sehr positiv.
Hab vor vier Jahren einen Neubau mit Graco Airless an einer Profi Wagner
Rolle gestrichen. Spart das Bücken nach und hochheben der Farbeimer.
Das komplette Einnebeln war mir zu ungewohnt. Die Maschine hat hinterher
ein Maler gekauft, der bereits eine hatte. Der meinte: Mit einem guten
Airlessgerät spart er Zeit ohne Ende. Das Abkleben dauert halt am
längsten.
Für gelegentlich Arbeiten aber eigentlich zu teuer.
grundschüler schrieb:> Flüssige Rauhfaser
Wie kommt man auf den Quatsch ?
Die Leute haben doch nicht ohne Grund die Tapete erfunden und sich die
Mühe gemacht vor dem Streichen zu tapezieren. Die waren doch nicht dumm.
Hast du überhaupt nicht verstanden, wozu eine Tapete dient ?
Damit man eines Tages, wenn 5 Farbschichten auf der Wand sind, die Farbe
wieder von der Wand bekommt. Dann muss man nämlich nur die Tapete
ablösen, mit ihr kommt die Farbe runter und man hat wieder eine
jungfräuliche Wand.
Vor Erfindung der Tapete hat man mit Leimfarbe gestrichen, die konnte
man nämlich wieder von der Wand abwaschen wenn es nötig war, das war
aber eine ziemliche Sauerei.
Deine Dispersionsfarbe kann man nicht mehr abwaschen. Bei verputzer Wand
gäbe es noch chemischen Dispersionsfarbenlöser (teuer, einfacher ist
Putz abschlagen neu verputzen) aber auf dem heute üblichen Rigips heisst
es: Rigips runter, neue Wand.
Nun hast du auch noch Rauhfaser gestrichen. Die Rauhfaser soll die
glatte Wand optisch auflockern damit man nicht jede Unebenheit, jede
Delle sieht. Wenn jemand eines Tages keine Rauhfaser will, sondern
vielleicht Phototapete oder Gewebetapete, dann hat man die
Rauhfasertapete einfach abgelöst. Das geht bei dir nun nicht mehr, deine
Rauhfaser ist fest mit der Wand verbunden, die bekommst du nicht mehr
ab. Einmal Rauhfaser, immer Rauhfaser.
Du hast jetzt also eine auf Gedeih und Verderb mit Rauhfaser ruinierte
Wand.
Bei Aussenfassaden, die man nicht tapeziert, hat man ein ähnliches
Problem: Streicht man ein Mal mit einer schlechten Farbe, bespielsweise
Lotoseffektfarbe - im ersten Jahr perlt am Silikonöl alles ab im zweiten
klebt alles fest - oder Alkydharz-Fassadendispersion - nach dem 4.
Anstrich kann man die luftdichte 1mm Plastikhaut in grossen Fetzen
runterziehen - statt ordentlicher Farbe - echte Silikatfarbe aus
Wasserglas, die verglaste Schicht muss 25 Jahre nicht mehr gestrichen
werden - dann kann man seinen Fehler nie mehr korrigieren: Einmal
silikonölhaltige Farbe immer Silikonöl denn was anderes hält nicht,
einmal Dispersion immer Dispersion denn Silikat hät nich auf Dispersion
sondern braucht mineralischen Untergrund.
Hallo Chris,
Chris D. schrieb:> Allerdings haben wir auch ein vernünftiges Bodengerät aus Metall mit> Schlauchanschluss, warmer Luft und Metallsprühpistolen, nicht diesen> Plastikkrams. Das hat damals auch über 300€ gekostet.
Weißt Du noch den Namen und Hersteller des Gerätes?
Ich habe vor Ewigkeiten so ein Ding in Aktion gesehen aber es auf Grund
des damals genannten vierstelligen Preises in das Reich der Profis
eingeordnet.
Jörg