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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik was passiert, wenn ein Spannungsregler zu heiß wird?


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Autor: Stephan D. (dost0011)
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Hallo,

ich habe mir einen Ebike Controller gekauft, der Probleme macht:
http://www.avdweb.nl/solar-bike/electronics/ku63-motor-controller.html

nach kurzer Fahrt schaltet der Motor ab, der Controller ist mit 40° 
nicht heiß. Ich besaß 6 Jahre lang schon den "gleichen" Controller davor 
und der hat nie abgeschaltet. Der neue Controller hat zwar noch den 
gleichen Namen, unterscheidet sich aber schon rein optisch und 
vermutlich auch ein wenig in der Schaltung selber.

Nun habe ich den Controller aufgemacht und folgendes festgestellt:
LM317T wird abartig heiss - unabhängig von dem Strom der Motoren.
Genauso der 78L05. Beide Bauteile sind nicht gekühlt. Das Metallgehäuse 
ist luftdicht - die Wärme kann also nur langsam über das Gehäuse 
abgegeben werden. Habe noch einen kleinen Kühlkörper an den LM317T 
geklebt - hat aber nichts gebracht...

Wenn ich jetzt noch zusätzlich einen Berg hoch fahre, dann powern die 
Mosfets und erwärmen das Metallgehäuse (sie sind mit dem Gehäuse 
verschraubt).
Und nun werden (so mein Verdacht) der LM317 und 78L05 zu heiss und die 
Motoren werden abgeschaltet.
Stromverbrauch im Standby ca. 40-50mA - Eingangsspannung ca. 42V.

Was mir auffällt:
Wenn es zu einer Temperatur-Abschaltung kommt, dann wird der Controller 
und die Innereien ja wieder kalt - dennoch laufen die Motoren nie wieder 
an - man muss die Spannung abziehen und neu anstecken - dann läuft der 
Motor sofort wieder los.

Nun die Frage:
Ist das Verhalten erklärbar? Nach meinem Verständnis reduziert der 
LM317T den Strom. Was passiert dann? Stürzt der uC ab und läuft nicht 
mehr an, wenn nach dem Abkühlen der volle Strom wieder verfügbar ist? 
Was macht der 78L05, wenn er zu heiss wird?
Von welchen Temperaturen sprechen wir da?

Das ganze ist für mich schwer zu testen, weil es ja auf einem Fahrrad 
während der Fahrt auftritt. Bin am Überlegen, was ich konkret machen 
kann.
Schaltnetzteil? Das Gehäuse ist vollgestopft bis obenhin mit Platine und 
tausenden von Kabeln...

Vielen Dank.

: Verschoben durch Moderator
Autor: TestX (Gast)
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Dann gib den "controller" zurück. Wahrscheinlich hat das Ding einen 
internen Kurzschluss o.ä. und überlastet die Spannungsregler etc... das 
wird mehr als nur ein Tempearaturproblem sein

Autor: Thomas M. (langhaarrocker)
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Weder der LM317 noch der 7805 können auch nur ansatzweise die Leistungen 
verarbeiten, die ein EBike Motor zieht. Diese Spannungsregler werden 
allenfalls für die Steuerungselektronik, nicht für die 
Leistungselektronik verwendet. Insofern dürfte die abgerufene Leistung 
keinen erwähnenswerten Einfluss auf deren Temperatur haben. Wenn doch, 
dann ist was kaputt.

Autor: Lach (Gast)
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Stephan D. schrieb:
> Bin am Überlegen, was ich konkret machen
> kann.

Selbst strampeln

Autor: Stephan D. (dost0011)
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Danke für die schnelle Antwort.

1) zurückgeben ist mit China immer schwierig und langwierig
2) Der Controller zieht nur 40mA Strom - das hat der alte auch gemacht
3) Er funktioniert ja einwandfrei - bis ich längere Zeit (z.B. 1Minute) 
einen Berg hoch fahre

Das Ding ist gerade so an der Grenze designed worden. Ich traue mir zu 
hier ein bisschen nachzuhelfen, so dass das Ding nachher gut 
funktioniert.
Natürlich mit eurer Hilfe :-)

Autor: Stephan D. (dost0011)
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Thomas M. schrieb:
> Weder der LM317 noch der 7805 können auch nur ansatzweise die Leistungen
> verarbeiten, die ein EBike Motor zieht. Diese Spannungsregler werden
> allenfalls für die Steuerungselektronik, nicht für die
> Leistungselektronik verwendet. Insofern dürfte die abgerufene Leistung
> keinen erwähnenswerten Einfluss auf deren Temperatur haben. Wenn doch,
> dann ist was kaputt.

