Herausgedrückt vs. Herausgesogen

Gast #5394276
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Ich dachte das wäre Mechanik aber wenn es nicht passt kann es gerne in 
Offtopic verschoben werden. Ich habe unter einem Artikel zu dem neusten 
Flugzeugunglück ein paar Kommentare gesehen dass die Frau nicht aus der 
Kabine gesaugt sondern aus der Kabine gedrückt wurde.
https://www.focus.de/panorama/weolt/notlandung-in-philadelphia-frau-fast-aus-boeing-gesogen-passagier-streamt-horror-flug-bei-facebook-live_id_8782478.html
Intuitiv würde ich sagen dass das Erbsenzählerei ist da es wohl 
Definitionssache ist ob es saugen oder drücken ist. Letztendlich gibt es 
eine Druckdifferenz und durch den Ausgleich entsteht ein sog. Wann ist 
es denn drücken und wann saugen?
Gast #5394588
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J. S. schrieb:

> Intuitiv würde ich sagen dass das Erbsenzählerei ist da es wohl
> Definitionssache ist ob es saugen oder drücken ist. Letztendlich gibt es
> eine Druckdifferenz und durch den Ausgleich entsteht ein sog. Wann ist
> es denn drücken und wann saugen?

Im Definitions-Sinn liegt der Unterschied in der Blickrichtung, wie 
schon mehrfach geschrieben.


Im Flugzeug saugt von aussen der Bernoulli-Effekt. Draussen strömt die 
Luft mit 800 km/h vorbei und zieht einen Luftstrom aus dem Fenster mit 
sich.

Zusätzlich drückt von innen der Kabinendruckregler mit seinen 950 mBar 
dagegen, zumindest solange bis er wegen unplausibler Regelabweichung 
abschaltet.
#5394861
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A. K. schrieb:
> Nö. Sitzt du im Flugzeug drin, wirst du rausgedrückt. Schaue ich von
> aussen zu, wirst du rausgesogen.

Nö. Von aussen siehst du, wie jemand rausgedrückt wird.
Weil du den (Unter-)Druck draussen als normal empfindest.

Im Flugzeug siehst du, wie jemand rausgesogen wird.
Weil du den (Über-)Druck drinnen als normal empfindest.
Gast #5394955
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anstatt den betrachtungsstandpunkt als definitionsgrundlage zu nehmen, 
könnte man auch das energiegefälle betrachten das eine bewegung in eine 
bestimmte richtung erzeugt.
so gesehen gäbe es nie ein herausziehen, sondern immer nur ein 
hinausdrücken, weil der hohe druck eine höhere energiedichte als der 
niedrigere druck hat.
#5394999
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Jobst Q. schrieb:
>> Nö. Sitzt du im Flugzeug drin, wirst du rausgedrückt. Schaue ich von
>> aussen zu, wirst du rausgesogen.
>
> Nö. Von aussen siehst du, wie jemand rausgedrückt wird.

Nö. Das ist ein impliziter Perspektivenwechsel. Wenn jemand zu dir hin 
gedrückt wird, dann ist das eigentlich eine Perspektive von innen, in 
die du dich von aussen versetzt.
Gast #5395165
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c. m. schrieb:
> anstatt den betrachtungsstandpunkt als definitionsgrundlage zu
> nehmen,
> könnte man auch das energiegefälle betrachten das eine bewegung in eine
> bestimmte richtung erzeugt.
> so gesehen gäbe es nie ein herausziehen, sondern immer nur ein
> hinausdrücken, weil der hohe druck eine höhere energiedichte als der
> niedrigere druck hat.

beispiel rakete: das vakuum zieht nicht den antriebsstrahl aus dem 
triebwerk und schiebt dabei die nutzlast, sondern das im triebwek 
befindliche gas strömt dem druckgefälle nach dort hinaus wo es kann und 
erzeugt in gegenrichtung einen schubimpuls.

saugen gibts gar nicht! ^^
#5395194
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A. K. schrieb:
> Jobst Q. schrieb:
>>> Nö. Sitzt du im Flugzeug drin, wirst du rausgedrückt. Schaue ich von
>>> aussen zu, wirst du rausgesogen.
>>
>> Nö. Von aussen siehst du, wie jemand rausgedrückt wird.
>
> Nö. Das ist ein impliziter Perspektivenwechsel. Wenn jemand zu dir hin
> gedrückt wird, dann ist das eigentlich eine Perspektive von innen, in
> die du dich von aussen versetzt.

