Hi,
heute habe ich mich dazu entschlossen, einen neuen Raspberry Pi 3 B+ zu
kaufen.
Nach dem Booten von Raspbian Stretch
fiel mir allerdings auf, dass bereits nach ca. 1 1/2 Minuten die
Temperatur des metallisch abgedeckten SoC-Chips so stark anstieg, dass
ich mir beim berühren beinahe den Finger verbrannte.
Zuvor fühlte sich der Chip noch relativ kalt an...
Wie kann das sein? Ist mein neuer Raspi defekt, oder ist das normal?
Denn eigentlich soll doch die Wärme sogar besser als beim Raspi 3B
abgeführt werden, und der wurde selbst bei rechenintensiven Anwendungen
wie z.B. Blender (3D-Animationsprogramm, beim Rendern) nie wärmer als
lauwarm.
Ist der Pi 3B+ von Werk aus vielleicht extremst übertaktet, wodurch er
sich so stark aufheizt? Ich finde es jedenfalls irgendwie schade, einen
aktiven Kühler würde ich da sehr ungerne nur draufsetzen...
Danke für Tipps im Voraus
Pascal
TestX schrieb:> einfach den takt auf 1.2ghz drosseln
Danke!
Dann ist das mit den 1,4GHz eher Werbung als "Standard-Frequenz", die
dann noch übertaktet werden kann...
Pascal schrieb:> TestX schrieb:>> einfach den takt auf 1.2ghz drosseln>> Danke!>> Dann ist das mit den 1,4GHz eher Werbung als "Standard-Frequenz", die> dann noch übertaktet werden kann...
Ja, Übertakten ist nicht mehr möglich - die 1.4Ghz sind schon aus Sicht
der Erstentwicklers, Übertaktung, nur dass der Hersteller, die Fertigung
nun besser im Griff hat, als vor 3-4 jahren, so dass alle Chips, diesen
Takt schaffen.
Ähnliches kennt man ja von Computer Prozessoren. Viele Exemplare der
ersten Pentiums konnte man noch um 100% übertakten. Heute hat man Glück
wenn 15% drin sind. Dafür kommen die heutigen CPUs ab Werk mit 4Ghz+
Halte aber mal ein laserthermometer dran. 70 Grad reichen durchaus um
sich zu verbrennen - ist für den Chip aber noch gänzlich akzeptabel.
Im Desktopbetrieb, sollte die temperaturgrenze nicht erreicht werden.
Natürlich kannst du auch Kühler anbringen.
kannst du dir die Core-Temperatur und die Prozessortaktfrequenz ausgeben
lassen. Bei 26°C Umgebungstemperatur und vier Leerschleifen-Threads
steigt bei mir die Temperatur auf ca. 72°C (was sich schon sehr heiß
anfühlt), wobei schon ab ca. 70°C der Prozessortakt von 1,4GHz auf
1,2GHz reduziert wird. Beschäftige ich auch den Video-Core mit dem
Einlesen von Kamerabildern, steigt die Temperatur auf 74°C. Puste ich
den SoC an, sinkt die Temperatur auf unter 70°C, und der Takt wird
wieder auf 1,4GHz hochgeschaltet. Im (Fast-)Leerlauf, wo der Prozessor
auf 0,6Ghz heruntergetaktet wird, liegt die Temperatur bei unter 40°C.
Um auch bei Sommerwetter in den Genuss der 1,4GHz auf allen vier Cores
zu kommen, müsste man den SoC stärker kühlen. Ob dafür ein einfacher
Kühlkörper ausreicht oder ob zusätzlich noch ein Ventilator benötigt
wird, kann ich nicht sagen.
Wie man diesem Artikel
https://medium.com/@ghalfacree/benchmarking-the-raspberry-pi-3-b-plus-44122cf3d806
entnehmen kann, ist die Wärmeabfuhr des B+ im Vergleich zu seinem
Vorgänger deutlich verbessert worden. Man erkennt dies auch daran, das
die Buchsen für USB und Ethernet trotz ihres relativ großen Abstands zum
SoC noch gut warm werden. Es scheint also recht viel Wärem über den
Masse-Layer abgeführt zu werden.
Einfach einen kleinen Kühlkörper auf den Prozessor kleben und ein
Gehäuse mit Lüftungslöchern verwenden. Bei extremer Sommerhitze
zusätzlich einen kleinen Lüfter verbauen.
Pascal schrieb:> Wie kann das sein? Ist mein neuer Raspi defekt, oder ist das normal?
Normal. Auch die alte Version erreicht nach kurzer Zeit die 80°C bei
Vollast und throttelt dann.
> Denn eigentlich soll doch die Wärme sogar besser als beim Raspi 3B> abgeführt werden, und der wurde selbst bei rechenintensiven Anwendungen
Genau. Einer der Gründe für die +0.2 GHz.
Auch wenn der Takt nicht über einen längeren Zeitraum gehalten werden
kann, so hilft es bei Lastsprüngen.
> wie z.B. Blender (3D-Animationsprogramm, beim Rendern) nie wärmer als> lauwarm.
Die gleiche Anwendung wird auf dem alten Pi3B handwarm und auf dem neuen
Pi3B+ heiß? Dann stimmt etwas nicht.
Schreiber schrieb:> Einfach einen kleinen Kühlkörper auf den Prozessor kleben
Sorry, ich habe quasi keine Ahnung von Kühlkörpern und den Maßen des
Raspberry Chips, könntest du mal einen Conrad Link oder sowas ähnliches
schicken?
Vielen Dank,
Ivo
Lukey S. schrieb:> a) Einfach mit Sekundenkleber direkt auf den Chip kleben oder
Dann soll er aber den Kupferkühlkörper nehmen. Der erzeugt wenigstens
definierte Kurzschlüsse, wenn er abfällt.
Sekundenkleber für Kühlkörper, ja ne is klar. Wenn Du wenigstens
Wärmeleitkleber vorgeschlagen hättest.
vielleicht hilft dir dieses Gehäuse?
https://www.amazon.de/gp/product/B00QB6F9I0/ref=oh_aui_detailpage_o01_s00?ie=UTF8&psc=1&tag=psblog-21
ich habe ja viele Vollalu Fräsgehäuse für PI1 bis PI2 von 70,-€ bis
100,-€
das Flirc war das günstigste, es heisst zwar das mit dem neuen PI3 mit
Blechdeckel derlei Gehäuse nicht gehen, aber in der Amazonbeschreibung
wurde das berücksichtigt.
Für meinen PI2 habe ich sogar Kupferblech mehrfach gebogen um die CPU
optimal an den Kühlfinger anzufügen.
Lukey S. schrieb:> Ebay-Artikel Nr. 183160163379>> Ist eigentlich egal was du da nimmst, solange es passt. Zum befestigen> kannst du> a) Einfach mit Sekundenkleber direkt auf den Chip kleben oder> b) WLP in die mitte und Sekundenkleber in die ecken machen.> Bei der Leistungsklasse macht WLP keinen großen unterschied.
c) Einfach den Kleber nutzen, der an diesen Kühlkörpern schon dran
ist.