Ich habe oben einen Schaltplan verlinkt, da bestätigt sich deine 
Annahme, dass die Regler nur für die Steuerelektronik verwendet werden 
und nicht für den Motor.

Meine Ahnung ist, dass wenn das Gehäuse 10°C hat, alles funktioniert, 
weil die Linearregler eine relativ kühle Kühlluft im inneren des 
Controllers vorfinden.

Wenn ich jetzt einen Berg hoch fahre, dann erhitzt sich die Luft im 
inneren auf z.B. 50°C - nun überhitzen die Linearregler - obwohl sie 
nicht mehr Strom abführen müssen...

Autor: Maxim B. (max182)
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Stephan D. schrieb:
> Nun die Frage:
> Ist das Verhalten erklärbar? Nach meinem Verständnis reduziert der
> LM317T den Strom. Was passiert dann? Stürzt der uC ab und läuft nicht
> mehr an, wenn nach dem Abkühlen der volle Strom wieder verfügbar ist?
> Was macht der 78L05, wenn er zu heiss wird?
> Von welchen Temperaturen sprechen wir da?

1. was genau macht dort LM 317 und auch 7805? Was wird damit gespeist?
2. Eingangsspannung?
3. Ausgangsspannung von LM 317 ?

Wenn diese Sachen geklärt werden, könnte man etwas genaueres sagen.

Ansonsten: wenn ein Regler zu heiß wird, wird er entweder sich selbst 
abschalten oder einfach verbrennen. Je nach der Lage. Nicht in allen 
Fällen kann eingebaute Schutz einwandfrei abschalten.

Wenn Ein- und Ausgangsspannung große Unterschied haben (mehr als ein 
paar Volt), könnte man Schaltregler benutzen. Durch bessere Wirkungsgrad 
werden sie weniger warm.

Autor: jz23 (Gast)
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Stephan D. schrieb:
> abartig heiss

Was heißt abartig heiß? Ab 50°C ca. nimmt man alles als "heiß" war, aber 
für Halbleiter ist das noch keine Temperatur, die schadet. Sorgen würde 
ich mir erst ab >100°C machen.

Stephan D. schrieb:
> Nach meinem Verständnis reduziert der
> LM317T den Strom. Was passiert dann? Stürzt der uC ab und läuft nicht
> mehr an, wenn nach dem Abkühlen der volle Strom wieder verfügbar ist?
> Was macht der 78L05, wenn er zu heiss wird?

Was der Chip macht, steht im Datenblatt (Wenn man Glück hat) des 
jeweiligen Herstellers. Die Exemplare von 7805ern, die ich bisher in den 
Fingern hatte, haben aber einfach abgeschaltet und wieder ein, sobald 
die Temperatur niedrig genug war.

Autor: Sascha W. (sascha-w)
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Hallo,

also 42V nach 5V bei 50mA macht fast 2W an Abwärme das wird in einem 
geschlossenen Gehäuse schon ordentlich warm. Der 317 wird auf eine 
niedrigere Spannung umsetzen und dann danach der 7805 auf 5V. Du kannst 
natürlich einen kleinen Stepdown einbauen musst mal schauen auf wieviel 
der 317 eingestellt ist, evl. reicht es schon diesen zu ersetzen.

Was ebenso bedenklich ist - keiner der beiden Spannungsregler verträgt 
am Eingang soviel Spannung wie deine Akkus liefern. Aber der Chinese 
denkt - wird schon halten.

Sascha

Autor: Maxim B. (max182)
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Stephan D. schrieb:
> Ich habe oben einen Schaltplan verlinkt, da bestätigt sich deine
> Annahme, dass die Regler nur für die Steuerelektronik verwendet werden
> und nicht für den Motor.