Aha.

Mein Fahrrad hatte neulich einen Platten. Hat da etwa die böse 
Atmosphäre die Luft aus dem Reifen gesogen?

Aber egal - ich muss eh noch staubdrücken ...
#5396031
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J. S. schrieb:
> Intuitiv würde ich sagen dass das Erbsenzählerei ist da es wohl
> Definitionssache ist ob es saugen oder drücken ist. Letztendlich gibt es
> eine Druckdifferenz und durch den Ausgleich entsteht ein sog.

Denke, das ist weder Erbsenzählerei, noch eine Definitionssache, ob man 
sich nun im Flugzeug befindet oder die Situation von außerhalb des 
Flugzeuges betrachtet.

Entscheidend ist nur der durch die geplatzte Scheibe herbeigeführte 
relative Druckunterschied zwischen der Flugzeugkabine (höherer Druck) 
und der Außenwelt des Flugzeugs (niedrigerer Druck).
Folglich ist die treibende Kraft bei dem ganzen Sums ausschließlich der 
Druckausgleich.

Mani W. schrieb:
> Walta S. schrieb:
>> Und wenn man in eine Vakuumröhre von aussen ein Loch bohrt dann wird das
>> Vakuum herausgesaugt - oder wie :-)
>
> Nein!
>
> Die Luft drückt sich hinein, wird angesogen und das Vakuum
> hinausgedrückt...
>
> Oder so ;-)

Gut, daß Du da noch "Oder so" schriebst. ;)
Denn auch bei einer Vakuumröhre verhält sich das nicht anders:
Die treibende Kraft ist auch dabei der relativ höhere Druck.

Der das "angebotene" Vakuum bis zum Druckausgleich ausfüllt.
Von einem Hinausdrücken des Vakuums kann dabei gar keine Rede sein.
Wie willst Du denn etwas hinausdrücken, wenn in der Vakuumröhre nichts 
drin ist?

Percy N. schrieb:
> Mein Fahrrad hatte neulich einen Platten. Hat da etwa die böse
> Atmosphäre die Luft aus dem Reifen gesogen?

Nein, natürlich nicht, weil sich der Überdruck im Schlauch bis auf den 
Umweltdruck abbaute.

> Aber egal - ich muss eh noch staubdrücken ...

Hast damit recht - eigentlich wäre das die korrekte Bezeichnung. :D
Weil nämlich auch hier nur Druckausgleich stattfindet, wobei genau 
genommen der Umweltdruck den Staub in einen Schlauch oder eine Düse
hineintreibt.

Kannst Du auch jederzeit verifizieren, indem Du den Schlauch oder die 
Düse z.B. auf Deine Handfläche hältst.
Wodurch Du feststellen kannst, daß im Gerät ein relativ hoher Unterduck 
erzeugt wird, der Druckausgleich mehr oder weniger begünstigen soll.

Was aber auch nichts daran ändert, daß die eigentlich treibende Kraft 
der höhere Druck ist, der "angebotenen" Unterdruck bis zum 
Druckausgleich "ausfüllen" will.

Es sieht nur so aus, als würde ein Staub-"Sauger" Staub "ansaugen". ;)
Was aber ein Irrtum ist, weil der relative (Umwelt-)Überdruck in seinem 
Bestreben, Druckausgleich erreichen zu können/zu wollen, dabei den Staub 
einfach in einen Schlauch oder eine Düse "mitreißt".

Kein Mensch spricht von einem "Staubdrücker", sondern alle Welt von 
Staubsaugern.
Hat sich halt so "eingebürgert", obwohl es an sich falsch ist.
Was soll man da machen?
Die "Welt verbessern" wollen?

Wenigstens zum Anliegen des TE können wir aber feststellen, daß die 
treibende Kraft bei Druckausgleich IMMER der höhere Druck ist.

Grüße
Gast #5396842
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Percy N. schrieb:
> Michael B. schrieb:
>> Ich hätte da erwartet, daß das Vakuum komprimiert wird.
>
> Das stimmt ja auch, das arme Vakuum wird bis auf infinitesimale Größe
> zusammengedrückt, ist aber immer noch da! Überall!
> ;)

bedeutet auch, dass sich überall zufällig vakuumblasen bilden können 
wenn eine vakuumsingularität sich entschließt ins umgebende gas zu 
fließen.

scnr

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