Ich habe neulich mitbekommen, wie sich Kollegen über Johnson Controls
und die Firmenkultur dort unterhalten haben. Angeblich soll es da öfter
vorkommen, dass Leute plötzlich gekündigt und dann direkt von der
Security/dem Werksschutz rauseskortiert werden. Sowas kennt man ja sonst
nur aus amerikanischen Filmen. Ist da was dran?
Das kann dir grundsätzlich in jeder Firma passieren, wenn die Firma
befürchtet, dass die Kündigung zu einer illoyalen Handlung führen
könnte. Du bist dann freigestellt, wirst aber bis zum regulären
Kündigungstermin weiterbezahlt. Passiert ober häufiger als unten.
Ganz allgemein musst du damit rechnen, dass in den Niederlassungen
ausländischer Unternehmen in Deutschland in den Köpfen der Führung der
heimatliche Stil gepflegt wird.
A. K. schrieb:> Ganz allgemein musst du damit rechnen, dass in den Niederlassungen> ausländischer Unternehmen in Deutschland in den Köpfen der Führung der> heimatliche Stil gepflegt wird.
Ähhh, bei den Russen dann GAS?
Cha-woma M. schrieb:> Ähhh, bei den Russen dann GAS?
Bei den Russen kommst du dann eines Tages einfach nicht mehr zur Arbeit
und deinen Kollegen wird mitgeteilt du hattest leider einen Unfall.
bbq dip schrieb:> Ich habe neulich mitbekommen, wie sich Kollegen über Johnson Controls> und die Firmenkultur dort unterhalten haben. Angeblich soll es da öfter> vorkommen, dass Leute plötzlich gekündigt und dann direkt von der> Security/dem Werksschutz rauseskortiert werden. Sowas kennt man ja sonst> nur aus amerikanischen Filmen. Ist da was dran?
Bei Siemens habe Ich das mal mitbekommen. Jemand aus dem Teamleiterkreis
hat sich übergangen gefühlt, massiv Kritik an seinen Vorgesetzen geübt
und vorangestellt, daß ihm das die Motivation raubt. Zudem hat er auf
einen Kollegen verwiesen, der sich zuvor ähnlich geäußert hatte und bald
darauf zur Konkurrenz gewechselt ist. Daraufhin hat man sich von ihm
getrennt. Um ihn nicht noch 6 Monate in der Firma zu haben, wodurch er
weitere Details des Projektfortschritts mitbekommen hätte, haben sie ihn
direkt nach der Entscheidung aus der Firma rausbefördert. Er durft nicht
mal etwas packen. Da lagen dann noch wochen später private Sachen von
ihm rum. Die hat er wohl auch aus Stplz liegen lassen. Gewechselt ist er
dann übrigens nicht zur Konkurrenz sondern macht was völlig anderes in
einer anderen Branche.
Zu Johnson Controls kann Ich nur sagen, daß Ich 2 Kollegen von früher
kenne, die unabhängig von einander in unterschiedlichen Jahren aus
anderen Firmen dort hin gewechselt sind und es da rund 3 Jahre
ausgehalten haben, um dann wieder zu wechseln. Einer davon ist in einer
ziemlichen Micki-Firma gelandet, wollte also offenbar weg, Hauptsache
raus. Die Gründe haben sie mir nie offen benannt, aber Begeisterung für
eine Firma sieht anders aus.
Sebastian H. schrieb:> Bei den Russen kommst du dann eines Tages einfach nicht mehr zur Arbeit> und deinen Kollegen wird mitgeteilt du hattest leider einen Unfall.
Nachdem du am Vorabend mit deiner Tochter im Pub warst.
Gregor schrieb:> Zu Johnson Controls kann Ich nur sagen, daß Ich 2 Kollegen von früher> kenne, die unabhängig von einander in unterschiedlichen Jahren aus> anderen Firmen dort hin gewechselt sind und es da rund 3 Jahre> ausgehalten haben, um dann wieder zu wechseln.
3 Jahre ist ein guter Wert für Automotive.
A. K. schrieb:> Thomas W. schrieb:>> Nein, Putin kommt natürlich bei jedem persönlich vorbei, der>> Tausendsassa!
Aber nur um sein Reittier zu füttern,
oder irre ich mich da?
Wechseljahre schrieb:> 3 Jahre ist ein guter Wert für Automotive.
Vergleichbar mit 5 Jahren Freiheitsentzug und nach 3 Jahren auf
Bewährung Haftentlassung wg. guter Führung!
Klingt jetzt nicht so unnormal. In anderen Firmen wird als erstes die IT
informiert und der Zugriff gesperrt. Während derjenige sich wundert
kommt der Werkschutz vorbei.
Kenne bei uns (deutsche AG) solch einen Fall in dem ein Mitarbeiter zur
Konkurenz gewechselt ist. Er hatte aber selbst gekündigt und ist dann
rausbefördert worden. Die Konkurenzfirma war eine Klitsche und ist in
der Zwischenzeit pleite gegangen...