Na, ich habe Schaltplan angekuckt:
von 7805 wird wirklich nur Steuerelektronik gespeist.
Anders mit 317: von 14 Volt gehen auch Treiber für MOSFET, hier kann 
Verbrauch schon gut sein, dabei von Regulator abhängig. Kein Wunder, 
wenn bei 22 Volt-Unterschied 317 auch warm wird.

Mein Tipp: für 14 Volt ein Schaltregler bauen. Hier paßt z.B. LM2574HV 
oder LM2597HV.

Autor: Thomas M. (langhaarrocker)
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Maxim B. schrieb:

Siehe Schaltplan 
http://www.avdweb.nl/Article_files/Solarbike/Motor-controller/China-BLDC-motor-controller-36V-250W-circuit.jpg

> 1. was genau macht dort LM 317 und auch 7805? Was wird damit gespeist?
Damit werden wohl die Treibertransistoren für die Leistungstransistoren 
gefüttert. Der 7805 für d

> 2. Eingangsspannung?
36V

> 3. Ausgangsspannung von LM 317 ?
14V

> Wenn Ein- und Ausgangsspannung große Unterschied haben (mehr als ein
> paar Volt), könnte man Schaltregler benutzen. Durch bessere Wirkungsgrad
> werden sie weniger warm.

Das könnte m.M. nach tatsächlich helfen.

Aber ich sehe da auch einen NTC am Controller hängen. Meine Hypothese 
wäre dass damit die Temperatur gemessen wird und die Firmware des 
Controllers bei Übertemperatur abschaltet. Das hat wohl eher wenig mit 
überhitzten Spannungsreglern zu tun.

Autor: Maxim B. (max182)
Datum:

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Sascha W. schrieb:
> Was ebenso bedenklich ist - keiner der beiden Spannungsregler verträgt
> am Eingang soviel Spannung wie deine Akkus liefern.

Vielleicht steht dort wirklich nicht LM317T, sondern LM314HVT ? Manchmal 
kann man Markierung nicht so gut ablesen. Auf dem Schaltplan steht ja: 
Re-engineered by Albert van Dalen

Autor: Bernd K. (movin)
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Aus deinem Link:

"Redusing the LM78L05 dissipation

The 5V current consumption is 50mA, which leads to a LM78L05 dissipation 
of 0.44W, this is close to the allowed maximum. There are known cases 
where the overheating of the LM78L05 caused failures. By mounting a 100Ω 
1206 SMD resistor Rdiss between the 14V and the input of U2, the LM78L05 
dissipation will be reduced."

ist auch im Schaltplan bei U2 als "modification" aufgeführt.

ist ein einfacher Umbau.

Autor: Maxim B. (max182)
Datum:

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Hier ist 7805 weniger belastet als 317. Deshalb erstes, was man machen 
sollte, ist: 317 mit Schaltregler ersetzen.

7805 kann man das auch, aber das ist schon weniger kritisch. Hier könnte 
man fertige Modul in TO-220 nehmen, so wie OKI-78SR, gibt es bei 
Reichelt. Unproblematisch und auch nicht teuer, ich nehme sie immer. 
Aber erst als 2. Stufe, da max. Spannung für OKI-78SR 36 Volt ist. Hier 
wäre das zu knapp.

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Stephan D. schrieb:

> was passiert, wenn ein Spannungsregler zu heiß wird?

Normalerweise schaltet er ab (siehe Datenblatt).

> Nun habe ich den Controller aufgemacht und folgendes festgestellt:
> LM317T wird abartig heiss - unabhängig von dem Strom der Motoren.
> Genauso der 78L05. Beide Bauteile sind nicht gekühlt.

Dann hast Du diese Regler wohl überlastet. Es ist schon sinnvoll,
vor der Nutzung von elektronischen Bauelementen sich dessen Daten-
blätter anzusehen und sie nur innerhalb zugelassener Grenzen zu
betreiben. Gerade Spannungsregler benötigen schon bei kleinen
Leistungen (> ca. 0,7W) entsprechend angepasste Kühlkörper.

Autor: M.A. S. (mse2)
Datum:

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Harald W. schrieb:
> Dann hast Du diese Regler wohl überlastet. Es ist schon sinnvoll,
> vor der Nutzung von elektronischen Bauelementen sich dessen Daten-
> blätter anzusehen und sie nur innerhalb zugelassener Grenzen zu
> betreiben.

