Schreiber schrieb:> Faszinierend, dass man den Transponder so klein> bauen kann!
Das wird wohl nicht viel mehr als eine Diode sein, die eine Oberwelle
der eingestrahlten Radarleistung erzeugt und zurückstrahlt.
Manche Warensicherungsetikette arbeiten ähnlich.
nachtmix schrieb:> Das wird wohl nicht viel mehr als eine Diode sein, die eine Oberwelle> der eingestrahlten Radarleistung erzeugt und zurückstrahlt.
Wie man damit eine Höhenbestimmung hinkriegen, ist aber eher unklar.
P.S.:
Aus dem geschriebenen Kommentar zum Video entnehme ich, dass da doch nur
eine Diode drin ist, und deshalb nur ein einziges Tier genau verfolgt
werden kann. Das drehende PPI-Radar liefert offenbar nur eine Übersicht,
wo sich die Tiere befinden.
Wenn man eines genau verfolgen will, wird die Drehung wohl angehalten,
und dann erfolgt eine Zielverfolgung wie weiland beim Würzburg-Gerät.
http://www.bbc.com/news/magazine-23448846https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrzburg_(Radar)
nachtmix schrieb:> Die obere Schüssel für die höhere Empfangsfrequenz bündelt sehr scharf> und tastet den Luftraum spiralförmig ab.
Bei der Größe der Antennenschüsseln ist kein nennenswerter Unterschied
in der Bündelung zu erwarten. Bei der Empfangsfrequenz ist wohl davon
auszugehen, dass die Frequenz dem Dreifachen der Sendefrequenz
entspricht, weil sonst die Ausbeute am "Transponder" und damit die
Reichweite zu gering würde. Damit die Sendeenergie möglichst effektiv
den Bereich beleuchtet, den die Empfangsantenne anguckt, muss also die
große Antenne die Sendeantenne sein und die obere, kleine die
Empfangsantenne - sonst würde die Energie sinnlos in die Gegend
gepulvert.
Damit dürfte die Empfangsantenne, deren Durchmesser geschätzt einen
Faktor 2,5 kleiner ist, nur minimal stärker bündeln, als die
Sendeantenne.
Ich habe nichts von einem Trackingmechanismus für spiralförmige
Abtastung gefunden. Die obere Antenne ist IMHO im Höhenwinkel mit den 4
Streben justiert und fest mit dem unteren Träger verbunden (Video bei
84s).
nachtmix schrieb:> Aus dem geschriebenen Kommentar zum Video entnehme ich, dass da doch nur> eine Diode drin ist, und deshalb nur ein einziges Tier genau verfolgt> werden kann.
Warum, wenn man häufig genug abtastet, erzeugt jede Biene eine Spur von
Echos. Wenn man mal von irgendwelchen "Spielen" mit synchroner
Kursänderung bei Begegnung zweier Bienen absieht, lässt sich die
Flugbahn einer Biene also ziemlich sicher verfolgen. Es dürfen nur nicht
zu viele Bienen gleichzeitig getrackt werden, aber so wie das Radarbild
aussieht, handelt es sich eher um "ein Hand voll".
Schreiber schrieb:> Eine Hummel(!) mit aufgeklebtem Radartransponder und ihre Flug- und> Sammelgewohnheiten. Faszinierend, dass man den Transponder so klein> bauen kann!
Mit dieser Technik wurde schon vor Jahren nachgewiesen das
Neonicotinoide für insbesondere für Bienen total scheiße ist.
Wolfgang schrieb:> Bei der Empfangsfrequenz ist wohl davon> auszugehen, dass die Frequenz dem Dreifachen der Sendefrequenz> entspricht, weil sonst die Ausbeute am "Transponder" und damit die> Reichweite zu gering würde.
Ich habe mir mittlerweile einige diesbezügliche Arbeiten angesehen, und
demnach wird die Frequenz sogar nur verdoppelt. Von 9,4GHz (32mm) auf
18,8 GHz.
Allerdings habe ich in keiner der von mir eingesehen Arbeiten mehr einen
Hinweis auf eine Höhenmessung gefunden.
Möglich sollte das aber sein:
In dem oben verlinkten Wiki-Artikel steht, dass das Würzburg-Riese Radar
auf λ=53,6cm mit einem 7,5m Spiegel (14*λ) eine Höhenrichtgenauigkeit
von 0,1° erreichte.
Auf das Bienenradar umgerechnet, wäre der Durchmesser der
Empfangssantenne dann 22,4 cm, aber sie ist sichtlich größer und damit
besser.
Jene 0,1° entsprechen auf 500m Entfernung 87cm und mit einem 50cm
Spiegel sollte eine Ortungsgenauigkeit von 0,5m machbar sein.
nachtmix schrieb:> In dem oben verlinkten Wiki-Artikel steht, dass das Würzburg-Riese Radar> auf λ=53,6cm mit einem 7,5m Spiegel (14*λ) eine Höhenrichtgenauigkeit> von 0,1° erreichte.
Der Öffnungswinkel einer Parabolantenne (HPBW, definiert durch die
3dB-Punkt der Keule) liegt bei
1
alpha = 57.3 * lambda / Durchmesser
https://en.wikipedia.org/wiki/Parabolic_antenna#Beamwidth
Für eine 80cm "Fernsehschüssel" bei 11GHz (2.7cm) ergibt das einen
Öffnungswinkel von knapp 2°, mit den obigen Daten vom Würzburg-Riese
kommt man auf 4°.
Und jetzt?
So falsch kann die Rechnung nicht sein, sonst würde eine
"Fernsehschüssel" bei jedem Windstoß den Satelliten verlieren.
Wolfgang schrieb:> Und jetzt?
Du hast es selbst geschrieben:
Wolfgang schrieb:> HPBW, definiert durch die> 3dB-Punkt der Keule
Wenn man das Maximum sucht, geht es schon noch genauer.
Beim Würzburg wurde das mit einem exzentrisch umlaufenden Dipol gemacht.
Danke für den Link.
Die Seite kannte ich, aber dieses Buch von Trenkle noch nicht.
Jedenfalls bin ich beeindruckt vom Ideenreichtum und der Perfektion der
analogen Signalaufbereitung, die die Techniker damals mit einer Handvoll
Röhren realisiert haben.
Der Zonk schrieb:>> Wenn man das Maximum sucht, geht es schon noch genauer.>> Würzburg hat aber auf "Minimum" gepeilt.
Das widerspricht sich nicht.
Die Antenne des Würzburg-Radars hatte mit Sicherheit keine Nullstelle in
der Hauptempfangsrichtung, aber durch den exzentrisch umlaufenden Dipol
entsteht eine konische Strahlschwenkung.
Nur wenn sich das Ziel genau in der Mitte dieses Konus befindet, sind
die Echos während eines Umlaufs gleich stark, und die Modulation des
Empfangssignals mit der Umlauffrequenz verschwindet (Wenn man auch noch
auf die Polarisation achtet).
Abweichungen von der Mitte äussern sich als Modulation des empfangenen
Signals, und der Phasenvergleich mit der Dipolstellung ergibt sofort die
Richtung, in der das Ziel von der Mitte abweicht.