Mein letzter Arbeitgeber hat das ähnlich gehandhabt. Da wurde man zum
Chef gerufen, und dann hinausbegleitet. Naja, ohne Werksschutz. Ein
Extremfall war ein Kollege, der noch am Vormittag Kuchen dabei hatte -
er hatte Geburtstag, am Nachmittag dann schon weg war.
Die machten das wohlgemerkt bei regulären Kündigungen wegen
Personalabbau. Und zwar traf es Mitarbeiter, bei denen man das nicht
erwartet hätte. Solche, die als Leistungsträger bekannt waren, die aber
dass Pech hatten, eine kurze Kündigungsfrist zu haben.
Ich habe bei meiner Kündigung meinem Chef ins Gesicht gesagt, dass DAS
der Grund ist, warum ich gegangen bin.
Loyalität hat zwei Seiten. Wenn ich einer Firma Loyalität
entgegenbringe, erwarte ich das auch. Natürlich alles nur in im Rahmen
einer Geschäftsbeziehung.
Komisch dass ich euch bei den Russen eingetrollt habt. Dieses
"Hinausführen" mit Werkschutz kenne ich nur von amerikanischen
Unternehmen im Schland, oder von solchen die zwar keine Amerikaner sind,
werden aber "möchtegern" amerikanisch geführt werden. Danach hat man
einen Raum mit PC's zur Verfügung, natürlich vom regulären
Arbeitsbereich völlig abgeschirmt, erinnert irgendwie an Gestapo oder
DDR.
Z.B. hat man damals 50 man gekündigt weil für einen Investor etwas zu
wenig Gewinn drin war (Casin-o-Spiele in Privatwirtschaft, nur leichter
Einbruch), schon 9 Monate später hat man die Gleichen Leute wieder
gesucht. Von den 50 wollte auch keiner wieder hingehen, also haben sie
nur Zeitarbeiter, Absolventen und Freelanscher geholt. Durch diese
kurzfristige und dumme Entscheidung hab es wieder einen leichten
Gewinneinbruch, weshalb wieder 50 man gekündigt wurden, aber noch 50
dazu sind freiwillig gegangen.
Das war übrigens eine Firma die sich wegen Fachkräftemangel beschwert
hat.
Gästchen schrieb:> Komisch dass ich euch bei den Russen eingetrollt habt. Dieses> "Hinausführen" mit Werkschutz kenne ich nur von amerikanischen> Unternehmen im Schland
Das war eine Anspielung auf die Abschiedsgrüsse an ehemalige
KGB/FSB-Mitarbeiter wie Litwinenko.
ohja schrieb:> Ich habe bei meiner Kündigung meinem Chef ins Gesicht gesagt, dass DAS> der Grund ist, warum ich gegangen bin.
und da backt sich dieser ein Ei drauf.
Nach einer Kündigung hatte ich noch die Möglichkeit,
alles von mir erarbeitete, was noch nicht im Firmennetz war,
am Arbeitsplatzrechner zu Nullen.
● J-A V. schrieb:> Nach einer Kündigung hatte ich noch die Möglichkeit,> alles von mir erarbeitete, was noch nicht im Firmennetz war,> am Arbeitsplatzrechner zu Nullen.
Denen hast du's aber gezeigt!
A. K. schrieb:> Das war eine Anspielung auf die Abschiedsgrüsse an ehemalige> KGB/FSB-Mitarbeiter wie Litwinenko.
Ich habe keine Ahnung was grausamer Tod von Litwinenko und KGB mit der
diskutierten Firmenkultur zu tun hat, ich verstehe auch nicht was daran
lustig sein soll. Hier schienen viele von ihrer Code-Zeile sozial
degradiert zu sein, ein typischer Nerd-Zustand eben.
● J-A V. schrieb:>> Nach einer Kündigung hatte ich noch die Möglichkeit,> alles von mir erarbeitete, was noch nicht im Firmennetz war,> am Arbeitsplatzrechner zu Nullen.
Wenn du dafür keine Schadensersatzklage ausgefasst hast, heißt das dass
es entweder ein Backup gab oder dass deine Arbeit für die Firma absolut
bedeutungslos war.
nicht "Gast" schrieb:> ● J-A V. schrieb:> Nach einer Kündigung hatte ich noch die Möglichkeit,> alles von mir erarbeitete, was noch nicht im Firmennetz war,> am Arbeitsplatzrechner zu Nullen.>> Wenn du dafür keine Schadensersatzklage ausgefasst hast, heißt das dass> es entweder ein Backup gab oder dass deine Arbeit für die Firma absolut> bedeutungslos war.
Vor Gericht hätten die damit keine Chance, deshalb treffen
professionelle Firmen ja Vorkehrungen.
Achim S. schrieb:> Es soll auch mal einen Feueralarm gegeben haben, und danach ging> die Einlasskarte nicht mehr bei allen.
War wohl die berüchtigte Fire & Fire Action.