Du hast schon mitgekriegt, dass der TO hier ein fertiges Gerät erworben 
hat, das er jetzt wg. Fehlfunktion analysiert, welches er aber NICHT 
selbst konstruiert und gebaut hat?!

Was machst Du, bevor Du, sagen wir: einen Fernseher kaufst? Treibst Du 
den Schaltplan auf, lädst die Datenblätter aller Bauteile runter und 
guckst, ob auch alles stimmt im Design?

Autor: Harald W. (wilhelms)
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M.A. S. schrieb:

> Du hast schon mitgekriegt, dass der TO hier ein fertiges Gerät erworben
> hat, das er jetzt wg. Fehlfunktion analysiert, welches er aber NICHT
> selbst konstruiert und gebaut hat?!
>
> Was machst Du, bevor Du, sagen wir: einen Fernseher kaufst? Treibst Du
> den Schaltplan auf, lädst die Datenblätter aller Bauteile runter und
> guckst, ob auch alles stimmt im Design?

Wenn ein Fertiggerät schlecht konstruiert ist und deshalb versagt,
mache ich es als Elektroniker manchmal schon auf und sehe nach,
ob ich es nachbessern kann. Normalerweise würde man ein derartiges, 
nichtfunktionierendes Gerät aber wohl einfach zurückgeben.

Autor: Maxim B. (max182)
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Will man Schema noch weiter optimieren, so kuckt man in Datenblatt für 
2SK4145:
Gate Cut-off Voltage MIN. 2 MAX. 4 V
Drain to Source On-state Resistance (VGS = 10 V, ID = 42A) TYP. 7 MAX. 
10 mΩ.
D.h. 14 Volt ist eigentlich zu viel. Es reicht, wenn 10-11 Volt für die 
Treiber kommt. Vielleicht darf dann 7805 unverändert bleiben, da 
kleinere Spannungsunterschied.

Die Treiber könnte man auf sparsamere IC-Treiber ersetzen. So wie 
MCP14E10 oder MCP14E7 für "oberen" MOSFET und MCP14E9 oder MCP14E6 für 
"unteren" (da invertierend), je 2 Treiber pro DIP8 oder SOIC8 (zwischen 
Treiberausgang und Gate Widerstand nicht vergessen, so etwa 20 Ohm).
Übrigens, MCP14E8 und E11 haben je ein inv. und nicht inv. Treiber, so 
kann man alle 6 MOSFET mit nur 3 DIP8-IC bedienen.
Sparsamer wird es, weil vorhandene Treiber in Ein-Zustand je 11 mA 
verbrauchen (bei 50% bedeutet das 5,5 mA) "oberen" und bei "unteren" ist 
das ~5 und ~2 mA, dazu noch 10n-Kondensator parallel mit Gate. Die 
Treiber brauchen nur 1/0,3 mA, auch Kondensator wird überflüssig.
So wird durchschnittlich etwa 23 mA oder 0,5 W Wärme gespart (mit 
heutigen 317).
Durch schnellere Umschalten werden auch MOSFET weniger warm.

: Bearbeitet durch User
Autor: Win DJ Ammer (Gast)
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Ein LM78xx ist eh bei 40V am Ende...

Autor: Gerald B. (gerald_b)
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Win DJ Ammer schrieb:
> Ein LM78xx ist eh bei 40V am Ende...

Ich kenne es sogar so, das die 7805 nur 25V vertragen.
Beim µA7805 steht in Datenblatt: min. 7 max, 25V. Erst die mit den 
größeren Spannungen vertagen auch mehr am Eingang. Der 317 verträgt 40V, 
die HV Ausführung 60V.
Möglichweise gibt es auch einen Hersteller wo es mehr ist. Nur wenn der 
Bestücker eben nicht "den", sondern "irgendeinen" verbaut hat, dann kann 
halt sowas bei rauskommen.

Autor: Jens G. (jensig)
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>Nun habe ich den Controller aufgemacht und folgendes festgestellt:
>LM317T wird abartig heiss - unabhängig von dem Strom der Motoren.

Was heist "abartig heis". Holt man sich da schon Brandblasen, oder kann 
man den noch eins/zwei Sekunden anfassen, ohne Brandspuren an den 
Fingern zu bekommen (in letzterem Falle isser nicht abartig heis).

>Wenn ich jetzt einen Berg hoch fahre, dann erhitzt sich die Luft im
>inneren auf z.B. 50°C - nun überhitzen die Linearregler - obwohl sie
>nicht mehr Strom abführen müssen...

Möglich, wenn die wirklich schon an der thermischen Grenze arbeiten.


Sascha W. schrieb:
> Was ebenso bedenklich ist - keiner der beiden Spannungsregler verträgt
> am Eingang soviel Spannung wie deine Akkus liefern.

Der LM317 sieht nur die Spannung zw. seinen Anschlüssen, und die ist 
gerade mal U_LiPo - 14V.
Anders sieht es aber aus, wenn der LM317 dann tatsächlich wegen 
Übertemp. abschaltet - dann sieht er volle Spannung, was dann nicht gut 
wäre.
Aber ursächlich ist die LiPo-Spannung nicht das Hauptproblem.


Maxim B. (max182) schrieb:

>Will man Schema noch weiter optimieren, so kuckt man in Datenblatt für
>2SK4145:
>Gate Cut-off Voltage MIN. 2 MAX. 4 V
>Drain to Source On-state Resistance (VGS = 10 V, ID = 42A) TYP. 7 MAX.
>10 mΩ.
>D.h. 14 Volt ist eigentlich zu viel. Es reicht, wenn 10-11 Volt für die
>Treiber kommt.

Wie kommst Du denn darauf? Noch nie ein Mosfet-Datenblatt richtig 
verstanden?


@ TO
Ich würde einfach ein Multimeter an den Lenker klemmen, mit Meßstrippen 
bis zur Steuerung, die da irgendwie an Masse und die 14V angeschlossen 
werden, und dann auch mnal an den µC-Eingang, wo der NTC dranhängt, und 
mal schauen, was nach der 1-minütigen Bergauffahrt da so passiert.

: Bearbeitet durch User
Autor: Maxim B. (max182)
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Jens G. schrieb:
> Wie kommst Du denn darauf? Noch nie ein Mosfet-Datenblatt richtig
> verstanden?

Ich habe in diesem Datenblatt gelesen, daß bei VGS = 10 V Rds typ. 7 
max. 10 mΩ hat.
Auch habe ich gelesen, daß unter 2 Volt MOSFET garantiert geschlossen 
bleibt.
Und was hast du in diesem Blatt gelesen?

Auf der Seite 4 in Datenblatt gibt es ein Bild, wo klar gezeigt wird: ab 
etwa 8 Volt wird Rds kaum noch kleiner. Erst unter 6 Volt steigt Rds 
rasant. Eigentlich reicht auch 8 oder sogar 7 Volt, 10 Volt -  das ist 
schon für Sicherheit.

Beim Umschalten muß man Eingangskapazität von FET umladen. 
Selbstverständlich, je niedriger die Spannung, umso kleiner auch Verlust 
bei Treiber. Wenn Transistor schon bei 10 Volt voll offen bleibt, wozu 
14 Volt? Um es heißer zu machen? :)

Selbst Treiberschaltung ist eine Billiglösung. Das arbeitet zwar, aber 
relativ langsam - dadurch zusätzliche Wärme bei MOSFET. China will 
sparen, das ist klar... Gate bekommt 13,3 Volt über 100 Ohm, d.h. 0,133 
A max. und die Hälfte davon in Durchschnitt. Mit Treiberstrom 2 bis 3 A, 
das können richtige IC-Treiber geben, wird MOSFET schneller umgeschaltet 
und folglich auch weniger Wärme ableiten. Da MOSFET für Kühlung Gehäuse 
nutzt, wird das Ganze nicht so warm wie jetzt.

: Bearbeitet durch User
Autor: Stephan D. (dost0011)
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Wahnsinn, wie ihr alle abgeht :-)
Die vielen Tipps helfen mir enorm. Ich muss für mich jetzt halt die 
Lösung raussuchen, die bzgl. Aufwand vertretbar ist.

Beim Heimfahren habe ich mir heute eingebildet, dass der Akku, wenn er 
voll ist (46.2V) wesentlich schneller abschaltet, als wenn er schon leer 
gelutscht ist (38V).

Da der Motorstrom für die Mosfets immer max. 15A sind, müssten die 
annähernd gleich warm werden - egal ob Akkus voll oder leer. Der 7805 
sieht als Eingang immer die 14V - die sind auch unverändert. Also kann 
es ja nur der LM317T (kein HV) sein...

Ich habe kein Temperaturmessgerät dabei, aber würde die Temperatur 
aussen am selbst aufgeklebten Mini-Kühlkörper auf 70° schätzen - wenn 
der Controller im Standby ist. Schwer zu sagen, wie stark die Temperatur 
dann noch steigt, wenn die Treiber für die Mosfets aktiv werden...

Der Widerstand R1 reduziert bei 40mA die Spannung um U=180*0.04 = 7Volt. 
Vielleicht denken die Chinesen, dass das ausreicht.
Da der Widerstand nicht warm wird, versuche ich mal diesen gegen einen 
größeren auszutauschen. Damit kriegt der LM317 nicht mehr so viel ab...
Vielen Dank - ich werde auch berichten, was zum erfolg geführt hat.

Autor: Jens G. (jensig)
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>Und was hast du in diesem Blatt gelesen?

Du hast aus den Angaben:
>Gate Cut-off Voltage MIN. 2 MAX. 4 V
>Drain to Source On-state Resistance (VGS = 10 V, ID = 42A) TYP. 7 MAX.
>10 mΩ.
geschlossen, daß 14V eigentlich zu viel sind. Dieser Zusammenhang ist 
eben falsch. Denn die CutOff-Spannung sagt überhaupt nicht viel darüber 
aus, ob eine höhere Ugs ausreichend oder zu viel ist.
Und der angegebene Rds_on ist nur ein garantierter Wert, sagt aber 
nicht, daß mit mehr Spannung nicht noch mehr ginge.
Hättest Du gleich auf das Rds_on-Diagramm gezeigt, dann hätte ich nicht 
mehr viel zu meckern gehabt.

>bei Treiber. Wenn Transistor schon bei 10 Volt voll offen bleibt, wozu
>14 Volt? Um es heißer zu machen? :)

Ob Du jetzt die 4V im Treiber verheizt, oder gleich im 
LM317-Spannungsregler, ist schon fast egal ;-)

>Selbst Treiberschaltung ist eine Billiglösung. Das arbeitet zwar, aber
>relativ langsam - dadurch zusätzliche Wärme bei MOSFET. China will

Naja, selbst mit den 100Ohm hat man immer noch Schaltzeiten von deutlich 
unter einer µs. Und immerhin ist die Treiberschaltung eine 
Gegentaktschaltung - ist also nicht so langsam wie eine gewöhnliche 
Emitterschaltung mit paar kOhm für den Rc...

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Gerald B. schrieb:

> Erst die mit den größeren Spannungen vertagen auch mehr am Eingang.

Das kennt man doch von den Politikersitzungen.
Probleme werden vertagt.
SCNR

Autor: Maxim B. (max182)
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Jens G. schrieb:
> Denn die CutOff-Spannung sagt überhaupt nicht viel darüber
> aus, ob eine höhere Ugs ausreichend oder zu viel ist.

Das sagt aber die Tatsache, daß die Daten für Transistor für 10 Volt Vgs 
angegeben sind. Auch Abbildungen sagen viel.

Je kleiner ist Umladen von Cin, umso kleiner sind auch Verluste in 
Treiber, d.h. weniger Wärme bei LM317. Das ist doch elementar oder?

Die Chinesen haben das Problem mit Kondensatoren noch verschlechtert: 
wahrscheinlich kam es zu Schwingungen in Treiber. Richtige IC-Treiber 
ermöglichen Verzicht auf zusätzlichen Cin. Somit wird alles 
stromsparender und entsprechend kälter.

Jens G. schrieb:
> Ob Du jetzt die 4V im Treiber verheizt, oder gleich im
> LM317-Spannungsregler, ist schon fast egal ;-)
Nicht ganz egal. Kleinere Verbrauch von Treiber bedeutet auch kleinere 
Erhitzung von LM317. Hier sollte aber sowieso Schaltregler stehen. Aber 
niedrigere Spannung nach Schaltregler und Nachbesserung von Treiber 
verbessert nicht nur Umschaltung, sondern auch macht es für 7805 
leichter. Macht man z.B. 9,5 Volt nach dem Schaltregler, so wird die 
Wärme bei 7805 halbiert.
Jens G. schrieb:
> Naja, selbst mit den 100Ohm hat man immer noch Schaltzeiten von deutlich
> unter einer µs.
Wie bitte?
Auch wenn wir Herr Miller vergessen, Cin für 2SK4145 ist 5300 pF, dazu 
kommen noch 10 000 pF Kondensatoren. 15300 pF * 100 Ohm = 1,53 us !!! 
Millereffekt macht das um mehrfaches schlimmer. Also, 3 bis 5 us sind 
garantiert!

: Bearbeitet durch User
Autor: Jens G. (jensig)
Datum:

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>Wie bitte?
>Auch wenn wir Herr Miller vergessen, Cin für 2SK4145 ist 5300 pF, dazu
>kommen noch 10 000 pF Kondensatoren. 15300 pF * 100 Ohm = 1,53 us !!!
>Millereffekt macht das um mehrfaches schlimmer. Also, 3 bis 5 us sind
>garantiert!

Ok, den 10n habe ich jetzt glatt übersehen.
Aber einfach die RC-Konstante zu Rate zu ziehen ist auch nicht gerade 
sehr elegant, da die letztendlich doch rel. kurze Schaltschwelle in der 
Gegend von wenigen Volt vergleichsweise schnell überwunden wird, auch 
bei RC=1,5µs, und trotz Miller-C. Deswegen bleibe ich immer noch bei 
unter 1µs am Drain, und damit eher klein gegenüber den 2x33µs der 16kHz.

Autor: Stephan (Gast)
Datum:

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Stephan D. schrieb:
> Beim Heimfahren habe ich mir heute eingebildet, dass der Akku, wenn er
> voll ist (46.2V) wesentlich schneller abschaltet, als wenn er schon leer
> gelutscht ist (38V).

Dann hat dein Akku anscheinend eine Zelle mehr als der Controller 
maximal sehen will.
Die Unterspannungsabschaltung bringt dann fast gar nichts mehr. Wobei 
die 27.7V auch für einen 10-Zellen-Akku schon niedrig sind.

Stephan D. schrieb:
> Der Widerstand R1 reduziert bei 40mA die Spannung um U=180*0.04 = 7Volt.
> Vielleicht denken die Chinesen, dass das ausreicht.
> Da der Widerstand nicht warm wird, versuche ich mal diesen gegen einen
> größeren auszutauschen.

Oder einen kleinen Vorregler in die Versorgung für die Elektronik. Laut 
Schaltplan hängt an dem On/Off-Eingang nur der Spannungsregler.
Da könnte auch ein Mini-Regler aus BD677 als Emitterfolger mit 
30V-Zenerdiode und 10k-Widerstand davor.

Schaltregler wäre natürlich die bessere Wahl. LM2596HV-Module gibt's für 
kleines Geld (wenn du ein echtes erwischst). Dann könnte die Elektronik 
auch mit 16V versorgt werden (der 180Ohm-Widerstand muss dann raus).
Den 100Ohm-Vorwiderstand für den 5V-Regler würde ich auch noch machen.

Mehr würde ich jetzt nicht machen. Auch wenn es noch viel Spielraum nach 
oben gibt.

Beitrag #5396462 wurde vom Autor gelöscht.
Autor: Stephan (Gast)
Datum:

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@Maxim B.
Es soll hier doch kein neuer Controller entwickelt werden.
Das Gerät ist ein fertiges kommerzielles Produkt, das nicht ordentlich 
funktioniert. Ein grundlegender Umbau / Eigenentwicklung kommt glaube 
ich nicht in Frage.

Die 50mA sind für den optimalen Betrieb der LM2596-Module auf eBay zu 
wenig, aber immer noch besser als ein Linearregler.
Soll der Strom halt Lücken. Ausgangskondensator des externen Reglers und 
Eingangs-/Ausgangskondensator des internen Reglers richten das schon. 
Sind insgesamt immerhin ca. 500µF, bei 150kHz und 50mA ist das 
gigantisch viel Pufferkapazität.

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